Tokio, als eine der beliebtesten Reiseziele in Japan, hat bereits Maßnahmen ergriffen, um veganfreundliche Restaurants zu fördern. Die Stadtverwaltung hat spezialisierte Restaurantführer veröffentlicht, Subventionen für Unternehmen angeboten, die vegane Optionen anbieten, und zwei vegetarische und vegane Köche als „Tourismusbotschafter“ eingestellt.

Ein Beispiel für den Erfolg dieser Maßnahmen ist das Restaurant Saido in Meguro City, Tokio. Der Besitzer, Katsumi Kusumoto, bietet vegane Versionen japanischer Klassiker an, wie zum Beispiel einen gegrillten Aal, der ausschließlich aus Gemüse und Tofu hergestellt wird. Mehr als die Hälfte seiner Kunden sind laut eigener Aussage ausländische Touristen, die zuvor Schwierigkeiten hatten, in der gehobenen Gastronomie von Tokio vegane Optionen zu finden. Die Regierung von Tokio hat auch Schulungen und Seminare für Restaurantbesitzer durchgeführt, um ihnen dabei zu helfen, vegane Alternativen zu traditionellen Zutaten zu entwickeln, wie zum Beispiel Fischflocken oder Schweineknochenbrühe.

Trotz dieser Fortschritte gibt es immer noch Herausforderungen für vegane Touristen in Japan. Traditionelle japanische Gerichte enthalten oft tierische Zutaten wie Fischbrühe, Fischsauce und getrocknete Garnelen, selbst in vermeintlich vegetarischen oder veganen Gerichten. Dies erschwert die Suche nach rein pflanzlichen Optionen. Eine Organisation namens VegeProject Japan setzt sich dafür ein, mehr Restaurants dazu zu bringen, pflanzliche, vegane oder vegetarische Gerichte anzubieten. Sie versuchen, Köche davon zu überzeugen, alternative Zutaten zu verwenden und traditionelle Zutaten wie Dashi-Brühe zu ersetzen, die häufig in der japanischen Küche verwendet werden.

Wie auch hierzulande, gibt es in Japan einen Trend hin zu veganen Ersatzprodukten. Zum Beispiel hat das Unternehmen Boldly eine Vielzahl von veganen Meeresfrüchteprodukten auf den Markt gebracht, die hauptsächlich aus Konjac, einer Wurzelgemüsesorte, hergestellt werden. Diese Produkte umfassen Lachs, Thunfisch, Krabbenstäbchen und vieles mehr. Dies ermöglicht es veganen Touristen, traditionelle japanische Gerichte zu genießen, ohne auf den Geschmack und die Textur von Meeresfrüchten zu verzichten.

Ein weiteres Beispiel ist das pflanzliche Wagyu-Rindfleisch, das von Top Tier Foods entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Sojabasis, die nach traditionellen japanischen Kochmethoden und Gewürzen hergestellt wird. Das Unternehmen hat es geschafft, eine Textur und einen Geschmack zu erzeugen, die dem echten Wagyu-Rindfleisch sehr nahekommen. Dies ermöglicht es veganen Touristen, die berühmte Delikatesse Japans zu genießen, ohne tierische Produkte zu konsumieren.

Die Bemühungen, das Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln in Japan zu erweitern, kommen auch dem wachsenden Trend des veganen Tourismus entgegen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine pflanzliche Ernährung und suchen nach Reisezielen, die ausreichend vegane Optionen bieten. Apps wie Vegvistis und Happy Cow helfen Reisenden dabei, vegane Restaurants und Geschäfte in über 80 Ländern zu finden. Die Nachfrage nach veganem Tourismus wächst weltweit, und Japan möchte sich als attraktives Reiseziel für vegane Touristen positionieren.

Für die zweite Jahreshälfte haben wir für euch die wichtigsten Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz herausgesucht.

Die größten veganen Messen an mehreren Standorten:

Veggie World

Hamburg: 21.-22. Oktober 2023
München: 11.-12. November 2023
https://veggieworld.eco/

Veggienale & Fairgoods

Region Stuttgart: 16.-17. September 2023
Frankfurt: 23.-24. September 2023
Konstanz: 7.-8. Oktober 2023
Münster: 4.-5. November 2023
Berlin: 18.-19. November 2023
https://veggienale.de/

Veggie & frei

Stuttgart: 24.-26. November 2023
https://www.messe-stuttgart.de/veggie/

 

Veganmania

Wien: 25.-27. August 2023 auf der Donauinsel
Innsbruck: 8.-9. September 2023 am Marktplatz
25 Jahre Jubiläumsspecial Wien: 6.-8. Oktober 2023 am Rathausplatz
www.veganmania.at

 

Weitere Messen, Festivals und mehr:

Vegan Fantasy Fair Völklingen

Völklingen: 15. Juli 2023
www.veganfantasyfair.de

 
Veganes Straßenfest Hamburg

Hamburg: 29. Juli 2023
www.veganes-strassenfest.de

 
Vegan Street Day Bochum

Bochum: 19. August 2023
ruhr.vegan-street-day.de

 
Vegan Festival Winterthur

Winterthur: 24.-27. August 2023
www.veganfestivals.ch

 
Fair Friends

Dortmund: 25.-27. August 2023
https://www.messeninfo.de

 
Veganer Markt Koblenz

Koblenz: 26. August 2023
www.facebook.com/events/608557427661238/?ref=newsfeed    

 
Vegan Festival Basel

Basel: 7.-10. September 2023
www.veganfestivals.ch/events/

 
Vegan im Quadrat Mannheim

Mannheim: 16. September 2023
www.ariwa.org/events/vegan-im-quadrat-2023

 
Rohvolution

Speyer: 30. September und 01. Oktober 2023
rohvolution-messe.de/Vegan

 
ProVeg New Food Conference

Berlin: 25.-26. Oktober 2023
www.new-food-conference.com

 
Vegan Planet Wien

Wien: 18.-19. November 2023
www.vegan-planet.at

Die versteckte Kamera enthüllte, dass das Problem mit abgelaufenen Lebensmitteln, das bereits beim letzten Mal aufgedeckt wurde, immer noch besteht. Anstatt diese Lebensmittel ordnungsgemäß zu entsorgen, werden sie systematisch neu etikettiert, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Auch andere hygienische Praktiken lassen zu wünschen übrig. Das Kühlhaus, in dem auch das Fleisch gelagert wird, wird nicht auf der vorgeschriebenen Temperatur gehalten. Mitarbeiter erwärmen Burger und Nuggets erneut, die bereits längere Zeit in der Verkaufsauslage lagen. Es wurde beobachtet, dass die Küchenkräfte ohne Handschuhe arbeiten und die Hygienerichtlinien nicht ausreichend beachten. Das Team konnte beobachten, dass immernoch pflanzliche Patties im Fleischsud liegen und bisher keine klare Trennung aufrecht erhalten wird. Inwieweit hier noch von plant-based Burgern gesprochen werden kann ist also fraglich.

Darüber hinaus wurden auch fragwürdige Praktiken im Umgang mit Personal aufgedeckt. Ein Franchisenehmer quartiert junge Mitarbeiter*innen aus Osteuropa und Nordafrika in einem nahegelegenen Hotel ein und zieht ihnen anschließend die Hotelkosten vom Lohn ab. Dies führt zu einem Abhängigkeitsverhältnis, insbesondere dann, wenn ausländische Arbeitskräfte aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse ihre Rechte oder die genauen Inhalte ihrer Verträge nicht verstehen. Durch Einsicht in das Personal-Planungssystem von Burger King Deutschland ergaben sich Hinweise auf mehr als 70.000 potenzielle Rechtsverletzungen innerhalb von sieben Monaten. Diese Verstöße betreffen den Jugendschutz, Mindestlohn und Ruhezeiten. Sollten diese Daten korrekt sein, handelt es sich um Straftaten, für die die Geschäftsführung persönlich haftbar gemacht werden kann.

Burger King Deutschland hat in einem Schreiben an RTL erklärt, die Vorwürfe ernst zu nehmen und von einem unabhängigen Unternehmen prüfen zu lassen. Das Unternehmen weist jedoch die Vorwürfe zu Rechtsverstößen zurück und gibt an, dass aus den Software-Daten keine Rückschlüsse auf solche Verstöße möglich seien.

Auf der eigenen Website startete außerdem sofort eine Gegen-Kampagne, in der von „einseitiger Berichterstattung“ die Sprache ist. Unter dem Motto  „King ist, wer an sich arbeitet“ zählt Burger King auf der eigenen Website einige der angeklagten Punkte auf und verweist auf das eigene FAQ. Der Hauptpunkt in der Stellungnahme von Burger King besteht darin, dass bei der Größe des Unternehmens schon auch mal Fehler passieren könnten: „Es ist menschlich, dass bei 25.000 Mitarbeitenden in 750 Restaurants auch Fehler passieren können.“ Die RTL-Recherche sei „tendenziös, unausgewogen und spieg[le] nicht die Realität in den allermeisten [ihrer] Restaurants und die Meinung der Mehrheit [ihrer] Mitarbeitenden wider“. Von den von RTL angeklagten „systematischen Rechtsverletzungen“ wird sich ausdrücklich distanziert, während eingestanden wird, dass vor allem bezogen auf Hygiene und Arbeitsbedingungen Dinge gesehen wurden, „die absolut nicht akzeptabel sind.“

Danach verweist Burger King auf einen eigens gedrehten Werbespot, den RTL an diesem Abend angeblich nicht senden wollte (aka „gecancelt“ habe), in dem eine Schauspielerin eine Theken-Mitarbeiterin bei Burger King mimt. Im Sinne von „komm mal runter und hab Mitgefühl mit uns“ trägt sie einen einseitigen Dialog vor. Es wurde versucht, so die obige Stellungnahme nochmal in einen 45 Sekunden Trailer zu verpacken – wahrscheinlich mit Hoffnung auf einen medienöffentlichen viralen Hit.

Zu dieser Annahme kommen wir, weil auch ein zweites Video veröffentlicht wurde, in dem Burger King untertitelt:  „Damit RTL nicht immer zu uns kommen muss, sind wir einfach mal zu RTL gefahren – mit einer leckeren Überraschung im Gepäck. Und offensichtlich schmeckt unser Plant-based Whopper® einfach allen.“ Das Video ist im Undercover-Recherchen-Stil gehalten und somit eine direkte Gegenoffensive zur Wallraff-Recherche. Im Video wird ein beschönigter Zubereitungsprozess eines Whoppers gezeigt, wie es so in einem wirklichen Restaurant nie passieren würde – sondern nur in der Werbung. Danach gibt ein Burger King-Lieferant Plant-based Whopper® an RTL-Mitarbeitende in deren Mittagspause aus und filmt diese dabei, wie sie sagen, dass ihnen der Burger mundet.

Ob diese Gegenmaßnahmen von Burger King so sinnvoll und clever eingefädelt waren, wie wohl von Burger King erhofft, hinterfragen wir aus der Redaktion stark. Die Kommentare unter den offiziellen Videos auf dem Burger King YouTube-Kanal sind jedenfalls deaktiviert, und die nur wenigen hundert „Daumen hoch“ im Vergleich zu den über 100.000 Aufrufen (Stand 4. Juli) sprechen bei beiden Videos dafür, dass die Dislike-Rate recht hoch sein dürfte.

Es bleibt abzuwarten ob die von Burger King bekannten Besserungsvorhaben auch wirklich in die Tat umgesetzt werden – oder ob die nächste Recherche vor Ort dann einfach erneut von Ekelzuständen berichten wird.

Trotz der Tatsache, dass Studien belegen, dass zwischen 11,1% und 19,6% der globalen Emissionen aus der Fleisch- und Milchindustrie stammen und die Reduzierung des Fleischkonsums eine wichtige Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele ist, wird in nur 7% der untersuchten Klimaartikel über Tierhaltung als Klimafaktor berichtet. Die meisten Artikel, die Tierhaltung erwähnen, gehen nicht ausführlich auf die damit verbundenen Emissionen und Umweltschäden ein und vernachlässigen die Bedeutung der Reduzierung des Fleischkonsums oder einer pflanzlichen Ernährung.

Ein weiteres Problem ist, dass die Tierhaltungsindustrie oft als Opfer des Klimawandels dargestellt wird, anstatt als eine wesentliche Ursache. Artikel, die sich mit der Tierhaltung befassen, fokussieren sich oft auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierhaltungsbranche, und berichten beispielsweise eher über Viehverluste durch Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Dabei wird jedoch häufig nicht erwähnt, welche Rolle die Tierhaltung selbst bei der Klimakrise spielt.

Die Medien verpassen zudem zahlreiche Gelegenheiten, die Tierhaltung im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu diskutieren. Themen wie Energie, Transport, Emissionen und fossile Brennstoffe werden in der Klimaberichterstattung zwar häufig behandelt, jedoch selten in Verbindung mit der Tierhaltung. Obwohl der Transport ähnlich hohe Emissionen wie die Tierhaltungsindustrie verursacht und ein Teil dieser Industrie ist, wird nur in 8% der Artikel, die den Transport erwähnen, auch auf Tierhaltung Bezug genommen.

Bedeutsame Teilsektoren der Tierhaltung, wie die Rinderzucht, erhalten ebenfalls nicht genügend Aufmerksamkeit von den Medien. Obwohl die Rinderzucht für etwa 62% der Emissionen der Tierhaltung verantwortlich ist, werden Kühe nur in 30% der Artikel zur Tierhaltung erwähnt. Auch Methan, das 54% der Emissionen der Tierhaltung ausmacht, kommt in lediglich 22% der Artikel zur Tierhaltung vor.

Die unzureichende Berichterstattung über die Auswirkungen der Tierhaltung auf den Klimawandel in den Medien führt zu einer Informationslücke bei der Öffentlichkeit. Es ist dringend nötig, dass die Medien die Verbindung zwischen Tierhaltung und Klimawandel stärker thematisieren und die Rolle des Fleischkonsums sowie pflanzlicher Ernährungsweisen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen hervorheben. Nur so kann ein umfassendes Verständnis für die dringende Notwendigkeit eines nachhaltigeren Ernährungssystems geschaffen werden, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen.

So stellen sich Veganer die ideale Schweiz vor

Der Verein hat eine Webseite mit verschiedenen Ideen erstellt, die unterschiedliche Bereiche des Lebens abdecken, von Konsum und Mobilität bis hin zur Arbeitswelt. 

In der Vision einer veganen Schweiz werden Fleisch und Milchprodukte im Labor hergestellt, während die Ernährung darüber hinaus rein pflanzlich ist. Dank der Technik der sogenannten “Präzisionsfermentation“ könnte so die Produktion von „tierischem“ Fleisch eingestellt werden. Produkte tierischer Herkunft würden zu einem veralteten Luxusgut werden. Schlachthöfe würden zu Museen und Markthallen umgewandelt, in denen über vergangene Gräueltaten informiert und aufgeklärt wird.

Darüber hinaus stellt der Verein vor, dass Fischereivereine in Zukunft Abfall statt Fische aus Flüssen und Seen fischen würden, um die Gewässer sauber zu halten. Tiere hätten in dieser Vision Grundrechte auf Leben und Unversehrtheit, und Materialien wie Leder würden aus Pilzen und Äpfeln statt aus Tierhaut hergestellt werden.

Eine weitere Idee besteht darin, Verhütungsmittel für Tiere einzusetzen, um eine Bestandeskontrolle zu ermöglichen, anstatt Tiere zu jagen. Jagdvereine würden stattdessen Führungen organisieren und Rehkitze vor Mähmaschinen retten.

Der Verein Animal Rights Switzerland hebt hervor, dass ihr Projekt weniger auf Realpolitik abzielt, sondern vielmehr die Vorstellungskraft anregen soll. Der Verein beabsichtigt, die Ergebnisse Politikern, Forschern und Unternehmen vorzustellen, um in einen konstruktiven Dialog zu treten. Kritik sei erwünscht, da sie dazu beitragen kann, die Vision weiterzuentwickeln. Céline Schlegel, stellvertretende Geschäftsleiterin von Animal Rights Switzerland, betont die Notwendigkeit einer breiten sozialen Bewegung, um eine tierfreundliche Zukunft in der Schweiz aufzubauen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist ein geringerer Konsum tierischer Produkte. 

Doch die Ansätze gehen über den Bereich Ernährung hinaus. Auf der Website „Vision tierfreundlich Schweiz“ können Betrachter die Ideen in den einzelnen Lebensbereiche erkunden. Obwohl die Verwirklichung der Vision einer tierfreundlichen Schweiz noch in weiter Ferne liegt, bietet sie dennoch einen bedeutsamen Leitfaden, ein Gedankenspiel für eine zukünftige Entwicklung des Landes. Ein Diskurs dazu ist von enormer Bedeutung, um einerseits die bestehenden Strukturen zu hinterfragen und zu verändern und andererseits den Fortschritt in all diesen Bereich voranzutreiben. 

Kommentar der Redaktion:

Der Bild-Artikel, der behauptet, die Currywurst werde aus Kantinen verbannt und jeder dürfe nur noch knapp 10 Gramm Fleisch am Tag essen, erweist sich als reißerisch und irreführend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Empfehlungen bezüglich des Fleischkonsums zum jetzigen Zeitpunkt weder geändert, noch nähere Informationen zu Anpassungen herausgegeben. Die neuen Empfehlungen werden erst Anfang 2024 erwartet. Es gab ein großes Medienecho in den Sozialen Medien und zahlreiche Zeitungen haben über angebliche Verbote und die potenzielle Einschränkung des Fleischkonsums berichtet. Die reißerischen Schlagzeilen von Bild.de haben zweifellos zur Aufmerksamkeit und Diskussion in der Öffentlichkeit beigetragen. 

Die bisherige Empfehlung der DGE, 600 Gramm Fleisch pro Woche zu konsumieren, ist großzügig und spiegelt den tatsächlichen Fleischverzehr der Deutschen wider, der bei durchschnittlich 109 Gramm pro Tag und 763 Gramm pro Woche liegt. Die DGE bestätigte, dass in Zukunft auch die CO2-Bilanz von Lebensmitteln bei den Empfehlungen berücksichtigt werden soll. Die endgültigen Empfehlungen der DGE sollen  erst Anfang 2024 veröffentlicht werden und bis dahin bleibt abzuwarten, welche konkreten Auswirkungen sie überhaupt auf den Fleischkonsum hierzulande haben werden. Es ist korrekt, dass Kantinen mit DGE-Zertifikat möglicherweise weniger Fleisch anbieten müssten, allerdings ist zu beachten, dass nur ein kleiner Teil der Kantinen überhaupt zertifiziert ist.

Die Vorgaben der DGE sollen auch in der neuen Ernährungsstrategie von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir umgesetzt werden. Das Eckpunktepapier „Weg zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung“ wurde vom Kabinett im Dezember 2022 beschlossen und eine endgültige Strategie soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden. Özdemirs Aussagen zufolge sollen hierbei Maßnahmen vorgeschlagen werden, die eine ausgewogenere und nachhaltigere Ernährung in der Bevölkerung fördern. 

Es ist ratsam, den Diskurs über eine ausgewogene Ernährung und die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Umweltbelastung auf einer fundierten und sachlichen Basis zu führen. Die Verbreitung unvollständiger Informationen kann zu Missverständnissen führen und Panikmache begünstigen. Im konkreten Fall von Bild.de schürte die Verbreitung solcher Fehlinformationen Hass und führte zu einer größeren Distanz der verschiedenen Pole innerhalb dieses Diskurses. Statt voreiliger Schlussfolgerungen und Kontroversen sollten die Menschen ermutigt werden, sich mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen.Gerade wenn es um ein so traditionell-verflochtenes und emotional-aufgeladenes Thema wie Fleischkonsum geht, ist eine positive Kommunikation auf Basis wissenschaftlicher Fakten unumgänglich und sollte zukünftig immer angestrebt werden.