Von der klassischen Tafel bis hin zu kunstvollen Pralinen: Schokolade findet ihren Platz in den Herzen von Jung und Alt. Als eine der beliebtesten Süßigkeiten der Welt begeistert sie uns seit Jahren in verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen. Ihre Verwendung erstreckt sich über vielfältige Anwendungsgebiete: Sei es als köstliche Nascherei, als aromatische Zutat für Desserts oder als unverzichtbarer Bestandteil beim Backen. 

Doch zuallererst: Woher kommt eigentlich Schokolade?

Die Tradition des Kakaogenusses reicht weit zurück – mit den ältesten Spuren auf Tongefäßen aus Honduras um 1150 v. Chr. und dem vermutlich ersten Genuss flüssiger Schokolade durch die Olmeken im mexikanischen Tiefland um 1000 v. Chr. Die Entdeckung der Kakaopflanze erfolgte um 1500 v. Chr. in Mexiko, wo sie von den Maya und Azteken als heilig und wertvoll angesehen wurde.

Die Einführung der Kakaobohne in Europa erfolgte durch Hernan Cortez im 16. Jahrhundert. Anfangs stieß die Kakaobohne am spanischen Hof auf wenig Interesse. Erst mit der Entwickelung des süßen Geschmacks mit Hilfe von Honig und Rohrzucker startete sie ihren Siegeszug. Die kostspielige Kakaobohne blieb jedoch vorerst einem privilegierten Kreis vorbehalten.

Die Kakaopflanze, wissenschaftlich als „Theobroma cacao L.“ bekannt, gedeiht ausschließlich in tropischen Regionen. Die Entwicklung der festen Schokolade, wie wir sie heute kennen, wurde im 19. Jahrhundert durch den Holländer Van Houten vorangetrieben. Durch das Pressen und Zermahlen von Kakaobohnen wurde die Kakaobutter vom Kakao getrennt, ein entscheidender Schritt in der Schokoladenherstellung.

Dunkle Schokolade ist in Bruchstücken übereinander gestapelt und aus der Draufsicht fotografiert

Süße Innovation: Die erste vegane Schokoladenmarke Deutschlands

In computergesteuerten Bottichen einer traditionsreichen Schokoladenfabrik in Herford wird das süße Handwerk zelebriert. Statt herkömmlicher Zutaten wie Milchpulver und Butterreinfett, fließen hier flüssige Kakaomasse, Rübenzucker sowie eine besondere Mischung aus Buchweizen und Mandelöl. Diese natürlichen Fette sorgen nicht nur für den zarten Schmelz der Schokolade, sondern liefern ebenso viele wertvolle Eiweiße und Mineralstoffe.

Alexander Kuhlmann, Marketingleiter des Herforder Schokoladenproduzenten EcoFinia, berichtet von über zehn Jahren an Experimenten und Entwicklungen. Anfänglich ersetzte Reisdrink die Milch, während ausgefeilte Rezepturen die intensive Süße ausbalancierten. Das Ergebnis kennt ihr vielleicht seit 2015 als iChoc aus den Bio- oder Drogeriemarkt Regalen: Die erste rein vegane Schokoladenmarke Deutschlands. 

Der ökologische Vorteil veganer Schokolade erstreckt sich über mehr als nur den Genuss. Im Vergleich zur herkömmlichen Milchschokolade spart die vegane Variante erhebliche Mengen CO2, Energie, Landfläche und Wasser. Zudem ist selbstverständlich keine Tierhaltung notwendig. Es wird strikt auf Palmöl verzichtet und der verwendete Kakao ist Bio-Fairtrade-Kakao aus der Dominikanischen Republik.

Der bewusste Genuss – Ein gesellschaftlicher Trend

Die Art und Weise, wie sich unsere Gesellschaft ernährt, erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Der Trend hält weiterhin an, dass immer mehr Menschen tierische Produkte zugunsten pflanzlicher Alternativen reduzieren. Der Markt für vegane Schokolade wächst stetig. Laut Marktforschern von Nielsen machen bereits knapp vier Prozent des Tafelschokoladenumsatzes vegane Produkte aus. Das Zukunftsinstitut betrachtet die „Veganisierung“ von Rezepten als einen der wichtigsten Food-Trends des Jahres 2023. Das Marktforschungsinstitut Future Market Insights prognostiziert, dass sich der weltweite Markt für vegane Schokolade in den nächsten zehn Jahren vervierfachen wird.

Schokolade ist in Bruchstücken übereinander gestapelt und von der Seite fotografiert, der Hintergrund ist rosa

EcoFinia, der Bio-Schokoproduzent hinter der Marke iChoc, erzielt bereits heute etwa die Hälfte seines Umsatzes mit veganer Schokolade. Alexander Kuhlmann sieht darin einen klaren Trend: „Das Bewusstsein der Konsumenten für Umwelt, Gesundheit und Tierschutz wächst.“ Die Chancen stehen also gut, dass in Zukunft noch mehr köstliche vegane Schokoladensorten die Regale bevölkern werden – zum Wohl von Klima, Kühen und Menschen.

Was ist Eure liebste Schokoladensorte? Klassische vegane Milchschokolade oder eher abgespaced wie „Salty Pretzel“ oder „White Nougat Crisp“?

***Engagierter Journalismus braucht Finanzierung. Wir bedanken uns bei iChoc. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit ihnen entstanden.

Veganer Skiurlaub: Diese Gebiete sind zu empfehlen

Die Region Hochkönig in Salzburg hat sich als Vorreiter für veganen Wintersport positioniert und trägt stolz das Zertifikat der Veganen Gesellschaft Österreich mit dem V-Label. Die meisten Hütten in dieser Region bieten mindestens ein veganes Gericht an. Vegan zertifizierte Hotels ergänzen das Angebot mit einem veganen Frühstück und täglich wechselnden veganen Menüs. Kennzeichnungen auf der Website der Region bieten eine gute Übersicht für alle vegan-lebenden Wintersportler*innen. Hier geht’s zur Website.

Am Nebelhorn in Oberstdorf findet ihr beispielsweise im Berggasthof Seealpe neben Suppen und Eintöpfen auch einen veganen Flammkuchen sowie Apfelstrudel. Auch das Gipfelrestaurant wirbt damit, mindestens eine vegane Option anzubieten. Auch in Ischgl ist die Auswahl weiterhin sehr begrenzt. Jedoch gibt es immerhin im Bergrestaurant Idalp als auch im Bergrestaurant Höllboden eine kleine Auswahl an veganen Gerichten. Im Panoramarestaurant Brauneck in Lenggries findet ihr momentan wenigstens ein veganes Gemüse-Curry. Garmisch gestaltet sich als wirkliche Herausforderung. Die Lodge Am Hausberg, eigentlich ein Steakhaus und keine Skihütte, bietet zumindest vegane Burger. In der Stadt selbst ist die Auswahl größer. Hier bietet beispielsweise das Bio-Hotel Garmischer Hof eine Auswahl an veganen Speisen.

Während Hütten oft noch hinterherhinken, bieten Hotels zunehmend mehr vegane Alternativen an. Neben den großen Häusern gibt es auch kleine, teils auch preisgünstigere Alternativen.

Ein paar Tipps:

  1. Moa Alm: Die Küche ist komplett vegan. Nur 10 Minuten zum Skigebiet Großglockner Resort Weitere Infos
  2. Haus 26: Die Küche ist komplett vegan. Das kleine Skigebiet Weissbriach ist direkt um die Ecke und das größere Skigebiet Nassfeld ist auch nur 20 Minuten entfernt. Weitere Infos
  3. Bio-Hotel & Berghüs Schratt: Das erste Bio- und Veggiehotel im Oberallgäu. Die Küche ist vegan/vegetarisch und das Hotel ist vom Skigebiet Steibis nur 5 Minuten entfernt. Weitere Infos

In der Welt des Wintersports sind die veganen Alternativen auf Skihütten noch immer rar gesät. Es zeigt sich, dass es bereits einige positive Beispiele gibt, wie die Region Hochkönig in Salzburg oder der Berggasthof Seealpeneben am Nebelhorn. Dennoch bleibt die Auswahl oft begrenzt, insbesondere in kleineren Skigebieten und abseits der großen Städte.

Werden die Auswahlmöglichkeiten zukünftig besser?

Es ist ermutigend zu sehen, dass einige Regionen und Hüttenbetreiber den Trend aufgreifen und vegane Gerichte anbieten. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verbessern wird. Mit dem steigenden Interesse an pflanzlicher Ernährung und einem bewussteren Lebensstil wird auch der Druck auf Skigebiete und Hüttenbetreiber wachsen, ihre Angebote zu diversifizieren und vegane Alternativen anzubieten.

Wir rufen Euch dazu auf, uns eure eigenen Entdeckungen mitzuteilen. Wie verlief dein veganer Skiurlaub? Kennst du Skihütten, die bereits eine vegane Optionen anbieten? Teile sie mit uns! Wir werden eine Liste unter diesem Artikel führen und mit euren Einsendungen aktualisieren. Sende uns deine Empfehlungen gerne bei Instagram oder Facebook zu.

Die vegan lebenden Brüder Maik und Marco Möller aus Lentföhrden, Schleswig-Holstein, planen die Umstellung ihres elterlichen Milchviehhofs hin zu einer vertretbareren Landwirtschaft.

Diese Entscheidung resultiert aus ihrer ethischen Überzeugung, die sich während ihrer Jugend auf dem Bauernhof entwickelt hat. Trotz der fortschrittlichen Ansätze ihres Vaters, der bereits auf ökologischen Landbau umstellte und eine muttergebundene Kälberaufzucht praktiziert, sehen Maik und Marco das Tierleid in der Landwirtschaft als unvereinbar mit ihren eigenen ethischen Prinzipien.

Ihre Vision ist es, den Hof in einen Modellbetrieb umzuwandeln, der ohne Nutztierhaltung auskommt. Die Brüder haben verschiedene Standbeine, darunter die Vermietung von Wohnungen und den Anbau von saisonalem Gemüse nach biozyklisch-veganen Vorgaben. Sie möchten ein Bildungsangebot in der Region schaffen, um Themen wie Tierethik und biozyklisch-vegane Landwirtschaft weiter in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Die Organisation TransFARMation, deren Zweck die Unterstützung von Betrieben bei Umstellung auf eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist, begleitet die Brüder bei ihrem Vorhaben. Als Teil eines Pilotprojekts sollen sie zeigen, dass eine Landwirtschaft ohne Tierausbeutung möglich ist. Dabei hoffen sie darauf, eine Bewegung anzustoßen, die andere Höfe dazu inspiriert, sich ebenfalls mit solchen Themen auseinanderzusetzen.

Allerdings stehen die Brüder vor Herausforderungen, insbesondere ethischer Natur. Die Zukunft der verbliebenen Kühe, die der Familie gehören, ist ungewiss. Die Möller-Brüder betonen Respekt für die Arbeit der konventionellen Landwirte, möchten jedoch zeigen, dass es Alternativen gibt. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft zu schärfen und zu zeigen, dass man auch ohne die Ausbeutung von Tieren erfolgreich einen Bauernhof führen kann.

Ihr Weg mag lang und sicherlich herausfordernd sein. Jedoch ist es ein Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, die auf Ethik und Nachhaltigkeit basiert.

Dabei findet man solch anspruchsvolle Kommentare nicht nur in den Tiefen des World Wide Webs. Auch im Wahlkampf großer Parteien hat das Thema Fleischverzicht seinen festen Platz gefunden. Markus Söder diagnostiziert den Grünen eine Fleisch- und Wurstphobie und will sich den Schweinebraten auf keinen Fall verbieten lassen. Alice Weidel äußerte unlängst, sie lasse sich nicht ihr Schnitzel wegnehmen und Hubert Aiwanger begeisterte Anfang des Jahres mit folgendem Tweet seine treue Twitter-Gemeinde:

Esst Fleisch, Butter und trinkt Milch und sorgt dafür, dass die heimische Landwirtschaft mit Tierhaltung Zukunft hat! Almwiesen werden nicht von Grünen und Wölfen gepflegt und erhalten, sondern von Kühen und Bergbauern! GesunderMenschenverstand statt Mangelernährung!

— Hubert Aiwanger (@HubertAiwanger) June 4, 2023

Glaubt man Aiwanger, wollen die mangelernährten Veganer den armen restlichen Mitbürgern also das Schnitzel wegnehmen. Klingt nach tiefer, gesellschaftlicher Spaltung.

Gerade für den Veganimus – als gesellschaftliche Bewegung, die so sehr auf ethischen Beweggründen fußt – ist es eigentlich essenziell gemocht zu werden. Zumindest insoweit, dass die erste Reaktion von Menschen, die mit dem Thema in Berührung kommen, nicht sofortige Ablehnung oder Widerstand ist. Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ergab allerdings erst kürzlich, dass Fleischesser mit einer signifikant geringeren Wahrscheinlichkeit pflanzliche Gerichte wählten, wenn sie als vegan gelabelt waren.

Da stellt sich doch die Frage: Woher kommt diese offensichtliche Ablehnung? Und wieso wurde der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte so extrem zum gesellschaftlichen Streitthema? Ist es einfach leicht verdienter Applaus in Bierzelt- und Stammtischtradition? Ein weiteres Feindbild – neben Personen, die gendern, oder sich für das Klima auf die Straße kleben? Vielleicht ist die Ergänzung zu „Gendergaga“ und „Klimaterrorismus“ der „Vegan-Wahnsinn“?

Vielleicht ist es auch einfach eine tief sitzende Angst vor Veränderung? In Bayern – wo wir doch gerade bei Söder und Aiwanger waren – haben vor einigen Wochen erste knapp 70 Prozent der Bevölkerung Parteien des politisch rechts-konservativen Spektrums gewählt. Und auch für Friedrich Merz, Vorsitzender der größten Partei hierzulande, sind es gerade die Grünen mit ihrer „Volkserziehungsattitüde“, die er zum Erzfeind ausruft. Nach Aufbruch in Richtung einer nachhaltigeren und tierleidfreien Zukunft sieht das für mich jedenfalls nicht aus.

Doch – kann mir diese Frage jemand ehrlich mal beantworten – warum nerven wir denn nun so? Ist es schlicht ein festgefahrenes Narrativ, dass Horden an Veganern durch Kommentarspalten und Straßen ziehen und versuchen Fleischesser zu bekehren? In meinem persönlichen Umfeld gibt es diese Art Veganer jedenfalls nicht. Also diejenigen, die sich neben ihre omnivoren Freunde setzen und – während diese genüsslich ihr Schnitzel essen – versuchen, sie davon zu überzeugen, dass doch eigentlich auch nur der Kartoffelsalat ausreicht. Meistens wird einfach für alle das Gleiche gekocht – und wenn die vegane Bolognese genau so lecker ist wie eine nicht-vegane, überlegt der Nicht-Veganer es sich vielleicht beim nächsten Mal doppelt, ob er nicht doch zum Tofu greifen will. Und dann greift er nach langem Hin und Her eben vielleicht zum Tofu, guckt sich ein YouTube-Video mit einem Rezept für vegane Bolognese an – und der oberste Kommentar erklärt ihm, dass der Tofu am besten schmeckt, wenn er ihn in den Müll wirft und sich ein richtig großes Steak brät.

Naja. Zwei Sachen sollten wir wenigstens mitnehmen: Kocht mehr vegane Bolognese und lest auf keinen Fall YouTube-Kommentare!

Welche Lebensmittel werden in Deutschland mit 7% besteuert?

Im Umsatzsteuergesetz (UStG) Anlage 2 gibt es eine Liste an Grundnahrungsmitteln, die in Deutschland mit 7% statt den standardmäßigen 19% besteuert werden. Neben Gemüse, Obst und Fleisch stehen auch Milch und Milcherzeugnisse auf dieser Liste. Pflanzliche Milchalternativen gelten jedoch als verarbeitetes Lebensmittel und werden somit mit 19 Prozent besteuert.

Oatly und Knuspr mit wichtigem Signal

Der Nahrungsmittelhersteller Oatly und der Online-Supermarkt Knuspr unterstützen die Forderung von Politiker*innen der SPD und Grünen nach einer Steuersenkung auf Milchersatzprodukte und übernehmen die Mehrwertsteuerdifferenz auf eigene Kosten. Im Knuspr-Onlineshop ist es möglich, mit dem Code „Steuerrunter“ den Preis der Oatly-Haferdrinks um 12 Prozent zu senken. Die Kosten für diese Aktion teilen sich Oatly und Knuspr je zur Hälfte. Bereits im Januar 2023 senkte Knuspr als erster Lebensmittelhändler die Mehrwertsteuer auf Milchersatzprodukte, was dazu führte, dass mehr Menschen die betreffenden Lebensmittel kauften.

Die ungleiche Besteuerung von Kuhmilch und pflanzlichen Alternativen widerspricht der Farm-to-Fork-Strategie der EU, die darauf abzielt, Lebensmittel nachhaltiger und gesünder zu gestalten sowie fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Pflanzliche Alternativen sind bewiesenermaßen ressourcenschonender und nachhaltiger als Kuhmilch, was angesichts der Klimakrise von hoher Bedeutung ist.

Darum wäre eine Mehrwertsteuersenkung für pflanzliche Milchalternativen aus unserer Sicht richtig:

Besonders die Lebensmittel, die in ihrer Produktion ressourcenschonend sind, sollten für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich sein. Die Herstellung eines Liters Kuhmilch erfordert 80% mehr Land als die Produktion eines Liters Hafermilch. Darüber hinaus stoßen die Herstellungsprozesse von Hafer- und Sojamilch drei- bis viermal weniger Treibhausgase aus als die Produktion von Kuhmilch. Dies macht pflanzliche Milch zu einer umwelt- und klimafreundlicheren Alternative.

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, die Mehrwertsteuer auf Milchersatzprodukte bereits kurzfristig im Rahmen der anstehenden Verhandlungen zum Jahressteuergesetz zum 1. Januar 2024 auf sieben Prozent zu reduzieren“, sagte der Steuerexperte Tim Klüssendorf aus der SPD-Bundestagsfraktion. Eine Anpassung des Steuersatzes sei lange überfällig.

Skeptischer äußerte sich Till Mansmann, Mehrwertsteuerexperte der FDP-Bundestagsfraktion: „Für alles gilt: Wir müssen erstmal die Steuerschätzung abwarten und auf dieser Basis Entscheidungen treffen“.

Auch NGOs wie das Good Food Institute Europe unterstützen die Forderung nach einer Umsatzsteuersenkung für pflanzliche Milchalternativen, um diese preislich wettbewerbsfähiger mit Kuhmilch zu machen und so die Nachhaltigkeitsziele in Deutschland zu erreichen. Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7% würde auch eben jenen Menschen, die bisher aus finanziellen Gründen von regelmäßigem Kauf von Pflanzenmilch absehen, die Umstellung auf diese umweltfreundlicheren Alternativen erleichtern.

Es gibt es keine stichhaltigen Argumente für die Anwendung des 19%-Steuersatzes auf Pflanzenmilch. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Produkte wie Hafermilch wäre ein bedeutsames politisches Signal, dass die Politik den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz aktiv unterstützt.

Das 3D-gedruckte Lachsfilet markiert einen wichtigen Fortschritt in der Lebensmitteltechnologie und bietet eine nachhaltige Alternative angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch trotz Überfischung und Umweltproblemen. Die innovative 3D-Extrusionstechnologie von Revo Foods ermöglicht die präzise Nachbildung der Fischfaserstruktur. Diese patentierte Technologie eröffnet auch die Möglichkeit zur Herstellung anderer veganer Produkte. Das vegane Lachsfilet, hergestellt aus Mycoprotein, bietet saftige Pflanzenfasern und einen hohen Nährwert mit reichlich Proteinen und Omega-3-Fettsäuren. Ein weiterer Vorteil ist der geringere Ressourcenverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Fischproduktion, was zur Umweltschonung beiträgt. Revo Foods, gegründet 2020 in Wien, hat sich auf den 3D-Lebensmitteldruck für die Herstellung von Fleischalternativen spezialisiert. Das Unternehmen hat bereits Produkte wie veganen Räucherlachs und Thunfisch-Aufstrich in großen Supermärkten in ganz Europa eingeführt. Die Entwicklung wurde durch Fördermittel von insgesamt 7 Millionen Euro unterstützt, darunter 1,5 Millionen Euro von der Europäischen Union. Das internationale Team von Revo Foods besteht aus 40 Wissenschaftlern und Ingenieuren.

Die Einführung des 3D-gedruckten veganen Lachsfilets in Zusammenarbeit mit REWE und BILLA zeigt die Innovationskraft in der Lebensmittelherstellung und unterstreicht das Potenzial des 3D-Drucks für zukünftige Lebensmittelprodukte.

Die Penny-Kette, die 2.150 Filialen hierzulande betreibt, führte Anfang August in all ihren Märkten eine einwöchige Testphase für einige Produkte durch. In dieser Zeit wurden die Preise für hauptsächlich fleisch- und milchbasierte Produkte angepasst, um die wahren Kosten dieser Produkte widerzuspiegeln.

Die Preise wurden von Experten der Nürnberger Technischen Hochschule und der Universität Greifswald festgelegt. Sie berücksichtigten die Auswirkungen der Produkte auf das Klima, den Wasserverbrauch und die Gesundheit. So stieg der Preis für Wiener Würstchen von 3,19 € auf 6,01 € und Fruchtjoghurt verteuerte sich von 1,19 € auf 1,56 €. Auch vegane Schnitzel erhielten höhere Preise, allerdings fiel der Anstieg mit nur fünf Prozent geringer aus. Der Preis für Maasdamer Käse hingegen stieg um 94 Prozent.

„Wir möchten ein Bewusstsein für die versteckten Umweltkosten von Lebensmitteln schaffen“, sagte Stefan Görges, Chief Operating Officer von Penny, gegenüber den Medien. „Wir müssen die unangenehme Botschaft verbreiten, dass die Preise unserer Lebensmittel entlang der Lieferkette keineswegs die Umweltaufschläge widerspiegeln.“

Die Umweltauswirkungen der Tierhaltung

Es ist unbestreitbar, dass die Produktion von Fleisch und Käse katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt hat. Neben der Verantwortung für mindestens 14,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen führt die Tierhaltung auch zur Entwaldung, zum Verlust der Artenvielfalt und zur Verschmutzung von Gewässern.

Die Experten der beiden deutschen Universitäten stellten fest, dass Maasdamer Käse versteckte Kosten von 85 Cent für die Emissionen von CO2 und Methan hatte. Sie fügten 76 Cent für Bodenschäden und 63 Cent für Pestizide hinzu. Weitere 10 Cent wurden für die Verschmutzung des Grundwassers durch die Verwendung von Düngemitteln veranschlagt.

Methan ist ein starkes Treibhausgas, das in seinen ersten 20 Jahren in der Atmosphäre 80-mal wärmer ist als CO2. Es hat auch eine wesentlich kürzere Halbwertszeit, was bedeutet, dass seine Reduzierung das globale Erwärmen schnell verlangsamen kann, und uns somit mehr Zeit zur Bewältigung von Kohlendioxidemissionen gibt. Intensive landwirtschaftliche Praktiken schädigen auch den Boden erheblich, während Pestizide sowohl die Gesundheit der Landwirte als auch die Umwelt, in der sie eingesetzt werden, beeinträchtigen.

Sollten Supermärkte und Discounter Verantwortung für das Klima übernehmen?

Die Anerkennung und Berücksichtigung der Klimakosten von Lebensmitteln ist ein bemerkenswerter Schritt für einen Supermarkt. Es scheint jedoch in Deutschland einen wachsenden Trend in diese Richtung zu geben. Früher in diesem Jahr wurde angekündigt, dass der Budget-Discounter Lidl den Verkauf von Fleisch in seinen Supermärkten im Land reduzieren würde. Dies passte zu einem unternehmensweiten Streben nach Nachhaltigkeit, zu dem auch die Erhöhung des Angebots an pflanzlichen Produkten im Geschäft gehörte.

„Wir benötigen weltweit eine bewusstere Ernährung, um uns innerhalb unserer planetaren Grenzen zu versorgen“, wurde Lidl’s Chief Buyer Christoph Graf zur damaligen Zeit zitiert. Er betonte, dass es „keine Alternative“ zur Reduzierung von Fleisch bei Lidl gebe, da es „keinen zweiten Planeten“ gebe.
Nicht alle Länder haben jedoch solche Schritte unternommen. Wie sich der Einzelhandel im Bezug auf die Herausforderungen des Klimawandels verhalten wird, bleibt abzuwarten.

Die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln hat die Fast-Food-Branche beeinflusst. Besonders die steigende Zahl an Veganern, Vegetariern und Flexitariern treiben diesen Wandel voran. Ketten wie beispielsweise Subway und Burger King reagieren darauf, indem sie pflanzliche Optionen einführen und diese gezielt bewerben.

Die Organisation ProVeg hat die fünf größten globalen Fast-Food-Ketten in Bezug auf ihre pflanzlichen Angebote bewertet. In Ländern wie Deutschland, den USA und Spanien wurden McDonald’s, Subway, Burger King, KFC und Pizza Hut oder Domino’s untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ketten sich wandeln. Sie bieten vermehrt pflanzliche Burger, Sandwiches und mehr an. Empfohlen wird eine vielfältige pflanzliche Speisekarte und transparente Informationen zur Herkunft und Auswirkungen auf Umwelt und Klima.

Dass diese global agierenden Fast-Food-Ketten vermehrt planzliche Alternativen anbieten ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung und deutet darauf hin, dass die Nachfrage durch die Konsumierenden stetig weiter steigt, da davon auszugehen ist, dass dem Wandel eher ökonomische als ethisch-moralische Beweggründe zugrunde liegen.

Alle weiteren Informationen findet ihr im Original Report. Dieser steht hier zum Download zur Verfügung.

Wandfarbe:

Viele handelsübliche Wandfarben können tierische Stoffe wie Schellack, Ochsengalle, Kasein, Karmin, Sepia, Tierkohle und Purpur enthalten. Da es keine Deklarationspflicht für tierische Materialien in chemischen Werkstoffen gibt, ist es wichtig, die Hersteller zu kontaktieren, um Informationen zu erhalten. Zum Glück kennzeichnen einige Hersteller ihre tierfreundlichen Produkte freiwillig als vegan.

Geschirr:

Manche Porzellansorten wie „Knochenporzellan“ enthalten Knochenasche von Rindern. Glücklicherweise gibt es mittlerweile vegane Alternativen für die Herstellung von feinem Porzellan ohne Tierknochen; man sollte daher darauf achten, entsprechende Hinweise auf der Verpackung oder Unterseite des Geschirrs zu finden, um sicherzustellen, dass es frei von Tierprodukten ist.

Zahnpasta:

Neben den bekannten Zutaten können Zahnpasten Inhaltsstoffe wie Lactoferrin enthalten, ein Protein aus Kuhmilch und Muttermilch. Auch Bienenwachs, Bienenpollen und tierisches Knochenmehl sowie tierische Fette wie tierisches Glycerin finden sich oft in diesen Produkten.

Tattoos:

Gelegentlich bestehen Tattoofarben beispielsweise aus Tierkohle oder Schellack, einem Stoff, der aus den Ausscheidungen von Lackschildläusen gewonnen wird. Sogar die im Tattoo-Studio verwendeten Utensilien könnten theoretisch nicht vegan sein. Zusätzlich enthalten häufig Cremes oder andere Nachsorgeprodukte tierische Bestandteile. Daher empfiehlt es sich, ein veganes Tattoo-Studio direkt zu wählen, um sicherzustellen, dass alle verwendeten Materialien und Produkte den veganen Standards entsprechen.

Kondome:

Der Latex, der für die Herstellung von Kondomen verwendet wird, stammt aus dem Milchsaft des Kautschukbaums. Allerdings sind die meisten Kondome trotzdem nicht vegan, da für die Verarbeitung des rohen Kautschuks häufig das tierische Milchprotein Kasein eingesetzt wird. Inzwischen gibt es jedoch gekennzeichnete vegane Alternativen.

Analogfotos:

Bei der Verwendung von Analogfotos und Fotopapier muss man sich bewusst sein, dass diese in der Regel nicht vegan sind, da tierische Gelatine als Kleber verwendet wird, um die Fotos auf das Papier zu bringen. Leider stammt diese Gelatine oft aus Schweinehaut und Schweineknochen.

Zigaretten:

Obwohl es immer mehr vegane Zigaretten-Marken gibt, verwenden viele Hersteller immer noch den tierischen Eiweißstoff Hämoglobin in ihren Zigarettenfiltern. Dieser wird aus Schweineblut gewonnen und soll bestimmte Schadstoffe aus dem Tabakrauch filtern.

Tampons:

Tampons sind größtenteils vegan, aber leider nicht immer. Einige werden immer noch unter Einsatz von Tierversuchen hergestellt. Bei diesen werden zum Beispiel Meerschweinchen, Paviane oder Kaninchen Tampons mit lebenden Bakterien in ihre Vaginen eingeführt.

Parfüm:

Einige Parfüms enthalten tierische Bestandteile wie Moschus, der aus den Geschlechtsdrüsen von getöteten Moschushirschen „gewonnen“ wird. Auch der Duftstoff Ambra stammt aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen. Die Liste könnte mit weiteren Beispielen wie Hyraceum (versteinertes Urin vom Klippdachs) und Lanolin (das Talgdrüsensekret von Schafen) noch erweitert werden.

Medikamente:

Tierversuche bei der Entwicklung von Medikamenten sind bekannt, doch auch tierversuchsfreie Medikamente sind nicht zwangsläufig vegan. Häufig werden Gelatine und Laktose aus Kuhmilch als Füllstoffe verwendet oder Bienenwachs zur Konsistenzstärkung eingesetzt. Ebenso werden einige Impfstoffe, etwa gegen Grippe, auf Basis von Hühnerembryos hergestellt.

Vor allem beim Thema Medikamente ist es uns aber wichtig darauf hinzuweisen, dass es absolut nicht zu empfehlen ist, auf notwendige Medikamente zu verzichten, nur weil sie nicht vegan sind. Gerne kann man sich natürlich nach Alternativen umsehen. Wenn allerdings keine veganen Alternativen auf dem Markt sind, ist dies das „Verschulden“ der Produzierenden, nicht der darauf angewiesenen Patient*innen.

 
Was uns abschließend wichtig ist:

Ja, es ist äußerst wichtig, sich über die Inhaltsstoffe von Produkten zu informieren und bewusste Kauf- und Konsumentscheidungen zu treffen. Jeder Schritt hin zu einem veganen Lebensstil trägt dazu bei, eine tierfreundlichere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten.

Dabei geht es allerdings nicht darum, auf sämtlichen Ebenen Perfektion zu erzielen, sondern es geht darum, bewusst zu handeln. Wir haben Mitgefühl mit allen bisher vegan-lebenden Menschen sowie allen, die sich grundlegend für eine vegane Lebensweise interessieren und verstehen, dass man sich schnell überfordert davon fühlen kann, in einer vegan-unfreundlichen Welt, vegane Konsumentscheidungen treffen zu wollen. Bitte versteht diese Liste somit nicht als einen absoluten Handlungsappell, sondern grundlegend erst einmal als eine Sammlung von Informationen.

Indem wir gesamtgesellschaftlich von vornherein tierfreundliche Alternativen wählen, können wir einen positiven Beitrag für die Tiere und unsere Umwelt leisten. Was aus unserer Sicht allerdings niemals Ziel sein sollte, ist, bereits erworbene Produkte mit tierischen Bestandteilen nur zur Erhaltung eines eh utopischen Vegan-Ideals unnötig zu entsorgen.

Salem, der maßgeblich an der Einführung des Impossible Whoppers bei Burger King beteiligt war und bei der Entwicklung von Rezepten für Kevin Harts vegane Fastfood-Kette „Hart House“ inspiriert wurde, ist überzeugt von dem außergewöhnlichen Geschmack der pflanzlichen Hähnchenalternative. Das Unternehmen hat bereits Vertriebsvereinbarungen mit den großen amerikanischen Foodservice-Vertriebsunternehmen Sysco und Shamrock Foods Company abgeschlossen, um eine schnelle Expansion über verschiedene Foodservice-Kanäle zu ermöglichen.

Obwohl Recreate Foods derzeit vor allem für Köche und Restaurants verfügbar ist, plant das Unternehmen langfristig die Expansion in den Einzelhandel und den Direktverkauf. Die Marke Recreate Foods strebt nicht nur an, ihre Kernprodukte anzubieten, sondern auch maßgeschneiderte pflanzliche Hähnchenalternativen für die Menüs von Restaurants zu entwickeln. Mit dem zunehmenden Fokus auf nachhaltigere und pflanzliche Optionen in der Lebensmittelindustrie verspricht Recreate Foods eine aufregende Ergänzung zu diesem wachsenden Markt zu sein.

Die Studie des Chartered Trading Standards Institute (CTSI) untersucht den aktuellen Stand der veganen und pflanzlichen Lebensmittel, Verbraucherentscheidungen und die damit verbundene Verwirrung für Personen mit Lebensmittelallergien. Derzeit folgen 4,5% der britischen Bevölkerung einer fleischfreien Ernährung, wobei sich 1,5% als Veganer*innen identifizieren. Von den befragten Personen sind 76,4% der Überzeugung, dass als vegan gekennzeichnete Lebensmittel komplett frei von tierischen Bestandteilen sein sollten. Angesichts der Tatsache, dass bei ca. einer von sechs Personen Lebensmittelallergien vorhanden sind, besteht ein dringender Bedarf an korrekter Lebensmittelkennzeichnung.

Die Studie zeigt auf, dass es in Großbritannien derzeit keine gesetzliche Definition für den Begriff „vegan“ gibt und keine festgelegten Grenzwerte für tierische Bestandteile in veganen Lebensmitteln. Dadurch entsteht bei Verbrauchern mit Allergien die Gefahr, unwissentlich Lebensmittel zu konsumieren, die als „vegan“ oder „pflanzlich“ (engl. „plant-based“) gekennzeichnet sind, aber potenziell Allergene enthalten.

Das CTSI arbeitet drei Empfehlungen zur Lösung der Probleme heraus:

  1. Eine rechtliche Definition: Es sollte eine rechtliche Definition für vegane Lebensmittel eingeführt werden, einschließlich spezifischer Grenzwerte für tierfreie Produkte, um eine genaue Kennzeichnung sicherzustellen und Verbraucher mit Lebensmittelallergien zu schützen
  2. Eine Bildungskampagne: Eine Aufklärungskampagne sollte gestartet werden, um Verbraucher über die Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen aufzuklären, einschließlich Begriffen für tierische Bestandteile, die für einige Verbraucher möglicherweise nicht vertraut sind.
  3. Eine Stakeholder-Beteiligung: Die CTSI empfiehlt eine weitere Zusammenarbeit mit Interessengruppen, um die Leitlinien für die Kennzeichnung von veganen und pflanzlichen Lebensmitteln zu aktualisieren und an internationale Standards anzupassen.

„Kann Spuren von enthalten“ – Ist das noch vegan?

Das Problem der Kennzeichnung tierischer Bestandteile bei veganen Produkten führte auch hierzulande in der Vergangenheit vermehrt zu Diskussionen. Der Allergen-Hinweis „Kann Spuren enthalten“ führt oft zu Verwirrung bei Verbraucher*innen. Viele Produkte tragen diesen Hinweis, obwohl in der Zutatenliste keine tierischen Produkte aufgeführt sind. Warum ist das so?

Die Spurendeklaration dient der rechtlichen Absicherung des Herstellers, da es während der Produktion zu unbeabsichtigten Übertragungen von Spuren anderer Lebensmittel kommen kann. Dies ist beispielsweise bei gemeinsam genutzten Produktionsanlagen der Fall.

Das V-Label, das vegetarische und vegane Produkte kennzeichnet, wird allerdings auch auf Produkte gedruckt, auf denen tierische Bestandteile unter „Kann Spuren von“ genannt werden. Solange nicht bewusst tierischen Bestandteile hinzugefügt wurden, zählt das Produkt also als vegan. Die vorhandenen tierischen Spuren treten, wenn überhaupt, nur in Kleinstmengen auf.

Der „Kann Spuren enthalten“-Hinweis ist daher wirklich als Allergiker-Hinweis zu verstehen. Bei Menschen mit Lebensmittelallergien können gegebenenfalls schon Kleinstmengen zu allergischen Reaktionen führen. Aus diesem Grund ist eine klare Kennzeichung also auch bei Kleinsmengen von enormer Wichtigkeit.

Durch die Umsetzung der Empfehlungen der CTSI kann Großbritannien eine klare und vertrauenswürdige Landschaft für Verbraucher schaffen, die vegane und pflanzliche Lebensmittel suchen. Gleichzeitig können Personen mit Lebensmittelallergien vor möglichen Risiken geschützt werden.

Der Markt für vegane und pflanzliche Lebensmittel hat das Potenzial, weiter zu wachsen und einen positiven Beitrag zu Gesundheit, Umwelt und Tierschutz zu leisten. Eine zuverlässige und klar definierte Kennzeichnung ist langfristig also ohnehin unerlässlich.

Es wird erwartet, dass der weltweite Markt für vegane Kosmetik bis zum Jahr 2028 ein Volumen von 24 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.

Die steigende Nachfrage nach veganen Kosmetika ist ein langanhaltender Trend, der weltweit zu beobachten ist. Besonders bei den jüngeren Generationen, den Millennials und der Generation Z, gewinnen vegane Kosmetikprodukte an Beliebtheit. Verbraucher werden sich zunehmend der Vorteile bewusst, die vegane Kosmetika bieten, da sie häufiger frei von schädlichen Chemikalien sind – und somit die Umwelt schonen. Ebenso der Tierschutz spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich immer mehr Menschen gegen Tierversuche und Tierquälerei aussprechen.

Aus diesem Grund konzentrieren sich immer mehr Unternehmen der Kosmetikbranche darauf, komplett vegane und tierversuchsfreie Kosmetika herzustellen. Der Begriff „vegan“ zieht nicht nur in Bezug auf Ernährung, sondern auch in Bezug auf andere Konsumgüter wie Kosmetika die Aufmerksamkeit der Verbrauchenden auf sich. Der vegane Kosmetiksektor wächst aufgrund der Proteste gegen Tierversuche und hat das Potenzial, zum neuen Standard in der Branche zu werden. Jüngste Umfragen unter britischen Frauen zeigen, dass diese eher dazu neigen, tierfreie Kosmetika zu kaufen, selbst wenn nur ein Drittel von ihnen konsequent eine vegane Lebensweise verfolgt. Verbrauchende legen zunehmend Wert auf ethische und nachhaltige Praktiken und suchen nach Marken, die ihren Werten entsprechen. Dazu gehören eben der Einsatz pflanzlicher Inhaltsstoffe, recyclebare Verpackungen und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.

Der Marktbericht zeigt, dass der europäische Markt für vegane Kosmetik von 2023 bis 2028 ein erhebliches Wachstumspotenzial hat. Große Marken bieten bereits vegane Produktlinien an oder stellen bestehende Linien auf vegane Produkte um. Diese erhöhte Verfügbarkeit und Sichtbarkeit haben wiederum zum weiteren Wachstum des Marktes beigetragen. Die steigende Nachfrage nach natürlichen und biologischen Produkten sowie das wachsende Bewusstsein der Verbrauchenden für tierfreie Kosmetik treiben den Markt voran. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Russland und das Vereinigte Königreich sind die führenden Märkte für vegane Kosmetik in Europa.

Die steigende Nachfrage nach veganen Kosmetika hat zu zahlreichen Produktneueinführungen auf dem Markt geführt. Bekannte Marken wie Fenty Beauty, Charlotte Tilbury, Kat Von D Beauty und Lush haben veganfreundliche Produktlinien oder einzelne Produkte eingeführt, um den Bedürfnissen der Verbrauchenden gerecht zu werden. Der europäische Markt für vegane Kosmetik wird voraussichtlich weiterhin wachsen, angetrieben von den Präferenzen der Nachfragenden, Trends zu ethischem Konsum und steigendem Umweltbewusstsein. Unternehmen werden somit voraussichtlich weiterhin in die Entwicklung und Vermarktung veganer Kosmetik investieren, um den wachsenden Bedürfnissen der Verbrauchenden gerecht zu werden. Sicherlich sind es bei einigen Unternehemen eher wirtschaftliche Beweggründe als ethische. Jedoch ist trotzdem jede vegane Produktlinie, die im Zweifel eine nicht-vegane Linie ersetzt, ein Schritt in die richtige Richtung.

„In unserem Schwedenbistro kannst du jetzt einen pflanzlichen Hotdog mit knackigem Biss, appetitlicher Struktur und mildem, rauchigem Geschmack probieren. Eine leckere, leichte Wahl für alle, die ihren Fleischkonsum einschränken wollen, aber Hotdogs genauso lieben wie wir!“ – Ikea

Der Plant-Hotdog soll dem Original geschmacklich in nichts nachstehen. Er besteht laut Ikea aus einer interessanten Mischung von Zutaten, darunter Reisprotein, Zwiebeln, Apfel, Salz, Pfeffer und Raucharomen. „Mit seinem großartigen Geschmack, seiner Textur und dem Knacken beim Hineinbeißen ist der pflanzliche Hotdog eine perfekte Alternative zum traditionellen Hotdog“, behauptet Helene von Reis, Food Managerin bei Ikea.

Deutschland ist eines der ersten Länder, in denen Ikea den Plant-Hotdog einführt. Das schwedische Einrichtungshaus hat in den letzten Jahren begonnen, sein gastronomisches Angebot um vegetarische und vegane Alternativen zu erweitern. Bereits seit 2020 bietet Ikea beispielsweise den „Plantbullar“, eine vegane Alternative zu den beliebten Köttbullar, an. Bis 2025 plant das Unternehmen, 50 Prozent seines gastronomischen Angebots auf Produkte mit pflanzlicher Basis umzustellen.

Mit der Einführung des Plant-Hotdogs setzt Ikea weiterhin auf Produkte mit pflanzlicher Basis und trägt dazu bei, eine gesündere und nachhaltigere Ernährung zu fördern. Kunden haben nun die Möglichkeit, bei ihrem Besuch in den Ikea-Restaurants eine schmackhafte pflanzliche Alternative zu traditionellen Hotdogs zu genießen. Preislich liegt der Plant-Hotdog bei 1,50 €.

Tierschützer bemängeln nicht nur die geringen Strafen nach solchen Skandalen, sondern auch die mangelnde Umsetzung des Tierschutz-Strafrechts. Oftmals werden Verfahren eingestellt, und meistens werden Mitarbeiter der unteren Hierarchieebene oder Kleinbetriebe angeklagt, obwohl die Verstöße oft auf strukturelle Probleme und Fehler in der Organisation des Betriebs zurückzuführen sind.

Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, dass höhere Strafen eingeführt werden sollen, darunter eine Erhöhung des Strafmaßes auf fünf Jahre. Zudem soll das bisher eher verwaltungsrechtliche Tierschutzgesetz ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Tierschützer kritisieren jedoch die ausbleibenden Fortschritte und fordern eine konsequente Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen, um Tierquälerei effektiver zu bekämpfen und Tierrechte besser zu schützen.

„Es ist ein wahr gewordener Traum“, sagte Upside-Chef Uma Valeti. „Es markiert eine neue Ära.“ Auch für Good-Meat-Chef Josh Tetrick markiert die Zulassung einen Meilenstein in der Firmengeschichte: „Jetzt haben wir die Zulassung, um an Verbraucher in der größten Volkswirtschaft der Welt verkauft zu werden.“ Die Vereinigten Staaten sind nach Singapur das zweite Land, das den Verkauf von im Labor gezüchtetem Fleisch erlaubt. In Singapur hatte der Mutterkonzern von Good Meat, Eat Just, bereits im Jahr 2020 die Genehmigung erhalten, Labor-Fleisch zu verkaufen. Allerdings ist das Hähnchenfleisch aus Zellkulturen auch in Singapur bislang nicht im Einzelhandel erhältlich, sondern nur im Restaurant. Auch in den USA wird das Labor-Hähnchenfleisch zunächst nur in Gaststätten erhältlich sein. Die beiden Unternehmen haben bereits Aufträge von verschiedensten Gastronomen. Nach dem Testlauf in der gehobenen Gastronomie wollen sie ihre Produktionskapazitäten ausweiten – dann sollen Verbraucher das Laborfleisch auch im Supermarkt kaufen können.

Laborfleisch aus Zellkulturen hat den Vorteil, dass es tierische Proteine enthält, ohne dass dafür Tiere in Massentierhaltung leben und geschlachtet werden müssen. Das kultivierte Fleisch wird aus einer Probe von Tierzellen gewonnen, die in Stahltanks gefüttert werden und wachsen. Darum wird das Labor-Fleisch auch als „Clean-Meat“ bezeichnet: Denn wird Fleisch ohne Massentierhaltung erzeugt, dann sinken auch die Umweltbelastungen. Laut der Forschungsberatung CE Delft und GFI kann der CO2-Fußabdruck von Rindfleisch um bis zu 92 Prozent sinken, wenn „grüner“ Strom aus Erneuerbaren Energien für die Kultivierung genutzt wird.

Das Ziel dieser Initiative ist es, internationale Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, Eigentumsstruktur oder Branche dazu zu bewegen, tierfreundliche Geschäftspraktiken einzuführen. Die überarbeiteten OECD-Leitsätze übernehmen die Definition des Tierschutzes der Weltorganisation für Tiergesundheit und erkennen damit die Empfindungsvermögen von Tieren an. Obwohl die Leitsätze rechtlich nicht bindend sind, haben sich die 38 Unterzeichnerstaaten der OECD verpflichtet, einen Beschwerdemechanismus einzurichten.

Jeffrey Flocken, Präsident von Humane Society International, betont die Dringlichkeit von Maßnahmen angesichts der aktuellen Zustände für Tiere in Laboren, Massentierhaltungsbetrieben und Pelzfarmen. Er fordert Unternehmen und Regierungen auf, Maßnahmen zur Abschaffung dieser unmenschlichen Praktiken zu ergreifen.

Marian Ingrams, Direktorin von OECD Watch, einem globalen Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Aktualisierung der OECD-Leitsätze eingesetzt haben, zeigt sich erfreut über die Einbeziehung des Tierschutzes. Sie betont die Bedeutung dieser Verbesserung für Tiere, Menschen und den Planeten.

Die Einbeziehung des Tierschutzes durch die OECD spiegelt den allgemeinen Trend wider, dass immer mehr Investoren, Unternehmen und Institutionen dem Wohlergehen von Tieren Priorität einräumen. In den letzten Jahren haben viele Finanzinstitute ihre Richtlinien und Verfahren angepasst, um den Tierschutz zu berücksichtigen. Auch Unternehmen haben sich vermehrt dazu verpflichtet, den Kauf und die Produktion von Eiern aus Käfighaltung einzustellen. Die Einbeziehung des Tierschutzes durch die OECD ist ein weiteres Signal für die wachsende Bedeutung des Tierschutzes in den Grundprinzipien für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln.

Angesichts der großen Bedeutung des Agrarsektors für die irische Wirtschaft und die ländlichen Gemeinden ist die Debatte über die Verringerung des Viehbestands und die damit verbundenen Auswirkungen in der gesamten Bevölkerung äußerst kontrovers – und das nicht nur in Irland selbst. Die vielfach geteilte Schlagzeile über die „geplante Tötung“ zehntausender Rinder hat zu enormen Diskussionen in den sozialen Medien auch hier in Deutschland geführt.

Was ist nun die genaue Sachlage?

Die Klimaziele der irischen Regierung sehen vor, die Emissionen des Agrarsektors in Irland bis 2030 um 4 bis 20 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig strebt das Land insgesamt eine Reduzierung der Emissionen um 30 Prozent im Vergleich zu 2005 an. Das Landwirtschaftsministerium erwägt nun ein freiwilliges Klimaprogramm zur Verringerung des Milchviehbestands, um zumindest zu versuchen diese Klimaziele zu erreichen. Dieses Programm würde den Landwirten finanziell attraktive Optionen bieten, einschließlich der Diversifizierung ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Im internen Papier des Ministeriums ist von der Entfernung von rund 65.000 Milchkühen pro Jahr in den nächsten drei Jahren die Rede.

Die Regierung betont, dass es sich bei dem Papier um einen Teil eines Beratungsprozesses handelt und noch keine endgültige politische Entscheidung getroffen wurde. Sie zeigt sich jedoch fest entschlossen, den Landwirten Unterstützung anzubieten und finanzielle Anreize zu schaffen, um freiwillige Maßnahmen zur Reduzierung des Milchviehbestands umzusetzen. Es wird erwähnt, dass eine mögliche Entschädigung von 3000 Euro pro Kuh und jährlich 200 Millionen Euro bis 2025 vorgesehen sein könnte.

Sinn oder Unsinn?

Der Milchsektor in Irland ist im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung einer der größten der Welt – es gibt dort mehr Kühe als überhaupt Menschen. Insofern ist die Diskussion über die Reduktion des Rinderbestands, und damit auch vom Ausstoß der überdurchschnittlich schädlichen Methangase, durchaus sinnvoll. Und übrigens auch nicht auf Irland beschränkt. Auch in anderen Ländern wie Frankreich wird über die Strategie zur Verringerung des Rinderbestands diskutiert. Der französische Rechnungshof hat vor kurzem betont, dass die subventionierte Rinderhaltung für 11,8 Prozent der Treibhausgasemissionen in Frankreich verantwortlich ist und dass eine deutliche Verringerung des Viehbestands notwendig sei, um den Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel nachzukommen.

Die Debatte um die Verringerung des Milchviehbestands in Irland und anderen Ländern verdeutlicht die großen Herausforderungen im Agrarsektor im Hinblick auf den Klimawandel. Es müssen dringend Lösungen gefunden werden, die sowohl die Klimaziele unterstützen als auch die Interessen der Landwirte und die Lebensgrundlage ländlicher Gemeinden berücksichtigen.

Das eigentliche Problem

Doch so verzwickt dieses moralische Dilemma sich nun auch anfühlen mag, es ist nicht die eigentliche Krux an der Geschichte der irischen Milchkuh-Schlachtungs-Headline. Das noch größere Problem ist, wie sehr oft, die Instrumentalisierung der Schlagzeile aus Kreisen, die damit gegen Klimaschutz und -aktivismus hetzen. Schon am 3. Juni hat ein Tweet von Elon Musk dazu geführt, dass die gesamte Thematik in die Trends der sozialen Medien gerutscht ist. Er schrieb: „Das muss aufhören, Kühe töten bringt nichts gegen den Klimawandel“.

Musks Tweet war eine Antwort auf den Tweet von Influencerin Ashley St. Claire, selbsternannte Freiheitsaktivistin, Anti-Feministin und Trump-Supporterin. Sie postete die Schlagzeile zur Tötung von 200.000 Milchkühen mit dem Kommentar: „Der Drang, das Leben von Tieren und Menschen im Namen des ‚Klimaaktivismus‘ zu beenden, ist von Grund auf böse“. Rhetorisch natürlich sauber im Stile der Anti-Woke-Bewegungen und damit auch der Kreise, die die Klimakrise verharmlosen.

Die Idee, die riesig anmutende Zahl von 200.000 Tieren „nur“ des Klima wegen töten zu lassen, klingt wohl für jeden Menschen im ersten Moment makaber – und genau diese aus dem Kontext gerissene Aussage nutzte diese Blase nun, um wieder einmal richtig Stimmung zu machen, gegen die fehlgeleitete oder, in St. Claires Worten, „böse“ Klimapolitik. Funktioniert hat die emotionalisierte Meinungsmache leider – was für uns im Angesicht der hohen Zahl an getöteten Lebewesen aber auch verständlich ist.

… Zumindest so lange, bis man dann dieser Zahl die Zahl der alleine in 2020 in Deutschland geschlachteten Rinder entgegenstellt. Denn dann hat man erneut ein Beispiel einer großen kognitiven Dissonanz gefunden: Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden 2020 allein in Deutschland 3,2 Millionen Rinder gewerblich geschlachtet. Innerhalb lediglich eines Jahres. Und schon wirkt die gesamte Diskussion absurd – es stellt sich die Frage, weshalb der Aufschrei über den Tod von 200.000 Kühen ein größerer ist, als über die mehreren Millionen Tiere, die jährlich allein in Deutschland – nicht mal für das Klima, sondern schlicht für den menschlichen „Genuss“ – sterben müssen.

Es ist ein Dilemma

Dass es solche Headlines und Diskussionen also überhaupt gibt, scheint aus veganer Perspektive absurd – denn es ist klar, dass jedes unnötig oder grundlos getötete Wesen eines zu viel ist. Das gilt für die theoretischen 200.000 Kühe in Irland genauso wie für die jährlich 3,2 Millionen realen getöteten Tiere in der deutschen Fleischwirtschaft. Dass diese Nachricht von Menschen missbraucht wird, die weder für Klima noch für Tiere ernsthaft Gutes im Sinn haben, ist das eigentliche Dilemma. Und dass damit dann nur Verwirrung über Sinn und Unsinn von Klimaschutzmaßnahmen gestreut werden konnte, ist so etwas wie das Sahnehäubchen auf der Anti-Woke-Torte. Die Klimawandelleugner freuts.

Nach wie vor sprechen wir aus der Redaktion uns auch an dieser Stelle für eine generelle Reduktion aller Tierhaltungen aus – der wirklich einzigen, langfristig wirksamen Lösung zur Sicherung des Tierwohls und des Klimas. Und dies eher präventiv als reaktiv. Mit reduzierten Nachzuchten statt nachträglichem Töten. Und irgendwann einer Welt, in der weder der menschliche Geschmackssinn noch die irischen Milchbauern auf Kuhmilch angewiesen sind.

Noch in diesem Jahr will Agrarminister Özdemir (Grüne) die Pflichtangabe an den Start bringen, und zwar im ersten Schritt mit frischem Schweinefleisch im Handel. In späteren Schritten soll es nach und nach auch Kennzeichnungspflichten für verarbeitetes Schweinefleisch sowie für Rindfleisch und Geflügel geben. Das Gesetz muss noch den Bundesrat passieren.

Özdemir sagte, schrittweise solle auf jeder Fleischverpackung stehen, wie das Tier gehalten wurde. Zugleich werde die Leistung der Bauern sichtbar gemacht. „Sie kriegen Geld dafür, wenn sie sich für höhere Haltungsformen entscheiden.”

Der Deutsche Tierschutzbund monierte, das Gesetz verhelfe „keinem einzigen Tier zu einem besseren Leben“. Mit den unteren Stufen würden „eindeutig tierschutzwidrige Haltungssysteme“ staatlich gesiegelt.

Der Deutsche Bauernverband (DBV), der die konventionelle Landwirtschaft vertritt, kritisierte die geplante Kennzeichnungspflicht für inländische Fleischerzeugnisse als unzureichend. Der Bio-Bauernverband Bioland begrüßte die Pläne hingegen als „Startschuss für den dringend nötigen Umbau der Tierhaltung“.

Zusammen mit dem Tierhaltungskennzeichnungsgesetz verabschiedete der Bundestag am Freitag auch ein Gesetz „zur Erleichterung der baulichen Anpassung von Tierhaltungsanlagen“ an die neuen Haltungsvorgaben. Beim Umbau der Ställe reiche das entsprechende Gesetz bei Weitem nicht aus, kritisierte Rukwied. „Wir befürchten, dass wegen zu enger Förderkriterien nur zehn Prozent der Tierhalter in die Lage versetzt werden, eine Förderung für den Umbau ihrer Ställe zu beantragen, der Großteil der Betriebe wird von Vornherein ausgeschlossen.“