Besucherinnen und Besucher des Münchner Oktoberfests können sich dieses Jahr auf ein neues veganes Angebot freuen: Im „Käfer‘s“ und dem Hofbräu-Festzelt wird es erstmals eine vegane Weißwurst aus Erbsenprotein geben. Die Idee stammt von Wiesn-Chef Clemens Baumgörtner und Greenforce-Gründer Thomas Isermann. Die veganen Weißwürste fallen zwar etwas kleiner aus als die konventionelle Weißwurst, jedoch werden für den gleichen Preis drei anstatt wie üblich zwei Stück serviert.

Bis auf Traditionsfesten wie dem Oktoberfest ein wirkliches Umdenken in Bezug auf Tierausbeutung stattfindet, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Laut Statista wurden im Jahr 2019 beispielsweise 435.000 Hühner und 29 Kälber während der 16 Tage des Oktoberfests verzehrt. In dem Festzelt Ochsenbraterei alleine wurden 124 Ochsen verzehrt. Die Anzahl der verzehrten Fische, geschweige denn die Schlachtzahlen sind unbekannt. Ponyreiten, Lederhosn und Kutschenfahrten haben bis heute ebenfalls einen festen Platz auf dem Festgelände.

Der Ernährungswissenschaftler und VeganNews-Gründer Niko Rittenau veranstaltet vom 6.-9. September sein vorerst letztes 4-Tages-Ernährungsseminar in Berlin, bei dem in den letzten 5 Jahren über 1.000 Personen teilgenommen haben. Sowohl gesundheitsbewusste Mischköstler mit Interesse an pflanzlicher Ernährung, vegane Einsteiger und langjährig vegan lebende Menschen als auch Ernährungsfachkräfte, Mediziner und andere Fachkräfte aus Gesundheitsberufen schätzen die Seminarinhalte, die undogmatisch, evidenzbasiert und objektiv das Thema der pflanzlichen Ernährung behandeln.

In vier Tagen erfahren die Teilnehmenden alle wichtigen Informationen über eine bedarfsgerechte Ernährung und wie man ein gesundes Essverhalten einfach in den Alltag integriert. Programmpunkte sind dabei unter anderem die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Ernährungsweisen, die optimale Nährstoffversorgung bei pflanzlicher Ernährung in allen Lebensphasen, eine Einführung in die pflanzliche Ernährungswissenschaft und Verständnis der Studienlage, die Deckung tendenziell kritischer Nährstoffe und vieles mehr. 

Das eigentlich ausgebuchte Seminar wurde Covid-bedingt mehrfach verschoben, weshalb nun doch wieder vereinzelt Plätze frei sind. Die Buchung eines Platzes im Ernährungsseminar beinhaltet zusätzlich zu dem 4-Tages-Seminar ein signiertes Teilnahmezertifikat mit Angaben zum Umfang und den Inhalten, ein Goodiebag mit hochwertigen rein pflanzlichen Snacks & „gesunden“ Süßigkeiten und natürlich die Möglichkeit zur Beantwortung individueller Ernährungsfragen im Rahmen von Q&As.

Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in der Türkei hat zu Beginn des Jahres durch eine Änderung der Lebensmittelkodex-Verordnung ein Verbot der Produktion von veganem Käse erwirkt. In Artikel 9/3 heißt es: „Produkte, die den Eindruck von [Milch-]Käse erwecken, dürfen nicht mit pflanzlichen Ölen oder anderen Lebensmittelzutaten hergestellt werden.“ Somit kann jedes Produkt, das weder [Milch-]Käse ähnelt noch das Wort „Käse“ im Namen enthält, verboten werden. Laut des zuständigen Ministeriums könne sogar die Verpackung die Vorstellung von [Milch-]Käse hervorrufen, was für die Kunden irreführend sein könnte.

Nun hat die Vegan Association of Turkey (TVD) kürzlich dagegen Klage eingereicht. „Die Bestimmungen […] schaden nicht nur der Eigentumsfreiheit der Unternehmen, die diese Produkte herstellen, sondern verhindern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die ihr Land auf dem exponentiell wachsenden Sektor der veganen/pflanzlichen Produkte auf dem Weltmarkt vertreten. Daher behindert das derzeitige Verbot von veganem Käse wichtige kommerzielle Aktivitäten wie das Wachstum von Produktion, Beschäftigung und Exportmöglichkeiten in der Türkei sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auf dem internationalen Parkett und die Entwicklung neuer Technologien.“ Zudem sieht die Organisation das individuelle Recht auf ein gesundes Leben, Wahlmöglichkeiten und auf Zugang zu Lebensmitteln verletzt: „Der Versuch, die Herstellung von Produkten auf pflanzlicher Basis mit einem Verordnungsartikel zu unterbinden und die Produkte vom Markt zu nehmen, verletzt das Recht auf Zugang zu Lebensmitteln aller Verbraucher, die eine vegane Lebensweise angenommen haben. Obwohl die genannten Verbote als Maßnahmen zum Schutz der Verbraucherrechte und zur Verhinderung von Verfälschungen/Täuschungen dargestellt werden, verhindern sie direkt den Zugang der Verbraucher zu diesen Produkten, ohne konstruktive Vorschläge und Ansätze zur Lösung des Problems zu bieten. Dies bedeutet eine willkürliche und unverhältnismäßige Einschränkung der Grundrechte und -freiheiten durch die Verwaltung und einen Eingriff in die Lebensführung des Einzelnen.“

Schon vor Einreichung der Klage hatte TVD eine Online-Petition mit dem Hashtag #LiftBanOnVeganCheese gestartet. Seitdem das neue Verbot besteht, wurden einige vegane Käsesorten aus Online- und Offline-Märkten entfernt, der Verkauf blockiert und Hersteller mit Geldstrafen belegt.

Vergangenes Jahr gründeten der weltweit größte Hersteller für Aromen und Duftstoffe Givaudan, das Detailhandelsuntermehmen Migros und der Technologiekonzern Bühler in Kemptthal bei Zürich den „Cultured Food Innovation Hub“. Ziel des Hubs ist es, andere Unternehmen bei der Entwicklung von zellbasiertem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten sowie Milchproteinen und anderen Proteinen durch Präzisionsfermentation zu unterstützen. Ende Juni gab das Joint Venture bekannt auf dem besten Weg zu sein, Anfang 2023 damit zu starten. «Wir haben die ersten Schritte in Richtung eines zukünftigen Zuhauses für kultivierte Lebensmittel im Herzen Europas in Kemptthal, Schweiz, unternommen. Die erforderlichen Genehmigungen zur Gründung des Joint Ventures wurden erteilt, wir haben einen Geschäftsführer eingestellt und sind auf dem besten Weg, Unternehmen ab Anfang 2023 bei der Erweiterung zu helfen. Die ersten Unternehmen buchen bereits Zeitfenster und Anlagen», sagt Ian Roberts, Chief Technology Officer der Bühler Group.

Der Cultured Food Innovation Hub wird sowohl mit einem Produktentwicklungslabor als auch mit Zellkultur- und Biofermentationskapazitäten ausgestattet sein, um Start-ups bei der Entwicklung und Markteinführung des richtigen Produkts bestmöglich zu unterstützen. Fabio Campanile, Head of Science and Technology, Taste & Wellbeing bei Givaudan Global sagte über die Zusammenarbeit: «Bühler bringt branchenführende Lösungen ein, die in der Skalierung und Produktion von tausenden von Lebensmitteln auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Givaudan bringt jahrhundertelange Erfahrung und Wissen in allen Aspekten des Geschmacks in die Produktentwicklung ein, einschliesslich aller Arten von Fleischalternativen, sowie sein fundiertes Fachwissen in der Biotechnologie. Die Migros ist bekannt für ihre Kompetenz in der Interaktion mit ihren Kundinnen und Kunden und in der Marktbearbeitung. Die Kombination dieser drei Partner ist bemerkenswert.» 

Ernährungs- & Landwirtschaftsminister Cem Özdemir lud Ende Juni 150 Vertreterinnen und Vertreter aus u.a. Verbraucherschutz, Ernährungswirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu einer virtuellen Auftaktveranstaltung für die Erarbeitung der neuen Ernährungsstrategie der Bundesregierung ein. Unter den Gästen befand sich auch die Ernährungsorganisation ProVeg, die den neuen Ansatz des Bundesministeriums unterstützt. Denn das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat als Kernziel der Strategie die Förderung einer gesünderen, ressourcenschonenden und pflanzenbasierten Ernährung festgelegt. Dabei sollen auch aktuelle Probleme wie die steigenden Lebensmittelkosten berücksichtig werden. Dazu gehöre auch, insbesondere vulnerable Gruppen, Kinder und Menschen mit Einwanderungsgeschichte besser als bisher zu erreichen.

Die neue Ernährungssstrategie wird bis Ende 2023 unter der Führung des BMEL von der Bundesregierung erarbeitet. Laut BMEL soll die Strategie ernährungspolitische Ziele und Leitlinien vorgeben, Handlungsfelder definieren und konkrete, möglichst messbare Maßnahmen beinhalten. 

Die zentralen Ziele der neuen Ernährungsstrategie sind:

„Die Strategie ist eine einmalige Gelegenheit, längst überfällige Anpassungen vorzunehmen und Innovationen zu fördern, die Deutschlands Ernährungssystem zukunftssicher machen“, erklärt Jens Tuider, Internationaler Leiter bei ProVeg.

Der schweizer Bundesrat hat Ende Juni den Bericht «Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik» veröffentlicht. Darin wird aufgezeigt, wie die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft die Vision des Bundesrats für 2050 – Ernährungssicherheit durch Nachhaltigkeit von der Produktion bis zum Konsum – umsetzen könnte. Laut dem Bericht sollen zudem u.a. die Klima- & Tierwohlauswirkungen von Produkten transparenter werden: „Damit die notwendigen Verbesserungen in Richtung einer nachhaltigeren und tierfreundlicheren Produktion Tatsache werden, ist es wichtig, dass künftig die Konsumentinnen und Konsumenten die Herstellungsmethoden der Produkte bzw. deren Wirkung auf Klima und Tierwohl besser kennen und stärker berücksichtigen“ heißt es auf Seite 62 des Berichts.

Im Bericht legt der Bundesrat vier Stossrichtungen zur Erreichung der genannten Ziele fest: 

Die Ernährungsorganisation Swissveg kritisiert den Bericht für fehlende konkrete Maßnahmen, bezeichnet ihn aber dennoch als positiv zu wertendes Zeichen: „Die heutigen Probleme klar aufzuzeigen um daraus eine Politik zu formen, die das System zukünftig auf nachhaltigere und tierfreundlichere Bahnen lenkt, ist jedoch ein vielversprechender Ansatz.“, schreibt die Organisation in ihrer Analyse.

Frankreich ist das erste europäische Land, das Begriffe wie „Veggie-Wurst“, „Veganer Bacon“ und „Pflanzlicher Burger“ für inländisch produzierte Produkte gänzlich verbietet. „Es ist verboten, zur Bezeichnung eines verarbeiteten Produkts, das pflanzliche Proteine enthält, einen Namen zu verwenden, der die spezifische Terminologie von Metzgerei-, Wurst- oder Fischwaren verwendet.“, ist in dem entsprechenden Beschluss vom 29. Juni 2022, welcher am 1. Oktober 2022 in Kraft tritt, nachzulesen. Für bereits vor Inkrafttreten der Regelungen hergestellte Lebensmittel gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember.

Die französische Fleischindustrie hat ein solches Verbot seit Längerem angestrebt – auch in Deutschland wird eine derartige Regelung von Fleischproduzenten und deren Vertretern gefordert. Zudem wird in Frankreich eine Ausweitung des Verbots auf die gesamte EU gefordert. 2017 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass vegane Alternativen für Milchprodukte nicht unter Bezeichnungen wie Milch, Butter und Käse verkauft werden dürfen. Im Jahr 2020 wurde ein Gesetzesentwurf für die Bezeichnung von Fleisch- & Fischalternativen jedoch abgelehnt, ebenso wie der Kompromissentwurf, der eine deutlichere Kennzeichnung der Ersatzprodukte wie «ohne Fleisch» vorsah.

Wie das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitteilte, wurden 2021 in Deutschland 22,3 Millionen Schweine gehalten – das ist der niedrigste Schweinebestand seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Damals wurden 30,8 Millionen Schweine gehalten. Gegenüber dem Vorjahreswert vom 3. Mai 2021 stellt dies einen Rückgang von 9,8 %, also 2,42 Millionen Tieren dar. Laut dem Bericht zur Markt- und Versorgungslage mit Fleisch 2022 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, sank der Import von lebenden Schweinen ebenfalls um 26,7 % und auch der Import von Schweinefleisch sank um 6,8 %.

Dieser jüngste Rückgang kann zwar unter anderem auch auf die reduzierten Schlachtkapazitäten aufgrund der Corona-Pandemie rückzuführen sein, jedoch setzt sich abseits dessen ein längerer Trend fort. Laut DESTATIS war die Anzahl der in der BRD und DDR zusammen gehaltenen Schweine in den 1960er Jahren vergleichbar niedrig, obwohl Deutschland damals etwa 10 Millionen Einwohner weniger hatte.

Neben den Tierbeständen war auch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe rückläufig. Am 3. Mai 2022 gab es 17.900 schweinehaltende Betriebe. Das sind 5,2 % oder 1.000 Betriebe weniger als noch im November 2021. Der Schweinebestand ging damit im vergangenen Halbjahr prozentual stärker zurück als die Zahl der Betriebe, welche um 9,6 % (1 900 Betriebe) sank.

Am 30. März 2021 verbrannten 60.000 Tiere, von denen ungefähr 80% noch Ferkel waren, in einem verheerenden Großfeuer in einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin. Die Brandermittler gehen von menschlichem Handeln als Brandursache aus – ein technischer Defekt als Brandursache wurde ausgeschlossen. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.

Binnen weniger Stunden brannten alle 18 Ställe mit einer Länge von jeweils 90 Metern der Mastanlage ab. Nur rund 1.300 Tiere konnten gerettet werden. Das Feuer habe gezeigt, dass Tiere aus derart großen Anlagen im Brandfall niemals evakuiert werden könnten, teilte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Tierschutzbundes mit und forderte „eine Agrarwende, die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientiert.“ Dazu gehörten deutlich geringere Bestandszahlen, mehr Bewegungsfreiheit und Ausläufe. In Alt Tellin seien dagegen viele Sauen noch in Kastenständen fixiert gewesen, berichtet der Tagesspiegel

„Damit bleibt der Horrorbrand auch fast 15 Monate nach seinem Ausbruch ohne Schuldigen“, sagte Rüdiger Jürgensen von der Vier Pfoten Stiftung dazu. Der Großbrand in Alt Tellin sei das Symbol einer verfehlten Agrarpolitik. Einer „Politik, die auf billige Massenproduktion setzt, in welcher Tiere als Konsumgüter und nicht als Lebewesen begriffen werden“.

Vergangenes Jahr haben sich Hollywood-Filmemacher und Filmstars mit der Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI) zusammengetan um die 7-minütige Mockumentary „Save Ralph“ zu drehen, die auf die grausame Praxis der Tierversuche für Kosmetikprodukte aufmerksam macht.

An der Produktion waren der Autor und Regisseur von The Greatest Showman Spencer Susser, der Produzent Jeff Vespa von Voices of Parkland, die Produktionsfirma AllDayEveryDay und das Studio Arch Model beteiligt. In der Mockumentary wird der Hase Ralph, gesprochen von dem neuseeländischen Regisseur Taika Waititi, von einem Kamerateam, gesprochen von Schauspieler und Comedian Ricky Gervais, einen Tag lang vor und bei seiner „Arbeit als Tester“ in einem toxikologischen Labor begleitet und interviewt. Ebenfalls in dem Kurzfilm zu hören sind die Stimmen von Zac Efron, Olivia Munn, Pom Klementieff und Tricia Helfer.

„Tierversuche machen mich einfach wütend. Es gibt keine Rechtfertigung dafür Chemikalien in die Augen von Kaninchen zu träufeln oder sie an Ratten zu verfüttern nur um Lippenstifte und Shampoo herzustellen. Die Wissenschaft hat sich weit genug entwickelt um uns tierversuchsfreie Lösungen zur Beendigung dieser schrecklichen Grausamkeit zu bieten – es ist an der Zeit, dass unsere Menschlichkeit aufholt“, erklärte Ricky Gervais, der die HSI bereits bei ihrer Kampagne für ein Ende des Verkaufs von Tierpelzen in Großbritannien unterstützt hat. Die Tierschutzorganisation ist auch eine der Unterstützer der europäischen Kampagne „Save Cruelty Free Cosmetics„, die für das Bestehen des Verbots von Tierversuchen bei kosmetischen Mitteln kämpft. Denn obwohl das Verbot in Kraft ist, fordert die Europäischen Chemikalienagentur neue Tierversuche für kosmetische Produkte mit Hilfe einer Gesetzeslücke.

Bereits Ende April wurde Save Ralph bei den 26. jährlichen Webby Awards sowohl in der Kategorie „Jury“ als auch in der Kategorie „People’s Voice“ als bestes öffentliches Dienstleistungs- und Aktivismusvideo ausgezeichnet. Nun erhielt der Kurzfilm den „Grand Prix for Good“ des Cannes Lions Festivals. Mit dem „Grand Prix for Good“ wird der Einsatz von Kreativität zur positiven Beeinflussung von Marken und Gesellschaft gewürdigt.

Der Spitzenkoch Lukas Jakobi, der aktuell Küchenchef des Restaurants Insensiu in Hilden ist, hat zusammen mit seiner aus Odessa geflüchteten Sous-Chefin Kateryna Kuprych die bekanntesten ukrainischen Küchenklassiker veganisiert und präsentiert über 60 dieser Rezepte im gemeinsamen Kochbuch „Vegan Kochen: Ukraine“. In Szene gesetzt wurden die Gerichte von den beiden Schwestern Olga und Evgeniya Drach – Foodstylistin und Fotografin der Photokitchen aus Kiew. 

Das Projekt entstand auf Initiative des Ernährungswissenschaftlers Niko Rittenau, der Lukas bei einem Restaurantbesuch kennenlernte und über die sozialen Medien auf die beiden ukrainischen Fotografinnen aufmerksam wurde und sie zusammenführte. „Vegan Kochen: Ukraine“ wurde nicht nur zum sinnschaffenden Gemeinschaftsprojekt, sondern schuf auch Normalität und Arbeitsperspektive für alle Beteiligten aus der Ukraine.

Das Kochbuch soll nicht nur dazu dienen, die ukrainische Küchenkultur zu zeigen, sondern vor allem Spendengelder für ukrainische Hilfsorganisationen zu sammeln. Daher wird die Hälfte des gesamten Verlaggewinns an ukrainische Hilfsprojekte gespendet. Das Projekt wird darüber hinaus von unserem VeganNews-Partner KoRo (Deutschlands größtem Onlinedrogeriemarkt) unterstützt und ist das erste Kochbuch im Rahmen der VeganNews-Kochbuchreihe, in der zukünftig mehrere vegane Kochbücher zu unterschiedlichen Themen erscheinen werden. 

Veröffentlicht wird „Vegan Kochen: Ukraine“ am 4. September und kann ab sofort u.a. bei Ventil Vegan, Watson Nutrition und Amazon vorbestellt werden. Um möglichst viele Spendengelder zu generieren, bitte wir darum – wenn möglich – das neue Kochbuch direkt über den Verlag oder über Watson zu bestellen, da dann der Anteil des Verlaggewinns höher als bei anderen Händlern ist und somit auch die Spendensumme erhöht wird.

Die von dem österreichischen Tierschutzminister Johannes Rauch angekündigten Gespräche zwischen der Stadt Wien und dem Bund zu einem Verbot von Pferdekutschen bei heißen Temperaturen bleiben erfolglos. Eine Temperaturregelung sei derzeit „aufgrund der Rechtslage“ nicht möglich. Nun soll eine neue Studie Klarheit über die tatsächlichen Auswirkungen der heißen Jahreszeit auf Fiakerpferde bringen.

Die Diskussion erreichte vergangene Woche allerdings eine weitere Stufe, als das Wiener Handelsgericht einem Fiakerunternehmen recht gab, welches den Verein gegen Tierfabriken (VGT) verklagt hatte. Dieser hatte Fiakerunternehmen Tierquälerei unterstellt. Laut dem Gericht erfolge die Haltung der Fiakerpferde im Einklang mit der Tierhaltungsverordnung. Bei seinem Urteil stützte sich das Gericht neben den Angaben des zuständigen Veterinäramtes auf die Untersuchungen der Wiener Tierärztin Dr. Isabella Copar, die innerhalb von sechs Jahren knapp 2.000 Untersuchungen an Fiakerpferden durchgeführt und keine gesundheitlichen Probleme aufgrund von Hitze festgestellt hatte. VGT kündigte Berufung an. „Zuerst wurde wochenlang diskutiert, sogar über die Abschaffung der Fiaker, doch ausgerechnet nach den ungewöhnlich heißen Junitagen soll jetzt wieder gar nichts passieren? Zuerst sagt die Stadt Wien, der Bund sei zuständig, dann sagt der Bund, die Stadt Wien sei zuständig. Jetzt sind sich beide scheinbar einig geworden, dass niemand zuständig sei und man „leider“ gar nichts machen könne. Ein völliges Politikversagen, die Leidtragenden sind wie immer die Tiere. […] Wir werden uns weiter für die Pferde einsetzen, bis versprochene Änderungen auch umgesetzt werden“, sagte der VGT-Kampagnenleiter Georg Prinz. 

Das südafrikanische Ministerium für Landwirtschaft, Landreform und ländliche Entwicklung hat ein Verbot der Verwendung von „fleischähnlichen“ Begriffen auf den Etiketten pflanzlicher Produkte erlassen. Das Ministerium beschließt damit, dass die Verwendung von Begriffen wie „Fleischbällchen auf pflanzlicher Basis“ und „vegane Nuggets“ fortan unzulässig sei, da die Produkte nicht der Definition von verarbeitetem Fleisch entsprechen. Zudem wies das Ministerium an, alle pflanzlichen Produkte, die diese Bezeichnungen weiterhin rechtswiedrig verwenden, zu beschlagnahmen.

Konkret ist davon zum Beispiel die Supermarktkette Woolworths betroffen. Diese wurde darauf hingewiesen, dass der pflanzliche Ei-Ersatz JUST Egg nicht als „Eier“ verkauft werden darf. Woolworths hätte sieben Tage Zeit dies zu korrigieren, bevor eine Beschlagnahme folgen würde. Dem entsprechenden Mahnschreiben zufolge besteht die Absicht des Just Egg-Produkts darin, „Eier im Sinne der Verordnung R.345 vom 20. März 2020 zu ersetzen oder zu imitieren. Somit steht das vegane Produkt in direktem Wettbewerb mit Eiern im Sinne der genannten Verordnung“. Außerdem sei die Verwendung des Namens „Eier“ in der Bezeichnung „Just Egg“ irreführend. 

Als Reaktion auf diese Entwicklung erklärte die Ernährungsorganisation ProVeg South Africa: „Was scheinbar eine Auslegung bestehender Vorschriften ist, ist in Wirklichkeit eine extreme Auslegung und schafft im Grunde genommen neue Rechtsvorschriften.“ Alternativen für tierische Produkte sollten diese Begriffe verwenden dürfen, da sie den Geschmack, die Beschaffenheit und die Verwendung der Produkte, die sie ersetzen, nachahmen. Die Terminologie sei nicht irreführend, solange die Produkte eindeutig als „fleischfrei“, „vegan“ oder „vegetarisch“ gekennzeichnet sind. Sie würden klar als Alternativen zu Fleisch vermarktet und erheben somit nicht den Anspruch, Fleisch aus einer tierischen Quelle zu sein.

In der 44. Sitzung des Bundestags forderte der SPD-Abgeordnete Tim Klüssendorf im Rahmen der Diskussion um eine Senkung der Mehrwertsteuer von Grundnahrungsmitteln deren Neukategorisierung. „Im Moment ist es so, dass Wachteleier, Froschschenkel und Trüffel zu den Grundnahrungsmitteln gehören, pflanzliche Milch wie Sojamilch zum Beispiel, oder Champignons im Glas, allerdings nicht. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll […] eine neue Kategorisierung vorzunehmen […] und [den Mehrwertsteuersatz] den Klimafaktoren, den echten Umweltfaktoren, anzupassen.“ Wenn diese neue Kategorisierung unter konsequenter Berücksichtigung der Klima- und Umweltfaktoren umgesetzt würde, würde dies preislich durchschnittlich deutlich zugunsten von veganen Lebensmitteln ausfallen, da sie im Durchschnitt eine bessere Klimabilanz als tierische Lebensmittel aufweisen.

Grundnahrungsmittel unterliegen in Deutschland dem ermäßigten Steuersatz von 7%. Dazu gehören Zucker, Mehl, Kartoffeln, Gewürze, Gemüse und Obst, Tee und Kaffeebohnen oder -pulver, Nüsse, Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark, Butter sowie Fleisch, Fisch, rohe Eier und Honig (§12 UStG, Anlage 2). Vegane oder vegetarische Grundnahrungsmittel wie Pflanzendrinks oder -joghurt sowie Fleischersatzprodukte zählen hingegen zu verarbeiteten Produkten, die dem regulären Steuersatz von 19% unterliegen – ebenso wie Luxusgüter und Getränke. „Das ist unfair den Verbrauchern gegenüber, deren Speiseplan sich aus pflanzlichen Grundnahrungsmitteln zusammensetzt“, so Selvihan Benda, Referatsleiterin für Lebensmittel & Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die von Klüssendorf genannten Froschschenkel und Trüffel gehören entgegen der naheliegenden Vermutung nicht zu Luxusgütern, sondern zu Grundnahrungsmitteln. Jüngst hatte das Umweltbundesamt ein ökologisches Entlastungspaket vorgeschlagen, welches unter anderem eine Befreiung der Mehrwertsteuer bei pflanzlichen Nahrungsmitteln vorsieht und auch die Verbraucherzentrale spricht sich für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte aus.

Die schweizerischen Parlamentskammern, bestehend aus Nationalrat und Ständerat, haben während der aktuellen Sommersession, einer viermal im Jahr stattfindenden 3-wöchigen Tagung, mehrere Petitionen für mehr Tierschutz abgelehnt. Betroffen war die Petition „Kein Import von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten“ sowie eine Petition der Organisation Swissveg namens „Keine Gefährdung der Volksgesundheit unter Missbrauch von Subventionen“, die sich gegen die Subventionierung von Fleischwerbung richtete. Desweiteren wurde gegen eine Motion gestimmt, die die Ein- und Durchfuhr von Jagdtrophäen gefordert hatte. Eine Motion ist ein parlamentarischer Vorstoss, welcher die Regierung beauftragt, tätig zu werden. Die Motion „Kein Schwanzcoupieren ohne Betäubung“ wurde hingegen angenommen. Diese verlangte, dass das Kupieren – also das Kürzen – der Schwänze bei Schafen nur noch mit Betäubung durchgeführt werden darf. 

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales wird ein Expertenteam bilden, das die Sicherheit von zellbasiertem Fleisch und dessen Produktionsprozess untersuchen soll. Dies ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zu einer möglichen Kommerzialisierung und Industrialisierung von zellbasiertem Fleisch in Japan.

Das japanische Gesetz zur Lebensmittelhygiene legt derzeit die Methoden für die Produktion, die Verarbeitung und den Vertrieb von Fleisch in Japan fest. Jedoch fällt kultiviertes Fleisch nicht unter dieses Gesetz, weswegen es an klaren Vorschriften für Produzenten fehlt. Aus diesem Grund werden das Ministerium auf Grundlage der Untersuchungen des Expertenteams und Vorschriften anderer Länder für kultiviertes Fleisch erörtern wie die Sicherheit in dieser aufstrebenden Branche gewährleistet werden kann.

Pizza Hut hat drei neue vegane Pizzen in ihr Speisenangebot aufgenommen. Die „Smokey BBQ Vegan“, „Tuscany Spicy Vegan“ und „Vegan Chik’N’Cheeze“ sind ab sofort mit dem Käse von Violife in allen deutschen Filialen sowie im Onlineshop erhältlich. Desweiteren bietet das Unternehmen das Creamy-Cheeze-Pasta-Vegan-Gericht an. Die Tierschutzorganisation PETA hatte zuvor eine Petition gestartet, die das Fast-Food-Unternehmen dazu bringen sollte vegane Pizzen anzubieten.

In Großbritannien hat Pizza Hut bereits nach einer erfolgreichen Testphase Ende 2017 veganen Käse dauerhaft ins Sortiment genommen und in Pizza Hut Kanada gab zu Beginn dieses Jahres die Einführung der pflanzlichen Beyond Italian Sausage Crumbles bekannt.

Laut einer Recherche des NDR und Spiegel verarbeiten Tönnies, Wiesenhof, Wiltmann und Mecklenburger Landpute GmbH sogenanntes „Separatorenfleisch“ in Geflügelwurstprodukten, ohne dies, wie gesetzlich vorgeschrieben, zu kennzeichnen. Unter den betroffenen Markennamen sind Gutfried, Edeka-Bio und Rewe-Bio. Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Maschinen Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Lochscheiben hindurchpressen, wobei Knochensplitter und Knorpelteile hängen bleiben. Dabei werden alle weichen Teile wie Muskulatur, Fett, Bindegewebe und Knochenmark abgepresst und es entsteht eine breiartige Masse, die pro Kilogramm nur geringe Centbeträge kostet.

Für die Recherche reichten NDR und Spiegel 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller zur Prüfung beim Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke ein, der ein neues, peer-review-geprüftes Verfahren entwickelt hat, um Separatorenfleisch in Wurstprodukten nachzuweisen, was zuvor kaum möglich war. Unter den 20 Wurstproben waren neun und damit fast jede zweite positiv – darunter vier Bio-Wurstwaren. Fünf der neun positiv getesteten Produkte wurden von der „Zur Mühlen Gruppe“ hergestellt, die zur Tönnies-Unternehmensgruppe gehört. Den verantwortlichen Personen und Unternehmen droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.