Das niederländische Food-Tech-Unternehmen Meatable und die pflanzenbasierte Metzgerei Love Handle aus Singapur haben sich zusammengetan, um in Singapur das weltweit erste Innovationszentrum namens „Future of Meat“ für pflanzlich-zellbasiertes Hybridfleisch zu bauen. Dieses soll 2023 in Betrieb gehen und Produkte wie Pulled Pork, Schweinebauch, Fleischbällchen, Aufschnitt und Patties aus einer Mischung aus zellbasiertem Fleisch und pflanzlichen Proteinen produzieren, die ab 2025 in Singapurs Supermärkten erhältlich sein sollen. Desweiteren wird das Innovationszentrum auch anderen Anbietern pflanzlicher Produkte zur Verfügung stehen, um sie bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen.
Krijn de Nood, Mitbegründer und CEO von Meatable, sagte: „Wir freuen uns, diese Partnerschaft mit Love Handle bekannt zu geben, um das weltweit erste Innovationszentrum für hybride kultivierte Fleischprodukte aufzubauen. Ken Kuguru (Mitbegründer und CEO von Love Handle) und das Love Handle-Team sind die führenden Spezialisten für pflanzliches Fleisch und haben ein unglaubliches Unternehmen aufgebaut, das sich darauf konzentriert, die Wahrnehmung von alternativen Proteinen zu verändern. Sie sind nicht nur der beste Partner, um uns bei der Entwicklung eines exzellenten Hybridprodukts zu helfen, sondern sie teilen auch unsere Vision, den wachsenden Appetit der Welt auf Fleisch zu befriedigen, ohne der Umwelt, den Tieren oder den Menschen zu schaden. Gemeinsam werden wir die Entwicklung von Hybridprodukten für den singapurischen und den globalen Markt vorantreiben und die Innovation bei anderen Herstellern alternativer Proteine fördern.“.
Die neuen Hybridprodukte werden mit einem auf Zuchtfleisch basierenden Ansatz entwickelt, bei dem pflanzliches Protein zur Optimierung der Eigenschaften von zellbasiertem Fleisch verwendet wird. Dabei wird das Zuchtfleisch von Meatable mit einer in Zusammenarbeit mit Love Handle entwickelten pflanzlichen Rezeptur optimiert. Meatable möchte dadurch völlig neue Hybridprodukte anbieten, die von herkömmlichem Fleisch nicht zu unterscheiden sind. Sie werden die Textur, den Geschmack und die Beschaffenheit beibehalten, die für das Essenserlebnis so wichtig sind.
Ken Kuguru, Mitbegründer und CEO von Love Handle, sagte: „Dies ist ein wirklich aufregender Moment für Love Handle. Als Asiens erster pflanzlicher Metzger entwickeln wir Produkte und Dienstleistungen, damit die Menschen nicht mehr zwischen köstlichem Fleisch und dem Schutz unseres Planeten wählen müssen. Das neue Innovationszentrum, das wir zusammen mit Meatable einrichten, wird uns dabei helfen, neue hybride und pflanzliche Fleischprodukte zu entwickeln, und den bestehenden Akteuren auf pflanzlicher Basis einen Raum bieten, um die Innovation in der Lebensmittelindustrie weiter voranzutreiben. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit Meatable und darauf, dass die Verbraucher diese neuen und aufregenden Produkte bereits im nächsten Jahr probieren können.“
Der Meeresbiologe und Tierschützer Robert Marc Lehmann hat gemeinsam mit den Organisationen Deutsches Tierschutzbüro und SOKO Tierschutz undercover recherchiert. Am 2. Dezember wurde die erste Folge der zweiteiligen Undercover-Recherche auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Darin legt Lehmann gemeinsam mit Denise Weber vom Deutschen Tierschutzbüro die Realität der Pelzindustrie offen. Sie dokumentieren das Leid von Tieren, die auf einer polnischen Pelzfarm gefangen sind – Tiere, die ausschließlich in winzigen Käfigen leben, viele von ihnen krank und dem Tod nahe.
Im Zuge der Recherche wurde auch auf die EU-Bürgerinitiative Fur Free Europe aufmerksam gemacht, die für ein Europa ohne Pelzfarmen und Pelzhandel kämpft. Drei Tage nach Erscheinen der Folge erreichte die Initiative die notwendige 1.000.000 Unterschriften-Marke; zudem wurde die Unterschriftenschwelle in 14 Mitgliedstaaten erreicht: Finnland, Dänemark, Schweden, Litauen, den Niederlanden, Deutschland, der Slowakei, Bulgarien, Polen, Lettland, Frankreich, Belgien, Griechenland und Österreich. Sobald die Initiative Fur Free Europe am 18.05.2023 abgeschlossen ist, wird sie einem strengen Überprüfungsverfahren unterzogen, in dem überprüft wird, ob die Unterschriften von echten Personen gesammelt wurden, ob jede Person ihre Unterstützung nur einmal hinzugefügt hat und ob ihre persönlichen Angaben wie Name und Ausweisnummer registriert und korrekt sind. Es kann also sein, dass eine große Anzahl von Unterschriften für ungültig erklärt und abgezogen wird, so dass die endgültige Zahl unter der erforderlichen Zahl von einer Million liegt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich so viele Personen wie möglich weiterhin mit ihrer Unterschrift für ein Ende der Pelzindustrie in der EU einsetzen.
Die zweite Folge, die am 6. Dezember erschien, zeigt eine Undercover-Recherche von Lehman gemeinsam mit dem Team der Organisation SOKO Tierschutz, die den grausamen Alltag in der Milchindustrie dokumentiert. „Was mir so eine Mission mit SOKO Tierschutz zeigt, ist, dass ich mich selbst immer wieder hinterfragen muss: meinen Konsum, also was ich esse und was ich trinke. Das sind definitiv keine Milchprodukte mehr.“, sagt Lehmann in dem Abspann des 37 Minuten langen Videos. „Menschen, die Milchprodukte konsumieren, [sind für] jahrelanges Leid an allen Ecken und Enden verantwortlich und das möchte ich nicht mehr.“
Der Multi-Gastronom Nir Rosenfeld stellt das gastronomische Angebot des jüdischen Museums in Frankfurt im kommenden Jahr zu 100% auf vegan um. Als neuer Pächter wird er dort am 1. Januar 2023 das neue vegan-koschere „Life Deli“ mit einem von der israelischen Küche inspirierten Angebot eröffnen. Abseits des Frühstücks- & Mittagsangebots für Museumsbesucher, sowie Teilnehmende von Führungen, wie beispielsweise Schulklassen, werden dort auch Veranstaltungen mit veganem Catering stattfinden.
Bei dem neuen Deli handelt es sich nach der Eröffnung der Restaurants Kuli Alma, Dominion Food Revolution und Zeil Kitchen sowie der Großküche Nana und dem Dominion Foodtruck bereits um den sechsten veganen Gastronomie-Betrieb, den Nir Rosenfeld und sein Team in Frankfurt gestartet haben. Seit dieser Saison versorgt der vegane Foodtruck sogar das Frankfurter Waldstadion bei Heimspielen der Frankfurter Eintracht, Konzerten und sämtlichen anderen Veranstaltungen mit veganem Essen. Sein Debut feierte der Foodtruck beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern am 5. August, bei dem Fußballfans für vegane Burger, Shawarma und Kebab Schlange standen.

Großbritannien: König Charles verbietet Stopfleber in den königlichen Residenzen
Der britische König Charles III. hat nach Angaben der Tierrechtsorganisation PETA Stopfleber – auch Foie Gras genannt – aus allen königlichen Residenzen verbannt. Tony Johnstone-Burt, der Leiter des Haushalts des Königs, hatte der Organisation in einem Brief datiert auf den 10. November bestätigt, dass Foie Gras weder vom königlichen Haushalt erworben, noch in den königlichen Residenzen serviert wird und es auch keine Pläne gebe, dies zu ändern.
Wie PETA mitteilte, hatte der Monarch bereits in seiner vorherigen Rolle als Prinz von Wales das »verabscheuungswürdige Produkt« aus seinen königlichen Wohnsitzen entfernt. Nun gelte die Veranlassung auch für den Buckingham-Palast und andere königliche Residenzen. In Großbritannien ist die Herstellung von Stopfleber verboten, nicht aber ihr Verkauf oder ihre Einfuhr. Nach dem Brexit wurde ein Einfuhrverbot vorgeschlagen, doch laut dem Independent sollen diese Pläne auf Eis gelegegt werden.
Peta setzt sich nun auch dafür ein, dass der König bei seiner Krönung im nächsten Jahr auf Hermelinpelz verzichtet und stattdessen tierfreundliches Kunstfell verwendet. Die Verwendung von Pelz ist eines von vielen Beispielen, die den Beitrag der Königsfamilie zur Tierausbeutung veranschaulichen.
Die Foodbloggerin Lea Green hat die neue Ausgabe des veganen Online-Genussmagazins VEGAN EN VOGUE veröffentlicht. Die mehfache Kochbuchautorin, Foodstylistin und Rezeptentwicklerin zählt mit ihrem Blog Veggies (über 1,5 Millionen Besucher pro Jahr) zu einer der erfolgreichsten Foodbloggern Deutschlands.
Die »VEGAN EN VOGUE: X-Mas Deluxe« ist den Weihnachts- & Festtagen gewidmet und enthält 35 köstliche Rezepte, inklusive dem großen Vegan-en-vogue-Weihnachtsmenü. Ob Kräuter-Rollbraten, Königsberger Klopse, Rotkohlrouladen, Pilzgulasch, Schnitzel oder veganes Laxfilet: Lea zeigt in der Weihnachts-Aussgabe wie man herzhaft, deftig und vor allem rein pflanzlich feiert. Dabei wird sie unterstützt von Fabienne Engel, Lynn Hoefer und Alexander Flohr, die Rezepte und Tipps zur Ausgabe beigesteuert haben.
Für einen Vorgeschmack auf die neue Ausgabe hat Lea fünf Rezepte zu unserer Rezeptdatenbank beigesteuert:
Eine Anfrage der Tierrechtsorganisation PETA beim Bundesamt für Naturschutz ergab, dass im Jahr 2021 insgesamt 417 sogenannte Jagdtrophäen von gefährdeten Tierarten nach Deutschland eingeführt wurden, die durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt sind. Darunter sind auch Tierarten, die nur für den Trophäenerwerb getötet wurden (zum Beispiel Flusspferde, Giraffen, Braun- und Schwarzbären sowie Paviane), obwohl das Töten von Tieren zum Zweck des Trophäenerwerbs in Deutschland verboten ist.
Laut PETA erteilte das Bundesamt für Naturschutz eine Einfuhrgenehmigung für 108 sogenannte Trophäen, die von besonders gefährdeten Tierarten stammen – lediglich zwei Einfuhranträge wurde abgelehnt. Unter den nach Deutschland eingeführten Trophäen befinden sich zahlreiche Körperteile von Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, darunter 19 Afrikanische Elefanten, neun Löwen, 17 Leoparden, drei Geparden und drei Breitmaulnashörner.
„Der Ausverkauf der Natur findet hier und jetzt statt und die Bundesregierung macht mit“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Dabei ist die Trophäenjagd nichts weiter als ein abscheulicher Zeitvertreib reicher, abgestumpfter Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen. Andere Länder sind Deutschland wieder einmal voraus beim Tier- und Artenschutz: Niederlande und Frankreich stoppten bereits die Einfuhr von Trophäen bestimmter Arten, Großbritannien und Belgien wollen schärfere Regeln verabschieden.“
Das Verbrauchermagazin Ökotest hat 19 vegane Alternativen für tierische Sahne getestet und 13 von ihnen mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet. „Für vegane Sahne müssen keine Tiere leiden und sie ist besser fürs Klima. Auch die Inhaltsstoffe überzeugen – meistens zumindest.“ schreiben die Öko-Test-Autoren. Kritisiert werden die Zusatzstoffe Carrageen (in 3 Produkten) und Carboxymethylcellulose (in einem Produkt). Die Autoren selbst schreiben allerdings dazu, dass beispielsweise Carrageen auch bei tierischen Sahne-Produkten häufig zum Einsatz kommt.
Mit „sehr gut“ schnitten folgende Produkte ab: Allos Hafer Cuisine, Alnatura Soja Cuisine, Dm Bio Soja Creme Cuisine, Ecomil Cuisine Coconut Milk von Nutriops, Ener Bio Hafer-Cuisine von Rossmann, Velike! Frische Bio Hafer Kochcreme, gekühlt von Black Forest Nature, Voelkel Hafer Cuisine, Demeter, Probios Vegetal Cuisine Soy Cream, Provamel Cuisine Rice, K-Take it Veggie Vegane Bio Kochcreme Kokos von Kaufland, Lima Cuisine Rice, Natumi Hafer Cuisine, Oatly! Hafer Cuisine Bio, Rewe Bio Sojacreme Cuisine, Naturland von Rewe und Food For Future Sojacuisine von Penny. Mit „gut“ wurde die Edeka My Veggie vegane Kochcreme, gekühlt, die allerdings Spuren von Glyphosat enthielt sowie die Rama Kochcreme, gekühlt bewertet. Befriedigend waren die Alpro Cooking Soya und die Schlagfix Universelle Schlagcreme.
Das Fazit der Ökotest-Redakteurin Meike Rix ist: „Ich sehe wirklich keinen guten Grund mehr, es anstelle der klimaschädlichen Sahne nicht mit den in unserem Test ,sehr guten‘ veganen Alternativen zu versuchen.“
Die vegane Athletin Linda Blankemeyer hat die internationale Deutsche Meisterschaft 2022 des Deutschen Bodybuilding- und Fitness Verbands DBFV in der Klasse „Fitness Figur 2“ gewonnen und kann sich jetzt für die Europameisterschaft im Frühjahr 2023 qualifizieren. Zuvor hatte sich die 27-Jährige den Klassensieg und im Anschluss den Gesamtsieg der Fitness-Figur-Klasse der NRW Meisterschaft erkämpft. Die Athletin ernährt sich seit 4 Jahren vegan und betreibt seit 2015 Bodybuilding. Ihre großartige Leistung zeigt, dass es auch mit veganer Ernährung ebenso möglich ist, sportliche Bestleistung zu erzielen.
Das hat auch der Natural-Athlet Matthias Milkereit bewiesen. Er gewann in Budapest die Europameisterschaft der International Natural Bodybuilding Association (INBA) der Klasse „Mens Physique über 176cm“ und erhielt somit seine Profilizenz. Kurz zuvor gewann er zudem den Titel bei der Evo Classic 2022, einem der größten Natural Bodybuilding Wettkämpfe Deutschlands. Der Sportler lebt seit 2015 vegan, betreibt seit 2016 Kraftsport und seit 2019 Wettkampfbodybuilding.
Ein Jahr vor dieser Saison wanderte er 6 Monate lang über 3.500 km zu Fuß durch die USA auf einem der schwersten Wanderwege der Welt, wobei er ca. 12 kg Muskelmasse verlor. Innerhalb von 6 Monaten schaffte er es, diese mit einer veganen Ernährung und konsequentem Training wieder aufzubauen, um danach direkt in die Wettkampfdiät zu starten. Im kommenden Jahr will der Athlet die Profiliga angehen.
Die US-amerikanische Behörde Food and Drug Administration (FDA) hat zum ersten Mal einem Produkt aus zellbasiertem Fleisch im Rahmen des behördlichen Zulassungsprozesses grünes Licht gegeben. Das Unternehmen UPSIDE FOODS hat die strenge Sicherheitsprüfung der FDA für sein zellbasiertes Hühnerfleisch erfolgreich abgeschlossen und damit bewiesen, dass es sicher für den menschlichen Verzehr ist. Somit kann UPSIDE Foods nun den Standardprozess für die Zulassung von Lebensmitteln durchlaufen und ist damit auf dem Weg, zellbasiertes Hühnerfleisch in Restaurants und Supermärkte in den USA zu bringen. Dieser Meilenstein könnte auch eine Signalwirkung für die Behörden in Europa haben.
“Dies ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Lebensmittel”, sagte Dr. Uma Valeti, CEO und Gründer von UPSIDE Foods. “Wir haben UPSIDE in einer Welt voller Skeptiker gegründet und heute haben wir erneut Geschichte geschrieben, denn wir sind das erste Unternehmen, das von der FDA ein ‘No Questions’-Schreiben für kultiviertes Fleisch erhalten hat. Dieser Meilenstein markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer neuen Ära der Fleischproduktion und ich bin begeistert, dass die Verbraucher in den USA bald die Möglichkeit haben werden, köstliches Fleisch zu essen, das direkt aus tierischen Zellen gezüchtet wurde.”
Die FDA veröffentlichte das Antwortschreiben der Behörde an das Unternehmen, ein wissenschaftliches Memo der FDA, das deren Bewertung der von UPSIDE FOODS vorgelegten Daten und Informationen beschreibt und die eigene Einschätzung des Startups, dass ihre Lebensmittel sicher sind. Zudem schreibt die Behörde in ihrer Presseerklärung: „Die FDA ist bereit, mit weiteren Firmen zusammenzuarbeiten, die Lebensmittel aus kultivierten tierischen Zellen und Produktionsverfahren entwickeln, um sicherzustellen, dass ihre Lebensmittel sicher und rechtmäßig gemäß dem Federal Food, Drug and Cosmetic Act sind. Wir ermutigen die Unternehmen, diese Gespräche mit uns häufig und frühzeitig in der Phase der Produkt- und Prozessentwicklung zu führen, lange bevor sie einen Antrag bei uns stellen. Wir führen bereits Gespräche mit mehreren Firmen über verschiedene Arten von Lebensmitteln, die aus kultivierten tierischen Zellen hergestellt werden, einschließlich Lebensmitteln aus Meeresfrüchtezellen, die ausschließlich von der FDA überwacht werden. Unser Ziel ist es, Innovationen in der Lebensmitteltechnologie zu fördern, wobei die Herstellung sicherer Lebensmittel stets unsere Priorität bleibt.“
Im Zusammenhang mit dem Fleischskandal bei Lidl haben Tierschutzorganisationen weiteres Filmmaterial veröffentlicht. Die Bilder wurden undercover im Hühnermaststall des spanischen Lidl-Lieferanten Sada aufgenommen und der Organisation Equalia zugespielt. Sie zeigen u. a. wie Arbeiter Tiere brutal töten, treten und in Transportkäfige stopfen. Die Albert Schweitzer Stiftung, für unsere Mitwelt, Equalia, weitere europäische Tierschutzorganisationen und mehr als 146.000 Unterstützer fordern Lidl deshalb erneut auf, seine Tierschutzstandards in der Hühnermast europaweit anzuheben.
Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, ist nicht überrascht: »Die neuen Recherche-Videos beweisen, dass Tierschutzverstöße bei Lidl-Lieferanten nicht bloß Ausnahmen sind, wie der Discounter behauptet. Lidl weigert sich nach wie vor, die systemimmanenten Probleme der Hühnermast ernsthaft anzugehen. Wir fordern Lidl deshalb nochmals auf, mindestens die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative umzusetzen. Das Management muss sich jetzt entscheiden, ob es in Sachen Tierschutz weiter auf der Bremse stehen oder nicht doch lieber eine Führungsrolle übernehmen will. Wegducken kann sich Lidl jetzt jedenfalls nicht mehr.«
Bereits Ende Oktober veröffentlichte die Albert Schweitzer Stiftung Undercover-Aufnahmen aus dem Maststall eines Lidl-Lieferanten in Niedersachsen, das die Folgen der Qualzucht und schreckliche Haltungsbedingungen offenlegte. Die Aufnahmen entstanden bei verdeckten Ermittlungen über mehrere Tage im Sommer 2022. In den Aufnahmen sind kranke, sterbende, tote und verweste Tiere zu sehen sowie Mitarbeiter, die in den riesigen, vollen Ställen offenbar tote Tiere übersehen, die zwischen ihren Artgenossen bis zur Verwesung liegen bleiben.
Das Schweizer Foodtech-Start-up Planted hat pünktlich zur Weihnachtszeit gemeinsam mit dem Vegan-Koch Sebastian Copien einen veganen Braten auf den Markt gebracht. Der „planted.braten“ kostet nur 7,99€, kommt mit leckerer Bratensauce und muss nur noch für 20 Minuten im Ofen gegart werden. „Meine Bratensauce lockt seit Jahren viele lächelnde und manchmal ungläubige Gesichter hervor – in Kombination mit dem planted.braten wird sie jetzt zu einem wahren Weihnachtswunder“, sagte Copien zu dem neuen Braten.
Bereits im letzten Jahr gab es einen limitierten DIY-Weihnachtsbraten von Planted und Sebastian, der allerdings auf 3000 Stück limitiert und innerhalb von 2 Tagen ausverkauft war. Dieses Mal wurde ein vielfaches der Stückzahl produziert und somit für ausreichend Bestand gesorgt „Wir freuen uns sehr, mit Sebastian Copien auch in diesem Jahr wieder zur schönsten Zeit des Jahres zusammenzuarbeiten. Unser leckerer pflanzlicher Braten sorgt für viele glückliche, gemeinsame Momente während der Weihnachtszeit und ist ein Produkt, das alle erfreut – von Flexitarier:innen bis hin zu Veganer:innen.“, so Pascal Bieri, Mitgründer und Mitglied der Geschäftsleitung bei Planted.
Der planted.braten inklusive Bratensauce (450 g Braten + 160 ml Sauce) für ca. 3-4 Personen ist seit dem 14.11.2022 im Planted Webshop erhältlich sowie ab KW50 bei allen ausgewählten Coop Filialen. Nur solange der Vorrat reicht.
Der australische Philisoph Peter Singer war an einer neuen Studie beteiligt, die erstmalig den sogenannten „Speziesismus-Bias“ in KI-Systemen beschreibt und untersucht. Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung, dass speziesistische Vorurteile in vielen Mainstream-KI-Anwendungen verfestigt sind und derzeit eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung und Normalisierung der Ausbeutung von Tieren spielen. Die Publikation betont zudem den Einfluss, den KI-Systeme andererseits im Optimalfall auf die Verringerung von Tierausbeutung haben können.
„Traditionell erfordert Fairness in der KI die Förderung von Ergebnissen, die keine ungerechtfertigten Nachteile für Einzelpersonen mit sich bringen, unabhängig von ihrer Rasse, ihrem Geschlecht oder anderen geschützten Eigenschaften. Dieses Paper plädiert für die Ausweitung dieses Grundsatzes auf die algorithmische Diskriminierung von Tieren. Bislang hat die Gemeinschaft der KI-Fairness-Anhänger diese besondere Dimension der Diskriminierung weitgehend außer Acht gelassen. Mehr noch, der Bereich der KI-Ethik war bisher anthropozentrisch zugeschnitten. […] Die ethische Dringlichkeit, die vielen Industrien zu ändern, in denen bestimmte Tierarten unterdrückt und ausgebeutet werden, sollte ein Weckruf für KI-Praktiker sein und sie dazu bringen, das reichhaltige Instrumentarium bestehender Maßnahmen zur Abschwächung von Vorurteilen in dieser Hinsicht anzuwenden. Ob sie mit dieser Aufgabe Erfolg haben oder scheitern, wird wahrscheinlich darüber entscheiden, ob künftige KI-Anwendungen aus verschiedenen Bereichen Systeme der Gewalt gegen und Missachtung von Tieren unterstützen oder ihnen entgegenwirken, indem sie Antidiskriminierungsmaßnahmen in größtmöglichem Umfang in die Praxis umsetzen.“
Die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat angekündigt, 2023 eine „umfassende Strategie“ für den Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden zu entwickeln. Dafür hat die Behörde 5 Mio. US-Dollar beantragt. Parallel dazu leitet die amerikanische Regierung den Übergang zur tierversuchsfreien Forschung gesetzlich ein: Der US-Senat verabschiedete den „Modernization Act“ der FDA, welcher erlaubt Medikamente auch auf Basis tierversuchsfreier Verfahren zuzulassen.
Weitere Länder, die den Ausstieg einleiten, sind England, die Niederlande und Norwegen. Im Jahr 2014 kündigte England an, den Einsatz von Tierversuchen in der wissenschaftlichen Forschung zu reduzieren und diese durch „wissenschaftlich gültige Alternativen“ zu ersetzen. Die Niederlande legten 2016 als erster EU-Mitgliedstaat eine strukturierte und differenzierte Ausstiegsstrategie vor und Norwegen hat 2020 angekündigt einen konkreten Plan für den Übergang hin zu tierversuchsfreien Verfahren vorzulegen.
„Die umfassenden Pläne der USA und der anderen Länder zeigen, dass die Förderung tierversuchsfreier Verfahren nicht nur aus ethischen Gründen geboten ist. Es geht um bessere Forschungsergebnisse und darum, Produkte günstiger und schneller auf den Markt zu bringen. Die Bundesregierung sollte die angekündigte Reduktionsstrategie zu Tierversuchen also auch im Hinblick auf den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland zügig anpacken. Als ersten Schritt sollte sich Deutschland dafür einsetzen, dass auch die EU die tierversuchsfreie Zulassung von Medikamenten ermöglicht“, fordert Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Nach dem Skandal um die deutsche Athletin Annika Schleu bei den vergangenen Olympischen Spielen in Tokio beschloss der Kongress des Weltverbandes UIPM mit 69 von 83 Stimmen Springreiten als Teil des Fünfkampfes ab den Olympischen Spielen 2024 durch einen Hindernisparcours für die Athleten zu ersetzen. Annika Schleu lag im letzten Jahr auf Goldkurs, bis ihr zugelostes Pferd das Springen verweigerte und sie unter Tränen versuchte, das Tier mit Sporen und Gerte zurück in den Parcours zu zwingen. Die durch die Welt gehenden Bilder lösten eine Tierquälerei-Debatte aus.
Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach den Vorkommnissen Strafanzeige gegen Schleu und ihre Trainerin Kim Raisner, die die Reiterin mit den Worten „Hau mal richtig drauf!“ zum Einsatz der Gerte aufgefordert hatte, gestellt. Das Verfahren wegen Tierquälerei wurde im Januar 2022 eingestellt. Die Beschuldigten hätten zum einen nur kurzfristig auf das Reitpferd eingewirkt und sich zum anderen in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation befunden. Des Weiteren sei das Turnierpferd nicht verletzt worden und man gehe aufgrund Streichung des Springreitens aus dem Fünfkampf von keiner Wiederholungsgefahr aus. Durch die mediale Berichterstattung wurde zudem laut den Behörden bereits „ausreichend“ auf die beiden Sportlerinnen eingewirkt.
Die Entscheidung für den Hindernisparcours, der durch die Spielshow Ninja Warrior populär wurde, soll die Chancen des Fünfkampfs mit Blick auf Los Angeles 2028 verbessern. Zuletzt hatte es bereits mehrere Testwettkämpfe gegeben.
Die Gründerin des veganen Online-Genussmagazins Vegan en Vogue und Betreiberin des veganen Blogs Veggies.de hat ihre eigene vegane Weinkollektion gelauncht. Gemeinsam mit dem Weingut Anton aus der Pfalz präsentiert sie drei Weine, die mit Erbsenprotein und Tonmineralien anstatt mit in der Weinfiltration gängigen Gelatine oder Hühnereiweiss gefiltert wurden: Einen spritzigen Grauburgunder, einen fruchtigen Merlot und einen alkoholfreien Rosé. Mit Leas Rabattcode „Lea15“ gibt es 15% Rabatt auf die Weine im Onlineshop des Weinguts.*
Das Weingut arbeitet aktuell daran all ihre Weine als vegan auszuweisen. Denn obwohl sie bereits seit drei Jahren keine tierischen Bestandteile enthalten und vegan produziert wurden, fehlt einigen von ihnen noch die Zertifizierung bzw. Kennzeichnung. Für Personen, die veganen Wein konsumieren möchten, ist dies wichtig, da das verwendete Klärmittel – was herkömmlicherweise häufig Casein (Milchprotein), Gelatine, Eieralbumin (Eiprotein) oder Fischblasen enthält – und andere Hilfsstoffe in der EU nicht auf dem Flaschenetikett angegeben werden müssen, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung.
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Das in Singapur ansässige Foodtech-Unternehmen Sophie’s BioNutrients hat in Zusammenarbeit mit dem Technologischen Institut aus Dänemark erstmalig ein milchfreies Eis auf Basis von Chlorella-Protein (Chlorella vulgaris) erzeugt. Obwohl die Humandatenlage zum Nährstoffgehalt von Chlorella noch ausbaufähig ist, weist vieles darauf hin, dass Chlorella tatsächlich große Mengen an für den Menschen bioverfügbares Vitamin B12 auf natürlichem Wege akkumuliert und so ist das Chlorella-Eis nach Angaben des Herstellers in der Lage, mit nur einer Portion die doppelte Menge der empfohlenen Tagesdosis an B12 zu liefern. Chlorella-Protein liefert darüber hinaus auch viel Eisen und hat einen deutlich geringeren Co2-Fußabdruck als gängige tierische Proteine.
“Mikroalgen sind eine der nährstoffreichsten und vielseitigsten Ressourcen auf unserem Planeten. Heute haben wir eine weitere Facette der unbegrenzten Möglichkeiten gezeigt, die dieses Superfood bieten kann – eine milch- und laktosefreie Alternative zu Speiseeis, die dank der Mikroalgen einen höheren Nährstoffgehalt aufweist als die meisten verfügbaren milchfreien Alternativen. Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung bei allergenfreien Lebensmitteln und die Aussicht auf ein inklusiveres Essen”, sagte Eugene Wang, Mitgründer und CEO von Sophie’s BioNutrients.
Eine neue Studie, die vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur durch das Projekt Nachhaltige Ernährungsstile (NES) und ProVeg e.V. finanziell unterstützt wurde, hat 95 Ernährungsrichtlinien in 100 Ländern untersucht, um herauszufinden, inwieweit die Leitlinien der Fachgesellschaften dieser Länder das breite Spektrum der pflanzlichen Ernährung abdecken, politische Positionen zur vegetarischen (einschließlich veganen) Ernährung haben und ob sie Empfehlungen bzw. Hinweise zu pflanzlichen Fleisch- und Käsealternativen enthalten. Laut der Studie trifft Letzteres auf knapp die Hälfte (45 %) aller Leitlinien zu. Zudem wurde ein positiver Zusammenhang zwischen Empfehlungen zu einer pflanzenbasierten Ernährung mit den ökologischen Anstrengungen der Länder und ein negativer Zusammenhang mit der Bedeutung von tierischen Produkten in der Wirtschaft festgestellt.
Die Studie zeigt allerdings ebenfalls ein erhebliches Informationsdefizit in den derzeitigen Ernährungsrichtlinien weltweit auf. So stellen die meisten Länder ihren Bürgern keine Informationen zur Verfügung, die das breite Spektrum der pflanzlichen Ernährung abdecken und nur 38 Leitlinien (40 %) enthalten eine Stellungnahme zur vegetarischen Ernährung.
GOOD Meat, der Unternehmensbereich für zellbasiertes Fleisch des Lebensmitteltechnologieunternehmens Eat Just Inc., wird auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz COP27 in Ägypten eine neue Version ihres zellbasierten Hähnchens präsentieren. Somit wird zum ersten Mal zellbasiertes Fleisch auf einem Event präsent sein, bei dem Staatsoberhäupter und Tausende von Delegierten aus Ländern auf der ganzen Welt zusammentreffen, um eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit der Klimakatastrophe zu diskutieren.
Von 12. November bis 14. November wird GOOD Meat im Rahmen mehrerer Verkostungen, die in Zusammenarbeit mit dem Singapur-Pavillion für Medienvertreter organisiert werden, Gästen auf Ministerebene und Vertretern der Zivilgesellschaft zum ersten Mal außerhalb des südostasiatischen Stadtstaates ihr zellbasiertes Fleisch servieren. Vor fast zwei Jahren gab das Unternehmen sein Debüt in Singapur und stellte dort erstmals ihr echtes, hochwertiges Fleisch aus tierischen Zellen vor.
„Wir hoffen, dass unsere Gäste auf der COP27 ihre kultivierten Hähnchengerichte sowohl köstlich als auch zum Nachdenken anregend finden und den Gipfel mit einer neuen Wertschätzung für die Rolle, die Lebensmittelinnovationen im Kampf gegen die globale Klimakrise spielen können, verlassen. Es gibt keinen besseren Ort, um unsere nächste Version auf den Markt zu bringen, als genau hier auf der weltweit bedeutendsten Klimakonferenz“, sagte Josh Tetrick, Mitbegründer und CEO von Eat Just. „Singapur war das erste Land, das den Verkauf von Fleisch erlaubt hat, das ohne Abholzung eines einzigen Waldes oder Verdrängung des Lebensraums von Tieren hergestellt wurde, und wir freuen uns darauf, dass andere Länder diesem Beispiel folgen.“