Als erstes Land innerhalb der EU: Spanien führt Kamerapflicht in allen Schlachthöfen ein

Als erstes Land innerhalb der EU hat Spanien die Pflicht zur Kameraüberwachung in Schlachthöfen eingeführt. Der Beschluss umfasst zudem eine Pflicht zur Aufbewahrung der erstellten Bilder für spätere Kontrollen und die Sicherstellung, dass die Wiedergabe, Vervielfältigung oder Übertragung auf andere Geräte in der gleichen Qualität wie die Originalaufnahme erfolgt. Mithilfe der Kameras soll sichergestellt werden, dass das Leiden der Tiere auf ein Minimum reduziert werde, erläuterte das Landwirtschaftsministerium.

Große Schlachthöfe haben nun ein Jahr und kleine Schlachthöfe zwei Jahre Zeit, sich an die neuen Vorschriften anzupassen. In den Niederlanden wird ein ähnliches Gesetz erarbeitet, Großbritannien hatte eine verpflichtende Kameraüberwachung in Schlachthöfen bereits 2018 eingeführt – deutsche Initiativen scheiterten bis jetzt am Datenschutz. Entgegen der naheliegenden Annahme, dass diese Nachricht in der Fleischindustrie für Empören sorgt, hatte der Nationale Verband der Fleischindustrie Spaniens (Anice), bereits 2019 eine entsprechende Gesetzesänderung gefordert und begrüßte die Entscheidung des Ministerrates. Denn die Hoffnung besteht, dass die Gesetzgebung gut für den stark beschädigten Ruf der Schlachtbranche sein wird.

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