Laut der Tierrechtsorganisation Peta werden jedes Jahr Zehntausende Affen für Tierversuche in die USA transportiert. Fluggesellschaften wie Lufthansa, United, China Southern, Delta, Cathay Pacific, Air China und British Airways haben sich schon vor einiger Zeit dazu entschieden, sich an dem Transport von Primaten nicht mehr zu beteiligen. Anfang Juli gab auch die französische Airline Air France nach jahrelangem Druck von Tierschützern bekannt, mit Auslaufen des aktuellen Vertrags den Transport von Affen in Tierversuchslabore endgültig einzustellen.
Peta USA hatte Ende Juni auch die Fluglinie Egypt Air aufgefordert, dem Beispiel anderer Fluggesellschaften zu folgen und Affentransporte zu beenden. Es folgten Proteste an Flughäfen in Frankfurt, London, Paris, Manila, New York und Washington D.C. sowie ein Aktionsaufruf zur Forderung einer Beendigung der Transporte via E-Mail und Telefonanrufen an das Unternehmen, dem mehr als 100.000 Peta-Unterstützer weltweit folgten. Darüber hinaus sandte Peta Asien T-Shirts und Kaffeetassen an die Führungskräfte von Egypt Air mit der Aufforderung, die grausamen Affentransporte zu stoppen.
Nun gab PETA bekannt von Egypt Air nach drei-monatiger Kampagnenarbeit darüber informiert worden zu sein, dass das Unternehmen keine Affen mehr aus Afrika und Asien in Tierversuchslabore transportiert. Nun bleibt laut den Tierschützern nur noch die Fluggesellschaft Wamos Air, die Affen für Versuche in Labore bringt.
Das deutsche FoodTech-Startup Bluu Seafood hat die ersten marktreifen, aus Fischzellen gezüchteten Produkte vorgestellt. Die Fischbällchen und Fischstäbchen enthalten als Hauptzutat kultivierte Fischzellen und sind mit pflanzlichen Proteinen angereichert. Beide Produkte werden aus einer „einmaligen“ Fischbiopsie hergestellt, die kein Tierleben gefordert hat. Aus dieser einmaligen Entnahme wurden Zelllinien entwickelt und in Bioreaktoren gezüchtet. Diese Technik der Verwendung von sogenannten „unsterblichen Zellen“ reduziert den Bedarf an zusätzlichen Tierproben und ermöglicht eine unabhängige Lieferkette. „Das ist das Erstaunliche an ‚unsterblichen‘ Zellen – während sich ’normale‘ Zellen, sagen wir, 20 Mal verdoppeln und dann aufhören, verdoppeln sich die unsterblichen Zellen weiter – theoretisch für immer“, sagte Bluu-Mitbegründer Simon Fabich gegenüber TechCrunch. Neben Fischstäbchen und Fischbällchen entwickelt Bluu Seafood bereits erste Prototypen komplexerer Produkte wie Fischfilets und Sashimi. Mit den fertigen Produkten beantragt das Startup sukzessive die Zulassung in der EU, den USA, Großbritannien und Singapur, wo das Startup mit einer Zulassung Ende 2023 rechnet. In Singapur gibt es eine erste Zulassung für zellbasierte Hähnchen-Nuggets des Unternehmens Eat Just, die zuständige Behörde SFA ist deswegen schon vertrauter mit der Zulassung von Produkten aus zellbasierter Landwirtschaft.
Die erste Vegan Junk Food Bar eröffnete 2017 in der Westside von Amsterdam, im November 2020 folgte die erste Filiale in Spanien, in Barcelona. Die Vegan Junk Food Bar zeichnet nicht nur ihr Angebot von Köstlichkeiten wie vegane Shrimps, Onion Rings, Burger, eine Seafood-Platte, Loaded Fries oder vegane Ribs aus, sondern auch ihre typische Inneneinrichtung aus farbenfroher Street-Art mit einem Hauch von Chic und monatlich wechselnden R&B- und Hip-Hop-Playlists.
Nun kommt das Erfolgskonzept aus den Niederlanden auch nach Deutschland. Die Eröffnung der ersten deutschen Filiale in Köln war ursprünglich Ende 2021 geplant, nun hat die VJFB beinahe heimlich seit kurzem ihre Türen geöffnet. Trotz der unscheinbaren Eröffnung ist die Filiale am Hohenzollernring in Köln voll mit veganen Reisebegeisterten, die das Konzept aus Spanien und den Niederlanden kennen und sich nun darüber in Deutschland erfreuen sowie neugierigen Neulingen. Am 1. September wird es eine große offizielle Eröffnungsveranstaltung geben. Eine weitere deutsche Filiale soll zukünftig auch in Berlin eröffnen – das Datum ist allerdings noch nicht bekannt.
Laut dem statistischen Bundesamt (Destatis) sank die Fleischproduktion im 1. Halbjahr 2022 um 7,9% gegenüber dem Vorjahr. Allein im 1. Halbjahr 2022 wurden nichtsdestotrotz in den Schlachtbetrieben 25,8 Millionen Schweine (ein Rückgang von rund 2,3 Millionen Tieren), Rinder (Rückgang von 127 200 Tieren), Schafe, Ziegen und Pferde sowie 353,2 Millionen Hühner (Rückgang von 1.800 Tonnen), Puten und Enten geschlachtet.
Schweinefleisch hat bereits seit Jahren den größten Anteil an der Fleischproduktion in Deutschland. Im 1. Halbjahr 2022 stammten knapp zwei Drittel (64,3 %) der erzeugten Fleischmenge von getöteten Schweinen (danach folgten Geflügelfleisch mit einem Anteil von 21,9 % und Rindfleisch mit 13,5 %.). Laut Destatis sind die ebenfalls rückläufigen Schweinebestände in Deutschland ein Grund für die sinkende Schweinefleischerzeugung. Zum 3. Mai 2022 gab es mit 17 900 schweinehaltenden Betrieben 5,2 % (1 000 Betriebe) weniger als noch im November 2021. Der deutsche Schweinebestand ging damit im vergangenen Halbjahr prozentual stärker zurück als die Zahl der Betriebe.
„Entgegen der allgemeinen Annahme, dass konventionelles Hunde- und Katzenfutter nur aus Schlachtabfällen besteht, werden dafür in der Realität jährlich Millionen Tiere getötet. So verspeisen allein die in Deutschland gehaltenen Hunde pro Jahr eine Fleischmenge, die umgerechnet 8 Millionen Kühen bzw. 642 Millionen Hühnern entspricht. Die negativen Folgen für unsere Erde und das Klima sind massiv: Ein mittelgroßer Hund hinterlässt im Laufe seines Lebens einen CO2-Abdruck von 8,2 Tonnen. Das entspricht ca. 13 Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona.“, schreibt das Startup MORE THAN VOOD auf ihrer Kampagnen-Seite auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Während es zwar mit Marken wie Vegdog hierzulande bereits veganes Hundefutter gibt, sind MORE THAN VOOD die ersten, die zusätzlich auch bedarfsgerechtes veganes Katzenfutter in Deutschland produzieren. Mit ihrem ersten Fundingziel möchten die Gründerinnen, die Tierärztin und Tierernährungsberaterin Lisa Walther und die Architektin Jasmin Ellger, die zudem das Unternehmen Vierglück gegründet hat, die erste Charge ihrer drei bedarfsdeckenden Nassfuttersorten produzieren.
Immer mehr Menschen sorgen sich um die Gesundheit ihrer nicht-menschlichen Wegbegleiter in Bezug auf ihre fleischlastige Ernährung, die negativen Umweltauswirkungen, oder möchten durch den Kauf von tierischem Futter nicht zu der Ausbeutung sogenannter Nutztiere beitragen. Gleichzeitig befürchten sie einen Nährstoffmangel durch veganes Futtermittel. Dabei gibt es keinen wissenschaftlichen Grund, warum ein Futter, das nur aus pflanzlichen, mineralischen und synthetischen Inhaltsstoffen besteht, nicht bedarfsdeckend sein kann, wenn die Bestandteile des Futtermittels so formuliert werden, dass sie den Anforderungen der jeweiligen Tierart in Bezug auf Schmackhaftigkeit, Nährwert und Bioverfügbarkeit entsprechen. Weitere Informationen sind in dem Interview von dem Ernährungswissenschaftler und VeganNews-Gründer Niko Rittenau mit dem Tierarzt und Professor für Tierschutz und Ethik sowie Gründungsdirektor des Zentrums für Tierschutz an der Universität Winchester Dr. Andrew Knight auf YouTube nachzuhören.
Am 13. Juli veranstaltete die vegane High-End-Modemarke GIULIA & ROMEO in München eine Modeshow um unter dem Motto „Love is our style“ dessen neue vegane Kollektion den über 200 hochkarätigen Gästen vorzustellen. GIULIA & ROMEO ist die erste 100% vegane Designer-Modemarke aus Deutschland, die darüber hinaus sämtliche Gewinne an die Tierrechtsorganisationen Animal Equality Germany & PETA Deutschland spendet.
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Vor der Modeshow fand auf dem Event außerdem eine Kunst- und Schmuckversteigerung statt – u.a. mit einem Gemälde des Künstlers Marc Ferrero und einem Schmuckstück der Designerin Casha. Die Erlöse der Versteigerung in Höhe von 54.000,-€ gehen zur Gänze an das „GIULIA & ROMEO“-Schulprojekt der Organisation Lovely Friends e.V., das vegane Kochprojekte an Schulen organisiert. Diese Kochprojekte informieren Schulkinder mit Hilfe von Ernährungsberatern über das Thema gesunde pflanzliche Ernährung und Schulungsköche wie Daniel Reiter bereiten mit den Kindern vegane Gerichte zu.
Mitte Februar dieses Jahres hatte die Label-Gründerin Daniela Brunner bereits für Schlagzeilen gesorgt, da Airbus auf ihren und den Wunsch ihres Mannes Urs Brunner den ersten Helikopter mit rein veganer Ausstattung gebaut hatte und dafür den PETA Vegan Aviation Award erhielt.
Jan Hegenberg gründete 2014 den Blog »Der Graslutscher«, um auch abseits der Kommentarspalte die im Internet kursierenden Scheinargumente gegen den Veganismus zu widerlegen. Der Name spielt mit dem Klischee des mangelernährten Veganers, der sich überwiegend von Gras ernährt. Auf seinem Blog veröffentlicht er wissenschaftlich fundierte und humorvolle Aufklärung und Medienkritik zum Thema Ernährungs-, Energie-, und Verkehrswende.
Nun hat er Anfang August sein erstes Buch namens „Weltuntergang fällt aus“ veröffentlicht. Darin zeigt er faktenbasiert, aber trotzdem mit einer ordentlichen Portion Humor, wie wir die Energie- & Transportwende angehen können und warum im Zuge dessen auch unsere Ernährung eine sehr wichtige Rolle spielt. In dem Buch werden Fehlinformationen unterhaltsam widerlegt, bereits bestehende technische Lösungen besprochen und erklärt, wie eine Energiewende eine wirtschaftliche Revolution auslösen kann, in dessen Zuge ganz neue Wirtschaftszweige entstehen werden.
Laut der Ende Juli auf Statista veröffentlichten Allensbacher Markt- & Werbeträger-Analyse, liegt die Anzahl der Menschen in Deutschland, die sich 2022 selbst als vegan lebend einordnen, bei 1,58 Millionen. Damit waren es 170.000 (also knapp über 12%) mehr als noch vor einem Jahr. Im Vergleich zum Jahr 2016 hat sich die Anzahl sogar beinahe verdoppelt.
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Die Ergebnisse der Jahre 2016 bis 2022 beruhen jeweils auf Befragungen an über 23.000 deutschsprachigen Personen ab 14 Jahre in Privathaushalten mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Die entsprechende Personengruppe der Publikation lautet „Veganer oder Leute, die weitgehend auf tierische Produkte verzichten“. Hierbei könnte man kritisieren, dass die Publikation zum Teil also auch keine 100%igen Veganer hinzurechnet. Darauf ist allerdings zu entgegnen, dass es in unserer aktuell sehr vegan-unfreundlichen Gesellschaft noch nicht immer möglich ist, zu 100% vegan zu leben (z.B. Elektronik, notwendige Medikamente etc.). Ein „soweit wie möglich und im Alltag umsetzbarer“ Verzicht auf Produkte, die durch Tierausbeutung entstanden, ist dabei auch jener Mindeststandard, den die Vegan Society in ihrer ursprünglichen Definition des Veganismus festhält.
Eine neue in der Zeitschrift „Future Foods“ erschienene Studie fasst in einer Review 43 Studien über die ökologischen und gesundheitlichen Aspekte veganer Fleischalterativen im Vergleich zu herkömmlichem Fleisch zusammen und kam zu dem Schluss, dass diese im Durchschnitt deutlich umweltfreundlicher und (sofern sie adäquat angereichert sind) auch gesundheitsförderlicher als Fleischprodukte sind. Zudem ruft der Verfasser der Studie Verbraucher und politische Entscheidungsträger dazu auf, naturalistischen Heuristiken (aus Unkenntnis getroffene Urteile) über Fleischersatzprodukte abzulegen und stattdessen ihre Vorteile für die Umwelt, die öffentliche und persönliche Gesundheit und die Tiere anzuerkennen.
Von den 43 Arbeiten befassen sich 33 mit der Gesundheit und 16 mit der ökologischen Nachhaltigkeit (6 behandelten sowohl die Gesundheit als auch die ökologische Nachhaltigkeit). Die Studien, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit befassen und bei denen es sich meist um Lebenszyklusanalysen handelt, bewerten pflanzliche Ersatzprodukte im Hinblick auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Wasserverbrauch, Energieverbrauch und andere Umweltauswirkungen. Die Studien, die die gesundheitlichen Auswirkungen von pflanzlichen Alternativen im Vergleich zu tierischen Produkten untersuchen, analysierten deren Nährwertprofile, Auswirkungen auf Gewichtsverlust und Muskelsynthese, die Wechselwirkung von Ersatzprodukten mit der Darmgesundheit, Zusammenhänge mit bestimmten Gesundheitszuständen und Innovationen zur Verbesserung der Gesundheit von Ersatzprodukten.
Die Review zeigt, dass vegane Ersatzprodukte aus ökologischer Sicht in Bezug auf Treibhausgasemissionen, Wasser- und Landnutzung vorzuziehen sind und nicht zu den wachsenden globalen Gesundheitsgefahren wie Antibiotikaresistenz oder Pandemierisiko beitragen und auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht in Bezug auf gesättigte Fette, Cholesterin, Ballaststoffe und eine Reihe anderer Nährstoffe vorzuziehen sind. Zudem schreibt der Verfasser der Studie, Christopher J.Bryant, dass vegane Ersatzprodukte mit weiteren Entwicklungen bei der Verarbeitung und Formulierung das Potenzial haben, ihr Nährwertprofil und auch andere Kriterien wie Geschmack, Textur, Preis und Nachhaltigkeit zu verbessern.
Vor wenigen Tagen verbreitete sich ein Video in den sozialen Medien, das eine Debatte über die Ausbeutung von Kutschenpferden auslöste. Zu sehen ist ein in der Hitze zusammengebrochenes Pferd, welches an eine Kutsche gespannt ist, die Touristen befördert, und von mehreren Menschen umringt ist, die versuchen es wieder hochzuhieven.
Seit Jahren fordern Tierschützer ein Verbot der Pferdekutschen, zuletzt wurde in Verbot erfolglos in Wien diskutiert, in Prag hingegen sind sie ab 1. Januar 2023 nicht mehr erlaubt. Nun entschied sich auch das Stadtparlament von Palma aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ab 2024. Statt Pferdekutschen sollen ab 2024 Elektrokutschen durch Palmas Altstadt fahren, um die Arbeitsplätze der Kutscherinnen und Kutscher zu erhalten und Touristinnen und Touristen weiterhin eine Attraktion zu bieten – ohne Tierausbeutung. Bereits ab August dürfen Pferde ab einer Temperatur von 36 Grad (ab Hitzewarnstufe Gelb) nicht mehr für Kutschenfahrten eingesetzt werden.
Am 29. Juni 2022 hatte die französische Regierung einen Beschluss erlassen, welcher Begriffe wie „Veggie-Wurst“, „Veganer Bacon“ und „Pflanzlicher Burger“ für inländisch produzierte Produkte ab Oktober diesen Jahres gänzlich verbietet. „Es ist verboten, zur Bezeichnung eines verarbeiteten Produkts, das pflanzliche Proteine enthält, einen Namen zu verwenden, der die spezifische Terminologie von Metzgerei-, Wurst- oder Fischwaren verwendet.“, ist in dem entsprechenden Dekret nachzulesen. Die Fleischindustrie hatte ein Verbot seit Langem gefordert und verlangte eine weiterführende europäische Einschränkung, da sich der entsprechende Beschluss nicht auf importierte Ersatzprodukte bezieht. Peta Frankreich wies als Reaktion auf das Dekret auf die Ironie in Bezug auf die Forderung der Fleischindustrie nach mehr mehr Transparenz auf den Etiketten von pflanzlichen Produkten hin, da diese sich gleichzeitig weigert, Transparenz in der „Produktion“ von tierischen Produkten zu schaffen und zum Beispiel Kameras in Schlachthöfen zu installieren.
Nun hat das höchste Verwaltungsgericht Frankreichs dieses Verbot durch eine einstweilige Verfügung vorerst ausgesetzt. Das Gericht hat laut dem veganen Wirtschaftsmagazin Vegconomist ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des geplanten Verbots geäußert und hält es im Sinne der Verbraucherinformation für nicht gerechtfertigt. Folglich können (vorerst) pflanzliche Ersatzprodukte aus Frankreich dort weiterhin unter ihren bisherigen Namen vermarktet werden.
Damit bestätigt der französische Staatsrat einen Antrag des Industrieverbands Protéines France im Eilverfahren. Laut dem französischen Online-Nachrichtenportal Quest France orientiert sich die Entscheidung des Gerichts an der europäischen Position, die die Verwendung von Begriffen tierischen Ursprungs außer für Milchprodukte zulässt.
Protéines France’s Anwalt Guillaume Hannotin sagte dem französischen Magazin Le Monde, dass sich der Verband über diesen „verheißungsvollen“ Aufschub freue, aber vorsichtig bleibe, bis das höchste Verwaltungsgericht eine Entscheidung in der Sache getroffen hat. „Der Staatsrat hat unser Argument akzeptiert, dass es für pflanzliche Lebensmittel unmöglich ist, aus dem lexikalischen Bereich herauszukommen, der sich in irgendeiner Weise dem Fleisch annähert“, begrüßte er. Gemeint ist damit, dass es unmöglich ist pflanzliche Produkte in ihrem Aussehen, Geschmack und Textur zu beschreiben, ohne sich dabei auf tierische Produkte zu beziehen. Des Weiteren erinnerte er daran, dass selbst einige heute bekannte Bezeichnungen für Fleisch ursprünglich nichts mit Fleisch zu tun gehabt hätten: „Steak“ bedeutete beispielsweise auf Englisch ursprünglich einfach „Scheibe“, und das Wort „Carpaccio“ komme nach dem Namen des italienischen Malers, der die Farbe Rot in seinen Bildern vorherrschen ließ.
Im Oktober startet mit der sogenannten „MultiVeg“-Studie unter Leitung von Dr. Markus Keller vom Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) die erste randomisierte, placebo-kontrollierte, doppelblinde Interventionsstudie zur Erforschung eines veganen Multinährstoffs. In Auftrag gegeben wurde diese mehr als eine viertel Million Euro teure Studie vom im letzten Jahr gegründeten Unternehmen Watson Nutrition, dessen Gründer Benjamin Ploberger vegane Nahrungsergänzungsmittel auf Basis der Recherche des Ernährungswissenschaftlers und VeganNews-Gründer Niko Rittenau entwickelt. Damit ist Watson Nutrition nicht nur innerhalb der DACH-Region, sondern sogar europaweit das allererste Unternehmen, dass die Wirkung eines Multinährstoffs für vegane Ernährung (ProVeg Essentials+) testet – darüber hinaus werden auch noch die Nährstoffe EPA/DHA und Cholin untersucht.
Um die Fragestellungen der Studie beantworten zu können, wird zu Beginn der Studie und nach einer Studienlaufzeit von 4 Monaten ein umfangreiches Blutbild aller Probandinnen und Probanden gemacht. Teilnehmende erhalten einen Einblick in die Vorher-Nachher-Ergebnisse aller Laboruntersuchungen, deren kosten bei 1.400,- € pro Person liegen, eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 100,- € sowie einen Jahresvorrat des in der Intervention erforschten Multinährstoffs „ProVeg Essentials+“ im Wert von über 100,- € am Ende der Studie.
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Am 4. August veranstalten das IFPE und Watson Nutrition mit Unterstützung der Veganen Gesellschaft Österreich ein kostenfreies und unverbindliches Online-Informationsevent, bei dem alle weiteren Details zum Ablauf der Studie für alle an einer Teilnahme interessierten Personen besprochen werden und aufkommende Fragen von Dr. Markus Keller und Niko Rittenau beantwortet werden. Das Event ist auf 1.000 Personen begrenzt – die Anmeldung kann ganz einfach über den Link im Info-Kasten vorgenommen werden. Alle weiteren Infos zur Studie und den darin erforschten Nährstoffpräparaten gibt es unter www.watsonnutrition.de/forschung.
Laut einer kürzlich veröffentlichten Statistik der EU-Kommission wurden 2019 knapp 12 Millionen Tiere in europäischen Tierversuchslaboren ausgebeutet, was ein ähnliches Niveau zu den Vorjahren darstellt. Für die Folgejahre wurden noch keine Zahlen veröffentlicht. Die Tierversuchsstatistik umfasst die Daten von 28 Mitgliedsstaaten sowie das Land Großbritannien, das 2019 noch der EU angehörte und Norwegen.
Über 10 Millionen Tiere (10.608.764 ) wurden direkt in Tierversuchen „verwendet“ und mehr als eine Million (1.218.922) starben für den Erhalt bzw. die Erstellung genetisch veränderter Zuchtlinien. Tiere, die aufgrund ihres Alters, Geschlechts oder genetischer Merkmale nicht verwendet und getötet werden, sind darin noch nicht inkludiert. Neben zahlreichen anderen Tieren wurden Mäuse (5.515.089), Fische (2.574.857), Ratten (992.667), Affen (10.203, von denen laut dem Ärzteverein Ärzte gegen Tierversuche ein Großteil in Giftigkeitstests leiden und sterben mussten), Kaninchen (364.400), Hunde (20.641) und Katzen (3.708) für Tierversuche ausgebeutet.
Wie auch in den Jahren zuvor nimmt Deutschland (2.202.592 Gesamttierzahl) hinter Großbritannien (2.304.461 Tiere) und vor Frankreich (1.865.403 Tiere) im europöischen Vergleicht den zweiten Platz ein. Bezogen auf die direkt in Tierversuchen eingesetzten Tiere liegt Deutschland mit 1.855.795 Tieren sogar auf Platz eins.
Noch bis Ende August kämpft die europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ für eine Gewährleistung und Stärkung des Verbots von Tierversuchen bei kosmetischen Mitteln innerhalb der EU. Denn obwohl Tierversuche für kosmetische Produkte und deren Inhaltsstoffe im Jahr 2009 in Europa verboten wurden und seit 2013 ein Verbot des Verkaufs von an Tieren getesteten Kosmetika gilt, verlangt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) neue Tierversuche für bestimmte Inhaltsstoffe – selbst für solche, die ausschließlich in Kosmetika verwendet werden, sowie für Inhaltsstoffe, deren Verwendung seit langem als sicher gilt. Um dies zu verhindern, benötigt die Initiative bis Ende August noch knapp 400 Tausend Unterschriften um die für den Erfolg der Kampagne benötigten eine Million Unterschriften zu erreichen.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat seinen alljährlichen Ernährungsreport veröffentlicht, welcher die Ergebnisse einer von dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführten repräsentativen Befragung an 1.000 Bürgerinnen und Bürgern ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten zusammenfasst. Diese ergab unter anderem, dass 9% der Befragten täglich vegane oder vegetarische Ersatzprodukte konsumieren – 2020 waren es nur 5%. Die Gründe, die sie zum Kauf dieser Produkte bewegen, sind bei 75% Neugier, bei 71% Tierschutz und damit 12 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Umweltschutz ist für 64% der Befragten (10 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr), Geschmack für 64% und für 47 % Gesundheit die Motivation für ihre Kaufentscheidung.
80% der befragten Personen gaben darüber hinaus an, dass sie bei der Wahl von tierischen Produkten auf die Haltungsbedingungen der Tiere achten. Das spiegelte sich auch bei der Erwartungshaltung an die Landwirtschaft wider: zwei Drittel (66%) legen dabei Wert auf eine artgerechte Haltung.
Zudem halten 61% den verstärkten Konsum von pflanzlichen Alternativen für eine sinnvolle Maßnahme um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren – 82 Prozent erachten es diesbezüglich als sinnvoll, weniger Fleisch zu essen.
Am 28. Juli war der globale Earth Overshoot Day. Dieser markiert den Tag im Jahr, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Laufe eines Jahres regenerieren kann. In diesem Jahr (sowie im Jahr 2018) ist dieser Tag so früh wie nie zuvor. Das geht aus Berechnungen der sogenannten FootPrint Coalition und dem Global Footprint Network hervor.
Unter Verwendung von UN-Statistiken wird dabei die Biokapazität des Planeten (die Menge an ökologischen Ressourcen, die die Erde in diesem Jahr erzeugen kann) durch den Ökologischen Fußabdruck der Menschheit (den Bedarf der Menschheit in diesem Jahr) geteilt und mit 365, der Anzahl der Tage im Jahr, multipliziert: (Biokapazität des Planeten / Ökologischer Fußabdruck der Menschheit) x 365 = Earth Overshoot Day
Um die Konsistenz mit den neuesten Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen aufrechtzuerhalten, werden die „Ecological Footprint Metriken“ für alle vergangenen Jahre seit 1961 (dem frühesten Jahr, für das Daten verfügbar sind) jedes Jahr neu berechnet, so dass die Metriken jedes Jahres einen gemeinsamen Datensatz und die exakt gleiche Buchhaltungsmethode haben. Die jährlichen Daten des Earth Overshoot Day werden entsprechend neu berechnet.
Eine Verschiebung des Earth Overshoot Day ist möglich und dringend notwendig, indem wir unsere Lebens- & Ernährungsweise reformieren; also die Infrastrukturen umgestalten, Prozesse deutlich ressourceneffizienter organisieren, unsere Energiesysteme dekarbonisieren, CO2 durch Aufforstung binden und insgesamt ressourcenschonender leben und essen. Darüber klärt das Global Footprint Network in der Kampagne #MoveTheDate auf und nennt dabei ebenfalls die große Rolle unseres Lebensmittelsystems: „Da die Hälfte der Biokapazität der Erde dazu dient, uns zu ernähren, ist die Ernährung ein wichtiger Hebel, um den Earth Overshoot Day zu verschieben. Wenn wir Lebensmittelverluste und -verschwendung vermeiden, pflanzliche Lebensmittel bevorzugen und Lebensmittel wählen, die mit agrarökologischen und regenerativen Methoden angebaut werden, könnten wir den Earth Overshoot Day um 32 Tage verschieben.“ Allein die Reduzierung des weltweiten Fleischkonsums um 50 % und die vermehrte Nutzung von Kalorien aus Pflanzen, würden den Overshoot Day laut Global Footprint Network um 17 Tage verschieben.
Natürlich sind diese Maßnahmen allein nicht ausreichend. Sie sind jedoch ein wichtiger und notwendiger Schritt.
Am zweiten März starteten die Schwestern Marta und Oksana ein Projekt, welches bis zum heutigen Tag über 48.000 vegane Mahlzeiten an Gefüchtete aus dem Osten und Norden der Ukraine kostenlos ausgegeben und über 800 vegane Hilfspakete verschickt hat. Am Abend vor dem Start ihres Hilfsprojekts hatten die beiden eine Nachtschicht eingelegt, um bei der Essensausgabe am Bahnhof der Stadt auszuhelfen, als tausende Menschen vor dem russischen Angriffskrieg in den Westen des Landes flohen. Dort fiel ihnen das fehlende Angebot veganer Mahlzeiten auf und sie entschieden sich an Ort und Stelle dazu selbst für dieses Angebot zu sorgen.
Zuerst wandten sie sich an ein veganes Restaurant in Lviv (zu deutsch Lemberg), das ein paar Wochen zuvor den Betrieb eingestellt hatte. Mittlerweile ist das 10-köpfige Freiwilligenteam von „Lviv Vegan Kitchen“ umgezogen und kämpft mit Hilfe von Spenden aus der ganzen Welt mit durchschnittlich 400 veganen Mahlzeiten am Tag gegen den kriegsbedingten Hunger. Von Lviv/Lemberg aus liefern sie zudem kostenlose Hilfspakete an Menschen in der ganzen Ukraine sowie an Soldaten und Soldatinnen aus. Um mehr Pakete ausliefern zu können und Küchenequipment transportieren zu können, startete das Team ein Fundraising für einen Van und auch für die Beschaffung neuer Ware ist das Projekt auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Für eine Mahlzeit werden durchschnittlich 2 EUR benötigt, für ein Hilfspaket knapp 13 EUR.
Gespendet werden kann direkt an Lviv vegan kitchen, als Bank- oder Paypalüberweisung, an ihren Patreon-Account oder das Van-Fundraising. Zudem verdoppelt das vegane Businessmagazin Vegconomist Spenden bis zu 10.000 EUR, die beim Magazin für das Projekt eingehen (ohne abgezogene Kosten).
„Normal oder mit Fleisch?“ – Diese Frage wird Österreicherinnen und Österreichern aktuell bei Burger King gestellt, wenn sie ihre Bestellung abgeben. Denn die Fast-Food-Kette startete am 12. Juni die gleichnamige Kampagne, die den Einstieg ihres neuen Sortiments begleitet: Fast das komplette Menü wird ab sofort auch in vegan angeboten (nur drei Produkte sind (noch) nicht in der pflanzlichen Variante verfügbar).
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Burger King unterscheidet dabei zwischen veganen und planzlichen Produkten, da es in der Zubereitung zur Berührung mit tierischen Zutaten kommen kann. Diese „Kreuzkontamination“ ist bei allen, mit dem V-Label gekennzeichneten, veganen Produkten ausgeschlossen. Da sich der Veganismus im Kern allerdings nicht anhand der Frage der Kreuzkontamination, sondern anhand der Frage der Ausbeutung definiert, stellt dies abseits einer individuellen Abneigung gegenüber der Kontamination kein Problem für die vegane Philosophie dar.
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„Mit der Frage „Normal, oder mit Fleisch?“ stellen wir den aktuellen gesellschaftlichen Standard infrage und wollen zum Nachdenken anregen: Ist Fleisch wirklich „normal“?“ schreibt das Unternehmen auf ihrer Webseite. Zuvor hatte Burger King Österreich das Konzept in der Filiale am Wiener Margaretengürtel getestet.
Vergangenen Dienstag ging die Burgerkette noch weiter und erklärte ihre Filiale am Wiener Westbahnhof zur ersten rein veganen Filiale Österreichs. Zur Feier der Eröffnung wurden von 11-13 Uhr gratis vegane Whopper an hunderte wartende Gäste verteilt. „Wir werden sehen, wie hoch die Nachfrage ist und danach entscheiden wir, wie lange der vegane Laden offen bleibt“, sagte Burger Kings Marketingleiter Jan Küstler dem Kurier. Auch Burger King Deutschland zieht zum Teil nach: Ab sofort gibt es auch deutschlandweit jeden Beef-Patty-Burger als pflanzliche Variante von Vegetarian Butcher.
Der deutsche Restaurantführer Gault & Millau hat das vegetarisch-vegane Restaurant Tian in München am Viktualienmarkt mit drei schwarzen Hauben ausgezeichnet. Viktor Gerhardinger, der Chefkoch des Restaurants, wurde zudem zum „Aufsteiger des Jahres“ gewählt.
Wer sich von ihren Menüs selbst überzeugen möchte, muss sich allerdings beeilen: das Restaurant schließt Ende des Jahres aufgrund eines auslaufenden Pachtvertrags. Eine Neueröffnung in der bayerischen Hauptstadt ist (noch) nicht geplant. Aktuell ist das Tian in Wien der einzige Ableger in Deutschland – die Restaurant-Gruppe betreibt zudem ein Restaurant sowie ein Bistro in Wien und das Pop-up-Restaurant „Tian Bistro am Meer“ in Kroatien. Weitere Pop-up-Lokale wie das „Tian im Skiurlaub“ im Hotel Edelweiß in Zürs sind in Planung.