Mosa Meat hat eine Erweiterung ihrer Produktionsanlage um 2.760 qm angekündigt, wodurch das niederländische Unternehmen mit einer Gesamtfläche von 7.340 qm zum weltweit größten Standort für zellbasiertes Fleisch wird. In der Nähe der bestehenden Pilotanlage in Maastricht wird ein neues Entwicklungszentrum für die industrielle Produktion errichtet, dessen Eröffnung für Ende 2023 geplant ist.
Mosa Meat’s Gründer Mark Post stellte 2013 den weltweit ersten Hamburger aus kultiviertem Rindfleisch, das direkt aus Kuhzellen gezüchtet wurde, vor. Das 2016 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Maastricht, Niederlande, und ist ein privates Unternehmen, das von Blue Horizon, M Ventures, Bell Food Group, Nutreco, Mitsubishi Corporation, Leonardo DiCaprio und anderen hochkarätigen Investoren unterstützt wird.
Vergangenen März verabschiedete die niederländische Regierung einen Antrag, der die Entnahme von Proben von Muskelgewebe zur Produktion von zellkultiviertem Fleisch in den Niederlanden legalisieren soll. Das bedeutet, dass in den Niederlanden Cultured Meat nun in Form von Verbraucherproben verteilt werden darf. Dies ist ein wichtiger Schritt, um zeitnah zellbasierte Lebensmittel innerhalb der Niederlande verkaufen zu können.
Der Schweizer Küchenchef Daniel Humm eröffnete das Restaurant Eleven Madison Park in New York nach den Pandemiebeschränkungen im vergangenen Jahr wieder und nutzte die Wiedereröffnung dazu, das komplette Speisenangebot rein pflanzlich zu gestalten. Das Restaurant hält seit 2011 drei Michelinsterne und zur Freude aller Fans der veganen gehobenen Küche gab der Michelin Guide bekannt, dass das Eleven Madison Park seine drei Sterne auch mit dem veganen Speisenangebot halten konnte. Somit ist es weltweit das erste vegane Restaurant, das mit den begehrten drei Sternen des Michelin Guides ausgezeichnet wurde.
„Chefkoch Daniel Humm leitet diesen Tempel moderner Eleganz mit einer eifrigen Hingabe an meisterhafte Präzision. Nichts ist fehl am Platz und alles ist maßgefertigt, von den Anzügen des Personals bis zu den mundgeblasenen Wasservasen. Die pflanzliche Speisekarte ist eine kühne Vision der Luxusgastronomie.“ schreibt der Michelin-Guide.
„Wir haben den Sprung gewagt und das EMP in ein pflanzliches Feinschmeckerrestaurant umgewandelt, weil wir in unserem Herzen wussten, dass es das ist, woran wir glauben. Gestern Abend wurde uns die Ehre zuteil, im 11. Jahr in Folge mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet zu werden. Ich bin dem Team, das jetzt hier bei uns ist, und jedem Mitglied, das in der fast 25-jährigen Geschichte des Restaurants dazu beigetragen hat, so unendlich dankbar. Wir sind auch unseren Gästen und Partnern dankbar, die an unsere Vision geglaubt und uns ermutigt haben, noch mehr zu leisten.“, schrieb Humm auf Instagram.
Der britische Tierrechtsaktivist Ed Winters, bekannt unter dem Namen Earthling Ed, hat den Kurzfilm »MILK« veröffentlicht, der die Milchindustrie aus der Sicht einer Mutterkuh zeigt. Der Film stellt die persönliche Perspektive der Mutterkuh in den Mittelpunkt und schafft es durch den Einsatz von Animationen ihre Geschichte auf eine Art und Weise zu erzählen, wie es mit investigativem Filmmaterial nicht möglich wäre. Der Knapp 5-minütige Animationsfilm wurde von Smash Studio und SURGE Media produziert und zum Weltvegantag am 1. November auf Ed’s YouTube-Kanal veröffentlicht.
„Was wir in Milk zeigen, ist buchstäblich das Beste vom Besten, was es in der Milchwirtschaft gibt. Sobald wir jedoch sehen, was aus der Perspektive der Mutterkuh geschieht, wird klar, dass es sich um eine Industrie handelt, die auf der Ausbeutung und dem Leiden von Tieren beruht. […] Biologisch, aus Freilandhaltung, aus artgerechter Haltung, aus humaner Aufzucht. Es spielt keine Rolle, welches Etikett wir auf Milchprodukte kleben, alle Milchkühe sind Opfer einer Industrie, die sie gewaltsam schwängert, ihnen ihre Babys wegnimmt, ihre Körper ausbeutet und sie dann in einen Schlachthof schickt, um ihnen die Kehle durchzuschneiden. Es ist an der Zeit, die Milchindustrie zu beenden.“, schrieb Ed Winters auf Social Media zu dem Film.
Das Standardwerk »Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen – Eine Einführung in den Karnismus« der amerikanischen Psychologin Dr. Melanie Joy feiert mit einer Neuauflage das 10-jährige Jubiläum der englischen Erstausgabe. Die komplett überarbeitete und ergänzte Neuauflage mit einem Vorwort des Historikers und Bestsellerautors Yuval Noah Harari (bekannt durch die Bücher »Eine kurze Geschichte der Menschheit« und »Homo Deus«) ist seit dem 31. Oktober erhältlich.
Der preisgekrönte Bestseller ist inzwischen in sechzehn Sprachen erschienen. In diesem Buch erforscht Melanie Joy die Theorie des Karnismus, das unsichtbare Glaubenssystem, das unsere Wahrnehmung von Fleisch, Eiern und Milchprodukten prägt, so dass wir einige Tiere lieben und andere essen, ohne zu wissen warum. Karnismus wird durch komplexe psychologische und soziale Mechanismen aufrechterhalten, die uns dazu bringen, unbewusst gegen unsere Grundwerte, unsere eigenen Interessen und die Interessen anderer zu handeln. Das Verständnis von Karnismus kann uns daher helfen, Entscheidungen zu treffen, die das widerspiegeln, was wir wirklich denken und fühlen, und nicht das, was uns beigebracht wurde, zu denken und zu fühlen – und zu einer mitfühlenderen und nachhaltigeren Welt beizutragen.
Am 4. November erscheint das 101. Lucky-Luke-Comic-Album »Rantanplans Arche«, welches laut dem Tagesspiegel ein „durchaus überzeugendes Plädoyer für den Tierschutz [enthält], das sich durch das ganze Album zieht.“ Das ist der Grund dafür, warum der Band hierzulande als Kooperation mit dem Deutschen Tierschutzbund erscheint. In dem Comic trifft der legendäre Cowboy auf einen Tierschützer, der mit zwielichtigen Geschäftspartnern „Veggie-Town“ gründet, wo Fleischessern der Galgen droht und Menschen, die die Stadt mit Kleidung aus Leder betreten wollen, nur nackt Zutritt erteilt wird.
Dass der Comic-Band eine vegane Botschaft vermitteln könnte, ist jedoch vermutlich auszuschließen. Lucky Luke möchte nicht auf sein Steak verzichten und verdient sein Geld damit, auf seinem Pferd Jumper reitend Kühe über die Prärie zu treiben, die schlussendlich getötet und gegessen werden. Die Beschreibung von »Rantanplans Arche« erinnert zudem an die deutsche Kontroverse des „Veggie-Tags“. Damals titelten die Redakteure einer deutschen Boulevardzeitung: „Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!“.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Einschränkung von Tiertransporten in Drittstaaten bekannt gegeben. Deutsche Veterinärbescheinigungen für Exporte lebender Rinder, Schafe und Ziegen zur Zucht werden mit Wirkung zum 1. Juli 2023 zurückgezogen. Zuvor wurden bereits entsprechende Veterinärbescheinigungen für alle Mast- und Schlachttiere aus Deutschland in Drittländer zurückgezogen.
„Wir können nicht länger zusehen, wie Tiere auf langen Transporten leiden oder qualvoll sterben. Deshalb begrenzen wir die Transporte aus Deutschland in Länder außerhalb der EU, soweit wir das selbst können. Damit nationale Beschränkungen nicht umgangen werden, brauchen wir aber auch dringend bessere gemeinsame Regeln in Europa.“, kommentiert Bundesminister Cem Özdemir. „Es ist keinem Tier geholfen, wenn nationale Verbote umgangen werden, indem Tiere zunächst in einen anderen Mitgliedstaat gebracht werden, um sie von dort aus in Drittländer zu exportieren. Die Europäische Kommission sollte nun schnell handeln.“
Ziel der Bundesregierung sei es laut einer Presseerklärung, den Tierschutz beim Transport zu stärken. Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir hat sich daher bereits in Brüssel für ein EU-weites Verbot von Langstreckentransporten eingesetzt. Dazu hatte Özdemir im Juli gemeinsam mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen aus Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Schweden ein Positionspapier zum Tierschutz beim Transport an die EU-Kommission gerichtet, um auf die Dringlichkeit einer Anpassung des EU-Tiertransportrechts hinzuweisen.
Der deutsche Bundesrat hat am 28. Oktober für ein bundesweites Register über verhängte Tierhaltungs- und Betreuungsverbote gestimmt. Damit wird die Bundesregierung gebeten, noch in der laufenden Legislaturperiode eine Rechtsgrundlage für die bundesweite Erfassung der Daten zu verhängten Tierhaltungs- und Betreuungsverboten sowie vergleichbaren Sachverhalten im Tierschutzgesetz zu schaffen, die für eine effektive Überwachung durch die Vollzugsbehörden erforderlich sind.
Laut § 16a des Tierschutzgesetzes können die zuständigen Behörden Tierhalter, die wiederholt oder grob gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, das Halten und Betreuen von Tieren einer bestimmten oder jeglicher Art untersagen. Allerdings lassen sich solche Verbote in der Praxis bei Umzügen in einen anderen Landkreis schwer kontrollieren, da es bis jetzt kein bundesweites Register über verhängte Tierhaltungs- und Betreuungsverbote gibt.
„Ein Tierhalteverbot wird nicht leichtfertig verhängt. Ihm ist meist erhebliches und lang andauerndes Leid von Tieren in der Obhut jener Personen vorausgegangen, und es wird erteilt, um absehbares zukünftiges Leid weiterer Tiere zu verhindern. Dies muss dann aber auch konsequent durchgesetzt werden können. Damit die zuständigen Behörden Tiere tatsächlich aus untersagten Haltungen herausholen und schützen können, müssen Tierhaltungs- und Betreuungsverbote in einem bundesweiten Register erfasst werden. Denn wir sehen in der Praxis, dass die Überwachung über die Kreisgrenze hinaus ohne solch ein Register kaum möglich ist.“, erklärt Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher.
„Wir begrüßen das bundesweite Register für Tierhaltungs- und Betreuungsverbote ausdrücklich, denn regelmäßig entziehen sich Menschen, die Tiere gequält oder schwer vernachlässigt haben, der behördlichen Aufsicht durch einen Umzug. In einem neuen Landkreis fangen sie dann neu an, ohne dass das örtliche Veterinäramt die Vorgeschichte und etwaige Tierhalteverbote kennt. Durch das Register können künftig Fälle von schwerer Tierquälerei durch engmaschige behördliche Kontrollen schon im Vorfeld verhindert werden, daher erwarten wir von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir eine zeitnahe Umsetzung der Bundesratsentschließung.“, kommentiert Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.
Drei Verbände der zellbasierten Lebensmittelindustrie aus den USA, der EU und APAC (Asien-Pazifik) haben eine globale Allianz zur Förderung der Branche angekündigt. Sie besteht aus der Alliance for Meat, Poultry, and Seafood Innovation (AMPS Innovation) aus den USA, der APAC Society for Cellular Agriculture (APAC-SCA) und Cellular Agriculture Europe (CAE) und vertritt 31 der führenden Unternehmen der zellbasierten Landwirtschaft.
Mirte Gosker, Geschäftsführerin von GFI APAC, erklärte dem Magazin Green Queen, dass „globale Herausforderungen globale Lösungen erfordern. Durch die Zusammenführung regionaler Industriekoalitionen aus Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum hat diese neue, weltweite Allianz das Potenzial, einen entscheidenden Wandel herbeizuführen. […] Leider hinken die derzeitigen Vorschriften für alternative Proteine der Verbrauchernachfrage hinterher, und bisher wurden nur wenige standardisierte Best Practices oder technische Empfehlungen umgesetzt“, sagt Gosker. „Die Schaffung einheitlicher, effizienter und wissenschaftlich fundierter globaler Regulierungsrahmen für kultivierte Lebensmittel ist entscheidend für die Maximierung des Potenzials des Sektors, die Umweltzerstörung zu mindern, die Ernährungssicherheit zu stärken und die weltweite Armut zu lindern.“
Die neue Allianz hofft, bei der bevorstehenden UN-Klimakonferenz COP27 mit einer gemeinsamen Stimme aufzutreten und sich strategischer mit dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex) auseinanderzusetzen, sowie auf eine gemeinsame Initiative der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Schaffung internationaler Lebensmittelstandards.
Die Albert Schweitzer Stiftung hat Undercover-Aufnahmen aus dem Maststall eines Lidl-Lieferanten in Niedersachsen veröffentlicht, das die Folgen der Qualzucht und schreckliche Haltungsbedingungen offenlegt.
Die Aufnahmen entstanden bei verdeckten Ermittlungen über mehrere Tage im Sommer 2022. Die Hühner des Lieferanten werden nach Informationen der Tierschützer unter anderem zu Produkten der Lidl-Eigenmarken „Metzgerfrisch“ und „Grillmeister“ verarbeitet. In den Aufnahmen sind kranke, sterbende, tote und verweste Tiere zu sehen sowie Mitarbeiter, die in den riesigen, vollen Ställen offenbar tote Tiere übersehen, die zwischen ihren Artgenossen bis zur Verwesung liegen bleiben.
Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, sagt, Lidl macht sich unglaubwürdig: „Lidls Hühnerfleisch aus ‚Stallhaltung Plus‘ kommt von Qualzucht-Hühnern aus trostlosen Massenställen. Das belegen die Recherchen. Stellt Lidl sich das unter ‚Qualität‘ und ‚Tierwohl‘ vor? Wir fordern Lidl auf, Verantwortung zu übernehmen: Setzen Sie die Mindeststandards der Europäischen Masthuhn-Initiative für alle Hühner um!“ Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert Lidl im Zuge der Veröffentlichung der Undercover-Recherchen auf, Verantwortung für die Zustände bei seinen Lieferanten zu übernehmen und die größten Probleme der Hühnermast, allen voran die Qualzucht, anzupacken.
Die Stiftung hat eine Petition gestartet, über die man sich der Forderung der Albert Schweitzer Stiftung an Lidl anschließen kann. Die Stiftung plant zudem in den kommenden Tagen online und offline Aktionen, u. a. vor Lidl-Märkten, bei denen sie auch die Filmaufnahmen aus dem Stall zeigen wird.
Alaska hat den Fang von Schneekrabben in der Saison 2022/2023 erstmals untersagt, da eine Analyse des zuständigen Ministeriums eine alarmierend geringe Population im Beringmeer festgestellt hatte. Diese sank von rund acht Milliarden im Jahr 2018 auf eine Milliarde im Jahr 2021. Die Behörden begründen das Aussetzen der Fangsaison mit der Überfischung und geben außerdem den Klimawandel als entscheidenden Faktor für das Verschwinden der Krabben an.
Man geht davon aus, dass die wärmeren Meere eine besondere Herausforderung für die Jungtiere der Krebse darstellen, da sie in Kaltwasserbecken auf dem Meeresboden heranwachsen, die vom schmelzenden Meereis gespeist werden. Das beschleunigte Schmelzen in Verbindung mit dem wärmeren Wasser hat wahrscheinlich den verfügbaren Lebensraum verkleinert, indem es diese kalten Aufwuchsgebiete über die für die Jungtiere notwendige Höchsttemperatur von 2 °C drückte.
Benjamin Daly, Forscher am Ministerium für Fisch und Wild in Alaska (ADF&G), sagte dem Sender CNN: „Die Schneekrabbe ist bei Weitem die am häufigsten vorkommende Krabbenart in der Beringsee, die kommerziell gefangen wird. Der Schock und das Erstaunen über das Fehlen von mehreren Milliarden Tieren in der Population ist also nicht zu unterschätzen.« Schwindende Krabbenbestände bedeuten auch eine fehlende Nahrungsquelle für Raubtiere, die an anderer Stelle im Ökosystem aufgefangen werden muss.
Die Regierung Neuseelands hat ihre Pläne zur Besteuerung der Treibhausgasemissionen von sogenannten Nutztieren vorgestellt und hofft, ihn bis zum nächsten Jahr absegnen lassen und innerhalb von drei Jahren umsetzen zu können. Damit wäre das die weltweit erste Steuer dieser Art.
Die Regelung sieht vor, dass die Landwirte für die Methangasemissionen ihrer Rinder sowie für das Distickstoffoxid im Urin der Tiere zahlen. Premierministerin Jacinda Ardern sagte, der „pragmatische Vorschlag“ würde die landwirtschaftlichen Emissionen reduzieren und gleichzeitig die Produkte nachhaltiger machen, indem er die „Exportmarke“ Neuseelands stärkt.
Andrew Hoggard, Präsident der Lobbygruppe Federated Farmers, sagte, die Regelung würde „den Kleinstädten Neuseelands die Eingeweide herausreißen“. Die Steuer könne die Landwirte dazu zwingen, Bäume auf Feldern anzubauen, die derzeit für die Viehzucht genutzt werden. Die Die Interessengemeinschaft „Beef + Lamb New Zealand“ erklärte, der Plan berücksichtige nicht die bereits bestehenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Treibhausgase. „Neuseeländische Landwirte haben mehr als 1,4 Millionen Hektar einheimischen Waldes auf ihrem Land, der Kohlenstoff absorbiert“, sagte der Vorsitzende Andrew Morrison. „Es ist nur fair, dass dies in jedem Rahmenwerk von Anfang an angemessen berücksichtigt wird.
Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie bietet der Fußballverein VfL Bochum 1848 ab dem Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin am 23. Oktober im Vonovia Ruhrstadion vegane Alternativen zu Brat- und Currywurst von THE GREEN MOUNTAIN an. „Wir freuen uns riesig auf die neue Partnerschaft. Die Bochumer Klubverantwortlichen sind dynamisch, denken nicht in starren Strukturen und sind bereit, neue Wege zu beschreiten und mit innovativen, kleinen Manufakturen wie uns zu kooperieren“, sagt THE GREEN MOUNTAIN-Geschäftsführer Werner Ott.
Die vegane Version wird dabei zum gleichen Preis wie die tierische Brat- und Currywurst erhältlich sein. So will der Verein dazu beitragen, mit Vorurteilen gegen pflanzliche Produkte aufzuräumen und zeigen, wie schmackhaft diese sind. „Wir wollen ein freundliches Premium-Angebot bieten und auch darauf hinweisen, dass vegane Ernährung viermal weniger CO2 verbraucht. Wenn die Fans die Stadionwurst probieren und keinen Unterschied zu ihrer gewohnten Bratwurst merken, dann fallen die letzten Vorurteile“, betont Werner Ott.
In diesem Jahr verkündeten bereits Red Bull Leipzig, nun auch vegane Stadionwurst von Veganz in allen Stadion-Kiosken zum gleichen Preis wie tierische Wurst zu verkaufen und auch der Fußballverein SV Darmstadt 98 gab bekannt, im Merck-Stadion am Böllenfalltor vegane Bockwürstchen ihres neuen neuen Sponsors VANTASTIC FOODS anzubieten.
Seien es die gesundheitlichen Folgen des aktuellen Fleischkonsums, die fatale Klimabilanz der vorherrschenden Landwirtschaft oder das unfassbare Leid der Tiere – es gibt viele Gründe für eine umfassende Transformation unseres Ernährungssystems. Die Philosophin Friederike Schmitz zeigt in ihrem neuen Buch »Anders satt – Wie der Ausstieg aus der Tierindustrie gelingt«, wie ein politisch organisierter Ausstieg aus der Tierindustrie möglich ist und liefert dafür die entscheidenden Fakten und konkrete Lösungsvorschläge sowie neue Impulse für die gesellschaftliche Debatte.
Friederike Schmitz ist promovierte Philosophin, Autorin und eine der profiliertesten Stimmen der deutschen Tierrechtsbewegung. Zu ihren Veröffentlichungen zählen der Sammelband „Tierethik. Grundlagentexte“ und die Bücher „Tiere essen – dürfen wir das?“ und „Tierethik: kurz + verständlich“. In Artikeln, Seminaren und Vorträgen setzt sie sich seit Jahren faktenbasiert mit den Folgen der Tierindustrie und den Alternativen auseinander. Als gefragte Gesprächspartnerin in den Medien und bei Veranstaltungen diskutiert sie regelmäßig mit Menschen aus Landwirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft darüber, was sich in unserem Ernährungssystem und an unserem Verhältnis zu sogenannten Nutztieren ändern muss.
Friederike’s Bücher können Sie hier finden:
Die Tierschutzorganisation In Defense of Animals hat eine Kampagne gestartet, die den britischen König Charles III. dazu auffordert die Windsor Dairy Farm zu einem Lebenshof umzufunktionieren, oder die dort gehaltenen Tiere zumindest einem bestehenden Lebenshof zu übergeben. In der Windsor Farm werden aktuell 200 Rinder (deren Milch wird u.a. zur Herstellung von Windsor Castle Eiscreme verwendet), 140 Schweine und über 1.000 Hühner gehalten. Die Kampagne wird von der veganen Schauspielerin Evanna Lynch, bekannt durch die Rolle „Luna“ von Harry Potter, unterstützt.
Die verstorbene Queen ist zwar als Tierliebhaberin bekannt gewesen, jedoch hat sich das britische Königshaus und auch die Queen selbst seit je her an grausamer Tierausbeutung beteiligt. Beispielsweise mussten zwischen 2014 und 2019 bis zu 1.000 Bären für 891 der ikonischen Hüte für die Garde der Königin sterben. Desweiteren sind die Mitglieder der königlichen Familie leidenschaftliche Jäger. Prinz Philipp alleine tötete bei einer Jagd während 5 Wochen 15.500 Vögel. Außerdem war die Queen eine begeisterte Pferdezüchterin und liebte Pferderennen und ihre Tochter Prinzessin Anne sagte in einer Rede auf einer Konferenz der World Horse Welfare Charity, dessen Präsidentin sie sogar ist: „Sollten wir einen echten Markt für Pferdefleisch in Betracht ziehen und würde dies die Zahl der Tierschutzfälle verringern, wenn es einen echten Wert im Pferdefleischsektor gäbe?“
Diese und weitere Beispiele lassen ernsten Zweifel daran erwecken, dass das britische Königshaus das Recht der Tiere erkennt, ohne Ausbeutung von Menschen zu leben. Doch die Hoffnung nach Zugzwang durch öffentlichen Druck bleibt.
Auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz (COP27) vom 6.-18. November wird erstmalig ein Zusammenschluss von 15 internationalen Führungspersönlichkeiten aus dem Lebensmittelbereich das Thema Ernährung zu einem der Schwerpunkte der Klima-Verhandlungen machen. Der „Food Systems Pavilion“ wird sich damit beschäftigen wie das globale Lebensmittelsystem als Mitverursacher der Klimakatastrophe transformiert werden kann. Dabei wird auch über die Rolle von veganen und zellbasierten Lebensmitteln diskutiert.
Alice Ravenscroft, Leiterin der Abteilung Politik beim Good Food Institute Europe, die eine der teilnehmenden Experten ist, sagte dazu: „Es ist großartig, dass wir auf der COP27 endlich das Thema Ernährung auf die Tagesordnung setzen und mit den Regierungen darüber sprechen können, wie unser globales Lebensmittelsystem von einer Ursache des Klimawandels in eine Lösung verwandelt werden kann. Pflanzliches und kultiviertes Fleisch sind entscheidend, um die wachsende Nachfrage nach Fleisch mit einem Bruchteil der Emissionen der industriellen Tierhaltung zu bedienen. Und da sie viel weniger Land benötigen, können diese Lebensmittel die globale Ernährungssicherheit unterstützen und gleichzeitig Raum für die Wiederherstellung der Natur und eine nachhaltigere Landwirtschaft schaffen. Ich freue mich darauf, auf der COP27 mit politischen Entscheidungsträgern darüber zu sprechen, wie Investitionen in frei zugängliche Forschung dazu beitragen können, das enorme Potenzial dieser nachhaltigen Proteine auszuschöpfen.“
Die Food-Bloggerin Syl Gervais hat ihr neues Buch „Meine vegane Speisekammer – Gesunde Vorräte einfach selbst machen“ veröffentlicht. In diesem umfassenden Buch präsentiert sie einfache Techniken und Tipps, um Lebensmittel für die Vorratshaltung haltbar zu machen und diese mit Hilfe ihrer Rezepte weiterzuverarbeiten.
In 2019 wurde Syl’s erstes Buch „My little green kitchen“ mit 2 Buchpreisen ausgezeichnet: der Goldmedaille als bestes Buch der Kategorie “Obst | Gemüse | Kräuter“ im 53. Literarischen Wettbewerb der Gastronomischen Akademie Deutschlands und mit Bronze als Koch-Autoren Kochbuch im Österreichischen Prix Prato-Kochbuchpreis 2020. Noch im selben Jahr eröffnete sie die Wilde Fermente Akademie mit Workshops rund um das Thema „Fermentieren“; 2020 folgte die Wilde Fermente Online Akademie.
Das Bundeskabinett hat den Gesetzesentwurf zur Tierhaltungskennzeichnung gebilligt. Dieser soll die Haltungsform sogenannter Nutztiere auf dem Produkt erkennbar machen. Die Kennzeichnung wird dabei allerdings sowohl von Bauern als auch von Tierschützern starkt kritisiert. Sie gilt nur für aus Deutschland stammendes Schweinefleisch (für andere Tierarten nicht) und weist zudem erhebliche Lücken auf. Beispielsweise dürfen betäubungslos kastrierte Ferkel weiter aus dem Ausland importiert werden, verarbeitete Fleischwaren wie Wurst sind in der Regelung nicht inkludiert. Großverbraucher und die Gastronomie sind von der Kennzeichnungspflicht ebenfalls ausgenommen. Bereiche wie Transport und Schlachtung bleiben ebenfalls unangetastet. Tierschützer kritisieren zudem, dass die Kennzeichnung lediglich den Status Quo darstelle und den Verbrauchern suggeriere, dass ein ethischer Fleischkonsum möglich sei.
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes kommentierte die Kennzeichnung schon vor der Billigung mit folgenden Worten „[Man verweigert] mit beschönigenden Bezeichnungen den Verbrauchern die notwendige Transparenz: Die Haltungsform „Stall“ etwa suggeriert Bauernhofidylle, bedeutet für Schweine jedoch ein Leben auf Spaltenböden in engen, unstrukturierten Produktionsstätten – mit künstlichem Licht und Luftzufuhr.“ Die Tierrechtsorganisation PETA bezeichnet das Label als „Verbrauchertäuschung, die keinem Tier hilft“.
Zum Welttierschutztag am 4. Oktober wurde die „Montreal Declaration on Animal Exploitation“ zur Beendigung der Tierausbeutung veröffentlicht, die mittlerweile von über 530 renommierten Forschern im Bereich der Moralphilosophie und der politischen Philosophie unterzeichnet wurde. Unter ihnen sind viele bekannte Namen wie Peter Singer (Autor von „Animal Liberation“), Friederike Schmitz (Autorin von „Anders satt – Wie der Ausstieg aus der Tierindustrie gelingt), Richard Ryder (Autor von „Animal Revolution“) und Carol J Adams (Autorin von „The Sexual Politics of Meat“).
In der Deklaration erklären sie die Ausbeutung von Tieren für ungerecht und moralisch nicht vertretbar, da sie mit einem schwerwiegenden Verstoß gegen die grundlegendsten Interessen nicht-menschlicher Tiere einhergeht. Auch die Angehörigkeit einer anderen Spezies ändere nichts an diesem Umstand: „Auch wenn es natürlich erscheint, dass die Interessen von Tieren weniger zählen als die vergleichbaren Interessen von Menschen, hält diese speziesistische Intuition einer genauen Prüfung nicht stand. Bei sonst gleichen Bedingungen kann die bloße Zugehörigkeit zu einer biologischen Gruppe (unabhängig davon, ob sie durch die Art, die Hautfarbe oder das Geschlecht definiert wird) keine ungleiche Berücksichtigung oder Behandlung rechtfertigen.“
Auch die unterschiedlichen Grade an Intelligenz schließen die Autoren als Rechtfertigung der Ausbeutung aus: „Bestimmte hoch entwickelte kognitive Fähigkeiten führen zwar zu besonderen Interessen, die wiederum eine besondere Behandlung rechtfertigen können. Aber die Fähigkeiten eines Menschen […] ändern nichts an der Berücksichtigung seines Interesses, Freude zu empfinden und nicht zu leiden. Die Interessen der Intelligenten unter uns zählen nicht mehr als die entsprechenden Interessen der weniger Intelligenten. Etwas anderes zu behaupten, würde bedeuten, die Menschen nach Fähigkeiten zu bewerten, die keine moralische Relevanz haben. Eine solche ableistische Haltung wäre moralisch nicht zu rechtfertigen.“
Sie schlussfolgern: „Die Ausbeutung von Tieren ist von Grund auf ungerecht, weil sie den Tieren unnötig schadet. Dementsprechend ist es unerlässlich, auf ihre Abschaffung hinzuarbeiten […].“