Wolläffchen Estrellita

Verfassungsgericht von Ecuador erkennt in einem wegweisenden Urteil die Rechte von Tieren an

Ecuador war das erste Land der Welt, das die Rechte der Natur in der Verfassung verankert hat. Nun hat das Verfassungsgericht Ecuadors festgelegt, dass „wilde Arten und ihre Individuen das Recht haben, nicht gejagt, gefischt, gefangen, gesammelt, extrahiert, gehalten, gehandelt oder getauscht zu werden“ – und alle einen individuellen Wert besitzen. Darüber hinaus stellte das Gericht fest, dass die Rechte eines Wildtiers auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit unabhängig von den Ansprüchen, Absichten oder Wünschen Dritter geschützt werden müssen. Das Urteil hebt nicht nur den rechtlichen Status nichtmenschlicher Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Naturrechte Ecuadors, sondern verlangt auch, dass neue Gesetze zum Schutz der Rechte von Tieren ausgearbeitet werden.  

Die Entscheidung des Gerichts geht auf eine Klage einer Frau zurück, die diese im Namen eines Wolläffchens, das 18 Jahre lang in ihrem Haus gelebt hatte, eingereicht hatte. Die Umweltbehörden hatten die Äffin Estrellita beschlagnahmt, da der „Besitz eines Wildtiers“ nach ecuadorianischem Recht verboten ist, und brachten sie in einen Zoo, wo sie innerhalb eines Monats starb. Das Gericht entschied, dass durch die erzwungene Umsiedlung die Rechte des Tieres verletzt wurden.

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