Start-up-Marke Fisch vom Feld hat das erste vegane Schlemmerfilet auf den Markt gebracht. Das Schlemmerfilee Bordelaise Style kommt ganz ohne Aromen und Geschmacksverstärker aus – Blumenkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Kartoffel, Leinöl und Hanfsamenprotein werden zu einer dezenten Fisch-Geschmacksnote kombiniert. Das spezielle Topping sorgt für die perfekte Alternative zum klassischen Schlemmerfilet.

Wilk, ein Unternehmen, das aus milchproduzierenden Brustzellen zellbasierte menschliche und tierische Milch und Milchbestandteile entwickelt, hat die Patentgenehmigung für Methoden und Systeme für die In-Vitro-Milchproduktion erhalten. “Dies wird (…) (uns) einen Schritt näher an das ultimative Ziel (bringen), die Milchindustrie zu revolutionieren.“, sagt Tomer Aizen, CEO von Wilk.

Da die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Unternehmens weiter voranschreiten, plant Wilk für die Zukunft die Produktion sowohl von regulärer Kulturmilch als auch von speziell kultivierter menschlicher Muttermilch, die die Hauptbestandteile der Förderung der Gesundheit und Entwicklung von Säuglingen enthält.

Die öffentliche Empörung um den französischen Fußball-Nationalspieler Kurt Zouma ist groß, nachdem ein Video des Verteidigers von West Ham United veröffentlicht wurde, in dem er seine Katze tritt, einen Schuh nach ihr wirft und ihr auf die Schnauze schlägt. Daraufhin leitete die britische Tierschutzorganisation Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) Ermittlungen gegen ihn ein, sein Verein verhängte eine Geldstrafe von knapp 300.000 Euro, Sponsor Adidas kündigte den Vertrag mit ihm, der französische Nationaltrainer droht damit, ihn nicht mehr einzusetzen und mehrere hochrangige Politiker äußerten sich bestürzt über sein Verhalten.

Bezugnehmend auf diese Vorfälle veröffentlichte sowohl der Aktivist Earthling Ed als auch der Philisoph Cosmic Skeptic auf ihren YouTube-Kanälen Videos zu diesem medialen Aufschrei. Darin besprechen sie den Doppelstandard unserer Gesellschaft in Bezug auf die Ungleichbehandlung von sogenannten Haus- und Nutztieren trotz vergleichbarer Leidensfähigkeit.

The Good Food Institute griff kürzlich in einem Online-Artikel Zahlen aus dem Report „Food for Thought“ aus verganenem Jahr von Blue Horizon und BCG auf, in dem prognostiziert wird, dass pflanzliche Fleischalternativen deutlich günstiger werden und bis 2023 durchschnittlich nur noch so viel kosten werden wie herkömmliches Fleisch.

Laut dem GFI-Artikel werden Fortschritte bei der Preisparität nicht nur durch die Senkung der Produktionskosten für pflanzliches Fleisch beeinflusst, sondern auch durch Markteffekte, die die Kosten für konventionelles Fleisch erhöhen. Jüngste Einflüsse wie höhere Inputkosten, Probleme bei der Fleischverarbeitung, höhere Löhne für Arbeiterinnen und Arbeiter und Unterbrechungen der Lieferkette sorgen dafür, dass konventionelles Fleisch starken Preisschwankungen unterliegt. Im Herbst 2021 verzeichneten konventionelle Fleischkategorien wie Rind-, Hühner- und Schweinefleisch zweistellige Preissteigerungen im Vergleich zur gleichen Woche im Jahr 2020, während die Preise für pflanzliches Fleisch im Vergleich zum Vorjahr gesunken oder gleich geblieben sind.

Im Jahr 2019 schloss die letzte Pelzfarm in Deutschland. Doch jedes Jahr sieht man insbesondere in den beginnenden Herbst- und Wintermonaten viele Mützen mit Fellbommel oder Jacken mit modischem Fellkragen. Kleidung soll sich in der kalten Jahreszeit auch schließlich flauschig und weich anfühlen. Zwar entfernen sich die aktuellen Modetrends mehr und mehr vom Echtpelzmantel, aber nichtsdestotrotz zieren immer noch Millionen Nerze, Maderhunde, Füchse und andere Tiere Kapuzen, oder dienen als flauschiges Accessoire an Mützen, Handschuhen oder Schlüsselanhängern.1 Obwohl viele Menschen der Meinung sind, es sollten für Mode keine Tiere gequält oder getötet werden2, ist es vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern schlichtweg nicht bewusst, dass sie ein Produkt mit Echtfell tragen und gehen davon aus, es handele sich um ein Kunstprodukt.

Entgegen des weit verbreiteten Glaubens, dass der Preis dafür ein Indikator sei, findet man ihn vor allem bei sehr günstiger Kleidung, da Echtpelz durch die Massentierhaltung zu einem sehr billigen Produkt geworden ist.3 So kommt es dazu, dass jedes Jahr Millionen Tiere für Ihren Pelz unter qualvollen Bedingungen gehalten und schließlich getötet werden.4 Aber doch nicht in Europa, oder?

Der größte Teil des weltweiten Echtpelzes stammt aus sogenannten Pelzfarmen. Die in der Pelztierzucht verwendeten Füchse, Nerze, Marderhunde, Iltisse, Kaninchen, Chinchillas etc. sind sehr neugierige, aktive Tiere mit einem komplexen Sozialleben und nur in sehr begrenztem Umfang domestiziert.5 Diese Tiere, die später als Modeaccesoir dienen, werden innerhalb der Pelzfarmen in kleinen Gitterkäfigen eingesperrt und leiden dadurch häufig an Verletzungen an Pfoten und Beinen, oder haben qualvolle Augenentzündungen, die in den meisten Fällen unbehandelt bleiben. Durch die fehlende Bewegungsfreiheit und Beschäftigungsmöglichkeit werden die Tiere jedweder Möglichkeit beraubt ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzukommen, wodurch es zu massiven Verhaltensstörungen kommt.6

Vor allem im Rahmen der Covid-19-Pandemie geriet die Branche der Pelzzucht vermehrt in den Fokus der Berichterstattung, da Pelzfarmen SARS-CoV-2 als regelrechte Brutstätten dienten. Bei Covid-19 handelt es sich um eine zoonotische Infektionskrankheit, die von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist. Die wissenschaftlich bestätigte Ursache solcher Zoonosen ist das dichte Aufeinandertreffen von Menschen mit Tieren, wie man es in der industriellen Tiernutzung findet, oder auch die vermehrte Begegnung mit Wildtieren aufgrund des stetigen menschlichen Vordringens in Lebensräume. Da es – wie auch bei der landwirtschaftlichen Intensivtierhaltung – innerhalb von Pelzfarmen zu einem dichten Aufeinandertreffen vieler Tiere und Menschen kommt, begünstigt dies die Entstehung und Ausbreitung von Zoonosen.7 Auch der medial bekannte Virologe Christian Drosten der Berliner Charité spricht in einem Interview mit dem Ärzteblatt zu den unterschiedlichen Hypothesen der Herkunft von SARS-CoV-2. Er sieht die chinesische Pelzindustrie als die plausibelste Ursache dieser Pandemie und führt dies auf den klar belegten Ursprung des sehr eng verwandten SARS-1 Virus aus dem Jahr 2003 zurück. Einen möglichen Infektionsweg zwischen Mensch und Tier sieht Drosten darin, dass den Marderhunden und Schleichkatzen häufig lebendig das Fell abgezogen werde, weshalb durch die ausgestoßenen Todesschreie und dem Brüllen der Tiere Aerosole entstünden, wodurch sich der Mensch mit dem Virus infizieren könne.8 Auch wenn die Ursache von SARS-CoV-2 noch nicht ausreichend erforscht ist, hat sich das Virus rasant innerhalb der Pelzfarmen ausgebreitet und so dazu geführt, dass weltweit viele Millionen Tiere getötet werden mussten.

Alleine in Dänemark wurden insgesamt 17 Millionen Nerze „gekeult“, da sich Mutationen des Coronavirus von erkrankten Menschen auf die Tiere übertrugen, sich innerhalb der Tiere verbreiteten und über die Farmarbeiter schließlich wieder auf den Menschen übertragen hatten.9 Auch die im Januar 2021 erschienene Risikobewertung der WHO in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat das Gesamtrisiko der Einschleppung und Ausbreitung von SARS-CoV-2 innerhalb der Pelztierfarmen in Europa aufgrund der „höchsten Anzahl an Pelzfarmen“ als hoch eingestuft.10 Publikationen wie diese zeigen, dass die tierethischen Belange der landwirtschaftlichen Tierhaltung und Praktiken wie Pelzzucht, Jagd und Wildtierhandel nicht nur im Interesse der Tiere starke Veränderungen benötigen, sondern auch im Eigeninteresse der Gesundheit des Menschen, um zukünftigen Pandemien vorzubeugen.11

Ein kleinerer Teil des Echtpelzmarktes, der nicht in Pelzfarmen produziert wird, stammt aus der Jagd von Wildtieren mit Schusswaffen oder Fallen. Zu den am meisten gejagten Tieren zählen Füchse, Kojoten, Rotluchse, Waschbären, Wildkaninchen oder Robben.12 Teilweise suggerieren Pelzverkäufer geradezu etwas Gutes mit dem Kauf eines Pelzes von einem gejagtem Tier zu tun, da die entsprechenden Tiere aus Überpopulationen stammen würden und entsprechend zum Wohle der Natur aus ökologisch sinnvollen Gründen ohnehin bejagt werden müssten. Dies ist jedoch lediglich ein Scheinargument, welches zur Gewissensberuhigung der Konsumierenden im Marketing gezielt eingesetzt wird. Allein der Blick auf unser Nachbarland Luxemburg, in dem die Jagd auf Füchse seit 2015 verboten ist, zeigt weder einen Anstieg der Fuchspopulation noch eine Zunahme von Wildtierkrankheiten und überdies einen Rückgang der Prävalenz des Fuchsbandwurms. Die Populationszahlen weisen demnach ganz ohne den Eingriff des Menschen auf einen stabilen und gleichbleibenden Bestand hin.13 Weiterhin zeigt eine Vielfalt an Studien, dass der Bestand von Rebhühnern, Feldhasen oder Feldlerchen nicht aufgrund eines hohen Fuchsbestands massiv zurückgegangen ist, sondern aufgrund des Verlusts an Lebensraum, welcher ursächlich dem Menschen zuzuordnen ist.14 Doch auch ungeachtet der ökologischen Notwendigkeitsdebatte der Wildtierjagd müssen wildgefangene Tiere oftmals unter ebenfalls besonders qualvollen Bedingungen sterben.

Leider werden Pelz tragende Wildtiere in vielen Ländern, einschließlich in den meisten Teilen Deutschlands, mit sogenannten Totschlagfallen gejagt. Diese Fallen töten allerdings die Tiere in den meisten Fällen nicht direkt, sondern verursachen starke Verletzungen von tiefen Fleischwunden bis hin zu gebrochenen Gliedmaßen. Entweder müssen diese Tiere mit massiven Schmerzen auf ihren Tod warten oder beißen sich teilweise sogar eingeklemmte Pfoten ab und schleppen sich schwer verletzt davon.15,16 Da diese Art der Jagd keinerlei Selektivität gewährleistet, gelangen zudem nicht selten auch vom Aussterben bedrohte oder geschützte Arten in die Fallen und verenden qualvoll.17 Alles in allem kann festgehalten werden, dass keine Art der Pelzgewinnung tierfreundlich oder tierethisch korrekt, sondern mit grausamen Qualen der betroffenen Tiere verbunden ist.

Die Gesetzliche Lage zur Pelzindustrie in Deutschland und Europa

Die gesetzliche Regelung der Pelztierzucht basiert in Europa auf einer Richtlinie über den Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere, die auf der im Jahr 1999 vom Europarat verabschiedeten Empfehlung für Pelztiere in Farmen beruht.18 Leider ermöglicht diese eine Käfighaltung auf engstem Raum und Drahtgitterböden, was aus tierschutzrechtlicher Sicht mehr als verwerflich ist. Nichtsdestotrotz haben einige europäische Länder trotz fehlender strengerer Regulierung der EU eigenständig die landesspezifischen Gesetzgebungen angepasst. So wurden in Österreich, Luxemburg, Großbritannien, Kroatien, Slowenien, Serbien, Mazedonien sowie Bosnien und Herzegowina Pelzfarmen gesetzlich verboten. Insbesondere die Covid-19-Pandemie scheint weitere Länder dazu bewegt zu haben gesetzliche Anpassungen zur Pelztierzucht vorzunehmen. So haben auch die Niederlande, einer der bislang größten Nerzfellproduzenten Europas, im Jahr 2020 das Ende für Pelzfarmen in ihrem Land bekannt gegeben. Auch Tschechien, Belgien, Italien und die Slowakei erklärten aufgrund von Bedenken des Tierschutzes und angesichts der Risiken für die öffentliche Gesundheit die Pelztierzucht zu beenden.19 In Deutschland wurden im Jahr 2017 strengere Regulierungen mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren beschlossen.20 Darin legte man zwar kein gesetzliches Verbot von Pelzfarmen in Deutschland fest, jedoch minimale Haltungsanforderungen, wie zum Beispiel mehr Platz, Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie teilweise befestigte Böden. Diese gesetzlichen Anforderungen an die Haltungsbedingungen haben dazu geführt, dass die Pelztierzucht unrentabel wurde und so bereits im Jahr 2019 die letzte Pelzfarm in Deutschland schloss. Zwar hat auch die Ampel-Regierung im Koalitionsvertrag das Ziel eines EU-weiten Verbots der Pelztierzucht aufgeführt, doch halten verschiedene Politikexperten & -expertinnen die Umsetzung für schwer durchsetzbar, da sich einige Länder der EU – unter anderem Dänemark, Spanien, Polen und Finnland – gegen ein Verbot der Pelztierzucht in Europa aufgrund starker wirtschaftlicher Interessen wehren.21

Ein Ende der Pelztierzucht in Europa würde allerdings kein Ende des europäischen Handels mit Echtpelz bedeuten. Denn trotz des sichtbaren Rückgangs europäischer Pelzfarmen, ist die Nachfrage gleich geblieben.22 Da ein europäisches Import- und Handelsverbot von Echtpelz in weiter Ferne scheint, profitieren vor allem nicht-europäische Pelztierfarmen, wie zum Beispiel chinesische Produzenten, von der sinkenden europäischen Konkurrenz. Einige wenige Städte und Länder, beispielsweise Los Angeles, Indien, Israel und Neuseeland, haben bereits ein Import- und Verkaufsverbot von Echtpelzen gesetzlich festgehalten und sind damit den europäischen Staaten einen wichtigen Schritt voraus.23 Ein weiteres wichtiges Regelwerk im Rahmen des europäischen Pelzmarktes ist die Textilkennzeichnungsverordnung des Europäischen Parlaments und des Rates aus dem Jahr 201124

Diese schreibt vor, dass tierische Materialien wie Echtpelz, Leder, Federn, Daunen und Knochen mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet sein müssen. Obwohl die Verordnung der EU weiterhin festlegt, dass die Etikettierung oder Kennzeichnung dieser Produkte nicht irreführend dargestellt und für den Verbraucher schwer verständlich sein darf, müssen weder der wissenschaftliche oder zoologische Name der Tierart benannt sein, noch die Herkunft oder die Art der Gewinnung des Fells.25 Doch selbst die Umsetzung des einfachen Hinweises im Etikett wird weder konsequent eingehalten noch vom Gesetzgeber überprüft.




So zeigt eine Untersuchung des Deutschen Tierschutzbundes e.V. aus dem Winter 2018/2019, welcher Stichproben in Hamburg und München in unterschiedlichen Einzelhandelskategorien zu den europäischen Vorgaben der Textilkennzeichnung durchgeführt hat, dass lediglich 22 Prozent der Textilprodukte mit Echtfell gemäß der EU-Textilkennzeichnungsverordnung richtig deklariert wurden. Bei insgesamt 61 Prozent der Produkte gab es überhaupt keinen Hinweis auf Echtfell sowie falsche Kennzeichnungen als Kunstfell.26 Tierschützerinnen und Tierschützer haben außerdem in zehn anderen europäischen Ländern Kleidungsstücke untersucht und in allen untersuchten EU-Staaten gab es eindeutige Kennzeichnungsverstöße. Besonders häufig trat diese Falschetikettierung bei Modeartikeln unter 50 Euro auf. Aufgrund fehlender Kontrollen der EU-Verordnung kommt es also dazu, dass geltendes Recht nicht überprüft wird und dadurch Verbraucher keine informierte und bewusste Kaufentscheidung treffen können.27

Ein Blick in die Zukunft

Als positive Entwicklung ist die wachsende Liste von Modekonzernen zu nennen, die sich vom grausamen Echtpelz abwenden und der sogenannten „Fur Free Alliance“ beitreten. Diese ist eine internationale Tierschutzorganisation, die mit ihrem „Fur Free Retailer“-Programm Unternehmen darin unterstützt den Verkauf von Echtpelz einzustellen. Mit diesem Programm sollen Unternehmen dazu ermutigt werden, pelzfreie Materialien zu verwenden und sich öffentlich gegen die Gewalt an Tieren zu positionieren. Unter anderem haben sich Mode- und Luxusriesen wie Moncler und Saint-Laurent diesem Programm angeschlossen und sich dazu verpflichtet Echtpelz aus allen zukünftigen Kollektionen zu entfernen.

Demgegenüber steht das von der Pelzindustrie initiierte und finanzierte Projekt „WelFur“, welches behauptet ein hohes Maß an Tierschutz in Pelzfarmen zu gewährleisten. Einige Untersuchungen zeigen jedoch, dass WelFur die gravierenden Tierschutzprobleme der Pelzproduktion weiterführt.28 So konnte die von der Fur Free Alliance im Jahr 2020 durchgeführte Untersuchung „Certified Cruel“ aufzeigen, wie das grausame System der intensiven Käfighaltung innerhalb der Pelzfarmen mit diesem Zertifikat weiterhin bestehen bleibt. Erkenntnisse wie diese zeigen, dass einige Modemarken aus Marketing-Gründen von „tierfreundlichen“ Pelzen sprechen, obwohl diese Tiere weiterhin unter widrigsten Bedingungen gehalten werden und am Ende ohne jegliche Notwendigkeit ihre eigene Haut über die Ohren gezogen bekommen.29

Wie auch bei dem Konsum anderer tierischer Produkte, sollten wir uns im klaren darüber sein, dass die Nutzung von Tieren als Ressource immer mit der Ausbeutung eben dieser einhergeht. Anders als bei tierischen Lebensmitteln ist es allerdings nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich um ein tierisches Produkt handelt. Zwar gibt es Indizien, die auf Kunst- oder Echtpelz hinweisen können, doch ein sicheres Urteil kann nur ein Labortest fällen.


Wer also wirklich sichergehen möchte, keinen Echtpelz zu tragen, sollte daher keinerlei Produkte mit Pelz kaufen. Mit einem europaweiten Import- und Handelsverbot von Echtpelz müssten nicht mehr Millionen Tiere völlig unnötig für die Pelzindustrie gequält und getötet werden. Technisch ist es schon lange möglich Pelz synthetisch herzustellen, der sich von Weichheit und Aussehen kaum mehr von echtem Pelz unterscheidet. Krisen wie die Covid-19-Pandemie zeigen außerdem, dass der verachtende Umgang mit Tier und Natur nicht nur grausame Schicksale auf Seiten der Tiere verursacht, sondern auch die Gesundheit des Menschen massiv bedroht.

Seit 18. Mai können sich EU-Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe ihrer Unterschrift für ein Verbot der Pelztierhaltung in Europa einsetzen. Die Europäische Bürgerinitiative Fur Free Europe hat das Ziel, die Haltung und Tötung von Tieren zur Pelzgewinnung sowie das Inverkehrbringen von Pelzen zu beenden.  Innerhalb eines Jahres müssen nun EU-weit eine Millionen verifizierte Unterschriften von Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus mindestens sieben Mitgliedstaaten gesammelt werden, damit die EU-Kommission sich mit der Initiative befasst. 
Hier Petition unterschreiben

Autorin: Verena Krah arbeitet als Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin im Bereich Public Health, hat großes Interesse an tierethischen Themen und lebt aus Überzeugung vegan.

Co-Autorin: Katharina Frauenknecht ist Chefredakteurin bei VeganNews

Quellen

  1. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2020) Die Wahrheit über Pelz. Pelzbommel, Pelzkragen oder Pelzbesatz: Auch kleine Pelz-Accessoires bedeuten Tierquälerei. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vier-pfoten.ch/kampagnen-themen/themen/pelz/die-wahrheit-ueber-pelz ↩︎
  2. Spiegel (2007) Wie gern haben Sie Pelz als Kleidungsmaterial? [Graph]. In Statista. Zugriff am 11. Februar 2022. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/177748/umfrage/einstellung-zu-pelz-alsmaterial-fuer-kleidung/ ↩︎
  3. Der Deutsche Tierschutzbund e.V. (2019) Kennzeichnung von Echtpelzen Recherche des Deutschen Tierschutzbundes und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz im Winter 2018/2019. Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Hintergrundinformationen/Artenschutz/P elz_Kennzeichnungsrecherche_2019.pdf ↩︎
  4. Der Deutsche Tierschutzbund e.V (2019) Pelz tragen – Gewissensfrage. Leiden für die Mode. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Pelz_tragen.pdf ↩︎
  5. Fur Free Alliance (2019) CERTIFIED CRUEL. Why WelFur fails to stop the suffering of animals on fur farms. Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.furfreealliance.com/wpcontent/uploads/2020/01/CertifiedCruel_FFA-Research-Report-3.pdf ↩︎
  6. Der Deutsche Tierschutzbund e.V (2019) Pelz tragen – Gewissensfrage. Leiden für die Mode. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Pelz_tragen.pdf ↩︎
  7. Bossert, L.N. and Schlegel, L.M. (2021) Mit Umweltethik gegen Pandemien: Warum Tierrechte und Naturschutz auch den Menschen nutzen. GAIA-Ecological Perspectives for Science and Society, 30(2), pp.77-81. ↩︎
  8. Deutsches Ärzteblatt (2021) Drosten: Plausibelste Quelle für Corona ist Chinas Pelzindustrie. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/124428/Drosten-Plausibelste-Quellefuer-Corona-ist-Chinas-Pelzindustrie ↩︎
  9. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2021) COVID-19 in Pelzfarmen DIE EU muss umgehend handeln, um Gefahr von Mensch und Tier abzuwenden. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vierpfoten.de/kampagnen-themen/themen/mode-und-tierschutz/pelz-industrie/covid-19-in-pelzfarmen ↩︎
  10. World Health Organization (2021) SARS-CoV-2 in animals used for fur farming: GLEWS+ risk assessment, 20 January 2021 (No. WHO/2019-nCoV/fur_farming/risk_assessment/2021.1). World Health Organization. ↩︎
  11. Bossert, L.N. and Schlegel, L.M. (2021) Mit Umweltethik gegen Pandemien: Warum Tierrechte und Naturschutz auch den Menschen nutzen. GAIA-Ecological Perspectives for Science and Society, 30(2), pp.77-81. ↩︎
  12. Der Deutsche Tierschutzbund e.V (2019) Pelz tragen – Gewissensfrage. Leiden für die Mode. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Pelz_tragen.pdf ↩︎
  13. Peter Carstens (2021) Streitthema Fuchsjagd: ökologisch sinnvoll oder reine Tierquälerei? Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.geo.de/natur/tierwelt/24077-rtkl-tierschutz-streitthema-fuchsjagdoekologisch-sinnvoll-oder-reine ↩︎
  14. Peter Carstens (2021) Streitthema Fuchsjagd: ökologisch sinnvoll oder reine Tierquälerei? Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.geo.de/natur/tierwelt/24077-rtkl-tierschutz-streitthema-fuchsjagdoekologisch-sinnvoll-oder-reine ↩︎
  15. Der Deutsche Tierschutzbund e.V (2019) Pelz tragen – Gewissensfrage. Leiden für die Mode. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Pelz_tragen.pdf ↩︎
  16. PETA Deutschland e.V. (2021) Grausame Totschlagfallen verbieten – unterschreiben Sie jetzt. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.peta.de/aktiv/totschlagfallen-petition/ ↩︎
  17. Der Deutsche Tierschutzbund e.V (2019) Pelz tragen – Gewissensfrage. Leiden für die Mode. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Pelz_tragen.pdf ↩︎
  18. Europäisches Parlament (2013) Petitionsausschuss. Mitteilung an die Mitglieder. Betrifft: Petition 1189/2012, eingereicht von Pia Berrend, luxemburgischer Staatsangehörigkeit, zum Verbot der Pelztierzucht in Europa. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/PETI-CM506324_DE.pdf?redirect ↩︎
  19. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2021) COVID-19 in Pelzfarmen DIE EU muss umgehend handeln, um Gefahr von Mensch und Tier abzuwenden. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vierpfoten.de/kampagnen-themen/themen/mode-und-tierschutz/pelz-industrie/covid-19-in-pelzfarmen ↩︎
  20. PETA Deutschland e.V. (2022) Pelzverbot: In diesen Ländern und Städten ist Pelz verboten. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.peta.de/themen/pelzverbot/ ↩︎
  21. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2021) COVID-19 in Pelzfarmen DIE EU muss umgehend handeln, um Gefahr von Mensch und Tier abzuwenden. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vierpfoten.de/kampagnen-themen/themen/mode-und-tierschutz/pelz-industrie/covid-19-in-pelzfarmen ↩︎
  22. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2021) COVID-19 in Pelzfarmen DIE EU muss umgehend handeln, um Gefahr von Mensch und Tier abzuwenden. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vierpfoten.de/kampagnen-themen/themen/mode-und-tierschutz/pelz-industrie/covid-19-in-pelzfarmen ↩︎
  23. PETA Deutschland e.V. (2022) Pelzverbot: In diesen Ländern und Städten ist Pelz verboten. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.peta.de/themen/pelzverbot/ ↩︎
  24. Amtsblatt der Europäischen Union (2011) DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION (2011) VERORDNUNGEN. VERORDNUNG (EU) Nr. 1007/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 27. September 2011 über die Bezeichnungen von Textilfasern und die damit zusammenhängende Etikettierung und Kennzeichnung der Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinie 73/44/EWG des Rates und der Richtlinien 96/73/EG und 2008/121/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://eurlex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:272:0001:0064:DE:PDF ↩︎
  25. Joana Ciraci – Welttierschutzgesellschaft e.V. (2021) Pelz? Nein, danke! Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://welttierschutz.org/pelz-nein-danke/ ↩︎
  26. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2019) Kennzeichnung von Echtpelzen Recherche des Deutschen Tierschutzbundes und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz im Winter 2018/2019. Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://media.4- paws.org/6/9/f/6/69f653e2da4e8c25d87a27380e26171e5e275079/zusammenfassungkennzeichnungsrecherche_pelz__2019_HH-und_M.pdf ↩︎
  27. VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz (2017) Massive Verstöße gegen EU-Verordnung zur Kennzeichnung von Echtpelz: Tierschutzbündnis stellt brisanten Report im EU-Parlament vor. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter https://www.vier-pfoten.de/unseregeschichten/presse/q3-2017/massive-verstoesse-gegen-euverordnung-zur-kennzeichnung-von-echtpelz ↩︎
  28. Fur Free Alliance (2019) CERTIFIED CRUEL. Why WelFur fails to stop the suffering of animals on fur farms. Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.furfreealliance.com/wpcontent/uploads/2020/01/CertifiedCruel_FFA-Research-Report-3.pdf ↩︎
  29. Fur Free Alliance (2019) CERTIFIED CRUEL. Why WelFur fails to stop the suffering of animals on fur farms. Zugriff am 12.02.2022. Verfügbar unter https://www.furfreealliance.com/wpcontent/uploads/2020/01/CertifiedCruel_FFA-Research-Report-3.pdf ↩︎

Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurde im vergangenen Jahr 2,4 % weniger Fleisch „produziert“ als im Vorjahr. Damit war die Fleischproduktion im Vorjahresvergleich seit 2017 ungebrochen rückläufig. Die Zahl importierter Schweine, die in deutschen Betrieben geschlachtet wurden, sank in 2021 sogar knapp um die Hälfte.Trotz der rückläufigen Zahlen wurden 2021 aber in deutschen Schlachtbetrieben immer noch knapp 725 Millionen Landtiere getötet.

Die Anzahl der geschlachteten Schweine sank um 2,9 % – Schlachtungen importierter Schweine halbierten sich beinahe. Die Zahl geschlachteter Rinder sank gegenüber 2020 um knapp 1,0 % auf 3,2 Millionen Tiere und die Menge an erzeugtem Geflügelfleisch sank um 1,6 % auf knapp unter 1,6 Millionen Tonnen.

Im Jahr 2021 wurden in deutschen Schlachtbetrieben knapp 725 Millionen Landtiere getötet. Die allermeisten dieser Tiere wurden unter schrecklichen Bedingungen gehalten, weswegen man sich in der Politik schon länger mit der Frage beschäftigt, ob Fleisch teurer werden und tierhaltende Betriebe die zusätzlichen Einnahmen für Umbauten für mehr „Tierwohl“ nutzen sollten. Doch die staatliche Tierwohl-Abgabe oder die Erhöhung von den derzeitigen 7% auf 19% Mehrwertsteuer auf Fleisch werden zunehmend unwahrscheinlicher, denn die FDP, die in der Ampelkoalition über ein Vetorecht verfügt, hat sich dagegen ausgesprochen. Marktteilnehmer sollen nach Ansicht der FDP „selbst privatwirtschaftliche Lösungen finden“ sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion gegenüber der TAZ Tageszeitung.

In Basel fand am 13. Februar eine Volksabstimmung zur Änderung der Verfassung statt. Der Satz »Diese Verfassung gewährleistet überdies: das Recht von nichtmenschlichen Primaten auf Leben und auf körperliche und geistige Unversehrtheit.« sollte eingefügt werden. Damit stimmte weltweit zum ersten Mal eine Bevölkerung über Grundrechte für Tiere ab.

Jedoch setzten sich bürgerliche Parteien, Wirtschaftsvertreter und der Basler Zoo durch – mit knapp 75 Prozent Nein-Stimmen wurde die sogenannte Primaten-Initiative abgelehnt.

Aldi UK, die fünftgrößte Supermarktkette Großbritanniens, verzeichnete ein 500%iges Umsatzwachstum mit pflanzlichen Produkten während des Veganuary im Vergleich zum Vorjahr. Doch die wachsende Nachfrage nach pflanzlichen Produkten ist nicht nur auf den Veganuary beschränkt: Aldi verzeichnete schon im Jahr 2021 einen Anstieg der Verkäufe seines veganen Sortiments um mehr als 250 % im Vergleich zum Jahr davor.

Vegan im Discounter: Von rund 4.400 Einzelartikeln im Lidl -Sortiment sind mittlerweile über 450 Artikel mit dem V-Label gekennzeichnet, darunter auch alle veganen Alternativprodukte ihrer Eigenmarke „Vemondo“. Zudem plant Lidl das vegane Sortiment kontinuierlich auszubauen und die Produkte hinsichtlich Geschmack, Optik, Textur und Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

So wie Milch für die meisten Menschen den Inbegriff der optimalen Kalziumquelle darstellt, so ist Fisch für viele das Sinnbild der idealen Quelle für jene guten Fette, die man im Rahmen einer gesunden Ernährung zu sich nehmen sollte. Gemeint sind damit die langkettigen Omega-3- Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), welche in höherer Konzentration vor allem in fettreichen Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering, Thunfisch und Sardine vorliegen. Diese Fettsäuren standen bereits in früheren Beobachtungsstudien am Menschen in Zusammenhang mit einer Risikoreduktion in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem besseren Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter.1 In der Diskussion um Fisch sowie der Omega-3-Bedarfsdeckung werden allerdings oft einige wesentliche Punkte übersehen, die für das wirkliche Verständnis dieser Sachverhalte von entscheidender Bedeutung sind.

Die Omega-3-Versorgung bei veganer Ernährung

Wenn man im Rahmen einer veganen Ernährung Fisch aus dem Speiseplan streicht, muss das nicht zwangsweise zu einer Unterversorgung mit EPA und DHA führen, weil Fische gar nicht die eigentlichen Produzenten dieser langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind und man so auch die Omega-3-Versorung ohne Fisch sicherstellen kann. Wie Abbildung 1 zeigt, akkumulieren sich diese ursprünglich von marinen Pilzen und Mikroalgen gebildeten Fettsäuren lediglich in der Nahrungskette.2 Außerdem besitzt der menschliche Körper grundsätzlich auch die Fähigkeit, diese langkettigen Fettsäuren selbst zu produzieren, wenn man ihm unter den richtigen Bedingungen die richtigen pflanzlichen Ausgangstoffe – nämlich die Omega-3-Fettsäure namens Alpha-Linolensäure (ALA) – zur Verfügung stellt.3 Dieser Umstand begründet auch, dass EPA und DHA nicht als essenzielle (also überlebensnotwendige) Fettsäuren deklariert werden, sondern lediglich als semi-essenziell.

Wie gut allerdings die Eigensynthese dieser Fettsäuren ist, ist von Person zu Person in Abhängigkeit genetischer Faktoren sowie Alter und Geschlecht und auch Kostzusammenstellung (vor allem dem Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis der Nahrung) sehr unterschiedlich ausgeprägt, wie auch im Detail im Video zur Optimierung der Omega-3-Eigensynthese erklärt wird. Welche Einflussfaktoren diesbezüglich eine Rolle spielen wird in Abbildung 2 dargestellt.

EPA_DHA_vegan_omega
Abb. 2: Einflussfaktoren auf die Umwandlungseffizienz der Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Test & Supplementierung

Eine letztendliche Sicherheit kann nur eine Bestimmung des sogenannten HS-Omega-3-Index geben. Dieser sollte sich optimalerweise über 8% befinden; bei unter 4% ist von einem Mangel bzw. damit einhergehend von einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auszugehen.4

Tab. 2: Omega-3- & Omega-6-Fettsäurenzufuhr beider Geschlechter nach Alter

Wie Untersuchungen zeigen, reicht die Omega-Eigensynthese an EPA und DHA (vor allem DHA) aus ALA bei den meisten vegan lebenden Menschen allerdings nicht aus, um eine Optimalversorgung zu gewährleisten.5,6 Daher empfehlen Publikationen allen Personen mit unzureichender externer Zufuhr von EPA/DHA über die Nahrung eine Supplementierung.7,8 Auch wenn Fischöl-Supplemente die bekannteste Nahrungsergänzung für die Omega-3- Versorgung sind, zeigen Untersuchungen, dass Mikroalgenöl als veganes Supplement ebenso wirksam ist.9,10 Die meisten Fachgesellschaften empfehlen eine Supplementierung in Höhe von 250- 500 mg für Erwachsene.11 Tabelle 2 zeigt die Zufuhrempfehlungen für ALA, EPA & DHA (und die O6-Linolsäure) bei veganer Ernährung im Laufe des Lebenszyklus. Mehr Details dazu gibt es im Video zur optimalen Omega-3- Dosierung auf YouTube.

Schadstoffbelastung & Umwelteinflüsse

Ein weiterer wichtiger Punkt, der häufig in Diskussionen rund um den Fischverzehr untergeht, ist die Tatsache, dass sich im Laufe der Nahrungskette nicht nur die gesunden Omega-3- Fettsäuren im Gewebe der Fische ansammeln, sondern auch potenziell unerwünschte Stoffe, wie etwa sogenannte »persistente organische Schadstoffe«.12 Zu dieser Stoffgruppe gehören unter anderem Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCBs) und so macht es durchaus Sinn weiter unten in der Nahrungskette anzusetzen – also lieber auf Mikroalgenöle zurückzugreifen – um die Schadstoffbelastung im Endprodukt möglichst gering zu halten und unsere Weltmeere sowie den Fischbestand zu schonen. Denn es darf nicht vergessen werden: Der heute übliche, industrielle Fischfang ist nicht nur aus ethischer Sicht aufgrund der Ausbeutung der Fische problematisch, sondern zerstört auch wichtige Ökosysteme. All das können wir mit veganen Fischalternativen umgehen. Einen Beitrag zu veganen Fischalternativen gibt es >HIER<. Viele weitere vertiefende Informationen zum Thema der Omega-3-Versorgung bei veganer Ernährung gibt es im Buch „Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau sowie in Nikos Videos rund um das Thema der veganen Omega-3-Zufuhr auf YouTube. Tabelle 2 listet abschließend die häufigsten Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung in Bezug auf die vegane Omega-3-Versorgung auf und berichtigt diese kurz und knapp.

VorurteilRealität
Man muss Fisch essen, um ausreichend mit Omega 3 versorgt zu sein.► Jene Omega-3-Fettsäuren namens EPA und DHA, die man in einigen Fischen findet, stammen ursprünglich aus Mikroalgen, die sich im Laufe der Nahrungskette im Fleisch der Fische akkumuliert haben. Sie können also auch rein pflanzlich über Mikroalgenöl zugeführt werden und unter den richtigen Optimalbedingungen kann der menschliche Körper diese auch selbst produzieren.
Jede vegan lebende Person muss auf jeden Fall EPA und DHA supplementieren.► Jede vegan lebende Person muss lediglich ihre Versorgung mit diesen langkettigen Fettsäuren sicherstellen. Der einfachste Weg dafür ist die direkte Supplementierung mit pflanzlichem EPA und DHA aus Mikroalgen. Einige Untersuchungen legen aber nahe, dass man als gesunder Mensch (vor allem als Frau) beim konsequenten Optimieren des veganen Speiseplans nach den vorgestellten Richtlinien eine adäquate Eigenproduktion dieser Fettsäuren erreichen kann. Für Schwangere, Stillende und Kinder empfiehlt sich eine Supplementierung aber auf jeden Fall.
EPA und DHA aus Mikroalgenöl ist im Vergleich zu Fischöl weniger gut vom Körper aufnehmbar.► Untersuchungen zeigen, dass Mikroalgenöl im Vergleich zu Fischöl ebenso verträglich und effektiv ist. Es bietet eine saubere und nachhaltige Alternative zu EPA und DHA aus Fisch(ölen) und sollte daher auch für Mischköstler die bevorzugte Quelle für diese Fettsäuren sein.
Tab. 2: Vorurteile gegenüber der Omega-3-Versorgung bei veganer Ernährung

Autor: Niko Rittenau
Titel: Vegan-Klischee ade!
Verlag: Ventil Verlag
ISBN: 3954531895

Quellen

  1. Burr, M.L.,Fehily, A.M. et al. (1989). Effects of changes in fat, fish, and fibre intakes on death and myocardial reinfarction: diet and reinfarction trial (DART). Lancet, 2(8666), 757–761 ↩︎
  2. Lenihan-Geels, G. et al. (2013). Alternative Sources of Omega-3 Fats: Can We Find a Sustainable Substitute for Fish? Nutrients, 5(4), 1301–1315 ↩︎
  3. Tortosa-Caparrós, E., et al. (2017). Anti-inflammatory effects of omega 3 and omega 6 polyunsaturated fatty acids in cardiovascular disease and metabolic syndrome. Crit Rev Food Sci Nutr, 57(16), 3421–3429. ↩︎
  4. Harris, W. S. (2008). The omega-3 index as a risk factor for coronary heart disease. Am J Clin Nutr, 87(6), 1997–2002. ↩︎
  5. Harris, W. S. (2008). The omega-3 index as a risk factor for coronary heart disease. Am J Clin Nutr, 87(6), 1997–2002. ↩︎
  6. Kornsteiner, M. et al. (2008). Very low n-3 long-chain polyunsaturated fatty acid status in Austrian vegetarians and vegans. Ann Nutr Metab, 52(1), 37–47. ↩︎
  7. Papanikolaou, Y. et al. (2014). U.S. adults are not meeting recommended levels for fish and omega-3 fatty acid intake: results of an analysis using observational data from NHANES 2003–2008. Nutrition Journal, 13, 31. ↩︎
  8. Lane, K.E. et al. (2021). Bioavailability and conversion of plant based sources of omega-3 fatty acids – a scoping review to update supplementation options for vegetarians and vegans. Crit Rev Food Sci Nutr, 12, 1-16. ↩︎
  9. Arterburn, L.M. et al. (2007). Bioequivalence of Docosahexaenoic acid from different algal oils in capsules and in a DHA-fortified food. Lipids, 42(11), 1011–1024 ↩︎
  10. Ganuza, E., et al. (2008). Crypthecodinium cohnii and Schizochytrium sp. as potential substitutes to fisheries-derived oils from seabream (Sparus aurata) microdiets. Aquaculture, 277(1–2), 109–116. ↩︎
  11. The Global Organization for EPA and DHA Omega-3s. (2014). Global Recommendations for EPA and DHA Intake. Verfügbar unter https://bit.ly/3szug8c ↩︎
  12. Hamilton, M. C. et al. (2005). Lipid composition and contaminants in farmed and wild salmon. Environ Sci Technol, 39(22), 8622–8629. ↩︎
YouTube-Video zur veganen Proteinversorgung

Entgegen der populären, aber falschen medialen Meinung, dass eine vegane Ernährung den Proteinbedarf des Menschen nicht ausreichend decken kann, wissen wir bereits aus Untersuchungen aus den 40er Jahren das Gegenteil. Schon in 1946 berichtete der Ernährungswissenschaftler Dr. David Mark Hegsted von seinen Experimenten, die zeigten, dass eine auf Getreide basierende, rein pflanzliche Ernährung den Proteinbedarf des Menschen bei ausreichender Kalorienzufuhr adäquat decken kann.1 Die bis heute andauernde, aber überholte Kritik an pflanzlichen Proteinen fußt dabei in erster Linie auf frühen Tierversuchen, in denen Nagetieren unterschiedliche Protein-Arten verfüttert wurden. Anhand deren Wachstum wurden dann Rückschlüsse auf die Proteinqualität gezogen. 

Da pflanzliche Proteine aber oft von jenen Aminosäuren weniger aufweisen, an denen Ratten einen höheren Bedarf als Menschen haben, können diese Experimente irreführend sein und pflanzliches Protein für den Menschen fälschlicherweise als minderwertig darstellen.2

Proteinmangel = Kalorienmangel

Im Grunde gibt es nur zwei Situationen, in denen eine vegane Ernährung tatsächlich zu einem ausgeprägten Proteinmangel bzw. einer Unterversorgung mit essenziellen Aminosäuren führen kann. Zum einen dann, wenn schlichtweg die Kalorienzufuhr nicht ausreichend gewährleistet wird und zum anderen in veganen Speiseplänen, in denen pflanzliche Proteine fast ausschließlich aus ein und derselben Quelle stammen. Wenn man sich ausgewogen vegan ernährt und Hülsenfrüchte (inkl. Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh etc.), Vollkorngetreide, vegane Fleischalternativen auf Getreide- oder Hülsenfruchtbasis, Nüsse und Samen in den Speiseplan integriert und dabei den Kalorienbedarf deckt, ist es rein rechnerisch quasi unmöglich einen Protein- bzw. Aminosäuremangel zu riskieren. Auch ohne Fleischersatzprodukte kann die vegane Proteinversorung ausschließlich über vollwertige pflanzliche Lebensmittel sichergestellt werden.

Abb. 1: Darstellung der biologischen Wertigkeit des Weizenproteins

Im Falle einer ausreichend vielfältigen veganen Kost können sich diese pflanzlichen Proteinträger untereinander ergänzen und ihre jeweiligen fehlenden Aminosäuren gegenseitig ausgleichen und somit die sogenannte biologische Wertigkeit der veganen Proteinzufuhr erhöhen.3 Eine bildliche Darstellung der biologischen Wertigkeit am Beispiel des Weizenproteins gibt Abbildung 1 in diesem Blogartikel.

Proteinkombinationen

Abb. 2: Lysingehalt ausgewählter pflanzlicher Lebensmittel

Grundsätzlich ist es zwar richtig, dass alle pflanzlichen Proteine alle acht bzw. neun essenziellen Aminosäuren enthalten, aber manche von ihnen oft (isoliert betrachtet) in einer zu geringen Menge, sodass sie fälschlicherweise vereinfacht als „unvollständig“ bezeichnet werden. Würde man in einer isokalorischen Ernährung beispielsweise ausschließlich Weizen essen, wäre man im Verhältnis zum Bedarf des menschlichen Organismus tatsächlich nicht optimal mit gewissen Aminosäuren wie z. B. Lysin versorgt (siehe Abbildung 1). Fügt man allerdings ein sehr lysinreiches Lebensmittel aus der Gruppe der Hülsenfrüchte hinzu, erhöht dies die biologische Wertigkeit des Weizenproteins drastiscn. Traditionelle Länderküchen tun genau das: Sie kombinieren lysinarmes Getreide mit lysinreichen Hülsenfrüchten. Sei es Reis und Soja in Asien oder Mais und Bohnen in Südamerika. Abbildung 2 zeigt einige der lysinreichsten Lebensmittel in der veganen Ernährung. Diese Kombination muss allerdings nicht zwingend innerhalb einer Mahlzeit geschehen.

Schon 1994 wurde in einer wissenschaftlichen Publikation darauf hingewiesen, dass es nicht auf die Aminosäurenzufuhr innerhalb einer Mahlzeit, sondern innerhalb eines gesamten Tages ankommt.4 Der Körper verfügt über einen Speicher an freien Aminosäuren in der Muskulatur, in dem er gewisse Aminosäuren zwischenspeichern kann. Das heißt, dass beispielsweise die Aminosäuren aus dem Vollkornbrot am Morgen auch noch die des Tofus aus der Gemüsepfanne am Abend komplettieren und aufwerten können. Vertiefende Informationen hierzu gibt es im YouTubeVideo zur Optimierung der veganen Proteinversorgung. 

Protein-Zufuhrempfehlungen

Die offiziellen Protein-Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) betragen im Rahmen einer Mischkost 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht. Eine 60 kg schwere Beispielperson würde demnach laut DGE 48 g Protein pro Tag benötigen. Obwohl eine Metaanalyse zum Thema der veganen Proteinzufuhr ergab, dass auch im Rahmen einer ausschließlich pflanzlichen Proteinzufuhr bei der Kombination unterschiedlicher Komplementärproteine (z.B. Getreide mit Hülsenfrüchten) die Bedarfsdeckung mit einer Zufuhrhöhe laut DGE möglich ist,5 empfehlen Publikationen gerade bei rein pflanzlicher Ernährung eine Erhöhung um 10-25%.6,7 Auch ausführliche Literatur-Reviews für mischköstlich essende Menschen empfehlen ohnehin höhere Proteinzufuhren für optimale Leistungsfähigkeit selbst für Nicht-Athleten,8 sodass nichts dagegen spricht auf Nummer sicher zu gehen und gerade bei veganer Ernährung eine etwas höhere Zufuhr in Höhe von etwa einem Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht anzupeilen, wie auch im vertiefenden YouTube-Video zu den Proteinempfehlungen für vegan lebende Menschen empfohlen wird.

Abb. 3: Proteingehalt ausgewählter pflanzlicher Lebensmittel

Die Proteinzufuhrempfehlungen im Laufe des Lebenszyklus werden in Tabelle 1 aufgelistet und Abbildung 3 zeigt die Proteingehalte ausgewählter veganer Lebensmittel zur bestmöglichen Bedarfsdeckung.

Proteinreiche vegane Mahlzeiten

Um die Proteinversorgung für vegan lebende Menschen (vor allem für Personen mit dem Ziel des veganen Muskelaufbaus) sicherzustellen, gilt es einen besonderen Fokus auf den regelmäßigen Verzehr von Hülsenfrüchten (inkl. Tofu, Tempeh, Sojaschnetzel etc.), Seitan sowie hochwertigen veganen Fleischersatzprodukten zu legen. Proteinreiche Rezepte gibt es auf YouTube unter anderem in Form der Rezeptvideos zum Protein-Smoothie von Niko Rittenau, den drei Tofu-Rezepten von Alexander Flohr oder Sebastian Copiens Tempeh Buletten mit Quinoa und Palak. Viele weitere Rezepte voller pflanzlicher Proteine gibt es in unserer Rezeptdatenbank unter der Filterkategorie „proteinreich“.

Viele weitere vertiefende Informationen zum Thema der Proteinversorgung bei veganer Ernährung gibt es im Buch „Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau sowie in Nikos Videos rund um das Thema der veganen Proteinzufuhr auf YouTube. Tabelle 2 listet abschließend die häufigsten Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung in Bezug auf die Proteinzufuhr auf und berichtigt diese kurz und knapp.

VorurteilRealität
Die vegane Ernährung liefert nicht genügend Protein.► Eine ausgewogen zusammengestellte vegane Kost liefert bei ausreichender Kalorienzufuhr alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge und kann daher den Proteinbedarf decken.
Athleten können ihren erhöhten Proteinbedarf nicht vegan decken.► Positionspapiere wie jenes der Academy of Nutrition and Dietetics stellen klar, dass auch Athleten jeder Sportart ihren erhöhten Proteinbedarf rein pflanzlich decken können und viele erfolgreiche vegane Athleten leben es darüber hinaus tagtäglich vor.
Tierische Proteine sind hochwertiger als pflanzliche.► Isoliert betrachtet haben pflanzliche Proteine eine geringere biologische Wertigkeit als tierische. Jedoch haben viele der Messmethoden aufgrund ihrer starken Limitierungen nur bedingte Aussagekraft und durch die Kombination von unterschiedlichen pflanzlichen Proteinträgern innerhalb des Tages kann das Aminosäurespektrum so weit aufgewertet werden, dass es ebenwürdig mit tierischem ist.
Zur Qualitätsverbesserung müssen pflanzliche Proteine zwingend innerhalb einer Mahlzeit kombiniert werden.► Die Aminosäuren unterschiedlicher Proteine können sich im Laufe des gesamten Tages ergänzen und müssen nicht zwingend innerhalb einer Mahlzeit zusammen zugeführt werden.
Tab. 2: Vorurteile gegenüber der Proteinversorgung bei veganer Ernährung​

Autor: Niko Rittenau
Titel: Vegan-Klischee ade!
Verlag: Ventil Verlag
ISBN: 3954531895

Quellen

  1. Munro, H. N. (1971). FAO/WHO ad hoc Committee of Experts on Energy and Protein: Requirements and Recommended intakes: Principles and Methods of Estimating Protein Requirements for Maintenance. Verfügbar unter https://bit.ly/2Ci7e9F ↩︎
  2. Hoffman, J. R. & Falvo, M. J. (2004). Protein – Which is Best? J Sports Sci Med, 3(3), 118–130 ↩︎
  3. Woolf, P. J., Fu, L. L. & Basu, A. (2011). Protein: Identifying Optimal Amino Acid Complements from PlantBased Foods. PLoS One, 6(4), e18836 ↩︎
  4. Young, V. R. & Pellett, P. L. (1994). Plant proteins in relation to human protein and amino acid nutrition. Am J Clin Nutr, 59(5), 1203–1212. ↩︎
  5. Rand,W.M., Pellett,P.L. &Young,V.R. (2003). Metaanalysis of nitrogen balance studies for estimating protein requirements in healthy adults. Am J Clin Nutr, 77(1), 109–127. ↩︎
  6. Yáñez, E., Uauy, R., Zacarías, I. & Barrera, G. (1986). Long- term validation of 1 g of protein per kilogram body weight from a predominantly vegetable mixed diet to meet the requirements of young adult males. J Nutr, 6 (5), 865–72. ↩︎
  7. Mariotti, F., (2018). Plant Protein, Animal Protein, and Protein Quality. In: Mariotti, F., Hrsg.: Vegetarian and Plant-Based Diets in Health and Disease Prevention. Cambridge: Academic Press, 621–637. ↩︎
  8. Examine. (2020). Deeper Dive: Elevated protein intake can benefit lean mass. Zugriff unter https://bit.ly/34yLb2M ↩︎

Während des Veganuary kamen über 350 pflanzliche Produkte, die das V-Label tragen, neu auf den Markt. Das V-Label ist ein international anerkanntes Siegel zur Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte, das die Ernährungsorganisation ProVeg in Deutschland lizensiert. Mehr als 360 weitere Produkte wurden zur Prüfung eingereicht. Dieser Zuwachs an V-Label-Zertifizierungen unterstreicht den Erfolg der Veganuary-Kampagne zusätzlich.

Das V-Label bietet derzeit als einziges nationales Siegel eine verbindliche Definition des Begriffs „vegan“. Dabei werden alle Produktions- und Verarbeitungsstufen einschließlich Produktions-Hilfsstoffen berücksichtigt. Regelmäßige Kontrollen durch ein unabhängiges Labor garantieren die Einhaltung der Kriterien und sichern so die Qualität des V-Labels.

Die Zucht von englischen Bulldoggen und Cavalier King Charles Spaniels wird ab sofort nach dem Tierschutzgesetz § 25 in Norwegen verboten. Damit gab das Gericht der Klage von Animal Protection Norway Recht. Der Tierschutzbund hatte gegen die Qualzuchten geklagt, da diese Hunderassen durch erbliche zahlreich bekannte Störungen belastet sind. „Das Urteil wird internationale Aufmerksamkeit erhalten. Für den norwegischen Tierschutz und vor allem für unsere Hunde ist das ein Sieg“, erklärte Åshild Roaldset, Geschäftsführerin bei Dyrebeskyttelsen Norge.

Nach Angaben der isländischen Regierung wird Walfang in Island bis 2024 verboten worden sein. Grund dafür ist ein Mangel an Nachfrage aus Japan. Das meiste isländische Walfleisch wird nach Japan exportiert. Da Japan den eigenen Walfang im Jahr 2019 wieder selbst erlaubt hat, importieren sie weniger. 

Eigentlich dürfen bis 2023 in Island pro Sommer 209 Finnwale und 217 Zwergwale erlegt werden. Aus den genannten Gründen soll es keine Verlängerung der bis 2023 geltenden Fangquoten geben.

Eine aktuelle Studie relativiert die bisherigen Knochenfunde, die in Richtung „Fleisch habe bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns die wichtigste Rolle gespielt“ interpretiert wurden. In der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) schreiben die Forschenden, dass zwar archäologische Beweise für Fleischkonsum mit dem Aufkommen der Spezies Homo erectus stark zunehmen. Jedoch liege dies an dem wissenschaftlichen Fokus und dem großen Interesse an diesem Zeitraum der „Menschwerdung“. Dadurch werde das Bild verzerrt und der Zusammenhang von Fleischessen und der Entwicklung der Gattung Homo in falschem Maße hervorgehoben. Die bisherigen Theorien, was zur Entwicklung des Menschen maßgeblich beigetragen habe, seien allesamt nur mäßig durch Fossilienfunde unterstützt.

Billie Eilish startete vergangene Woche ihre „Happier Than Ever“ Welttournee, auf der sie Millionen von Fans über die ökologischen Vorteile einer veganen Ernährung informiert. Unter dem Namen „The Billie Eilish Eco-Village“ werden Support + Feed – eine intersektionelle vegane Organisation, die von Eilishs Mutter Maggie Baird gegründet wurde – sowie vier lokale gemeinnützige Organisationen vorgestellt, die die Besucher der Veranstaltung über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels aufklären. 

Zudem wird die Kampagne The Pledge vorgestellt, die ins Leben gerufen wurde, um Eilishs Fangemeinde zu inspirieren 30 Tage lang jeden Tag eine pflanzliche Mahlzeit zu essen. Exklusiver Sponsor von „The Pledge“ ist Wicked Kitchen, eine Marke, die von den Kochbrüdern Chad und Derek Sarno mit dem Ziel gegründet wurde, pflanzliche Lebensmittel so vielen Menschen wie möglich schmackhaft und zugänglich zu machen.

In Deutschland ist das Töten von frisch geschlüpften männlichen Küken seit Anfang 2022 verboten. Nun will auch Frankreich das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenhaltung bis zum Jahresende unterbinden und setzt dabei ebenfalls auf Technologien, die das Geschlecht des Kükens bereits im Ei erkennen. Jedoch wird es von dem Tötungsverbot einige Ausnahmen, wie etwa die Verarbeitung zur Tiernahrung und die Tötung zu wissenschaftlichen Zwecken, geben. Zuletzt wurden in Frankreich etwa 50 Millionen männliche Küken pro Jahr umgebracht.