Ed Winters, aka Earthling Ed, hat sein neuestes, von Aktivisten geführtes Projekt vorgestellt: die vegane Bekleidungsmarke I.D.E.A. Studios. Die Kollektionen von I.D.E.A. (I Don’t Eat Animals) bestehen aus schlichten Kleidungsstücken mit veganen Botschaften und werden in Kanada aus Bio-Baumwolle und Materialien aus recycelten Plastikflaschen hergestellt. Alle Druckfarben und Veredelungsprozesse sind selbstverständlich vegan und tierversuchsfrei. Das Label arbeitet nur mit ethisch ausgerichteten Partnern zusammen. Diese werden nach strengen ethischen Parametern ausgewählt und regelmäßig durch Audits kontrolliert, um sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. 

„Ich bin so glücklich, euch endlich zeigen zu können, woran ich gearbeitet habe. Es ist definitiv etwas anders als das, was ich gewohnt bin, aber ich habe an dem Prozess des Entwerfens dieser Kleidung sehr viel Freude gehabt“, verriet Winters auf seinen Social-Media-Kanälen. „Ich hoffe wirklich, dass sie euch gefallen und ihr stolz darauf seid, ethische Streetwear mit starken Botschaften zu tragen.“

Vor ein paar Wochen startete das französische Startup La Vie, das veganen Bacon herstellt und von der Schauspielerin Natalie Portman unterstützt wird, eine Kampagne, die Burger King Frankreich aufforderte den Veggie-Steakhouse-Burger mit veganem Speck anzubieten. Bisher enthielt der konventionelle Steakhouse-Burger Speck, die vegane Version jedoch nicht. Als auf die Social-Media-Kampagne keine Reaktion folgte, startete La Vie eine Petition und schaltete eine ganzseitige Anzeige in der Zeitung Le Parisien. Vor einer Woche gab das Startup bekannt, dass die Kampagne von Erfolg gekrönt war: ab sofort ist La Vie-Bacon in 430 Burger King-Filialen in Frankreich für die nächsten 6 Monate erhältlich.

Burger King scheint die Nachfrage nach veganen Alternativen ernst zu nehmen und machte zuletzt durch die einmonatige Probephase einer rein veganen Filiale in London Schlagzeilen. Zudem erweiterte die Fastfood-Kette vergangenen März in zehn ausgewählten Restaurants im Raum Kassel sein veganes Sortiment und ließ die Plant-based Nuggets, das King Jr. Meal Plant-based Nuggets und den Plant-based Long Chicken mit dem V-Label zertifizieren. Damit wurde in der Systemgastronomie in der D-A-CH-Region das erste Mal ein Produkt mit dem international führenden V-Label der Ernährungsorganisation ProVeg lizenziert.

In Mexiko hat ein Gericht die Aussetzung der Stierkämpfe in der größten Stierkampfarena der Welt „Plaza de Toros“ angeordnet, nachdem Aktivisten Klage eingereicht hatten. Es ist damit das erste Mal, dass ein mexikanisches Gericht eine Aussetzung anordnet, obwohl zivile Organisationen schon jahrelang auf ein Verbot geklagt hatten. Im Dezember hatte eine Tierschutzkommission des mexikanischen Parlaments einen Vorschlag zum Verbot des Stierkampfes in der Hauptstadt gebilligt, über den noch abgestimmt werden muss.

Der Stierkampf wird in Mexiko ebenso wie in Spanien in Teilen der Bevölkerung als beliebter Sport angesehen. In einigen mexikanischen Bundesstaaten nimmt das Bewusstsein für die Grausamkeit, die den Tieren dabei widerfährt, zu – bisher haben allerdings nur eine Handvoll der 32 Bundesstaaten Stierkämpfe verboten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte bei einer Veranstaltung der «Zeit»-Verlagsgruppe, dass er den Fleischkonsum in Deutschland in vielerlei Hinsicht unvernünftig finde. Das fange schon mit der Tierquälerei an und zudem begünstige die Menge an Fleisch, die hierzulande gegessen werde, zahlreiche Krankheiten. Des Weiteren hob er die Klimaauswirkungen der Fleischherstellung hervor. Zuletzt hatte Lauterbach in einem Spiegel-Interview eine stärkere Ausrichtung nach veganer und vegetarischer Ernährung gefordert.

2018 gab die Modemarke Burberry bekannt kein tierisches Fell mehr für ihre Produkte zu verwenden – nun wird das Unternehmen auch exotisches Leder aus zukünftigen Kollektionen streichen. Die Vermutung liegt nahe, dass der jüngste Schritt auf eine siebenjährige Kampagne der Tierschutzorganisation PETA folgte, die die Marke aufforderte, Produkte aus Python- und Alligatorhäuten zu verbieten. Außerdem nutzte PETA im Jahr 2020 die durch die Corona-Pandemie gesunkenen Aktienpreise, um unter anderem Kering-, Ralph Lauren-, Guess- und Burberry-Aktien zu kaufen, um die Modemarken dazu zu bringen, die Nutzung von Wolle, Mohair und Kaschmir einzustellen. Dies erlaubte der Organisation die Forderung nach einem Verbot von exotischen Häuten auf der Jahreshauptversammlung des Modeunternehmens vorzutragen.

„Als Aktionäre können wir große Konzerne und Marken von Kering bis Guess dazu bewegen auf moderne, umweltfreundliche und ethische Stoffe umzustellen“, erklärt die PR-Verantwortliche der französischen PETA-Tochter, Mathilde Dorbessan. Allerdings handelt es sich bei der neuen Regelung nur um einen Teilerfolg. Die Marke kündigte in der Telefonkonferenz für das Geschäftsjahr 2022 an, dass das Unternehmen zwar die Verwendung von exotischen Ledern wie Python und Alligator verbieten würde, aber stattdessen weiterhin das übliche Rindsleder verwenden wird. 

Nach der Veröffentlichung von Videomaterial der Tierschutzorganisation L214 Ethique et Animaux verurteilte ein französisches Strafgericht einen Schweinehalter, der routinemäßig Schweineschwänze kupiert hatte, wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 €. Damit verurteilte die französische Justiz zum ersten Mal die Praxis des systematischen Kupierens der Schweineschwänze, die in der EU eigentlich bereits seit 1994 verboten ist. „Diese Verurteilung stellt einen echten Wendepunkt dar. Ein seit 20 Jahren geduldetes Vergehen wird endlich von der Justiz verurteilt“, sagte die Mitbegründerin von L214, Brigitte Gothière. Der Anwalt des Beklagten teilte die Auffasung der Tierschützerin nicht. „Das ist eine sehr harte Entscheidung. Man kriminalisiert eine Zuchtpraxis, die 99 % der europäischen Züchter betrifft“, erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Frankreich ist im Jahr 2020, nach einer von der Organisation „Compassion in World Farming“ eingelegten Beschwerde, aufgrund der Missachtung des EU-Rechts bereits von der Europäischen Kommission abgemahnt worden. Auch in Deutschland wird das routinemäßige Schwanzkupieren trotz Verbot weiterhin durchgeführt. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sind die rechtlich möglichen Ausnahmen von diesem Verbot für Einzelfälle in der Praxis zur Regel geworden. Dennoch hat das Ministerium bisher keine ernstzunehmenden Anstrengungen unternommen, diesem Vorgehen entgegenzutreten.

Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurden in Deutschland im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr knapp 17% mehr Fleischersatzprodukte produziert. Im Vergleich zu 2019 erhöhte sich die Produktion sogar um über 62%.

Trotz dieses Anstiegs fiel der Wert (Erzeugerpreis) von Fleischersatzprodukten im Vergleich zu Fleischprodukten verhältnismäßig gering aus. Im Jahr 2021 betrug er mit 35,6 Milliarden Euro rund das 80-fache des Wertes der Fleischersatzprodukte (458,2 Millionen Euro). Seit dem Jahr 2019 ist der Wert der Fleischprodukte zwar das zweite Jahr in Folge rückläufig, allerdings hatte dieser mit 40,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 auch den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht.

Der Pro-Kopf-Verzehr lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2021 bei 55,0 Kilogramm pro Kopf. Dies stellt einen Rückgang um 12 % gegenüber dem Jahr 2011 (62,8 Kilo pro Kopf) dar und ist somit der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnung im Jahr 1989.

Die erste vegane “Crèmerie“ in Frankreich Jay&Joy hat eine vegane Alternative zu französischem Maroilles-Käse auf den Markt gebracht. Der Käse wird nach der Tradition der französischen Maroilles-Käse hergestellt; das ist vergleichbar mit der Machart von Limburger und Romadur. Es handelt sich um eine sehr alte Käsesorte aus Nordfrankreich, benannt nach der kleinen Gemeinde Maroilles, in der Region Hauts-de-France. Der konventionelle Käse besteht aus roher oder pasteurisierter Kuhmilch, wohingegen die vegane Alternative von Jay&Joy aus Mandelmilch aus ganzen Bio-Mandeln, Bio-Cashewnüssen, Salz aus Guérande und Fermenten hergestellt wird.

In Deutschland ist er bereits bei Veganz und in ein paar anderen Bio- und Vegan-Läden verfügbar. Bis Ende Juni erhaltet ihr mit dem Code „VEGANNEWS10“ 10% Rabatt auf ihr gesamtes Online-Sortiment.*

*unbezahlte Kooperation

Die europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ kämpft für eine Gewährleistung und Stärkung des Verbots von Tierversuchen bei kosmetischen Mitteln. Denn obwohl Tierversuche für kosmetische Produkte und deren Inhaltsstoffe im Jahr 2009 in Europa verboten wurden und seit 2013 ein Verbot des Verkaufs von an Tieren getesteten Kosmetika gilt, verlangt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) neue Tierversuche für bestimmte Inhaltsstoffe – selbst für solche, die ausschließlich in Kosmetika verwendet werden, sowie für Inhaltsstoffe, deren Verwendung seit langem als sicher gilt. Um dies zu verhindern, benötigt die Initiative bis Ende August noch knapp 400 Tausend Unterschriften um die für den Erfolg der Kampagne benötigten eine Million Unterschriften zu erreichen.

Das Foodtech Start-up Planted verdoppelt durch den Ausbau des Produktionsstandorts in Kemptthal in der Schweiz seine Produktionskapazität. Dadurch wird der Standort laut eigenen Angaben zur größten schweizerischen sowie modernsten europäischen Produktionsstätte für pflanzenbasiertes Fleisch. Seit Mai öffnet Planted an ausgewählten Samstagen zudem seine Türen für Innovationsliebhaber und Wissenshungrige, die den Herstellungsprozess kennenlernen möchten.

Seit 2020 wird am Standort Kemptthal geforscht und produziert. Der Standort verfügt über ein Energierückgewinnungssystem, welches Energien, die in den Heiz- und Kühlprozessen der Produktion sowie der Raumklimatisierung anfallen, wiederverwendet. Zukünftig wird Planted die überschüssige Energie dem entstehenden Fernwärmenetz des Industrieparks “The Valley”, in dem sich das Planted-Werk befindet, zuführen, um so den Energieverbrauch des Werks und des Areals stark zu reduzieren und den Ressourcenverbrauch zu minimieren.

Beyond Meat erhält wieder einmal prominente Unterstützung – und zwar von Kim Kardashian und Kevin Hart. Der Reality-TV-Star erhält dafür den Titel des Chief Taste Consultant. „Ich glaube so sehr an die Mission von Beyond Meat, dass ich mit meiner größten Stärke helfen werde“, sagt Kardashian in einem Video, das sie auf ihrem Instagram-Account gepostet hat – „Meinem Geschmack.“ Zur Feier der Zusammenarbeit wird Kardashian ihre Lieblingsprodukte im Newsletter von Beyond Meat vorstellen, der auch exklusive Angebote, Rezepte und Inhalte enthalten wird. Fans können sich auf der Beyond Meat-Website für den Newsletter anmelden. „Ich habe mich darauf konzentriert, mich mehr pflanzlich zu ernähren, und ich kann Ihnen sagen, dass Beyond Meat mein absoluter Favorit ist – ich liebe es, wie alle ihre Produkte nicht nur fantastisch schmecken, sondern auch gut für mich und meine Familie sind“, sagte die Unternehmerin in einer Presseerklärung. „Wie meine Fans wissen, sind mein Kühlschrank und meine Gefriertruhe voll mit Produkten von Beyond Meat und ich bin begeistert, in der Kampagne als Chef-Geschmacksberaterin dabei zu sein, um Menschen zu inspirieren Beyond Meat in ihre Ernährung aufzunehmen.“

Der amerikanische Comedian Kevin Hart hingegen ist gemeinsam mit seinem Kollegen Will „Spank“ Horton in einer Kampagne zu sehen, die positive Veränderungen durch einen Rückblick auf Grillfeste der letzten Jahrzehnte darstellt. Darin erklärt Hart, dass sich Veränderungen zwar unangenehm anfühlen können, da wir uns mit Traditionen verbunden fühlen, es aber dennoch wichtig sei, zukunftsorientierte Veränderungen vorzunehmen.
„Mit dieser Kreation wollten wir feiern, wie sich im Laufe der Jahrzehnte alles und jeder verändert – auch das Eiweiß beim Sommer-BBQ“, sagt Beth Moskowitz, Chief Brand Officer bei Beyond Meat. Sie merkt an, dass das Unternehmen begeistert ist, mit Hart zusammenzuarbeiten, den sie als „einen unserer leidenschaftlichsten Verfechter“ bezeichnet. Hart hat bereits in früheren Beyond-Meat Kampagnen mitgewirkt, hatte im Jahr 2019 in Beyond Meat investiert und ernährt sich Berichten zufolge selbst überwiegend pflanzlich. 

Vor einigen Wochen haben wir davon berichtet, dass der Fußballverein VfL Wolfsburg statt Kuhmilch sowohl im Stadion als auch bei der Teamversorgung Hafermilch von Oatly anbiete, um ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit zu setzen. Nun rudert der Verein nach starker Kritik der Milchlobby zurück und wird doch weiterhin Kuhmilch anbieten.

Unmittelbar nach der Verkündung der Zusammenarbeit mit Oatly im März teilte der lokale Molkereibetrieb Uelzena in einem Brief seinen Unmut über diese Zusammenarbeit mit und lud Michael Meeske, den Manager des VfL Wolfsburg, auf einen Bauernhof ein. Ein Beitrag dieses Besuchs erschien daraufhin am 20. Mai in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ auf N3. In diesem TV-Beitrag sagte Meeske: „Das war schlecht abgestimmt intern. Dann kam es zu einem Fehler. Wir sehen das eher als Co-Existenz und weniger als: das eine jetzt nur noch.“ Zudem äußerten sich der niedersächsische Bauernpräsident und die Agrarministerin Barbara Otte-Kienast kritisch gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Die Hoffnung des VfL, mithilfe eines klaren Bekenntnisses zu einem bestimmten Ernährungsstil mehr Zuschauer anzusprechen, ist fragwürdig.“ Doch damit nicht genug – laut NOZ drohte unter anderem auch ein Butterproduzent damit, aufgrund der Oatly-Kooperation mit dem VfL Wolfsburg den VfL-Sponsoren Volkswagen zu boykottieren. 

Der Oatly DACH Geschäftsführer Helge Weitz sagte dazu: „Der kürzlich erschienene IPCC-Report ist sich über die Umweltvorteile pflanzlicher Lebensmittel im Klaren und bestätigt, dass tierische Produkte das Klima stärker belasten (IPCC 2022, AR6, WG3 Mitigation of Climate Change, Technical Summary). Und Oatly treibt den Umstieg zu einem mehr pflanzlichen Lebensmittelsystem voran. Es freut uns daher, dass auch immer mehr Sportvereine pflanzliche Optionen für Fans und Spieler*innen anbieten. Die Tatsache, dass der VfL Wolfsburg für seine Entscheidung, auf Haferdrinks umzusteigen, so viel Gegenwind von der Milchindustrie und ihren politischen Unterstützer*innen bekommen hat, bestärkt uns in unserem Ziel, der pflanzlichen Ernährung mehr Sichtbarkeit zu geben. Wir wollen weiterhin in allen gesellschaftlichen Bereichen über die Umweltauswirkungen der Lebensmittelindustrie aufklären. Keine Kuhmilch mehr in Fußballstadien anzubieten und damit das Bewusstsein für pflanzliche Alternativen zu stärken, mag für einige kontrovers sein. Für uns ist es ein weiterer wichtiger Schritt, um das plant-based Movement nach vorne zu bringen. Wir danken allen Fans und den Teams für ihr Engagement und werden weiter daran arbeiten, auch Kritiker*innen von den Vorteilen pflanzlicher Lebensmittel zu überzeugen.“ Schon seit 2019 setzt Oatly bereits problemlos mit dem SV Babelsberg 03 das Projekt „milchfreies Stadion“ um.

Erstmals wurden auf der internationalen Leitmesse der Fleischwirtschaft (IFFA) von 14. – 19. Mai in Frankfurt veganes und kultiviertes Fleisch präsentiert. Mehr als 200 der rund 900 Aussteller stellten den rund 50.000 Besucherinnen und Besuchern aus 129 Ländern Fleischalternativen vor. Unter ihnen waren zum Beispiel der Hersteller von Fleischalternativen auf Erbsenbasis endori, die vegane Ernährungsorganisation ProVeg und der Produzent von Soja-Zutaten Soy Austria. Diese starke Vertretung von alternativen Proteinen könnte der Grund für die Umbennenung zu Internationale Leitmesse – Technology for Meat and Alternative Proteins gewesen sein.

Zum Start der IFFA hatten am Samstagmorgen Tierrechtsaktivisten und -aktivistinnen zudem verschiedene Aktionen und Blockaden rund um das Messegelände veranstaltet, um für einen Systemwandel statt Greenwashing sowie für ein Ende der Zurschaustellung der Tierausbeutung einzustehen.

Immer mehr Großstädte entscheiden sich aus Tierschutzgründen für Verbote von Pferdekutschen – darunter europäische Metropolen wie Paris, London, Barcelona und zuletzt Prag. In Wien wird über eine neue Regel für Pferdekutschen bei heißen Temperaturen debattiert. Aktuell gilt in der Stadt ein Fahrverbot für Pferdekutschen ab einer Temperatur von 35 Grad – nun wird darüber diskutiert, ob die Grenze auf 30 Grad herabgesetzt werden sollte. In der ORF-Sendung »Wien heute« wurde der österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch, der zudem für Tierschutz zuständig ist, zu seiner Meinung zu der Debatte befragt.

»Zunächst stellt sich die Frage abseits von Hitze, ob der Einsatz von Fiakern in einer Großstadt überhaupt noch zeitgemäß ist. Ich halte das ein bisschen für aus der Zeit gefallen«, antwortete der Grünen-Politiker: »Man sollte sich Gedanken darüber machen, nämlich wirklich aus Gründen des Tierschutzes, ob man ein Pferd diesem Stress aussetzen sollte.« Er würde eine Debatte über einen Verzicht auf Pferdekutschen begrüßen. In einem Statement gratulierte die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN Österreich dem Minister für seinen Vorschlag: »Es ist wirklich endlich an der Zeit, diesem Anachronismus für immer ein Ende zu bereiten. Traditionen, die auf dem Rücken von Lebewesen erhalten werden, haben im 21. Jahrhundert einfach keinen Platz mehr.«

Ein Team an finnischen Wissenschaflterinnen und Wissenschaftlern hat in ihrer neuen Publikation die Umweltauswirkungen unterschiedlicher Ernährungsweisen miteinander verglichen. Dabei haben sie auch den Faktor der Nährstoffbedarfsdeckung inkludiert und kommen zum Ergebnis, dass sowohl eine vegane Ernährung (in diesem Fall als rein pflanzliche Ernährung) als auch eine „optimierte Omnivore Ernährung“ (die tierische Lebensmittel allerdings deutlich reduziert) und auch eine Ernährungsweise mit s.g. „Novel & Future Foods“ (z.B. zellbasiertes Fleisch, Milchproteine aus Präzisionsfermentation usw.) in der Lage wären, unter den richtigen Produktionsmethoden den Nährstoffbedarf des Menschen zu decken und dabei aber gleichzeitig die negativen Umweltauswirkungen der aktuellen westlichen Mischkost um mehr als 80% zu reduzieren. Die Studie fügt sich in eine Reihe mit zahlreichen Publikationen, die zeigen, dass es zwar keine rein vegane Ernährung sein muss (wenn es nur um Umweltschutz geht), aber dass eine drastische Reduktion der Menge tierischer Produkte bzw. eine Reformation ihrer Produktionsmethoden unumgänglich ist, wenn es um das Thema der Planeten-gerechten Ernährung geht.

Das internationale Food-Magazin Chef’s Pencil hat die Stadt Brighton in Großbritannien zur „Veganen Welthauptstadt“ gekürt. Es ist das erste Mal, dass eine andere Stadt als Portland oder Bristol den ersten Platz belegt. Brighton ist eine unglaublich vegan-freundliche Stadt und wurde aufgrund der sehr hohen Anzahl vegan-freundlicher Restaurants pro Einwohner bereits mehrfach als beste vegane Stadt im Vereinigten Königreich ausgezeichnet. Laut dem veganen & vegan-freundlichen Restaurantfinder HappyCow gibt es in der Stadt mehr als 240 vegan- & vegetarisch-freundliche Lokale. Um die „vegane Welthauptstadt“ zu ermitteln, stellt Chef’s Pencil über das von Google betriebene Datenanalysetool Google Trends veganbezogene Suchanfragen in jeder Sprache (z. B. „Veganism“, „vegane Restaurants in meiner Nähe“, „vegane Rezepte“, „vegan food“) zusammen und wertet dadurch aus welche Stadt weltweit führend in Bezug auf Veganismus ist. Dabei schreibt das Food-Magazin jedoch selbst, dass Google Trends keine allumfassende Messung der Popularität ergibt. Nach eigener Aussage ist Google Trends keine wissenschaftliche Umfrage und sollte nicht mit Umfragedaten verwechselt werden. Es biete jedoch ein gutes Barometer dafür, was die Menschen einkaufen, essen oder worüber sie mehr erfahren möchten.

Laut Chef’s Pencil legen die Google Trends nahe, dass die Popularität des Veganismus weltweit rückläufig ist. Die Suchanfragen zum Thema Veganismus im ersten Quartal 2022 zeigen einen Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2021 und zum ersten Quartal 2020. Deutschland ist dabei eines der wenigen Länder weltweit, in denen die Popularität der Suche nach Veganismus im Jahr 2022 nicht stark zurückgegangen ist.

Nach den vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) sank der Pro-Kopf-Milchverbrauch 2021 um 2,2 kg im Vergleich zum Vorjahr und lag daher mit 47,8 kg auf dem niedrigsten Wert seit 1991. Seit dem Jahr 2000 hat sich der jährliche Milchkonsum um insgesamt 7 kg (-13%) pro Person verringert. Als möglichen Grund für diesen Rückgang nennt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung den verstärkten Konsum von pflanzlichen Milchalternativen. Die Herstellungsmenge von Käse hingegen stieg mit 2,67 Millionen Tonnen erneut um ein Prozent im Vergleich zu 2020, wobei der Pro-Kopf-Verbrauch mit 25,3 kg pro Jahr konstant blieb.

Während zumindest einige Hersteller von Pflanzendrinks bereits die Bedeutung einer angemessenen Anreicherung ihrer Milchalternativen verstanden haben und so beispielsweise Oatly, Vly und Alpro ihre Sorten großteils mit Calcium und weiteren in Kuhmilch dicht konzentrierten Mikronährstoffen anreichern, haben bis auf Wilmersburger sämtliche große Hersteller von veganen Käsealternativen wie Simply V, beddaDr. Mannahs Happy Cheeze etc. leider keine adäquate Anreicherung ihrer Pflanzenkäse vorgenommen. Das wäre allerdings wichtig um potenziell kritische Nährstoffe wie Calcium, Riboflavin, Jod etc. auch abseits der Supplementierung ausreichend zu decken. Bio-Pflanzendrink-Hersteller dürfen laut der EU-Bio-Verordnung keine Nährstoffanreicherung durchführen und selbst die Zugabe der bis vor kurzem gängigen Kalkalge zur Erhöhung des Calciumgehalts in Bio-Pflanzenmilch ist (zumindest temporär) nicht mehr gestattet.

Jedes Jahr nimmt die Ernährungsorganisation ProVeg die größten Player der Systemgastronomie unter die Lupe und erstellt in Zusammenarbeit mit dem Branchenmagazin foodservice eine Rangliste der vegan-freundlichsten Restaurantketten. Dabei wird das Angebot der online einsehbaren Speisekarten mit bis zur Kalenderwoche 10 eingeführten veganen Optionen berücksichtigt. Die Bewertung kommt durch die Anzahl plus dem prozentualen Anteil der veganen Gerichte am Gesamtsortiment der Hauptspeisen (max. 7 Punkte) sowie den Beilagen und Desserts (max. 5 Punkte) zustande. Zudem werden zusätzliche Punkte für Marketing, Aktionen und Kennzeichnung (max. 3 Punkte) vergeben.

Dieses Jahr belegt die Burgerkette Hans im Glück, dicht gefolgt von Peter Pane, den ersten Platz des Rankings. Die Burgerkette hat sich von Platz 6 im 2020-Ranking vorgearbeitet und überzeugt mit einem umfangreichen Angebot veganer und vegetarischer Burger, veganer Salate, Burgersoßen und Desserts. Darüber hinaus lassen sich alle Fleischburger-Optionen auch mit pflanzlichem Patty bestellen. Laut ProVeg hat vor allem der enorme Ausbau in puncto Marketing und Kennzeichnung Hans im Glück dieses Jahr auf das Siegertreppchen gebracht. Schon heute macht die Burgerkette laut eigenen Angaben über 30 % des Umsatzes mit dem vegan-vegetarischen Angebot.