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14. März, 2024 / Elena Arnold

Puppy Yoga in Stuttgart vorerst verboten

Puppy Yoga ist ein neuer „Trendsport“ aus den USA. In Stuttgart hat ein Veterinäramt diesen nun zunächst verboten. Die Einhaltung des Tierschutzgesetzes soll nun geprüft werden.

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@ Canva, Elena Mozhvilo via Unsplash, Symbolbild

Das Veterinäramt der Stadt Stuttgart untersagt vorerst den neuen Trend “Puppy Yoga”. Puppy Yoga kommt aus den USA. Bei diesem neuen „Modesport“ wird in Yogastudios in Kleingruppen gemeinsam mit Welpen in einem Raum Yoga gemacht. Dabei werden keine Übungen speziell mit den Hunden durchgeführt. Stattdessen befinden sich diese im selben Raum wie die Yoga-Teilnehmenden und sollen für mehr Freude beim Yoga sorgen. Die Anbietenden behaupten außerdem, der Menschenkontakt würde zur Sozialisierung der Hunde beitragen.

Beim Verbot beruft sich das Veterinäramt der Stadt Stuttgart auf Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes: Das Puppy Yoga fällt demnach unter “gewerbsmäßige Zurschaustellung von Welpen”. Um hierfür eine Genehmigung zu erhalten müssen “ausreichende Sachkunde, geeignete Räumlichkeiten und die Zuverlässigkeit der verantwortlichen Personen vorausgesetzt” sein, teilte Steffen Maier, Pressesprecher des Landratsamtes im Zollernalbkreis, dem Schwarzwälder Boten mit. Eine entsprechende Bewerbung sei bei der Stadt Stuttgart bisher noch nicht eingegangen.

Das Veterinäramt des Rems-Murr-Kreis neben Stuttgart, bei dem ein Gewerbe für Puppy Yoga Ende Januar angemeldet wurde, möchte laut Angaben des SWR allerdings auch die Begebenheiten vor Ort für die Welpen prüfen. Es sei wichtig, “dass die Welpen nicht überfordert werden.” Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Welpen genügend Rückzugsmöglichkeiten haben und die Yoga-Veranstaltungen nicht zu einem “Geschäftsmodell für den Verkauf von Welpen” werden. 

Welche Hunde werden für Puppy Yoga ausgewählt?

Laut Angaben der Stuttgarter Firma “Puppy Yoga Stuttgart” sollten bei ihrem Angebot Hunde von Züchtern vor Ort sein, die mindestens 8 Wochen alt sind und von den “Züchtern oder einem weiteren Hund aus der Zucht begleitet” werden.

Der Anbieter „Puppy Yoga GbR“ hinter der Domain „PuppyYoga.de“ schreibt auf der eigenen Website davon, ebenfalls mit Zuchthunden zu arbeiten. Es seien auch schon Bemühungen angestellt worden, Hunde aus dem Tierschutz und aus Tierheimen für das Yoga zu organisieren. Die dortigen Hunde seien aber zumeist ungeeignet, weil zu „aggressiv bzw. nicht gut genug sozialisiert“. Zudem müssten die Welpen aus dem Tierheim von jeweils einem Mitarbeitenden aus Tierheimen begleitet werden. Dies sei nicht durchführbar. Stattdessen würden Teile der Einnahmen an Tierschutzorganisationen gespendet werden.

Puppy Yoga wird von vielen Tierschutzorganisationen kritisiert. Sie behaupten unter anderem, es könne nur in seltenen bis keinen Fällen gewährleistet werden, dass die Welpen vor Überforderung und Angst bewahrt werden. Durch die vielen Menschen und Eindrücke sei das Wohlergehen des Hundes meist gefährdet. Zudem sei auch die Gefahr erhöht, Menschen durch diese Aktionen vermehrt Lust auf Zuchthunde zu machen.

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