Am 8. September eröffnete der vegane Supermarkt mit einer Fläche von über 200 m² in der Mariahilfer Straße im Bereich der BILLA PLUS Marktküche. Gestaltet ist die „Billa Pflanzilla“-Filiale in einem grünen Gorilla-Design, da das Tier gemeinsam mit seiner pflanzenbasierten Ernährung Namensgeber des Concept-Stores ist. Der Laden bietet Platz für mehr als 2.500 rein pflanzliche Produkte und neue Serviceangebote wie einer Snackbar mit ready-to-eat-Speisen, einer Nusspresse für frisches Nussmus Unverpackt-Stationen und der Ottakringer Fassbar, an der Pflanzilla-Kunden Bier selbst in Mehrwegflaschen zapfen können.

Zusätzlich zu dem 100% veganen Angebot (es werden weder vegetarische, noch Hybridartikel angeboten und zudem wird im gesamten Store Wert auf nachhaltige und wiederverwendbare Materialien gelegt), werden dort Seminare zu pflanzlicher Ernährung, exklusive Verkostungen neuer pflanzenbasierter Produkte oder Informationsveranstaltungen geboten.

Desweiteren schloss sich BILLA der Forderung nach einer Steuersenkung von Pflanzendrinks der Veganen Gesellschaft Österreich, die bereits eine Petition gegen die steuerliche Benachteiligung gestartet hat, an. Denn während in Österreich für Kuhmilch 10 Prozent Mehrwertsteuer zu bezahlen sind, werden Pflanzendrinks mit 20 Prozent versteuert. „Milch aus heimischem Soja oder Hafer gilt in Österreich als Getränk und unterliegt, anders als das tierische Produkt, einem Steuersatz von 20 %. Das ist eine doppelt so hohe Besteuerung und birgt daher einen klaren Nachteil für Kunden, die auf pflanzliche Milch setzen. Gemeinsam mit der Veganen Gesellschaft Österreich fordern wir daher die steuerliche Gleichstellung von tierischer Milch und dem pflanzlichen Pendant“, so Elke Wilgmann, BILLA Vorständin Consumer.

Bisher mussten Kunden für Hafer-, Soja-, und Mandelmilch einen Mehrpreis bezahlen. Bereits im letzten Jahr gab Starbucks UK diesen Schritt bekannt. In Deutschland wird der Aufpreis bislang weiterhin berechnet.

Aktivisten fordern das Ende des Aufpreises für vegane Milchalternativen schon seit Jahren. Die Tierschutzorganisation PETA startete eine E-Mail Kampagne an das Unternehmen, veranstaltete Demonstrationen vor Filialen und eine PETA-Aktivistin klebte ihre Hand mit Sekundenkleber an eine Starbucks-Theke und trug dabei ein Shirt mit der Aufschrift: „End vegan milk upcharge“. Auch der 79-jährige Beatles-Star Sir Paul McCartney hat sich mit PETA zusammengetan und im Juni einen Brief an Starbucks-Chef Kevin Johnson geschrieben. Darin forderte McCartney Johnson auf, die „Zukunft des Planeten“ und das Wohlergehen der Tiere zu berücksichtigen, indem er den Aufpreis von 70 Cent (in den USA) für milchfreie Milch aufhebt. „Vor kurzem wurde ich darauf aufmerksam, dass Starbucks in den USA einen Aufpreis für pflanzliche Milch im Gegensatz zu Kuhmilch erhebt. Ich muss sagen, dass mich das überrascht hat, denn soweit ich weiß, wird in anderen Ländern wie Großbritannien und Indien für beide Milchsorten die gleiche Gebühr erhoben, und ich möchte Sie höflich bitten, diese Politik auch bei Starbucks in den USA zu berücksichtigen“, schrieb McCartney an Johnson.

Ebenfalls diesen Juni forderte eine Gruppe von christlichen, hinduistischen, buddhistischen und jüdischen Führern unter der Leitung des Hindu-Aktivisten Rajan Zed Starbucks in einer veröffentlichten Erklärung auf, keine zusätzlichen Gebühren mehr für vegane Milchalternativen zu erheben, da diese Praxis einer Steuer für Menschen gleichkomme, die sich für eine pflanzliche Lebensweise entschieden haben. „Ein Kaffeeunternehmen sollte keine Steuern auf Personen erheben, die sich für eine pflanzliche Lebensweise entschieden haben“, heißt es in der Erklärung.

Das Schweizer Foodtech-Start-up wird mit dem Zusatzkapital der Serie-B-Finanzierungsrunde die Einführung einer neuen Produktlinie für sogenannte „Whole Cuts“ (z.B. pflanzliche Hühnerbrust), die weitere internationale Expansion sowie die Erhöhung der Produktionskapazität vorantreiben.

Unter einer Finanzierungsrunde versteht man Investitionen interessierter Kapitalgeber in ein Unternehmen, das Kapital zum Aufbau und Wachstum benötigt. Dabei gibt es verschiedenen Arten von Finanzierungsrunden, die jeweils einen unterschiedliche Kapitalbedarf abdecken. Eine Serie-B-Finanzierung ist die zweite Finanzierungsrunde (aufeinanderfolgende Finanzierungsrunden eines Unternehmens werden als Serie A, Serie B und Serie C bezeichnet) für ein Unternehmen, das durch erreichte Meilensteine bereits über das anfängliche Start-up-Stadium hinaus ist. Die Investoren haben die Möglichkeit, die Leistung des Managementteams zu beurteilen und festzustellen, ob sich die Investition lohnt oder nicht. 

Angeführt wurde die Runde von LCatterton, dem grössten globalen Private-Equity-Unternehmen im Konsumgüterbereich. „Es ist uns eine Ehre, mit Planted zusammenzuarbeiten, um die Art und Weise, wie Fleisch und proteinreiche Lebensmittel weltweit konsumiert werden, zu revolutionieren“,sagt Michael Farello, der Managing Partner des L Catterton Growth Fund. „Ihre Produkte sind nicht nur von der Natur inspiriert, sondern auch frei von künstlichen Inhaltsstoffen. Ausserdem sind sie skalierbar und können leicht in das tägliche Leben der Konsumentinnen und Konsumenten integriert werden. Da Lebensmittel ein starker Hebel zur Förderung der menschlichen Gesundheit und der ökologischen Stabilität sind, trägt Planted direkt zu einem gesünderen und nachhaltigeren Lebensmittelsystem bei. Wir sind fest davon überzeugt, dass das Unternehmen weiterwachsen wird, da immer mehr Menschen auf der ganzen Welt auf alternative Proteine im Alltag setzen werden.“

„Die derzeitigen Technologien und Lösungen für pflanzliches Fleisch sind nicht in der Lage, mehr als ein bis drei Prozent des Fleischkonsums zu ersetzen, und haben daher nicht den erforderlichen Einfluss auf unser Ernährungssystem. Die Konsumentinnen und Konsumenten begründen dies mit mangelndem Geschmack, einem unattraktiven Preis und fragwürdigen Inhaltsstoffen. Um auch Fleischessende zu überzeugen, ist es entscheidend, dass wir ‚besseres Fleisch als Tierfleisch‘ herstellen – also ein besseres Geschmackserlebnis und einen günstigeren Preis anbieten bei geringeren Umweltauswirkungen und guten Zutaten. Diese Parameter stehen bei uns immer im Mittelpunkt.“, sagt Christoph Jenny, Mitgründer von Planted.

„[Ich habe] vor geraumer Zeit begonnen mich immer mehr mit der Ernährung zu beschäftigen, statt nur einfach Lebensmittel zu verkaufen, da ich überzeugt bin, das die Kunden aufgeklärter sind und immer mehr auf gesündere Ernährung achten.“, schrieb Thomas Röttcher, der Geschäftsführer des REWE-Markts Familie Röttcher in Kaarst in Nordrhein-Westfalen der VeganNews Redaktion. Im vergangenen Jahr weitete die Familie bereits im Zuge ihres Umbaus die vegane Abteilung aus und verlagerte sie in die Obst und Gemüse Abteilung. Eine Umsatzsteigerung von 45% im Vergleich zum Vorjahr im veganen Sortiment brachte Röttcher dazu, noch weiter zu gehen. Der REWE-Markt ließ einen Teil ihrer Fleischtheke umbauen und integrierte eine rein vegane Metzgerei. Seit der ersten Septemberwoche werden dort 34 Produkte angeboten. Deren Verkauf wird nicht nur durch speziell geschultes Personal gefördert – zu Aufklärungszwecken werden auch diverse vegane Sach- und Kochbücher angeboten, die direkt neben def Theke ausliegen.

Dass die Industrie auf das sich ändernde Konsumverhalten der Kunden reagiert, zeigen auch die Produktionszahlen, die das Statistische Bundesamt (Destatis) Anfang Mai veröffentlicht hat: Im Jahr 2021 produzierten die Unternehmen hierzulande im Vergleich zum Vorjahr knapp 17,0 % mehr Fleischersatzprodukte, im Vergleich zum Jahr 2019 erhöhte sich die Produktion sogar um 62,2 %. Somit wurden im Jahr 2021 97 900 Tonnen Fleischersatzprodukte produziert, im Vorjahr waren es rund 83 700 Tonnen und zwei Jahre zuvor noch 60 400 Tonnen. Der Wert dieser Produkte erhöhte sich im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 22,2 % auf 458,2 Millionen Euro (2020: 374,9 Millionen Euro). Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch hingegen lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im vergangenen Jahr bei 55 Kilogramm pro Kopf. Das war ein Rückgang um zwölf Prozent verglichen mit 2011 und der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnung im Jahr 1989.

Laut dem Marktforschungsinstitut GFK ist die im Einzelhandel verkaufte Menge an Fleisch und Wurst von Januar bis Juli um 11,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Als Grund dafür nennt das Institut u.a. die gestiegenen Preise. Dass die Preise eine wichtige Ursache für die aktuellen Rückgänge sind, zeigen die Unterschiede zwischen den Fleisch­arten: Rindfleisch verteuerte sich im Juli um durchschnittlich 17% und reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 22%; Schweinefleisch verteuerte sich nur um 8% und reduzierte sich auch nur um 5%.

Diese Reduktion im Verhältnis zum Preisanstieg wurde allerdings nicht bei allen anderen Fleischarten beobachtet. Fleisch ist außerdem nicht das einzige Lebensmittel, dessen Verzehr durch Preisanstiege reduziert wurde: Im Halbjahresvergleich sank die Menge an im Einzelhandel verkauftem Gemüse auch um mehr als 10 %. Dass steigende Lebensmittelpreise das Konsumverhalten beinflussen können, haben zuvor schon mehrere Studien gezeigt. Beispielsweise zeigte eine systematische Review und Meta-Analyse mit 26 inkludierten Studien zu Preisänderungen aus dem Jahr 2017, dass ein Preisanstieg (z.B. durch erhöhte Steuern) bei ungesunden Getränken und Lebensmitteln zu einem Rückgang des Konsums jener Produkte führt.

Eine dieser Studien zeigte beispielsweise, dass eine Erhöhung der Preise für Softdrinks um 10 % den Verbrauch um 8 bis 10 % senkt. Daten wie diese zeigen wie wichtig es ist, gesunde Lebensmittel vor Preisanstiegen zu schützen bzw. diese durch Subventionen aktiv zu vergünsten und ungesunde Lebensmittel zu verteuern.

Am 31.8.2022 endete die Petition „Save Cruelty Free Cosmetics“, die von der Organisation Cruelty Free International ins Leben gerufen wurde. Innerhalb eines Jahres konnten 1.413.383 Unterschriften gesammelt werden. Das bedeutet, dass über 1,4 Millionen Menschen in 27 Staaten die Stärkung und konsequente Einhaltung des EU-Tierversuchsverbots für Kosmetika fordern. Nun werden die Stimmen auf ihre Gültigkeit geprüft. Dieser Verifizierungsprozess kann einige Monate dauern.

Das Kosmetik-Tierversuchsverbots besteht seit 2013 und besagt, dass Tierversuche für kosmetische Produkte oder Inhaltsstoffe nicht durchgeführt werden und Kosmetika, die in Drittländern im Tierversuch getestet wurden, nicht in der EU verkauft werden dürfen. Doch trotz dieses Verbots wurden seit 2013 über 60 Inhaltsstoffe, die nur in Kosmetika verwendet werden, an Tieren getestet und EU-Behörden fordern weiterhin neue Tests an Tieren für Chemikalien in Kosmetik. Für einen einzigen Test eines Kosmetikinhaltsstoffs können über 1.000 Ratten oder Kaninchen ausgebeutet werden.

Konkret fordert die Initiative die Einhaltung und Stärkung des Kosmetik-Tierversuchsverbots, die Umgestaltung des EU-Chemikalienrechts ohne Tierversuche und die Erarbeitung eines konkreten Plans zum Ausstieg aus dem Tierversuch, für das sich 97% der Abgeordneten des EU-Parlaments in einer Abstimmung bereits ausgesprochen haben. 

Das Politikmagazin Report Mainz des ARD zeigte in einer Reportage ausgestrahlt am 23. August Videomaterial des investigativen Tierschutzvereins SOKO Tierschutz. Die Videos zeigen schwere Tierschutzgesetz-Verstöße im Schlachthof Kühnle in Backnang, in der Nähe von Stuttgart; beispielsweise wie Rinder vor der Schlachtung nur unzureichend betäubt und mit mehr als 200 illegalen Elektroschocks hintereinander gequält werden. Einige Taten sollen laut SOKO vor den Augen des amtlichen Veterinärs vollzogen worden sein – er selbst habe sogar ein Rind illegal mit Stromschlägen gequält. Nun gab das verantwortliche Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt, das der Betrieb des Schlachthofs vorerst seit dem 16. August freiwillig eingestellt wurde. Zudem seien die auf den Videoaufnahmen zu sehenden Mitarbeiter „bis zur Aufklärung der Vorwürfe unter Fortzahlung der Bezüge mit sofortiger Wirkung freigestellt.“

Wie die ARD berichtet, hatten die Tierschützer von Mai bis Juli 2022 an acht Schlachttagen Kameras im Regionalschlachthof Kühnle installiert. SOKO spricht in ihrer Pressemitteilung, dessen Löschung der Anwalt des Unternehmens erfolglos erwirken wollte, von Totalversagen. „Die Mitarbeiter haben keine Ahnung, die Tiere erwachen im Todeskampf, der Veterinär bleibt untätig oder macht sogar mit. Das zeigt, dass die Regierung absolut gescheitert ist“, so SOKO Sprecher Mülln. „Mit der eiligen Selbstschließung des Betriebes durch den Eigentümer, versucht man nun zu verhindern, dass die Behörden den Schlachthof endgültig dicht machen. Das Amt wusste von vielen Problemen, hatte lange zu gesehen und war schon vor sechs Wochen ausdrücklich durch uns gewarnt worden“. SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gestellt. Es ist der 13. durch die Tierschutzorganisation zur Schließung gezwungene Schlachthof in den letzten vier Jahren. 

Als erstes Land innerhalb der EU hat Spanien die Pflicht zur Kameraüberwachung in Schlachthöfen eingeführt. Der Beschluss umfasst zudem eine Pflicht zur Aufbewahrung der erstellten Bilder für spätere Kontrollen und die Sicherstellung, dass die Wiedergabe, Vervielfältigung oder Übertragung auf andere Geräte in der gleichen Qualität wie die Originalaufnahme erfolgt. Mithilfe der Kameras soll sichergestellt werden, dass das Leiden der Tiere auf ein Minimum reduziert werde, erläuterte das Landwirtschaftsministerium.

Große Schlachthöfe haben nun ein Jahr und kleine Schlachthöfe zwei Jahre Zeit, sich an die neuen Vorschriften anzupassen. In den Niederlanden wird ein ähnliches Gesetz erarbeitet, Großbritannien hatte eine verpflichtende Kameraüberwachung in Schlachthöfen bereits 2018 eingeführt – deutsche Initiativen scheiterten bis jetzt am Datenschutz. Entgegen der naheliegenden Annahme, dass diese Nachricht in der Fleischindustrie für Empören sorgt, hatte der Nationale Verband der Fleischindustrie Spaniens (Anice), bereits 2019 eine entsprechende Gesetzesänderung gefordert und begrüßte die Entscheidung des Ministerrates. Denn die Hoffnung besteht, dass die Gesetzgebung gut für den stark beschädigten Ruf der Schlachtbranche sein wird.

Nach 4-jährigen Ermittlungen aufgrund von Tierquälerei und Misshandlung im inzwischen geschlossenen Schlachthof in Bad Iburg wurde der ehemalige Chef des Schlachthofs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, zwei ehemalige Mitarbeiter zu jeweils neun Monaten auf Bewährung. Zusammen müssen sie zudem 6.500 Euro an einen Tierschutzverein zahlen. Diese milde Strafe machte nicht nur Tierschützer, sondern auch Experten und Pressevertreter sprachlos. Das Fehlen eigener Ermittlungen und wichtiger Zeugen durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg führte desweiteren zur Einstellung der Verbraucherschutzvorwürfe. Der Richter begründete die milde Strafe damit, dass die Taten schon vier Jahre zurückliegen und die Angeklagten geständig waren und Reue zeigen würden.

Auslöser für die Strafverfahren waren heimliche Videoaufnahmen vom Anlieferungsbereich des Schlachthofes durch den Verein „Soko Tierschutz“. Diese zeigten, wie im August und September 2018 kranke und bewegungsunfähige Rinder mit Ketten und Seilwinden von den Viehtransportern gezogen und ihnen dabei Schmerzen und Leid zugefügt wurde. In einigen Fällen wurden auch Elektroschocker eingesetzt, um die Tiere anzutreiben. Zudem sollen die Mitarbeiter bereits tote Tiere geschlachtet und als Lebensmittel verwertet haben – diesen Vorwurf stritten sie jedoch ab. Gegen drei weitere frühere Schlachthofmitarbeiter beantragte die Staatsanwaltschaft jeweils Strafbefehle. Strafverfahren gegen zwei Veterinäre des Landkreises Osnabrück laufen noch.

»Das war die Chance zum ersten mal in der deutschen Geschichte beim größten Tierschutzskandal dieses Landes die Höchststrafe nach Tierschutzgesetz zu verhängen. Man hat diese Chance vertan, schlimmer noch, man gibt damit das Signal, dass man selbst mit den schlimmsten Taten gut davon kommen kann. Das wird auf schlimme Art und Weise Schule machen«, erklärt SOKO Sprecher Mülln. »Was muss man in Deutschland Tieren antun um ins Gefängnis zu kommen?«, schreibt SOKO in ihrer Presseerklärung.

Tierschützer protestierten mit Trauerkranz im Gedenken an das Tierschutzgesetz vor dem Gericht und forderten »Gefängnis für Tierquäler« und »Gerechtigkeit für Tiere«.

Future Meat verwendet tierische Fibroblasten, um das Fleisch im Labor zu replizieren und ein gentechnikfreies Produkt herzustellen, das kosteneffizient, nachhaltig und vollständig skalierbar ist. Fibroblasten sind ortsständige spezifische Zellen des Bindegewebes und kommen darüber hinaus auch als bewegliche freie Zellen im Interstitium (=stützendes und untergliederndes Zwischengewebe) vor. Fibroblasten spielen eine wichtige Rolle bei dem Auf- und Abbau der Zwischenzellsubstanz. Zu den Produkten von Fibroblasten gehören hauptsächlich Kollagenfasern, welche für eine erhöhte Festigkeit der Zwischenzellsubstanz sorgen. Die Entwicklung von kultiviertem Lammfleisch begann Future Meat 2019 mit eben jenen Fibroblastenzellen, die von Awassi-Schafen isoliert wurden, um zwei unabhängige Zelllinien von Schafen zu erzeugen, die sich unbegrenzt teilen können.

„Future Meat ist das erste Unternehmen, das fötales Rinderserum und alle anderen tierischen Bestandteile aus seinen Wachstumsmedien entfernt hat“, sagte Prof. Yaakov Nahmias, Präsident, Gründer und Chief Science Officer von Future Meat Technologies. „Der Ansatz von Future Meat beruht auf der natürlichen, spontanen Immortalisierung (=die Aufhebung der Begrenzung der Anzahl von Zellteilungen in einer Zelle) von Fibroblasten und nicht auf genetischer Veränderung. Dies ist der Schlüssel dazu, dass die Zellen von Future Meat nicht gentechnisch verändert sind.“

Das Unternehmen bereitet sich aktuell auf seinen Markteintritt in den USA und den dortigen Bau ihrer zweiten Produktionsstätte vor. Im Juni vergangenen Jahres hatte Future Meat die weltweit erste industrielle Anlage für kultiviertes Fleisch in Israel eröffnet.

Das Schweizer Traditionsunternehmen Läderach launcht zum ersten Mal in der 60-jährigen Firmengeschichte explizit vegane Schokolade. Zwar gab es auch in der Vergangenheit bereits Zartbittersorten von Läderach, die von sich aus vegan sind, aber nun setzt das Unternehmen bei seinen neuesten Schokoladen einen expliziten Fokus auf vegane Produktionsmethoden. Im Rahmen dessen bringt Läderach vier spezielle, vegane Kreationen auf den Markt. Dazu zählt ihr neues veganes Schokoladen-Popcorn, ihre „FrischSchoggi Cashew vegan“, das „FrischSchoggi Säckli vegan“ sowie die „Creamy Cashew vegan“-Schokoladentafeln. Alle Sorten wurden mit Cashewdrink anstatt Kuhmilch gefertigt und mit Kokosblütenzucker gesüßt.

Die Läderach Premium-Schokoladen gibt es in 15 Ländern (neben der DACH-Region auch in den USA, Kanada sowie im nahen Osten und Asien) in derzeit über 100 Läderach-Shops. Somit wird deren vegane Schokolade eine weite Verbreitung finden und zeigen, dass hervorragende Schokolade keine tierischen Zutaten benötigt. Denn wie der „World Chocolate Master 2018“ Elias Läderach über die veganen Sorten selbst sagt: „Wir haben getüftelt, bis wir zufrieden waren und wir wirklich sagen konnten – Taste approved!“

* Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Werbepartnerschaft mit Läderach

Das Landwirtschaftsministerium Malta’s hatte Anfang August die Rechtsmitteilung 187 2022 herausgegeben, die mit sofortiger Wirkung sowohl die Herstellung von Pelzen als auch von Stopfleber verbietet. Deren Verkauf ist von diesem Verbot allerdings nicht betroffen. 

In mehreren europäischen Ländern – darunter Estland, Belgien, Norwegen, die Slowakei, Österreich, Italien, Irland und Frankreich – wurden bereits Gesetze zur Pelztierhaltung verabschiedet, die diese entweder jetzt oder in Zukunft verbieten. Malta hatte zwar keine aktive Pelztierfarm, verabschiedete das Verbot allerdings als Vorsichtsmaßnahme gegen Unternehmen, die ihre Produktion zukünftig nach Malta verlegen wollen könnten. Auch die Produktion von Stopfleber ist in einer Reihe von Ländern verboten (u.a. Dänemark, Deutschland und das Vereinigte Königreich). 

Seit 18. Mai können sich EU-Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe ihrer Unterschrift für ein Verbot der Pelztierhaltung in Europa einsetzen. Die Europäische Bürgerinitiative Fur Free EU hat das Ziel, die Haltung und Tötung von Tieren zur Pelzgewinnung sowie das Inverkehrbringen von Pelzen zu beenden. Mehr zur aktuellen Lage der Pelzproduktion in Europa erfahrt ihr in diesem Artikel: hier.

Die Fluglinie Emirates hat im Zuge der „Fly Better“-Kampagne die Erweiterung ihres veganen Speisenangebots bekannt gegeben. Dieses wird auf ausgewählten Strecken zunächst in der First Class serviert, ab 1. September dann auch in der Business Class und der Economy Class. Fluggäste können sich dann auf Gerichte wie gebratene Austernpilze, Jackfruit-Biryani, Schokoladentrüffelkuchen und Weiteres freuen. 

Darüber hinaus bietet die Fluglinie Gästen, die von Dubai aus fliegen, frisches Blattgemüse an, welches von der größten vertikalen Farm der Welt Bustanica geerntet wurde. Die Farm wurde von EmiratesCropOne entwickelt, einem Joint Venture zwischen Emirates Flight Caters und dem amerikanischen Unternehmen CropOne, einem führenden Agrartechniker im Bereich der vertikalen Landwirtschaft in Innenräumen. Sie ist etwa 330.000 Quadratmeter groß und produziert jährlich über eine Million Kilo hochwertiges Blattgemüse. Durch das effektive Beleuchtungssystem der Anlage wurde der Wasserverbrauch trotz der hohen Produktionskapazität um 95 % gesenkt.

Das Unternehmen möchte desweiteren in nachhaltige Betriebsabläufe und Lieferketten investieren und sucht, wo immer möglich, nach lokalen Lebensmittellieferanten und Farmen für ihr Speiseangebot.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte vor einigen Wochen durch versteckte Kameras schockierende Zustände in der größten Kaninchenzucht Deutschlands aufgedeckt. Die Aufnahmen zeigen tausende in engen, verdreckten Gitterkäfigen zusammengepferchte Kaninchen, einige von ihnen tot. Kranke sowie verletzte Tiere werden ganz offenbar nicht tierärztlich versorgt, sondern sich selbst überlassen, mit voller Wucht auf den Boden geschleudert oder mit einer Eisenstange erschlagen.

Gemeinsam mit Medien wie ZDF “Wiso”, der Süddeutschen Zeitung, dem SWR und t-online veröffentlichte die Organisation Aufnahmen und nannte dabei den Namen der Kaninchenzucht, die u.a. auch ein Tierversuchslabor von Siemens Healthineers (Healthcare) beliefert. Zudem wurde umgehend Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Ellwangen (Jagst) erstattet und das zuständige Veterinäramt informiert. Daraufhin schaltete das Unternehmen einen Anwalt ein, der eine Einstweilige Verfügungung gegen die Tierschutz-Organisation erwirkte. Die Verfügung hindert das Deutsche Tierschutzbüro daran, den Ortsnamen & Landkreis sowie den Namen der Kaninchenzucht und die betroffene Kaninchen-Rasse zu nennen. Bei Verstoß droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder bis zu 6 Monate Haft.

Die Organisation möchte dagegen juristisch vorgehen und bittet hierfür um Spenden als finanzielle Unterstützung. Des Weiteren wurde auf Change.org eine Petition gestartet, die Konsequenzen für die Kaninchenzucht fordert.

Die London Fashion Week war 2018 die erste Modeshow, die Pelz auf dem Laufsteg verbot. Das finnische Pendant verbot 2019 sogar alle tierischen Produkte und noch im selben Jahr folgte das Pelz-Verbot in Amsterdam. Auch viele bekannte Modemarken kehren Pelz den Rücken: Gucci, Versace, Prada, Michael Kors, Tommy Hilfiger, Moncler – zuletzt verabschiedete sich Dolce & Gabbana von Pelz und Angora, Burberry beendete darüber hinaus die Verwendung von exotischem Leder für zukünftige Kollektionen.

Die Tierschutzorganisationen PETA UK, Anima International und Dyrenes Alliance forderten im vergangenen Jahr mit Protesten unter dem Motto „Pelz ist Tod“ die Veranstalter und Modemarken auf, die Verwendung und Zurschaustellung von Pelz zu beenden. Nun kündigte die Copenhagen Fashion Week an, dass sie Pelz von allen teilnehmenden Marken und Shows als Zeichen des Engagements für den Tierschutz verbannt hat. Zwei der einflussreichsten Fashion Weeks – London & Mailand – haben bis jetzt auf die jahrelangen Kampagnen von Tierrechtlern und Tierschützern nicht reagiert. 

Am 21. Juli unterzeichnete die Stadtverwaltung der britischen Stadt das sogenannte Plant Based Treaty – eine Initiative, die sich für eine Ernährungswende hin zu einer Ernährung ohne tierische Produkte zur Bewältigung der Klimakrise einsetzt. Damit hat sich die Stadt verpflichtet, ihre 34.000 Einwohner zu ermutigen auf tierische Produkte zu verzichten. Die insgesamt 38 Forderungen des Abkommens reichen vom Verzicht auf den Bau neuer Tiermastanlagen bis hin zur Umstellung auf pflanzliche Mahlzeiten in Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen und Weiteres. Bis dato haben 18 Städte in Ländern wie Argentinien, Indien den USA, 832 Organisationen, 767 Unternehmen und 46679 Privatpersonen das Abkommen unterzeichnet. Zudem gehören Sir Paul McCartney, Joaquin Phoenix und Moby zu einer Reihe von Prominenten, die sich ebenfalls für den Vertrag ausgesprochen haben.

Der Stadtrat Dr. Richard Nicholson, der den pflanzenbasierten Vertrag erstmals dem Ausschuss für Klimawandel vorstellte, sagte dazu: „Die Klimakrise ist keine ferne Zukunftsbedrohung mehr, sondern eine existenzielle Krise, die im Jahr 2022 vor uns steht. Der Südosten Englands hat die höchsten Sommertemperaturen der Geschichte erlebt, und die Häuser der Menschen wurden durch Feuer und Überschwemmungen zerstört. Wir können nicht auf die Regierungen warten – wir alle müssen sofort handeln, und die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung ist das Wirksamste, das jeder Einzelne tun kann, um die ernste Lage, in der wir uns befinden, zu verbessern. Ich fordere alle Stadt-, Bezirks-, Kreis- und Stadtverwaltungen auf, den Vertrag über pflanzenbasierte Ernährung sofort zu unterzeichnen.“

Obwohl laut dem Independent im Zuge der Zustimmung des Treatys Viehzüchtern Zuschüsse für die Umstellung auf pflanzliche Erzeugung gewährt wurden, werfen Aktivisten der Countryside Alliance dem Stadtrat nun vor, „auf Fehlinformationen einzugehen“ und sich gegen die örtlichen Landwirte zu richten. Die Regierung habe in Bezug auf Schulen bereits klargestellt, dass es Sache der Familien ist, zu entscheiden, ob Fleisch Teil der Ernährung ihres Kindes ist, und nicht der Schulleiter. Die Aktivisten bitten nun um die dringende Zusicherung, dass der Stadtrat keine Änderungen an der lokalen Schulspeisung vornehmen oder beeinflussen kann.

„Manchmal, wenn ich meine veganen Kunstwerke online stelle, bekomme ich E-Mails von Leuten, die mir mitteilen, dass sie seit kurzem selbst vegan leben oder ihren Fleisch- und Milchkonsum reduziert haben. Sie sagen, dass es meine Arbeit war, die sie zum Umdenken gebracht hat. Die meisten dieser Menschen waren wahrscheinlich ohnehin kurz davor, ihr Verhalten zu verändern – es ist ja nicht so, dass ich vegane Superkräfte hätte oder so. Aber die Visualisierung einer Tatsache verleiht ihr zusätzliche Kraft, und das ist es, was ich als Künstler tun kann.“
Tommy Kane, Vorwort zu Vegane Kunst (HENI, 2022)

Tommy Kane ist ein erfolgreicher New Yorker Illustrator, Art Director – und Veganer. Seine Arbeit ist in zahlreichen Werbespots (zwei davon in der ständigen Sammlung des MOMA ausgestellt), Musikvideos (zum Beispiel MTV-Musikvideos für Lenny Kravitz, Robert Palmer und Buster Poindexter) und Büchern zu sehen. Nun hat der Künstler die Veröffentlichung eines Buchs initiiert, welches neben seinen Werken auch die von 21 weiteren veganen Künstlern aus der ganzen Welt versammelt. Das diesen April erschienene Buch „Vegan Art – a book of visual protest“ enthält ein Vorwort von Kane, ein Spottvorwort
eines ungeborenen Babys und über 200 Werke von Illustratoren, Cartoonisten, Fotografen und Malern, die mit ihren Zeichnungen, Gemälden und Fotografien die Öffentlichkeit über die massenhafte Ausbeutung von Tieren informieren und wachrütteln wollen. Die hoffnungsvollen Darstellungen einer Speziesismus-freien Utopie, düsteren Eindrücken der aktuell noch vorherrschenden industriellen Landwirtschaft und Verweise auf jene Akteure der Tierhaltung, die zur massenhaften Tierausbeutung beitragen, zeigen eindrucksvoll, dass Kunst die Macht haben kann Menschen zum Umdenken zu bewegen.

Mitwirkende Künstlerinnen und Künstler:

Tommy Kane
Helen Barker
Melinda Hegedus
Philip McCulloch-Downs
Rob MacInnis
Milk DoNg Comics
Dan Piraro
Sue Coe
Jane Lewis
Hartmut Kiewert
Jo-Anne McArthur
Tommy Flynn
Caroletta
Chantal Poulin Durocher
Andrew Tilsley
Jo Frederiks
Cameron O’Steen
Dana Ellyn
Roland Straller
Cynical Coyote
Kate Louise Powell

Seit Februar dieses Jahres ist der Foodtruck „Dominion Food Revolution on the road“ des frankfurter Gastronomen Nir Rosenfeld, der auch die veganen Restaurants Kuli Alma, Zeil Kitchen und Dominion Food Revolution in Frankfurt betreibt, auf Veranstaltungen wie der veganen Messe Veggieworld oder auf Hochzeitsfeiern unterwegs. Nun aber hat der Gastronom einen Vertrag mit dem Frankfurter Waldstadion unterschrieben. Diese Saison wird der vegane Foodtruck also das Frankfurt Waldstadion bei Heimspielen der Frankfurter Eintracht, Konzerten und sämtlichen anderen Veranstaltungen bewirtschaften. Sein Debut feierte der Foodtruck beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern am 5. August, bei dem Fußballfans für vegane Burger, Shawarma und Kebab Schlange standen.

Nir Rosenfeld ist seit 2003 in Frankfurt am Main als Gastronom tätig und betrieb auch damals schon drei Restaurants, die allerdings alles andere als vegan waren. Im September 2017 bewegte ihn ein Video von Gary Yourofsky dazu, sich innerhalb eines Tages für einen veganen Lebensstil zu entscheiden. Diese Entscheidung hatte auch Auswirkungen auf sein Geschäftsleben: er verkaufte seine Anteile an zwei der Restaurants und veganisierte im Einverständnis mit seinen Geschäftspartnern das Restaurant Zeil Kitchen. Die Eröffnung zwei weiterer veganer Restaurants folgte, ein viertes ist in Planung. Darüber hinaus setzt er sich gemeinsam mit seinen drei Kindern und seiner Frau Sigal Rosenfeld durch aktivistische Aktionen und vegane Kampagnen für die Rechte von Tieren ein.