Bei „Wieso, weshalb, vegan spricht Gordon Prox, bekannt durch das ehemalige YouTube-Duo „Vegan ist ungesund“ und seinen TV-Auftritt in der Sendung „Die leckerste Idee Deutschlands“, mit seinen Gästen über Tipps für den Einstieg in eine vegane Ernährungsweise, Life-Hacks, neue Lieblingsrezepte und Ernährungswissen. In den vergangenen Staffeln waren bereits Gäste wie die Schauspielerin Collien Ulmen, der Moderator Oli P., Julia und Isa von dem Blog Zucker & Jagdwurst, der Streamer Unge und die Sängerin Leslie Clio dabei.
In der ersten Folge der siebten Staffel des Podcasts war Ernährungswissenschaftler und VeganNews-Gründer Niko Rittenau zu Gast. Zusammen mit Gordon sprach er über vegane Mythen, Tipps zur gesundheitlichen Optimierung der veganen Ernährung und vieles mehr. Es handelt sich zudem um die erste Folge, die von nun an auch auf YouTube zu sehen ist.
„Wieso, weshalb, vegan“ wird von der Supermarktkette Lidl präsentiert. Schon 2022 waren von rund 4.400 Einzelartikeln im Lidl-Sortiment über 450 Artikel mit dem V-Label gekennzeichnet, darunter auch alle veganen Alternativprodukte der Eigenmarke „Vemondo“. Lidl plant das vegane Sortiment kontinuierlich auszubauen und die Produkte hinsichtlich Geschmack, Optik, Textur und Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Zudem will das Unternehmen bis 2025 deutlich weniger Fleischprodukte anbieten. Laut eines Berichts der Lebensmittel Zeitung vom vergangenen Februar möchte Lidl damit „aktiv die Transformation zu einer zukunftsfähigen Ernährung vorantreiben“.
Die britische Regierung hat eine Investition in Höhe von 12 Millionen Pfund für das Produktionszentrum für zelluläre Landwirtschaft „Cellular Agriculture Manufacturing Hub“ angekündigt. Es handelt sich um die bisher größte Einzelinvestition der britischen Regierung in nachhaltige Proteine.Das „Cellular Agriculture Manufacturing Hub“ wird von dem britischen Forschungsrat „Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC)“, der unter anderem staatliche Zuschüsse für Forschungsarbeiten vergibt, finanziert und von der Universität Bath geleitet. Das siebenjährige Projekt soll neue Verfahren entwickeln, um hochwertige Proteine nachhaltig und kostengünstig zu produzieren. Ziel ist es, die wachsende Weltbevölkerung ressourcenschonend zu ernähren.
Die Initiative wird von Professor Marianne Ellis an der Universität Bath geleitet und umfasst vier weitere Universitäten mit Fachwissen in den Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Sozialwissenschaften sowie eine Reihe von Industriepartnern. Ziel ist es, Herstellungstechnologien zu entwickeln, die die zelluläre Landwirtschaft mit der Kreislaufwirtschaft verbinden. Zudem wird das Projekt die Herstellung von zellbasiertem Fleisch im großen Maßstab untersuchen. Eine im Januar diesen Jahres veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass zellbasiertes Fleisch den Klimaeinfluss von Fleisch um bis zu 92 % reduzieren, die Luftverschmutzung um bis zu 94 % verringern und bis zu 90 % weniger Land benötigen kann. Desweiteren werden die beteiligten Forscher die Entwicklung von Lebensmitteln wie nachhaltigem Palmöl durch Präzisionsfermentation untersuchen.
Die britische Regierung strebt an, „ein globaler Vorreiter“ in der Entwicklung von zellulärer Landwirtschaft zu sein und „außergewöhnliche Exportmöglichkeiten“ zu nutzen. Linus Pardoe, UK Policy Manager beim Good Food Institute Europe, sagte, dass die Gründung des neuen Zentrums „eine bahnbrechende Maßnahme“ in der Entwicklung einer nachhaltigen Proteinindustrie in Großbritannien sei. „Diese wegweisende Investition ist ein starkes Signal dafür, dass die britische Regierung die Bedeutung der zellulären Landwirtschaft erkennt und die Notwendigkeit von Forschung und Entwicklung unterstützt, um britische Unternehmen bei der Skalierung der Produktion zu unterstützen, die Kosten zu senken und dieses Essen für alle verfügbar zu machen“, kommentierte er. „Es ist auch großartig zu sehen, dass dieses Projekt die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser neuen Methoden der Lebensmittelproduktion untersucht, um sicherzustellen, dass Verbraucher und Lebensmittelproduzenten von diesen bahnbrechenden Innovationen profitieren und sie verstehen.“
In Brandenburg wurden im vergangenen Jahr bei rund einem Drittel der kontrollierten Tierhaltungs-Betriebe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Das geht aus der Antwort des Justizministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor. Insgesamt wurden 1.265 der 8.163 Produktionsstätten kontrolliert, bei 454 wurden Verstöße festgestellt.
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende und Sprecher für Tierschutz, Raschke, kritisierte: «Dass es in etwa einem Drittel aller kontrollierten Betriebe zu Beanstandungen kommt, ist erschreckend. Beunruhigender ist allerdings, dass viele Verstöße gar nicht erst entdeckt werden können, solange nur wenige Betriebe pro Jahr überhaupt kontrolliert werden.» Diese Situation sei nicht hinnehmbar. «Wir brauchen deutlich mehr Kontrollen und dafür vor allem mehr Personal in den Veterinärämtern der Landkreise.» Ebenfalls erschreckend ist die Tatsache, dass die meisten Verfahren gegen Personen, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben, eingestellt wurden. In den Jahren 2018 bis 2022 wurden insgesamt 1.267 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet, dabei wurden 1.520 Personen beschuldigt. Gegen rund 72 Prozent von ihnen wurden die Verfahren im Zeitraum von 2018 bis 2022 eingestellt. Nur in 87 Fällen kam es zu rechtskräftigen Urteilen, und fast ausschließlich handelte es sich um Geldstrafen. Lediglich in zwei Fällen wurde eine Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängt.
Die britische Regierung hat kürzlich das Fangverbot für Dornhaie in britischen Gewässern aufgehoben. Dieser Schritt hat sowohl in Großbritannien als auch in der EU für Kontroversen gesorgt. In der Nordsee gibt es ein EU-weites Fangverbot für Dornhaie, um die Bestände dieser bedrohten Art zu schützen. Allerdings dürfen Dornhaiprodukte in Europa gehandelt werden, wenn sie außerhalb der Nordsee gefangen wurden. Aus diesem Grund steht der Dornhai auch auf vielen Speisekarten in Deutschland.
Die britische Regierung argumentiert, dass das Aufheben des Fangverbots für Dornhaie in britischen Gewässern dazu beitragen wird, die lokale Fischerei zu unterstützen. Die Branche hat in den letzten Jahren unter verschiedenen Problemen gelitten, darunter steigende Lebenserhaltungskosten und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf den Fischhandel. Die Entscheidung, das Fangverbot für Dornhaie aufzuheben, soll den britischen Fischern ermöglichen, ihr Einkommen zu steigern und die lokale Wirtschaft zu unterstützen. „Wir haben uns alle möglichen Alternativen angesehen, von südafrikanischem Seehecht bis hin zu amerikanischem Pazifik-Seehecht und Kabeljau aus Norwegen, also alles, was den Druck auf den Lieferketten etwas verringert“, sagte Andrew Cook vom nationalen Verband der Fisch-Frittierer der Financial Times.
Allerdings gibt es Bedenken darüber, dass die Aufhebung des Fangverbots für Dornhaie zu einem Rückgang der Dornhai-Bestände in der Nordsee führen wird. Die EU hat das Fangverbot für Dornhaie in der Nordsee verhängt, um den Schutz dieser Art zu gewährleisten. Durch die Aufhebung des Verbots in britischen Gewässern könnte es jedoch zu einem Anstieg des Fischfangs kommen, was die Bestände weiter gefährden könnte. Laut der Regierung habe sich der Bestand durch das abgeschaffte Fangverbot bereits erholt.
Der vegane Ultra-Läufer und Dokumentarfilmer Austin Meyer belegte kürzlich beim ‚Zion Ultra 100 km Rennen‘ den ersten Platz in einer Zeit von knapp über 10 Stunden (10:07:53). Der Ultramarathon führte die Athleten durch den Zion-Nationalpark in Utah, USA. Da die Strecke als schwierig gilt, waren nur erfahrene Ultraläufer zugelassen, die bereits einen Halbultramarathon absolviert hatten. Gegenüber Plant Based News verriet er, dass sein Kampf für Tierrechte ihm zusätzliche Motivation liefere, wenn ein Rennen hart wird und dass, wenn seine sportliche Leistung auch nur die Meinung einer Person gegenüber dem Veganismus ändert, das genug ist, um weiterzumachen.
„Die Beendigung der Tierausbeutung ist mein Ziel. Dieses Ziel fördert die Motivation. Diese Motivation hilft mir, eine größere Wahrnehmung von Anstrengung zu ertragen. Und das führt zu besseren Leistungen“, sagte Meyer. „In einer Welt, in der jedes Jahr Milliarden von Tieren für Lebensmittel getötet werden und Milliarden von Marketinggeldern in Kampagnen fließen, die den Verzehr von tierischen Produkten mit Männlichkeit und verbesserter sportlicher Leistung in Verbindung bringen, biete ich mit meinem Lauf eine Gegenerzählung an – dass wir als pflanzlich angetriebene Athleten gedeihen und konkurrieren können.“
In den letzten Jahren beweisen immer mehr Athleten, dass auch mit einer gut geplanten und ausgewogenen veganen Ernährungsweise große sportliche Erfolge erzielt werden können. Erst kürzlich gewann die Athletin Lisa Gawthorne, die seit über 20 Jahren vegan lebt, die Goldmedaille bei den Duathlon-Europameisterschaften in Venedig. Im vergangenen Jahr erkämpften sich die veganen Bodybuilding-Athleten Linda Blankemeyer und Matthias Milkereit beeindruckende Siege: Linda Blankemeyer gewann die internationale Deutsche Meisterschaft 2022 des Deutschen Bodybuilding- und Fitness Verbands DBFV in der Klasse „Fitness Figur 2“ und der Natural-Athlet Matthias Milkereit gewann die Europameisterschaft der International Natural Bodybuilding Association (INBA) der Klasse „Mens Physique über 176cm“ in Budapest.
Nachfolgend soll eine Erweiterung auf weitere Tierarten, die Gastronomie sowie verarbeitete Produkte erfolgen, desweiteren arbeite man an einer EU-weiten Herkunfsstkennzeichnung. Tierschützer kritisieren, dass die Haltungsstufen lediglich den Status quo repräsentieren und den Verbrauchern eine „humane“ Haltung vortäuschen, ohne über die tatsächlichen Bedingungen aufzuklären.
Es sind fünf Haltungsformen geplant: Stall, Stall+Platz, Frischluftstall, Auslauf/Weide, Bio. Die niedrigste Stufe „Stall“ bezeichnet dabei die gesetzlichen Mindestanforderungen der Haltung während der Mast. Bei der höchsten Stufe „Bio“ entspricht die Tierhaltung den Anforderungen der EU-Ökoverordnung. Unabhängig von der Tierhaltungskennzeichnung sollen Landwirte finanziell gefördert werden, die ihren Tieren bessere Haltungsbedingungen bieten und ihre Ställe dementsprechend umbauen. Dafür hat das BMEL im letzten Jahr Eckpunkte für ein Bundesprogramm veröffentlicht, das Investitionen in „zukunftsfeste“ Stallbaumaßnahmen fördern soll.
Der Europäische Rechnungshof (EuRH) hat Anfang dieser Woche die uneinheitlichen Regeln für Tiertransporte in der EU kritisiert. Diese führen nach Ansicht der Prüfer dazu, dass Unternehmen bestehende Schlupflöcher in den verschiedenen nationalen Sanktionssystemen ausnutzen. So könnten sie etwa längere Strecken wählen, um Mitgliedstaaten mit einer strikteren Umsetzung der EU-Vorschriften oder härteren Strafen zu meiden. Zudem warf der EuRH mehreren Ländern vor, bei Verstößen kaum abschreckende Strafen zu verhängen. Die EU-Kommission will bis Ende des Jahres eine Überarbeitung der Tierschutzvorschriften vorlegen.
«Die politischen Entscheidungsträger der EU könnten in Erwägung ziehen, das Tierleiden in die Transportkosten einzupreisen und bei den Fleischpreisen zu berücksichtigen», schlägt der EU-Rechnungshof vor. Die Transportkosten beliefen sich oft auf einen Bruchteil der Einzelhandelspreise – was lange Transportwege rentabler als die Produktion vor Ort mache. Der Bericht des EU-Rechnungshofes zitiert eine Studie, laut der der Transport weniger als ein Prozent des Endpreises von in Deutschland verkauften Geflügelbrustfilets von EU-Erzeugern ausmacht.
Zwischen 2017 und 2021 wurden nach Angaben des EU-Rechnungshofs jedes Jahr durchschnittlich rund 1,6 Milliarden lebende Tiere zwischen Mitgliedstaaten und in oder aus Nicht-EU-Ländern transportiert. In diesen Jahren dauerte mehr als ein Drittel aller Transporte mehr als acht Stunden. Dabei sin die die Tiere laut EU-Rechnungshof häufig enormen Stress ausgesetzt und können unter Hunger, Durst, Hitze, Platz- und Ruhemangel leiden.
Cromwell hatte seine Liebe zu Schweinen bereits während der Dreharbeiten zu „Babe“ entdeckt. Der Film handelt von einem verwaisten Schweinchen namens Babe, das auf einem Bauernhof aufwächst und sich mit den anderen Tieren anfreundet. Hoggett, gespielt von Cromwell, nimmt das Schweinchen unter seine Fittiche und lehrt es, wie es sich auf dem Bauernhof zurechtfinden kann. Während der Dreharbeiten zu dem Film beschloss Cromwell, sich vegan zu ernähren und setzte sich seitdem immer wieder für Tierrechte und den Schutz von Tieren ein.
Als er von dem verletzten Ferkel erfuhr, zögerte Cromwell nicht lange. „Ich hatte das Privileg, während der Dreharbeiten die Intelligenz und Neugierde von Schweinen zu erleben und zu erfahren. Der Film ‚Babe‘ hat mein Leben und meine Art zu essen verändert, und so habe ich die Chance ergriffen, dieses echte Babe zu retten“, sagte Cromwell in einer Erklärung. „Jedes Schwein hat es verdient, in Frieden und Freude in einem Tierheim zu leben und selbst zu entscheiden, wann es herumtollt, wo es sein Futter sucht und wie es seine Zeit verbringt, doch nur wenige tun dies.“ Das kleine Schweinchen, das nun auf den Namen „Babe“ hört, wurde vom Lebenshof Indraloka Animal Sanctuary in Pennsylvania aufgenommen.
Nach vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) sank die hergestellte Menge an Konsummilch im Jahr 2022 in Deutschland um mehr als 6% auf rund 4,2 Mio. Tonnen. Der Pro-Kopf-Verbrauch erreichte mit 46,1 Kilogramm ein erneutes Rekordtief (-900 Gramm). Auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse ging um 760 Gramm zurück; die Herstellungsmenge sank auf 2,64 Mio Tonnen (-1%) und sank damit erstmals seit dem Jahr 2017. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Butter ging 770 Gramm zurück (13%), die Herstellunmgsmenge sank um 1%. Laut BZL könnten die Gründe dafür bei den gestiegenen Preisen für Milch und Milchprodukten sowie der zunehmende Absatz an pflanzlichen Milchalternativen liegen.
Jedoch stieg die Herstellung von Eiweißerzeugnissen aus Milch und Molke um rund 10%. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg 2022 um knapp 4% auf 610 Gramm. Eiweißerzeugnisse finden unter anderem Verwendung in Sportlernahrung, Schmelzkäsezubereitungen oder Backmischungen. Die Zahl milchkuhhaltender Betriebe sank von 54.800 auf 52.900. Mit insgesamt 23.000 Tieren weniger hielt damit jeder Milchviehbetrieb durchschnittlich 72 Tiere. Die durchschnittliche jährliche Milchleistung pro Kuh stieg allerdings erneut von 8.481 Kilogramm auf 8.499 Kilogramm.
Zuletzt teilte das BZL in einer Pressemitteilung mit, dass sich der Abwärtstrend des Fleischverzehrs in Deutschland in 2022 fortgesetzt hat: Mit 52 Kilogramm pro Person sank der Pro-Kopf-Fleischverzehr im Vergleich zu 2021 um rund 4,2 Kilogramm und ist so niedrig wie noch nie seit Beginn der Verzehrsberechnung im Jahr 1989. Laut BZL könnte ein möglicher Grund für den sinkenden Fleischverzehr die anhaltende Tendenz zu einer pflanzenbasierten Ernährung sein.
Die Tierschutzorganisation Animal Rebellion (AR) hat vergangenen Freitag eine Aktion vor dem Sitz des Deutschen Bauernverbandes in Berlin durchgeführt. Dabei inszenierte AR einen Gerichtsprozess gegen Vertreter der Lebensmittelindustrie, wie den Deutschen Bauernverband, Milka, Arla und DMK. Fünf Aktivisten kletterten zudem auf das Gebäude und befestigten ein Plakat mit der Aufschrift „Dairy Farming: Main Driver of Biodiversity and Climate Crisis“, zwei Aktivisten ketteten sich auf dem Dachvorsprung der Bauernverbands-Zentrale fest.
Animal Rebellion ist eine anti-speziesistische Graswurzelbewegung inspiriert von Extinction Rebellion DE und Animal Rebellion UK, die sich für eine vegane Lebensweise im Sinne des Klima- und Tierschutzes einsetzt. Die Aktion sollte die Zusammenhänge zwischen der Agrar-Lobby, Milchindustrie und der Klimakrise aufzeigen. Im Rahmen des aufgeführten Gerichtsprozesses wurden angeklagte Lobbyvertreter der Tierindustrie der Zerstörung an Tier- und Pflanzenwelt schuldig gesprochen. Zeitgleich dockten sich weitere Demonstrierende an das Glasdach des Verbands an, um eine Tierbefreiung zu simulieren. An der Scheibe angedockte Kühe wurden hierfür vom Glasdach gerettet. Von den befreiten Kühen blieb am Ende der Aufführung nur die heruntertropfende Gülle, die sinnbildlich den Zusammenhang zwischen Tierindustrie und Umweltverschmutzung deutlich machte. Mit großen Bannern „Ineffizienz die uns die Zukunft kosten“ oder „Dairy Farming – Main Driver Of Biodiversity And Climate Crisis“ unterstrichen die Aktivisten und Aktivistinnen ihre Botschaft.
„Statt dem ewigen Mantra „wachse oder weiche“ zu huldigen, muss ein Umdenken sowohl in und für die Landwirtschaft erfolgen. Wir müssen die Segel für einen längst überfälligen Gegenkurs setzen und uns von der Tierindustrie verabschieden“, so die Aktivisten und Aktivistinnen von Animal Rebellion. „Die Milchindustrie darf nicht länger ignoriert, sondern muss in den Mittelpunkt politischer Biodiversitäts-Debatten gerückt werden.“
Trotz Inflation ist der deutsche Markt für pflanzliche Alternativprodukte in 2022 um 11% auf 1,91 Milliarden Euro gewachsen. Das zeigt eine umfangreiche Analyse der Marktentwicklung des Good Food Instituts (GFI). Laut GFI sind die Umsätze in fast allen Kategorien gestiegen, in manchen haben sie sich binnen eines Jahres sogar vervielfacht. Insgesamt ist der deutsche Markt für pflanzenbasierte Lebensmittel seit 2020 um 42% gewachsen. Für die Studie hat das GFI Daten von NielsenIQ zur Marktentwicklung im Einzelhandel in 13 europäischen Kernmärkten ausgewertet. Es handelt sich um die erste umfangreiche Bestandsaufnahme in diesem Bereich seit drei Jahren.
Im europäischen Vergleich ist Deutschland der mit Abstand größte Markt für pflanzenbasierte Lebensmittel, gefolgt von Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich. In keinem anderen westeuropäischen Land sind die Umsätze 2022 stärker gestiegen als in Deutschland. Mit 11% Wachstum im vergangenen Jahr und 42% Wachstum seit 2020 liegt die Marktentwicklung hierzulande deutlich über dem europäischen Durchschnitt (6% seit 2021 und 22% seit 2020). Trotz der enormen Zuwächse der vergangenen Jahre und trotz der stetig wachsenden Produktpalette in deutschen Supermärkten und Discountern machen die pflanzenbasierten Optionen bislang nur einen Bruchteil des gesamten Marktes aus. Im Bereich Milch beträgt der Marktanteil von pflanzenbasierten Optionen 13%, im Bereich Joghurt 5% und im Bereich Käse 1%. Insgesamt haben die Menschen in Deutschland 2022 pro Kopf 23,00 Euro für pflanzliche Alternativprodukte ausgegeben. „Dank stabiler Preise und einer steigenden Vielfalt der Produkte wächst der deutsche Markt für Alternativprodukte weiter zweistellig. Doch gemessen am Gesamtmarkt für Fleisch und Milchprodukte machen pflanzliche Optionen bislang nur einen Bruchteil aus. Um das Potenzial nachhaltiger pflanzlicher Alternativen auszuschöpfen, braucht die Innovationskraft des Sektors auch politische Flankierung: Bund und Länder sollten deutlich stärker in die Forschung und den Kapazitätsaufbau in diesem Bereich investieren. Länder wie Dänemark haben dies mit enormen öffentlichen Investitionen vorgemacht und Deutschland sollte diesem Beispiel folgen. Zudem wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung die widersinnige Diskriminierung von pflanzlichen Milchalternativen bei der deutschen Mehrwertsteuer endlich beendet.”, sagt Ivo Rzegotta, Senior Public Affairs Manager Deutschland, GFI Europe.
Veganuary hat kürzlich die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die die Teilnehmenden der diesjährigen Veganuary-Kampagne befragt hat. 78 Prozent der Befragten, die sich vor dem Veganuary nicht vegan ernährten, planen eine dauerhafte Ernährungsumstellung und 72 Prozent möchten künftig den Konsum von Tierprodukten um mindestens die Hälfte reduzieren. 25 Prozent haben sogar vor, zukünftig rein vegan zu essen.
Weltweit nahmen 706.965 Menschen an der diesjährigen Veganuary-Kamapgne teil. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov nahmen sogar neun Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland den Veganuary zum Anlass, um vegane Ernährung bewusst auszuprobieren. Am End des Aktionsmonats versendete Veganuary eine Umfrage an 79 Prozent der registrierten Teilnehmer, 16.829 Menschen (3 Prozent der Personen, die die Umfrage erhielten) nahmen daran teil. 18 Prozent der Befragten lebten schon vor des Aktionsmonats vegan, 26 Prozent vegetarisch, 12 Prozent pescetarisch und 41 Prozent mischköstlich.
Gründe für eine Teilnahme am Veganuary waren dabei unter anderem Tierschutz (40 Prozent), eigene Gesundheit (21 Prozent), Umwelt (18 Prozent) sowie Heruasforderung und Neugierde (8 Prozent). Durchgezogen – also sich während der Kampagne rein pflanzlich ernährt – haben es allerdings nur 36 Prozent. Die häufigst genanntesten Herausforderungen waren Auswärts essen (29 Prozent), Umgang mit Freunden und Familie (21 Prozent), Vermissen tierischer Produkte (14 Prozent) und Nährstoffe beachten (13 Prozent).
Peter Dobcak, Gastronomieobmann in der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) verriet kürzlich im ORF , dass die WKW an der Umsetzung einer veganen Kochausbildung arbeite. Damit wolle man der steigenden Nachfrage nach pflanzlicher Küche nachkommen. Es gebe in Wien aktuell bereits 42 rein vegane Lokale, 53 bieten vegetarische Küche an. Um den Köchen den Umstieg zu erleichtern, bietet die Wirtschaftskammer bereits jetzt Kurse hierzu dazu an.
Die Nachfrage nach veganer Küche ist in den letzten Jahren in Österreich stark gestiegen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine pflanzliche Ernährung, sei es aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen. Laut Statista lag der Anteil der Vegetarier und Veganer im Jahr 2017 noch bei sechs Prozent, Anfang 2021 gaben rund 11 Prozent der Befragten an, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Daneben spielen auch Flexitarier eine immer größere Rolle. Laut einer Mitte 2021 in Österreich durchgeführten Umfrage im Auftrag des Handelsverband Österreich bezeichnen sich 30 Prozent der Umfrageteilnehmer als „Flexitarier“.
Auch in der Wiener Gastronomie wird der Trend zur pflanzlichen Küche immer deutlicher. Immer mehr Restaurants bieten mittlerweile vegane Gerichte an, um diesem Bedürfnis ihrer Kunden gerecht zu werden. Die Einführung einer veganen Kochausbildung durch die WKW ist ein wichtiger Schritt, um das Angebot an veganen Gerichten zu erweitern und das Verständnis von Köchinnen und Köchin für eine vegane Ernährung zu verbessern und noch mehr Menschen für eine pflanzliche Ernährung zu begeistern.
Nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hat sich der Abwärtstrend des Fleischverzehrs in Deutschland in 2022 fortgesetzt: Mit 52 kg pro Person sank der Pro-Kopf-Fleischverzehr im Vergleich zu 2021 um rund 4,2 kg und ist so niedrig wie noch nie seit Beginn der Verzehrsberechnung im Jahr 1989. Laut BZL könnte ein möglicher Grund für den sinkenden Fleischverzehr die anhaltende Tendenz zu einer pflanzenbasierten Ernährung sein.
So wurden im vergangenen Jahr rund 2,8 Kilogramm weniger Schweinefleisch, 900 Gramm weniger Rind- und Kalbsfleisch sowie 400 Gramm weniger Geflügelfleisch pro Person gegessen. Desweiteren wurde in Deutschland im Vergleich zu 2021 9,8 Prozent weniger Schweine-, 8,2 Prozent weniger Rind- und Kalbfleisch und 2,9 Prozent weniger Geflügelfleisch produziert. Zudem berichteten wir Ende März bereits darüber, dass laut dem Statistischen Bundesamt auch die deutschen Fleischexporte in den vergangenen fünf Jahren um 19,3 % zurückgingen. 2017 wurden noch knapp 3,6 Millionen Tonnen Fleisch aus Deutschland exportiert; im Jahr 2022 waren es knapp 2,9 Millionen. Insbesondere Schweinefleisch, das 2022 mit knapp 1,5 Millionen Tonnen 50,5 % der deutschen Fleischexporte ausmachte, wurde in den vergangenen fünf Jahren deutlich weniger exportiert und sank von 2017 bis 2022 um gut ein Fünftel (-20,4 %).
Das „Nürnberg Institut für Marktentscheidungen“ hat gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg in einer neuen Studie untersucht, wie das Design des Haltungsform-Siegels für Fleischwaren und Milch die Produktnachfrage verändert. Das Haltungsform-Siegel (auch Tierwohl-Label genannt) unterteilt verschiedene Arten der Tierhaltung in vier Kategorien (je niedriger die Stufe, desto schlechter die Tierhaltung). Laut ersten Ergebnissen der Studie impliziert das aktuelle Design des Labels, dass die Tierhaltungsstandards bei jeder höheren Stufe gleichermaßen ansteigen. Tatsächlich steigt die Fläche aber progressiv: die Fläche pro Tier steigt in den unteren Stufen geringer als in den oberen Stufen. Dies kann laut den Autoren zu Überschätzung der Qualität der Tierhaltungsbedingungen und damit zu einem verzerrten Konsumverhalten führen.
Die Conjoint- Studie (Der Begriff „Conjoint“ kommt von „considered jointly“, auf Deutsch „gleichzeitig beobachten“) wurde mit zwei getrennten Teilnehmergruppen durchgeführt. In einer Teilnehmergruppe wurden die Produkte mit dem aktuellen Tierhaltungslabel gekennzeichnet (Kontrollgruppe). In der anderen Gruppe (Experimentalgruppe) wurde das Label um die Angabe der Fläche pro Tier ergänzt und so das tatsächliche Verhältnis zwischen Labelstufe und Tierhaltungsbedingung aufgezeigt. Alle anderen Produkteigenschaften wurden gleich gehalten, um Unterschiede im Konsumverhalten messen zu können, die auf die unterschiedliche Gestaltung des Labels zurückgeführt werden können.

Die Kontrollgruppe schätzte das Verhältnis zwischen Labelstufe und Tierhaltung linear. Zudem führte eine höhere Labelstufe nicht häufiger zum Kauf: Stufe 4 wurde seltener gewählt als Stufe 3. In der Experimentalgruppe wurde weniger Stufe 1 und Stufe 2 gewählt als in der Kontrollgruppe, dafür mehr Produkte der Stufe 4. Hier stieg der Konsum mit jeder Tierhaltungsstufe. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass Konsum und Präferenzen voneinander abweichen.
Nach einem halben Jahrhundert in Gefangenschaft und vielen Jahren an Kampagnenarbeit von Tierrechtlern soll ein Orca namens Lolita in die Freiheit zurückkehren. Lolita lebt seit ihrer Gefangennahme in einem 24×11 Meter großen Becken im Miami Seaquarium – seit vergangenem Jahr wurde sie wegen gesundheitlichen Problemen nicht mehr für Shows eingesetzt. Nun soll sie endlich in freie Gewässer entlassen werden, in denen noch immer ihre über 90 Jahre alte Mutter mit ihrer Familie schwimmen soll. Orcas, auch Schwertwale oder Killerwale gennant, bleiben ihr ganzes Leben lang bei ihrer Geburtsfamilie.
Die inzwischen 57 Jahre alte Orca-Dame wurde im Sommer 1970 im Puget-Sund am Bundesstaat Washington gefangen. In 18 bis 24 Monaten wird Lolita, auch Tokitae genannt, per Flugzeug in ein Ozeanschutzgebiet an der amerikanisch-kanadischen Pazifikküste geflogen. Bis dahin soll sie lernen wieder Fische zu fangen und die nötige Kondition aufbauen, da Killerwale in Freiheit täglich rund 60 Kilometer schwimmen. Raynell Morris, ein Mitglied der Tierschutzgruppe Friends of Toki, die das Vorhaben unterstützt, ist optimistisch: „Sie war vier Jahre alt, als sie gefangen wurde, sie lernte also das Jagen. Sie kennt das Lied ihrer Familie. Sie wird sich erinnern, aber es wird Zeit brauchen.“
Laut der New York Times sagte Jim Irsay, Philanthrop und Besitzer der Indianapolis Colts in der National Football League, auf der Pressekonferenz zu Lolitas Freilassung, er werde sich an den Kosten für Lolitas Umsiedlung (diese werden auf 19 Millionen Euro geschätzt) beteiligen. Er sagte weiter, dass die Umsiedlung auch den Bau eines Schutzgebietes mit Netzen im Pazifik vor der Nordwestküste der Vereinigten Staaten und den Transport von Lolita und zwei Delfinen, die ihr Gesellschaft leisten, sowie die Einstellung von Trainern, die dem Wal bei der Anpassung an die offenen Gewässer helfen, beinhalten könnte.
Eduardo Albor, Geschäftsführer von The Dolphin Company, die das Seaquarium betreibt, sagte: „Dies geht über Lolita hinaus. Sie wird zu einem Symbol werden.“
Vergangenen Dienstag stellte das australische Startup Vow in dem NEMO Science Museum in Amsterdam einen riesigen Fleischball vor, der erstmalig aus der DNA eines ausgestorbenen Wollhaarmammuts hergestellt und mit Fragmenten der DNA des afrikanischen Elefanten ergänzt wurde. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde für die Züchtung des weltweit ersten Mammut-Fleischballs kein fetales Kälberserum verwendet.
„Das Mammut ist ein gigantisches Symbol für den Artenverlust. Wir hoffen, dass unser Fleischball die Diskussion über Fleisch und Klimawandel wiederbeleben wird“, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Noch nie zuvor hat jemand ein ausgestorbenes Protein wie dieses wieder zum Leben erweckt. Laut Vow bestand eine der Herausforderungen darin, die fehlenden Regionen des Mammut-Myoglobin-Gens zu vervollständigen, was dem Team gelang, indem sie die Lücken in der Sequenz des nächsten lebenden Verwandten des Wollhaarmammuts, des afrikanischen Elefanten, füllten. Zudem wurden für jedes Fleischbällchen über 20 Milliarden Zellen benötigt. Da diese Zellen auf einer Oberfläche gezüchtet werden mussten, wurde eine Fläche von fast 100 m2 (etwa so groß wie ein kleines Restaurant) verwendet. Der Mammut-Fleischball selbst ist nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Da es sich um ein ausgestorbenes Protein handelt, wird es einige Zeit dauern, bis garantiert werden kann, dass Mammutfleisch sicher und gesund ist.
„Das wirklich Aufregende an diesem Projekt ist die Möglichkeit, ein Protein zu erzeugen, das es seit Tausenden von Jahren nicht mehr gegeben hat. Mit kultiviertem Fleisch können wir die Grenzen der kulinarischen Innovation verschieben und völlig neue Lebensmittelerlebnisse schaffen. Anstatt bestehende Produkte einfach nur zu kopieren, bietet uns diese Technologie die Möglichkeit, etwas wirklich Einzigartiges und Besseres zu schaffen. Es wäre eine verpasste Gelegenheit, das Potenzial von kultiviertem Fleisch nicht zu nutzen, um die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir über Lebensmittel denken. Kultiviertes Fleisch braucht die Unterstützung der politischen Systeme, um genügend Schwung und Geld für die Förderung dieser brandneuen Technologie zu generieren.“, erklärt James Ryall, wissenschaftlicher Leiter bei Vow.
Als Australiens erstes Unternehmen für zellbasiertes Fleisch erforscht Vow im Gegensatz zu den meisten anderen Startups der Branche neue Geschmacksrichtungen, Texturen und Ernährungsvorteile, die es so noch nie gegeben hat. Um dies zu erreichen kombiniert Vow Zellen von unkonventionellen Tierarten und kreiert so neue Fleischsorten. Das Unternehmen hat bereits das Potenzial von mehr als 50 Arten untersucht, darunter Alpaka, Büffel, Krokodil, Känguru, Pfau und verschiedene Fischarten. Das erste zellbasierte Fleisch, das an Gäste verkauft werden soll, wird die japanische Wachtel sein, die das Unternehmen voraussichtlich noch in diesem Jahr in Restaurants in Singapur anbieten wird.
Die italienische Regierung hat am 28.03. einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Herstellung und den Verkauf von „synthetischen Lebensmitteln“ in Italien verbietet, um das gastronomische Erbe zu schützen. Zudem mangle es an Studien über die Auswirkungen synthetischer Lebensmittel, insbesondere bei zellbasiertem Fleisch. Wenn der Vorschlag vom Parlament angenommen wird, darf die italienische Industrie keine Lebens- oder Futtermittel produzieren, die mit Hilfe von Zellkulturtechniken unter Verwendung von Tierzellen hergestellt wurden. Dazu zählt auch Zellkulturfleisch und Milchproteine aus Präzisionsfermentation.
In den vergangenen Monaten sammelten Aggrarlobbyisten, unter ihnen auch Italiens Minister für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität Francesco Lollobrigida, eine halbe Million Unterschriften für den Schutz von „natürlichen Lebensmitteln gegenüber synthetischen Lebensmitteln“. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat unterschrieben. „Laborprodukte sind keine Garantie für Qualität, Wohlbefinden und den Schutz der italienischen Lebensmittel- und Weinkulturtradition, mit der ein Teil unserer Tradition verbunden ist“, sagte Lollobrigida. Riccardo Magi, der Vorsitzende der Partei Più Europa, warf der Regierung vor, sich auf „rücksichtslose Verbote zu konzentrieren, anstatt zu forschen und eine Technologie zu entwickeln, die es uns ermöglichen könnte, weniger zu verschmutzen und zu töten“.
Im vergangenen November hat die US-amerikanische Lebensmittel- & Arzneibehörde (FDA) zellgezüchtetes Hühnerfleisch nach „sorgfältiger Prüfung“ für den menschlichen Verzehr zugelassen. Erst kürzlich erteilte die Behörde einem weiteren Unternehmen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für deren Zellkulturfleisch. In der EU wurde bisher noch keine Zulassung erteilt, jedoch erklärte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass die zellbasierte Landwirtschaft, wie z. B. zellbasiertes Fleisch, „als eine vielversprechende und innovative Lösung […] für gesunde und umweltfreundliche Lebensmittelsysteme angesehen werden könnte“.
Sollten zellbasierte Lebensmittel in der EU jedoch zugelassen werden, könnte sich Italien aufgrund des freien Binnenverkehrs innerhalb der Europäischen Union gegen deren Verkauf allerdings nicht wehren.