Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurden zum Stichtag am 3. November 2022 21,3 Millionen Schweine in Deutschland gehalten. Das sind gegenüber dem Vorjahr 2,43 Millionen Tiere weniger (10,2 %), im Zweijahresvergleich sank der Schweinebestand sogar um 4,74 Millionen Tiere (18,2 %). Damit handelt es sich um einen neuen Tiefstand: Laut der Tagesschau wurden 1990 in Deutschland noch rund 30,8 Millionen Schweine gehalten.

Auch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe ist weiterhin rückläufig. Zum 3. November 2022 gab es in Deutschland 16.900 schweinehaltende Betriebe; im November 2021 waren es 1.900 Betriebe mehr; im Zweijahresvergleich sanken die Betriebe um 17,1 % (-3.500 Betriebe). Der Zehnjahresvergleich zeigt den Rückgang der Zahl der schweinehaltenden Betriebe deutlich: seit 2012 sank die Zahl der Betriebe sogar um 43,3 % (12.900 Betriebe).

Da die Zahl der Betriebe stärker abnahm als die Zahl der gehaltenen Schweine, erhöhte sich allerdings der durchschnittliche Schweinebestand in den vergangenen zehn Jahren von 949 auf 1.259 Schweine je Betrieb. 

Die Deutsche Bahn erweitert ab dem 1. Januar anlässlich der Veganuary-Kampagne ihr Angebot an veganen Speisen um 3 neue Gerichte: Chili sin Carne mit Like Meat, Flammkuchen von Flammkuchen Profi und vegane Currywurst mit endori. Die Aktionsgerichte sind während des Veganuary in mehr als 345 Bordrestaurants und rund 450 Bordbistros in ICE und Intercity-Zügen erhältlich.

Erst Anfang 2022 hatte die Bahn ihr veganes Angebot mit Oatly-Hafermilch, den zwei veganen Gerichten »Sweet-Chili-Chicken-Wrap« und »Teriyaki-Chicken« mit planted und veganes Apfel-Zimt Porridge von HAFERKATER. erweitert. Mit den neuen Aktionsgerichten sind die fleischlosen Angebote auf der Speisekarte der Bahn deutlich in der Überzahl.

„Im Januar verbinden wir klimaschonendes Reisen und nachhaltige Ernährung“, so Stefanie Berk, Marketing-Vorständin DB Fernverkehr. „Mit unserer Teilnahme am Veganuary laden wir unsere Kund:innen ein, unsere Klassiker in der Bordgastronomie einfach mal in der veganen Variante auszuprobieren.“ Christopher Hollmann, der den Veganuary in Deutschland leitet: „Wir freuen uns, dass der Veganuary im kommenden Januar in der Deutschen Bahn präsent ist. Das ist eine echte Erfolgsmarke für unsere Kampagne: Die Veganisierung beliebter Klassiker begeistert eine riesige Zielgruppe und lädt zum Probieren ein – und genau darum geht es uns.“

* Update vom 01.02.2023: Aufgrund des großen Erfolgs der Aktionsgerichte, hat die Deutsche Bahn in einem Instagram-Beitrag bekannt gegeben, dass das Chili sin Carne, der Flammkuchen und die vegane Currywurst dauerhaft auf der Speisekarte stehen werden. 

Anfang Dezember nahm der Regisseur James Cameron im Rahmen der Werbetournee für seinen neuen Film »Avatar 2: the Way of Water« an einer Delfinshow in Tokyo teil, wofür er viel Kritik erntete. Im Film wird u.a. der Kampf gegen die Ausbeutung der Meere und ihrer Bewohner durch Menschen gezeigt, was das Setting der Delfinshow besonders abstrus erscheinen lässt.

Cameron ernährt sich seit 2012 vegan und sorgte während der Produktion von Avatar 2 für ein rein veganes Catering für die gesamte Crew. Aus diesem Grund scheint es schwer nachvollziehbar, warum Cameron sich im Rahmen einer Pressekonferenz neben den Stars Jon Landau, Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver und Stephen Lang eine Avatar-Show in einem Meerespark ansah. Cameron eröffnete die Veranstaltung mit den Worten „Willkommen auf Pandora“. In einer auf Facebook veröffentlichten E-Mail, die er offenbar an den Meeresfotografen Brian Skerry, mit dem er zuvor zusammengearbeitet hatte, schickte, schrieb Cameron, er habe bis zur letzten Minute nichts von der Show gewusst.

„Wir waren auf einer rasanten Werbetour für Avatar: Der Weg des Wassers durch mehrere Länder, und ich wurde eine Woche lang von einem Auftritt oder Interview zum nächsten gejagt, wobei ich buchstäblich zwanzig oder dreißig Interviews pro Tag gab. Ich bekam einen Zeitplan ausgehändigt, der als erste von sechs Stationen des Tages eine Fan-Veranstaltung in einem Aquarium vorsah. Ich stellte mir etwas wie das Monterey Bay Aquarium vor, mit seinen großartigen Wissenschafts- und Naturschutzprogrammen. Von einer Delfinshow war dort nichts zu sehen. Ich erfuhr buchstäblich, dass es eine Delfinshow gab, als wir auf die Bühne gingen. Wir waren bereits im Scheinwerferlicht und die Fans jubelten. Ich sagte etwas Abfälliges ins Mikrofon wie: ‚Ich bin sicher, die Delfine wurden alle um ihr Einverständnis gebeten, Teil der Show zu sein‘ oder so ähnlich. Ich war wütend. Aber ich wollte keinen großen öffentlichen Zwischenfall verursachen. Vielleicht hätte ich das im Nachhinein tun sollen. Aber mein Instinkt sagt mir immer, dass ich die Leute dort abholen muss, wo sie sind. Das ist der Sinn von Avatar: The Way of Water. Das Bewusstsein zu verändern.“

Auch die Tierrechtsorganisation PETA war unter den Kritikern von Cameron’s Besuch der Delfinshow. In einem Gespräch mit Plant Based News (PBN) sagte Lisa Lange, Senior Vice President von PETA US noch vor Cameron’s Stellungnahme: „James Cameron hat 13 Jahre auf die Entwicklung der richtigen Technologie gewartet, um die Unterwasserwelt von Pandora zum Leben zu erwecken. Warum um alles in der Welt hat er nicht einmal fünf Minuten innegehalten, um darüber nachzudenken, ob er es zulassen sollte, dass die Grausamkeit von Meeresparks gutgeheißen wird. Weitläufige Delfine in Betonbecken einzusperren und sie als Surfbretter zu benutzen – in zirkusähnlichen Shows auf ihren Gesichtern zu reiten – ist etwas, was die Schurken von Avatar tun würden. PETA fordert ihn auf, solches Tierelend rundheraus abzulehnen und ermutigt jeden, diese grausamen Parks zu meiden.“

Nach dem Verbot von Pelz und exotischen Fellen hat die französische Modegruppe SMCP, zu der die Marken Sandro, Maje, Claudie Pierlot und Fursac gehören, gegenüber PETA Frankreich angekündigt, dass sie zukünftig auch keine Artikel mit Daunen und Federn vertreiben werden.

SMCP-Vertreter bestätigten in einer E-Mail an PETA Frankreich, dass die Modegruppe sich verpflichtet hat, Enten- und Gänsefedern bei ihren vier Marken bis zur Herbst-Winter-Saison 2023 vollständig zu entfernen. Sie erklärten, dass sie bereits damit begonnen haben Materialien zu verwenden, die Federn und Daunen in allen ihren Marken ersetzen.

Vor ein paar Wochen veröffentlichte PETA Asia Undercover-Recherchen aus Gänsefarmen, die nach dem „Responsible Down Standard“ (RDS) zertifiziert sind, einem Zertifizierungsprogramm für Daunenlieferanten in Russland. Dieses zeigte, wie die Gänse bei vollem Bewusstsein mit einer stumpfen Axt enthauptet wurden. Bei einer weiteren Recherche in einer Daunenfarmen in China (wo laut der Tierrechtsorganisation 80 % der Daunen und Federn der Welt herkommen) standen Arbeiter auf den Flügeln und Hälsen von Gänsen, um sie davon abzuhalten, sich zu wehren, während sie ihnen eine Handvoll Federn herausrissen. Die Vögel wurden blutig zurückgelassen.

Laut einem Regierungsbericht ist die Eisbärenpopulation in Kanadas westlicher Hudson Bay in nur fünf Jahren um 27 % zurückgegangen. In dem Bericht wird geschätzt, dass im vergangenen Jahr 618 Tiere in dem Gebiet lebten; im Jahr 2016 waren es noch 842. Der Bericht legt nahe, dass die Ursache dafür klimabedingte Veränderungen in der lokalen Robbenpopulation sein könnte.

„In gewisser Weise ist das völlig schockierend“, sagte John Whiteman, leitender Wissenschaftler der gemeinnützigen Organisation Polar Bears International der Nachrichtenagentur Reuters. „Was wirklich ernüchternd ist, ist die Tatsache, dass diese Art von Rückgang, wenn der Meereisverlust nicht gestoppt wird, schließlich zum Aussterben führen wird.“

In der Hudson Bay schmilzt das saisonale Meereis im Frühjahr früher und bildet sich später im Herbst, so dass die Bären länger ohne Nahrung auskommen müssen, da sie auf das Meereis angewiesen sind, um zu jagen. Die Wissenschaftler, die den Bericht im Auftrag der Regierung verfasst haben, wiesen allerdings darauf hin, dass noch nicht klar sei, ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Bärenpopulation und dem Verlust des Meereises in der Hudson Bay gezogen werden kann, da in vier der letzten fünf Jahre mäßig gute Eisverhältnisse herrschten. Vielmehr könnten klimabedingte Veränderungen in der lokalen Robbenpopulation den Rückgang der Bärenpopulationen verursachen.

„Der Grund für den Rückgang ist eine geringere Anzahl junger Bären und erwachsener Weibchen“, sagte Stephen Atkinson, ein unabhängiger Wildtierbiologe, der die Untersuchung leitete. Was die Wissenschaftler ebenfalls beunruhigt, ist die Tatsache, dass sich der Rückgang beschleunigt hat. Zwischen 2011 und 2016 ist die Population nur um 11 % zurückgegangen.

Eine neue Studie, die von der Denkwerkstatt unabhängiger Agrarfachleute Vision Landwirtschaft in Auftrag gegeben wurde, hat die indirekten Kosten unterschiedlicher Ernährungsweisen in der Schweiz untersucht. Laut den Autoren wird nur ca. die Hälfte der Kosten der Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz durch die verursachenden Konsumentinnen und Konsumenten direkt getragen. Die andere Hälfte wird als Kosten der Landwirtschaft zulasten der Allgemeinheit (externe Kosten), beispielsweise Umweltbelastungen, sowie über Ausgaben des Bundes für die Nahrungsmittelproduktion getragen.

Um unter anderem herauszufinden, in welchem Ausmaß unterschiedliche Ernährungsstile durch staatlichen Maßnahmen indirekt unterstützt werden, wie hoch die externen Kosten der Nahrungsmittelproduktion sind, die der Staat Konsumenten mit unterschiedlichen Ernährungsstilen gleichsam abnimmt und sie der Allgemeinheit aufbürdet und inwieweit eine Umverteilung der Kosten verschiedener Ernährungsstile durch staatliche Beiträge und eine Übernahme der externen Kosten durch die Allgemeinheit stattfindet, haben die Autoren folgende Ernährungsstile untersucht: 

Die Publikation schlussfolgert, dass die Schweizer Agrar- und Ernährungspolitik nicht nur insgesamt große Teile der Kosten der Allgemeinheit aufbürdet, sondern auch bestimmte Konsumstile stark begünstigt und andere benachteiligt. Deutlich wird diese Ungerechtigkeit durch den Vergleich einer Kostenanlastung nach dem Verursacherprinzip: In 2020 gehörten vegan essende Menschen mit einem s.g. Transferbetrag von -557 Franken zu jenen Personen, die als „Nettozahlende“ den Konsum anderer Bürger finanziell unterstützen, wohingegen Personen, die einen hohen Konsum von Tierprodukten aufweisen, mit +458 Franken zu den „Nettoempfangenden“ zählen, deren ressourcenintensive Ernährung von der Allgemeinheit mitgetragen wird.

Der US-Bundesstaat New York hat den Verkauf von Katzen, Hunden und Kaninchen in Tierhandlungen verboten, um gegen kommerzielle Zuchtbetriebe vorzugehen, die von Kritikern als „Welpenmühlen“ bezeichnet werden. Bereits 2017 verabschiedete Californien als erster amerikanischer Staat ein ähnliches Gesetz, 2020 verbot Maryland den Verkauf von Katzen und Hunden in Zoohandlungen, ein Jahr später folgte Illinois.

Das neue Gesetz, das laut der New York Times im Dezember 2024 in Kraft tritt, ermöglicht es Tierhandlungen stattdessen mit Tierheimen zusammenzuarbeiten, um gerettete oder ausgesetzte Tiere zur Adoption anzubieten und erlaubt ihnen im Gegenzug Miete für die Nutzung ihrer Räumlichkeiten für Adoptionen zu verlangen.

„Das ist eine sehr große Sache. New York neigt dazu, ein großer Käufer und Profiteur dieser Mühlen zu sein, und wir versuchen, die Nachfrage auf Einzelhandelsebene zu unterbinden“, sagte der demokratische Senator Michael Gianaris. Die Welpenmühlenindustrie behandle Tiere wie Ware und es gäbe keine Tierhandlung, die nicht betroffen sei.

Das neue Gesetz wirkt sich nicht auf private Züchter aus; also Züchter, die Tiere verkaufen, die auf ihrem Grundstück geboren und aufgezogen wurden. Desweiteren ist es Züchtern nicht verboten, mehr als neun Tiere pro Jahr zu verkaufen. Tierhandlungen kritisieren, dass das Gesetz nichts dazu beitragen wird, Züchter außerhalb des Staates auszuschalten oder ihre Pflegestandards zu verbessern, und dass es zur Schließung der Dutzenden von Tierhandlungen in New York führen würde.

Kreatin bei veganer Ernährung: Die wichtigsten Informationen

Kreatin ist ein in der Fitnessindustrie weit verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel. Aber es erfährt auch darüber hinaus in der Allgemeinbevölkerung aufgrund seiner in Studien gezeigten positiven Wirkung auf die kognitiven Fähigkeiten vermehrt Beachtung. Da Kreatin quasi ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, stellt sich berechtigterweise die Frage nach der Kreatinzufuhr bei veganer Ernährung und ob es ohne womöglich zu einer Unterversorgung kommen kann.

Grundlagen zu Kreatin

Kreatin ist eine Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung, die der Körper in Leber und Niere mit Hilfe mehrerer Stoffe selbst bilden kann. Wie effektiv die Eigensynthese ist, hängt also neben genetischen Faktoren von der ausreichenden Bereitstellung dieser Ausgangs- bzw. Hilfsstoffe ab. Zusätzlich zur körpereigenen Synthese kann Kreatin auch über die Nahrung aufgenommen werden. Zu den kreatinreichsten Lebensmitteln gehören das Muskelfleisch von Land- und Meerestieren. Milchprodukte und Eier enthalten nur sehr geringe Mengen und pflanzliche Lebensmittel sind frei von Kreatin. Vegan lebende Menschen bekommen also – sofern sie kein Kreatin supplementieren – nur jene Menge, die der Körper selbst produziert.

Bekanntheit erlangte Kreatin vor allem aufgrund seiner wichtigen Rolle im Energiestoffwechsel der Skelettmuskulatur; vor allem bei kurzzeitiger Muskelarbeit. Seit Anfang der 90er Jahre wurden mehr als 1.000 Studien zur Wirkung von Kreatin publiziert und die Mehrzahl von ihnen zeigt Kraftzuwächse und positive Effekte auf das Muskelwachstum.1,2 Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung hat 2017 ein Positionspapier mit einer Liste von Sportarten veröffentlicht, in denen das Potenzial zur Leistungssteigerung durch eine Kreatinsupplementierung als erwiesen gilt. Dazu zählen Leichtathletikdisziplinen wie Sprints und Speerwurf, Kraftsportdisziplinen wie Bodybuilding und Powerlifting, Ballsportarten wie Fußball und Basketball, sowie der Schwimm- und Radsport.3 Vertiefende Informationen zu Kreatin gibt es im gleichnamigen Buch des Kreatinexperten Dr. Dr. Prof. Jürgen Gießing.

Fachbuch von Kreatin-Experte Jürgen Kießling

Kreatin bei veganer Ernährung

Der Kreatinbedarf der erwachsenen Durchchnittsbevölkerung zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen wird mit etwa 2 g pro Tag angegeben. Einige Literaturquellen weisen allerdings darauf hin, dass die durchschnittliche Kreatinsynthese in der Bevölkerung nur etwa die Hälfte dieses Bedarfs liefert, weshalb derartige Publikationen Kreatin zumindest als semi-essenziellen Nährstoff ansehen.4 Allerdings wurden derartige Analysen mit Mischköstlern unternommen, die auch Nahrungskreatin über Fleisch und andere tierische Produkte zuführen. Das ist von entscheidender Bedeutung, da eine kontinuierliche externe Kreatinzufuhr – sowohl über die Nahrung als auch über Kreatinsupplemente – die körpereigene Kreatinsynthese reduziert.5

Syntheseweg von Kreatin

Entsprechend naheliegend ist es auch, dass bei vegetarisch-veganer Ernährung ohne relevante Mengen an Kreatin in der Nahrung die Eigensynthese steigt.6 Um eine adäquate Eigensynthese zu ermöglichen müssen allerdings alle drei für die Kreatinbildung benötigten Aminosäuren (Arginin, Glycin und Methionin) in ausreichender Menge vorhanden sein (siehe Abbildung). Zusätzlich werden auch noch weitere Nährstoffe wie Vitamine (B2, B4, B9, B12, E) sowie weitere Aminosäuren (Serin, Histidin, Tryptophan) benötigt. Eine suboptimale Versorgung mit all diesen Nährstoffen kann die Eigensynthese an Kreatin reduzieren7

Da der Glycinanteil in allen gängigen Proteinen abseits von Kollagen recht gering ist und somit sowohl in der vegetarischen und veganen als auch zum Teil in der mischköstlichen Ernährung in zu geringer Menge für eine optimale Kreatin-Eigensynthese vorkommt, kann dies limitierend wirken.8

Darüber hinaus ist der Methioningehalt pflanzlicher Lebensmittel durchschnittlich deutlich geringer als jener von tierischen Produkten und so muss auch hier ein besonderer Fokus auf eine ausreichende Zufuhr bei veganer Kost gelegt werden.9 Mehr Details zur Kreatinversorung bei veganer Ernährung gibt es im vertiefenden YouTube-Video des veganen Ernährungswissenschaftlers Niko Rittenau.

Wie gut die Kreatineigenynthese ohne externer Zufuhr ist, hängt also neben genetischen Einflussfaktoren vor allem von der insgesamten Nährstoffzufuhr ab, aber zumindest eine Mindestversorgung an Kreatin durch endogene Synthese kann auch ohne Supplementierung bei Fokus auf eine ausreichend proteinreiche Kost sichergestellt werden. Darüber hinaus unterscheidet sich der wohl für die meisten Personen wichtigste Parameter bezogen auf Kreatin – die Kreatinlevel im Gehirn – bei Vegetariern (die ebenso wie Veganer fast kein Kreatin in der Nahrung haben) nicht von jenem der mischköstlichen Vergleichsgruppe.10 Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der Deckung der Mindestversorgung und einer optimalen Bedarfsdeckung zur Optimierung der körperlichen Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens, wie nachfolgend noch erläutert wird.

Vorteile einer Kreatinsupplementierung

Untersuchungen zeigen, dass eine Kreatinsupplementierung, die über der Höhe der täglichen in der Mischkost vorkommenden Kreatinmenge (= 1 bis 2 g) liegt, sowohl bei vegetarisch-veganer als auch bei mischköstlicher Ernährung positive Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten haben kann.11 Somit mag eine Kreatinsupplementierung zwar durchaus eine sinnvolle Intervention sein, aber das beschränkt sich nicht nur auf eine vegetarisch-vegane Ernährung. In vielen Untersuchungen wurden Mengen in Höhe von 3 bis 5 g pro Tag verwendet. Um beispielsweise die Menge von 5 g Kreatin zu erhalten, die in vielen Publikationen positive Effekte zeigte, müsste täglich etwa ein Kilogramm Thunfisch, Lachs, Rind- oder Schweinefleisch gegessen werden.12

Kreatinspiegel von Veganern und Mischköstlern

Obwohl die Kreatinlevel im Gehirn vegetarisch-vegan essender Personen vergleichbar mit jenen von Mischköstlern ausfallen, muss eingeräumt werden, dass die Blut- und Muskelkonzentrationen an Kreatin bei Personen mit fleischfreier Ernährung geringer als jene von Fleischessern sind (siehe Abbildung).13 Im Plasma, Serum und in den roten Blutkörperchen sind die Spiegel bei fleischfreier Ernährung 27­ – 50 % geringer als bei der üblichen westlichen Mischkost. Muskelbiopsien zeigten, dass die Gesamtkreatinkonzentration um bis zu 15 % geringer ist.14 Das ist vor allem für sportlich aktive Menschen wichtig, da Kreatin zu über 90 % im Muskel gespeichert vorliegt.15 Daher raten zahlreiche Publikationen vor allem bei vegetarisch-veganer Ernährung und gleichzeitiger hoher körperlicher und geistiger Belastung zu einer Kreatinsupplementierung.16

Bei fleischfreier Ernährung reicht bereits etwa 1 g täglich aus, um auf das Kreatinlevel der durchschnittlichen westlichen Mischkost zu gelangen. Im Sport wird für durchschnittlich schwere Athleten eine höhere Supplementierung von 3 – 5 g pro Tag empfohlen.17 Überdurchschnittlich schwere Athleten bzw. jene mit besonders hartem Training können auch von noch höheren Dosen von 5 – 10 g pro Tag profitieren.18 Eine Berechnung zur individuellen Kreatindosis lautet 0,03 bis 0,1 g Kreatin pro Kilogramm Körpergewicht.19,20 Obwohl Kreatin in der Nahrung so gut wie nur in tierischen Produkten vorkommt, sind Präparate mit Kreatin-Monohydrat in Pulverform meist vegan, da Kreatin synthetisch hergestellt wird und keine tierischen Nebenprodukte beinhaltet. Lediglich bei einem Kapselprodukt kann die Kapselhülle aus Gelatine bestehen und solche Produkte sind dann für vegetarisch oder vegan lebende Menschen nicht geeignet.

Hochwertiges Kreatin vom VeganNews-Partner Watson Nutrition

Prof. Dr. Theo Wallimann schreibt in einem lesenswerten Artikel über Kreatin in der Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin: “Da Kreatin weder ein Arzneimittel noch ein Medikament ist, sondern «nur» ein Nahrungsergänzungsmittel, unterstehen Herstellung und Verkauf in manchen Ländern nicht den strengen Vorschriften und behördlichen Qualitätskontrollen, die für Medikamente gelten. Somit ist es im Fall von Kreatin wie auch anderer Nahrungsergänzungsmittel oft schwierig, über die Qualität, sprich Reinheit, der auf dem internationalen Markt oder übers Internet angebotenen Produkte Genaues zu erfahren.” Diesbezüglich empfiehlt auch Prof. Wallimann in Übereinstimmung mit weiteren Kreatinexperten hochwertiges Kreatin aus deutscher Produktion und schreibt dazu: “Das von AlzChem Trostberg GmbH in Deutschland hergestellte Kreatin-Monohydrat (inzwischen das einzige nicht in China hergestellte Kreatin) ist unter dem geschützten Namen «Creapure®» auf dem Markt und erfüllt all diese Qualitätskriterien vollumfänglich auf höchstem Standard”.21

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  1. Hall, M. et al. (2021).  Creatine Supplementation: An Update. Curr Sports Med Rep, 20(7), 338-344. ↩︎
  2. Wu, S. et al. (2022). Creatine Supplementation for Muscle Growth: A Scoping Review of Randomized Clinical Trials from 2012 to 2021. Nutrients, 14(6), 1255. ↩︎
  3. Kreider, R.B., Kalman, D.S., Antonio, J. et al. (2017). International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. J Int Soc Sports Nutr, 14,1-18. ↩︎
  4. Ostojic, S.M & Forbes, S.C. (2021). Perspective: Creatine, a Conditionally Essential Nutrient: Building the Case. Advances in Nutrition, nmab111. ↩︎
  5. Peters, B.A. et al. (2015). Low-Dose Creatine Supplementation Lowers Plasma Guanidinoacetate, but Not Plasma Homocysteine, in a Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Trial. J Nutr, 145 (10), 2245–2252. ↩︎
  6. Boison, D. & Masino, S.A. (2016). Homeostatic Control of Brain Function. Oxford: Oxford University Press, 275. ↩︎
  7. Gießing, J. (2020). Kreatin: Eine natürliche Substanz und ihre Bedeutung für Muskelaufbau, Fitness und Anti-Aging. Noderstedt: BoD, 12f. ↩︎
  8. Schmidt, J.A. et al. (2016). Plasma concentrations and intakes of amino acids in male meat-eaters, fish-eaters, vegetarians and vegans: a cross-sectional analysis in the EPIC-Oxford cohort. Eur J Clin Nutr, 70(3), 306-312. ↩︎
  9. McCarty, M.F. et al. (2009). The low-methionine content of vegan diets may make methionine restriction feasible as a life extension strategy. Med Hypotheses, 72 (2), 125–128. ↩︎
  10. Solis, M.Y. et al. (2014). Brain creatine depletion in vegetarians? A cross-sectional ¹H-magnetic resonance spectroscopy (¹H-MRS) study. Br J Nutr, 111(7), 1272–1274. ↩︎
  11. Roschel, H. et al.  (2021). Creatine Supplementation and Brain Health. Nutrients, 13 (2), 586. ↩︎
  12. Rasmussen, C. et al. (2008). Nutritional Supplements for Endurance Athletes. In: Greenwood, M., Kalman, D. & Antonio, J., Hrsg.: Nutritional Supplements in Sports and Exercise. Cham: Springer, 369–407. ↩︎
  13. Kaviani, M. et al. (2020). Benefits of Creatine Supplementation for Vegetarians Compared to Omnivorous Athletes: A Systematic Review. Int J Environ Res Public Health, 17(9), 304. ↩︎
  14. Kaviani, M. et al. (2020). Benefits of Creatine Supplementation for Vegetarians Compared to Omnivorous Athletes: A Systematic Review. Int J Environ Res Public Health, 17(9), 304. ↩︎
  15. Farshidfar, F. et al. (2017). Creatine Supplementation and Skeletal Muscle Metabolism for Building Muscle Mass- Review of the Potential Mechanisms of Action. Curr Protein Pept Sci, 18(12), 1273–1287. ↩︎
  16. Balestrino, M. & Adriano, E. (2019). Beyond sports: Efficacy and safety of creatine supplementation in pathological or paraphysiological conditions of brain and muscle. Med Res Rev, 39(6), 2427–2459. ↩︎
  17. Naderi, A. et al. (2016). Timing, Optimal Dose and Intake Duration of Dietary Supplements with Evidence-Based Use in Sports Nutrition. J Exerc Nutrition Biochem, 20(4), 1–12. ↩︎
  18. Kreider, R.B. et al. (2017). International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. J Int Soc Sports Nutr, 14,1-18. ↩︎
  19. Antonio, J. et al. (2021). Common questions and misconceptions about creatine supplementation: what does the scientific evidence really show? J Int Soc Sports Nutr, 18 (1), 13. ↩︎
  20. Jagim, A.R. et al. (2018). Safety of Creatine Supplementation in Active Adolescents and Youth: A Brief Review. Front Nutr, 5, 115. ↩︎
  21. Wallimann, T. (2008). Mehr Energie – mehr Leistung Kreatin – warum, wann und für wen ? SZE, 5(8), 29-39. ↩︎

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Planung der größten Kohortenstudie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum names COPLANT-Studie angekündigt. Ab dem Jahr 2023 möchte das BfR gemeinsam mit dem Max Rubner-Institut (MRI), dem Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE), und fünf Universitäten deutschlandweit ca. 6.000 Frauen und Männer im Alter von 18-69 Jahren für die Studie gewinnen, um neue Erkenntnisse zu den Vor- und Nachteilen pflanzenbasierter Ernährungsformen (vegan, vegetarisch, pescetarisch) zu gewinnen. Laut BfR streben weitere Partner in Österreich und in der Schweiz ebenfalls an, sich zu beteiligen.

Die Studie wird beispielsweise untersuchenm, welche Vitamine und Mineralstoffe ausreichend aufgenommen werden und welche nicht, und wie sich eine vegane Ernährung auf den Stoffwechsel, die Körperzusammensetzung und die Knochengesundheit auswirkt. Außerdem möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, mit welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen die Ernährungsweisen verbunden und wie nachhaltig diese insgesamt sind.

Einer der Hauptgründe für die Studie ist laut BfR, Wissenslücken zu schließen, um eine gesundheitliche Einordnung pflanzlicher Ernährungsweisen im Sinne der Risikovorbeugung und -früherkennung und evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zu einer pflanzenbasierten und nachhaltigen Ernährung ermöglichen zu können. Zum einen liegen derzeit nur wenige wissenschaftlich belastbare Daten zur pflanzenbasierten Kost vor und zum anderen sind die Ergebnisse früherer Studien zu diesem Thema zum teil nicht auf die heutigen Ernährungsformen übertragbar. Beispielsweise besteht mittlerweile ein vielfach größeres Angebot von veganen Lebensmitteln und Ersatzprodukten. Desweiteren schließen die aktuellen größeren epidemiologischen Projekte in Deutschland nahezu keine Veganerinnen und Veganer ein und die zuvor eingesetzten Ernährungserhebungsinstrumente werden laut BfR einer pflanzenbasierten Ernährung nicht gerecht. 

Um Zusammenhänge zwischen Ernährungsform und typischen Volkskrankheiten wie z. B. Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beurteilen zu können, ist eine Nachbeobachtung der Studienteilnehmenden von mindestens 20 Jahren geplant. Die gesammelten Daten können wertvolle Einblicke für neue Präventions- und Therapiekonzepte liefern.

Am Morgen des 16. Dezembers ist ein Großaquarium mit 1.000 Kubikmetern Wasser und etwa 1.500 Fischen geplatzt. Dieser sogenannte »AquaDom« war das größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt, bestand aus Acrylglas mit 20 cm dicken Scheiben, hatte einen Durchmesser von 11,5 Metern, befand sich im Hotel Radisson Blu und war zugleich Ausgang des Sea Life. Fast alle Fische sind inzwischen tot.

Fische von über 100 verschiedenen Arten schwammen in den 1.000 Kubikmetern Salzwasser, was einem Gewicht von etwa 1.000 Tonnen entspricht. Das Aquarium eröffnete in diesem Jahr nach einer umfassenden Modernisierung und nach der Corona-Pause wieder. Die Ursache der Explosion ist noch unklar und Sabotage ausgeschlossen, jedoch deuten die Anzeichen auf eine Materialermüdung hin.

Eine Million Liter Wasser ergossen sich aus dem zerstörten 16 Meter hohen Glaszylinder in das Hotel und auf die Straße, ein Hotelgast und ein Hotelangestellter wurden verletzt, fast alle Fische starben – nur wenige konnten aus den Trümmern gerettet werden. Die Tierschutzorganisation PETA hat angekündigt Strafanzeige gegen die Verantwortlichen zu erstatten, da mit dem Leben von rund 1500 Fischen fahrlässig umgegangen wurde. Die Zerstörung des Aquariums sei eine „riesengroße, menschengemachte Tragödie“, erklärte ein Pressesprecher der Organisation und forderte, dass das Aquarium nicht wieder aufgebaut werden dürfe.

Auf Social Media wurde zudem auf die Doppelmoral betreffend der öffentlichen Bestürzung aufmerksam gemacht. Der Satiriker El Hotzo postete dazu beispielsweise: “ TRAUERMARSCH wegen des Ablebens tausender unschuldiger Fische bei der Aquarium-Explosion im Radisson Blu treffen wir uns heute um 18:00 vor der Nordsee-Filiale am Alexanderplatz“.

Domino’s Pizza bringt für den kommenden Veganuary 2023 die Jackfruit Pizza »Oh Jacky« auf den Markt. Ab dem 4. Januar wird die Pizza mit Jackfruit von Lotao und Reibeschmelz von Bedda deutschlandweit in allen Filialen von Domino’s erhältlich sein.

„Die einfache Verfügbarkeit leckerer veganer Optionen leistet einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg unserer Kampagne und all ihren positiven Auswirkungen auf Menschen und Umwelt“, sagt Christopher Hollmann, der den Veganuary in Deutschland leitet. „Wir freuen uns sehr, dass Domino’s den Veganuary erneut mit so spannenden Neuheiten und Aktionen unterstützt.“

Mit »Oh Jacky«, belegt mit Jackfruit, Cherrytomaten, Broccoli, Mais und veganem Reibeschmelz, richtet sich der größte Pizza-Lieferdienst der Welt an die immer stärker wachsende vegane Community, aber ebenso an die Vielzahl an Flexitariern. „Wir freuen uns, mit Lotao und Bedda zwei begeisterte Partner an der Seite zu haben und wir mit der Oh Jacky wieder einmal zeigen, dass man mit einem rein pflanzlichen Produkt ein kulinarisches Highlight setzen kann.“, so Silke Krüger, Head of Brand bei Domino’s Pizza Deutschland. 

Vor drei Jahren deckte SOKO Tierschutz durch Undercover-Aufnahmen Fälle von schwerer Tierquälerei in einem Großbetrieb im Allgäu auf. Nun wurden die zwei verantwortlichen Landwirte wegen Tierquälerei bei mehreren Dutzend Rindern zu Haftstrafen verurteilt.

Die Tierwohlverstöße wurden erstmals im Juli 2019 publik, als Tierrechtsaktivisten der Organisation SOKO Tierschutz Aufnahmen aus einem Stall eines Milchviehhalters in Bad Grönenbach im Allgäu veröffentlichten. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte der Betrieb mehr als 2.000 Rinder. „Die Videos belegen, wie einer der größten bayerischen Milchbauern auf seinem Hof seine Tiere quält und sie tagelang leiden lässt – und das, obwohl Behörden den Betrieb regelmäßig kontrollieren.“, schrieb damals die Süddeutsche Zeitung. SOKO überwachte den Betrieb Tag und Nacht über vier Wochen lang. Auf den Undercover-Aufnahmen war unter anderem zu sehen, wie Kühe wie leblose Gegenstände von einem Ort zum nächsten geschleift wurden oder in einem sogenannten Krankenstall ohne medizinische Versorgung verendeten. Sie zeigten stark abgemagerte Kühe, Tiere mit offenen Wunden und welche, die im Sterben lagen. Auf den Videos ist zu sehen, dass der Familienbetrieb seine Tiere länger leiden lässt, als gesetzlich erlaubt ist. Die Aufnahmen waren Anstoß für weitere Ermittlungen und der Anfang des Allgäuer Tierschutzskandals, von dem noch zwei weitere Milchviehbetriebe betroffen waren.

Nun wurden die beiden Angeklagten, der 25-jährige Sohn M. Endres und sein 68-jähriger Vater F. Endres, für ihre Taten verurteilt. Der junge Landwirt wurde vom Landgericht Memmingen zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt und darf zudem fünf Jahre lang keine Tiere mehr halten. Sein Vater erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. „Das zeigt, dass die Justiz in Bayern Tierschutz ernst nimmt und Fälle öffentlich aufgearbeitet werden. Tierquälerei muss Gefängnis bedeuten. Hier am Landgericht Memmingen wurde Tierschutzgeschichte geschrieben“, so der SOKO-Vorsitzende Friedrich Mülln.

Laut dem zuständigen Richter zeugten die Taten der Landwirte von «Ignoranz gegenüber dem Tierschutz». Beide Angeklagte hätten sich zahlreichen Aufforderungen der Behörden, die Zustände auf ihren Höfen zu verbessern, beharrlich verweigert. Zudem erklärte die Staatsanwaltschaft, dass Leid und Niedergang von Tieren aus Unterlassen gleichwertig wie aktive Taten gelten. „Dass das jetzt endlich angemessen geahndet wird, ist ein großer Erfolg für den Tierschutz und schafft endlich Abschreckung“. Zudem müsse das Urteil eine «Signalwirkung» auf andere Verfahren haben, forderte Mülln. „Wir brauchen eine effektive Abschreckung in der industriellen Landwirtschaft, sonst bleibt es nur an uns Tierschutzorganisationen dagegen zu kämpfen, und das ist dann wirklich ein schwieriges Unterfangen.“

Vegane Weihnachtsbäckerei: 50 himmlische Rezepte für die schönste Zeit des Jahres

Wer 2022 immer noch glaubt, dass Weihnachtsplätzchen mit Butter und Eiern gemacht werden müssen, ist bei diesem Buch genau richtig aufgehoben. Plätzchenklassiker wie Vanillekipferl, Zimtsterne, Spritzgebäck und Kokosmakronen finden sich hier, aber auch Ausgefalleneres wie Punschkugeln oder eine Lebkuchenburg. Doch das Buch geht über Plätzchen weit hinaus. Zur Weihnachtsbäckerei gehören für die Autorin auch Kuchen (Lebkuchengugelhupf), Torten (Bratapfel-Walnuss-Torte). Desserts (Mousse au Chocolat mit Glühweincreme), Früchtebrot und Co. Für Anfänger:innen genau das Richtige, aber es gibt sicher auch für erfahrene Bäcker:innen noch was zu entdecken. Um am Schluss sagen alle: „Wie? Das ist ohne Eier und Butter gemacht? Glaube ich nicht.“ 

Autorin: Caroline Loße
Verlag: Christian
Preis: 24,99 €
Umfang: 160 Seiten

Dieses Jahr feiern wir vegan: Festliche Menüs

Feste wie Weihnachten können einen vor große Herausforderungen stellen, will man/frau sowohl den eigenen veganen Ansprüchen als auch der möglicherweise nicht veganen Familie gerecht werden. Doch Rettung ist in Sicht. Sladi Petkovic, der in Koblenz das vegane Restaurant „Oscar“ betreibt, liegen Gerichte, die wir von früher kennen, besonders am Herzen – allerdings in einer zeitgemäßen Variante. Neben zahlreichen Rezepten finden sich in seinem Buch sechs Menüvorschläge inklusive hilfreicher Zeitplanung, was wann zu tun ist. Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt: es gibt nicht vor, etwas zu sein, was es nicht ist, also keine opulenten Menüs mit exotischen Zutaten und stundenlangem Stehen in der Küche, stattdessen machbare und leckere Gerichte, die mit guter Vorbereitung entspannt feiern lassen. Sladis Attitüde ist sehr sympathisch, seine Herangehensweise erfreulich pragmatisch. 

Autor: Sladi Petkovic
Verlag: Dumont
Preis: 25,00 €
Umfang: 128 Seiten

Schwedenzauber: Vegane Backrezepte aus dem Norden

Auf Sofias Blog thenordickitchen.com wird man mit folgenden Worten begrüßt: „Hi, I’m Sofia, a food stylist and photographer living a slow life in a small town in Sweden. I love coffee, vintage cameras, cinnamon rolls, old wood and strawberries.“ Mit diesen Bildern im Kopf mache ich mich auf die Suche nach dem Schwedenzauber und finde nach Jahreszeiten geordnete Rezepte für Brot und Brötchen, Granola, Kuchen, Kekse, Blondies etc. Mein Liebling: die simplen aber extrem leckeren Brownies mit Aquafaba. Es wird aber nicht nur gebacken, Holunderblütensirup, Porridge, Glühwein, Pancakes oder Marmelade gehören ebenfalls zum Repertoire. Die stimmungsvollen (Natur)Bilder fangen das Scandi-Feeling perfekt ein, also auch einfach mal schön zum Durchblättern, wenn es draußen nasskalt ist und es gar nicht so recht hell werden will. 

AutorinSofia Nordgren
Verlag: Gerstenberg
Preis: 36,00 €
Umfang: 224 Seiten

Für einen Vorgeschmack auf die Bücher finden sich folgende Rezepte in unserer Rezeptdatenbank:

Desserts & süße Snacks
Desserts & süße Snacks
Desserts & süße Snacks

Neue Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung zeigen, dass mehr als 50 Landwirte und Unternehmen, die in den vergangenen Jahren öffentlich wegen Tierquälerei aufgefallen sind, in den Folgejahren von der Europäischen Union weiterhin Agrarsubventionen erhielten – zum Teil in Millionenhöhe. Viele von von ihnen wurden sogar zuvor von Gerichten oder Behörden für die Verstöße bestraft.

Die Reporter von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung glichen die weit über 100 von den Tierschutzorganisationen SOKO Tierschutz, Tierretter e.V., Deutsches Tierschutzbüro, ARIWA und PETA in den vergangenen aufgedeckten Fällen von Tierquälerei mit einer neuen Subventions-Datenbank der Nichtregierungsorganisationen FragDenStaat und Arena for Journalism in Europe ab. Der Abgleich zeigte, dass mehr als 50 Landwirte und Firmen, die durch die aufgedeckten Fälle wegen Tierquälerei aufgefallen sind, in den Folgejahren weiterhin EU-Agrarsubventionen erhielten, obwohl einige von ihnen sogar von Gerichte oder Behörden für die Verstöße bestraft wurden. 

Nur ein Prozent aller Antragssteller für EU-Agrarsubventionen müssen jedes Jahr von den Veterinärämtern überprüft werden. Verstöße der Auflagen, beispielsweise zu Umwelt- oder Tierschutz, können mit Subventionskürzungen geahndet werden. Das geschieht laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bei „fahrlässig begangenen Erstverstößen“ in der Regel nur bei drei bis fünf Prozent der Subventionen. Nur bei „erheblicher Dauer, erheblichem Ausmaß und erheblicher Schwere“ sowie nachgewiesenem Vorsatz können Subventionen im Folgejahr abgewiesen werden. 

Ende November sollte die französische Nationalversammlung zum ersten Mal über ein vorgeschlagenes Verbot von Stierkämpfen abstimmen, die in Südfrankreich immer beliebter werden. Nach Angaben des Nationalen Observatoriums der Stierkampfkulturen besuchen dort jedes Jahr etwa 2 Millionen Zuschauer die Stierkämpfe. Gegner des Verbots versuchten jedoch, die Abstimmung mit einer Reihe von Änderungsanträgen zu behindern, was dazu führte, dass der Gesetzgeber, der das Verbot vorgeschlagen hatte, den Antrag zurückkzog.

Der Antrag hätte eine Änderung des französischen Tierschutzgesetzes vorgesehen, um Ausnahmen für Stier- und Hahnenkämpfe an Orten zu streichen, an denen sie „ununterbrochene lokale Traditionen“ sind. Obwohl der Rückzug eine Abstimmung in den kommenden Monaten nicht ausschließt, räumen laut der Washington Post selbst einige Tierschutzorganisationen ein, dass die Chancen für ein Verbot gering sind, da Politiker aus dem gesamten politischen Spektrum eine Gegenreaktion der Wähler in ländlichen Gebieten befürchten. 

„Wenn ein Referendum abgehalten würde, wäre es wahrscheinlich, dass die Befürworter eines Stierkampfverbots gewinnen würden“, räumte Frédéric Saumade gegenüber der Washington Post ein, ein Anthropologe, der sich für die Wettbewerbe einsetzt. Seiner Meinung nach hat die französische Regierung jedoch die Pflicht, die regionalen Rechte und Traditionen zu wahren, auch wenn die breite Öffentlichkeit sie nicht unterstützt. Zwischen 800 und 1.000 Stiere werden jedes Jahr bei französischen Wettbewerben getötet.

Die vegane TV-Köchin Stina Spiegelberg hat ihr neues Kochbuch „Vegan Kochen von A bis Z – Das Standardwerk“ bei dem Buchverlag Ventil veröffentlicht. Wie bereits in ihrem prämierten Backbuch „Vegan Backen von A bis Z“ führen detaillierte Schritt-für Schritt-Anleitungen durch eine Bandbreite von Rezepten: Von Frühstück über Snacks, Vor- und Hauptspeisen bis zu Desserts sowie ergänzenden Kochtipps ist alles mit dabei. Zudem hat Stina in dem Buch exklusive Winter- und Sommermenüs zusammengestellt und einen ausführlichen Warenkundeteil inkludiert. Dieser zeigt, wie sich Eiweiß, Milch und Ei ersetzen lässt, wie ein veganer Vorratsschrank aussieht und auch welche Zutaten sich gesund oder glutenfrei ersetzen lassen. 

Stina ist Autorin von acht Kochbüchern und als TV-Köchin In der Sendung „Kaffee oder Tee?“ beim SWR Fernsehen zu sehen. 2016 co-gründete sie das Plant Based Institute und im Jahr 2018 Mindful Women und die FEMschool. Sie engagiert sich bei der Ernährungsorganisation ProVeg und moderiert seit ein paar Jahren die Veggie-Messe veggie & frei von der Messe Stuttgart.

„Es kann doch nicht sein, dass in einem Werbevideo für Tirol, das traditionelle Gastfreundschaft hochhält, ‚Hafermilch‘ und nicht die ureigene, echte Tiroler Milch vorkommt.“ Der Werbespot der Tirol Werbung war Teil der Winterkampagne 2022 und soll die herzliche Tiroler Gastfreundschaft gegenüber Touristen vermitteln. „Wir sind zu allen herzlich“ wird in dem Video eingeblendet, nachdem die Wirtin einer Tiroler Hütte aus der Küche kommt, und einen Krampus begrüßt, der eingetreten ist, um einem kleinen Kind ihren verlorenen Handschuh wiederzubringen. Sie fragt ihn, ob er etwas bestellen möchte. Dieser entgegnet in höherer Stimmlage: „I hätt‘ gern an Latte Macchiato. Mit Hafermilch bitte.“

Der Werbespot ist schon seit einem Jahr auf YouTube zu sehen und gewann bereits einen Silbernen Delfin bei den Cannes Corporate Media & TV Awards. Hechenberger scheint wohl erst ein Problem mit dem Spot zu haben, seitdem er Teil der Tiroler Winterkampagne 2022 ist. „Wir sind zu allen herzlich, außer zu unseren eigenen Bäuerinnen und Bauern – das würde es wohl eher treffen.“ Dabei ist der Mutterkonzern von „Tirol Milch“ im verganenen Jahr selbst in die Produktion von Haferdrinks eingestiegen und verwendet dabei Hafer, der von Waldviertler Milchbauern angebaut werde. 

Tirol Werbung hat auf die Kritik mit einer Überarbeitung reagiert. „Das Wort Hafermilch wird nicht mehr ausgesprochen, um Irritationen bei den Tiroler Bäuerinnen und Bauern zu vermeiden“, erklärt Florian Neuner, Leiter der Unternehmenskommunikation. Jedoch könnte die Reaktion auch einen rechtlichen Grund haben: seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2017 vegane Milchersatzprodukte nicht mehr als „Milch“ bezeichnet werden. Dies könnte auch einem verärgerten Landwirtschaftskammerpräsidenten bekannt sein.

„Die Lügen über Lebensmittel aus dem Reagenzglas bestätigen die präzise Strategie der multinationalen Konzerne, die mit geschickten Marketingmaßnahmen darauf abzielen, natürliche, auf Qualität und Tradition basierende Lebensmittel zu verändern“, sagte der Präsident des Bauernverbands „Coldiretti“, Ettore Prandini. „Wir sind bereit, den Kampf aufzunehmen, denn wir wollen keine Zukunft mit Frankenstein-Lebensmitteln“, so Pandini laut dem Onlineportal msn. Coldiretti hat bereits mehr als 200.000 Unterschriften für ein Gesetz gesammelt, das die Herstellung, Verwendung und Vermarktung von zellbasierten Lebensmitteln in Italien verbieten soll.

Auf der Jahresversammlung des Bauernverbands Ende Januar sagte Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida: „Weltweit wird eine Produktion forciert, die alle Menschen ernähren soll, ohne dass man sich Gedanken darüber macht, was sie essen. […] Wir müssen uns dem Versuch widersetzen, unsere Lebensmittel in Laborprodukte umzuwandeln, Fleisch und andere Dinge im Labor statt auf Bauernhöfen zu erzeugen“. Wie die Zeitung „Schweizer Bauer“ berichtet, sagte Lollobrigida in einer Fragestunde im römischen Senat sogar, dass die aktuelle Regierung niemals die Bewilligung für In-vitro-Fleisch geben würde. Die Zulassung von synthetischem Fleisch sei eine Gefahr für die Jahrtausende alte Bindung zwischen Landwirtschaft und Essen sowie die Essenskultur.