Die amerikanische Schauspielerin Kate Mara und der vegane Filmemacher David Lowery produzieren gemeinsam den neuen Dokumentarfilm The Smell of Money. Im Mittelpunkt der Doku stehen Elsie Herring und ihre Gemeinde in North Carolina, die sich mit der milliardenschweren Schweineindustrie anlegen, die seit Jahrzehnten tierische Abfälle auf ihre Häuser und ihr Land versprüht. „The Smell of Money“ beleuchtet die Auswirkungen der Schlachtabfälle auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt, spricht über sogenannten Umweltrassismus, das Fehlverhalten von Unternehmen und globale Erwärmung. Der Film hatte seine internationale Premiere auf dem kanadischen Filmfestival Hot Docs am 30. April – wann er in Deutschland zu sehen sein wird, ist leider noch nicht bekannt.

Die aus der Serie House of Cards bekannte Schauspielerin lebt seit 9 Jahren vegan. Mara ernährte sich zunächst aus gesundheitlichen Gründen pflanzlich, doch begann sich vor einigen Jahren auch für Tierrechte einzusetzen. Die Schauspielerin reiste zusammen mit ihrer Schwester und veganen Schauspielkollegin Rooney Mara Liberia, um mit der Tierschutzorganisation Humane Society of the United States Geld für ein Schimpansenpflegeprogramm zu sammeln und das medizinische Team finanziell zu unterstützen.

In einem offenen Brief an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir kritisieren die Organisationen Foodwatch, PETA und 18 weitere die geplante Kennzeichnung der Haltungsbedingungen von tierischen Lebensmitteln. Die Tierhaltungskennzeichnung soll verbindlich Fleisch sowie Transport und Schlachtung umfassen und nach dem Vorbild der 0-1-2-3-Kennzeichnung auf Eiern gestalten werden. „Das Tierhaltungslabel ist ein staatliches Täuschungslabel, wenn den VerbraucherInnen vorgegaukelt wird, sie würden beim Einkauf über Wohl und Wehe der Tiere entscheiden.“, sagte Matthias Wolfschmidt, Tierarzt und internationaler Strategiedirektor von foodwatch. 

Die meisten Nutztiere litten unter vermeidbaren Krankheiten und Schmerzen, und zwar sowohl in konventionellen als auch in Biobetrieben, in kleinen Höfen ebenso wie in Tierfabriken. Ein Label, das alleine die unterschiedlichen Haltungsformen kennzeichnet, könne deshalb niemals eine Lösung für die massiven Tierschutzprobleme sein. Vielmehr brauche es gesetzliche Vorgaben. „Es ist nicht die Aufgabe des Landwirtschaftsministers, der ja auch Minister für Tierschutz ist, Verantwortung für den Tierschutz auf die Kaufentscheidung der Konsument:innen zu übertragen, sondern er ist verpflichtet, für die Umsetzung des Tierschutzgesetzes Sorge zu tragen“, sagte Dr. Claudia Preuß-Ueberschär von der Vereinigung Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft.

In einem kürzlich erschienenen Interview in der ZEIT bezeichnete Virologe Christian Drosten den auf Massentierhaltung basierenden Fleischkonsum als potenzielles Pandemierisiko. Man solle deswegen dringend die Frage stellen, ob eine industrielle Schweinemast oder Geflügelhaltung, wie sie weltweit betrieben wird, gebraucht wird.

Schon im vergangenen Jahr sagte der Virologe im Gespräch mit der ZEIT, dass der steigende Fleischhunger unserer wachsenden Weltbevölkerung ein hohes Risiko für künftige Pandemien darstellt. Auf die Frage, was die Lösung sei, antwortete Drosten: „Ich kann hier nur auf die sehr weit fassende Vorstellung von „One Health“ und „Planetary Health“ verweisen: Je besser es unserer Umwelt geht, desto besser geht es uns.“

Laut vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) sank der Pro-Kopf-Fleischverzehr 2021 im Vergleich zu 2020 auf 55 Kilogramm und damit auf ein neues Rekordtief seit Berechnung des Verzehrs 1989. Das BZL gibt als mögliche Gründe für den sinkenden Fleischverzehr die Tendenzen zu einer pflanzenbasierten Ernährung sowie den pandemiebedingten geringeren Außer-Haus-Verzehr in Gastronomie, in Kantinen oder auf Veranstaltungen an. 

Der abnehmende Verzehr wurde, wie bereits im Jahr zuvor, von einem Importrückgang von -6,8 Prozent von Fleisch, Fleischwaren und Konserven aus Schweinen, Rindern und Kälbern begleitet. Die Einfuhr von Geflügelfleisch blieb allerdings nahezu konstant. Außerdem wurden weniger lebende Tiere ex- und importiert: der Import aller Tierarten sank um fast ein Fünftel (19,6 Prozent), der Export verringerte sich um ein Prozent. Im Vergleich zu 2020 wurde 2,4 Prozent weniger Schweinefleisch und 1,6 Prozent weniger Rind-, Kalb- sowie Geflügelfleisch „produziert“.

Die Deutsche Umwelthilfe forderte in einer Pressemitteilung angesichts des Kriegs in der Ukraine, die Tierzahl in der hiesigen Massentierhaltung in den kommenden Jahren um mindestens ein Drittel zu reduzieren, um die kriegsbedingt ausbleibenden Getreide- und Speiseöllieferungen in die EU für Tierfutter auszugleichen. Zudem bezeichnete die Organisation die industrielle Landwirtschaft aufgrund der Abhängigkeit von Dünge- und Futtermittel aus dem Ausland als extrem krisenanfällig.

„Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der Krieg in der Ukraine zeigt wie durch ein Brennglas, wie krisenanfällig industrielle Landwirtschaft ist. In der Massentierhaltung werden enorme Mengen an Agrarrohstoffen und Ölsaaten von Weizen bis Soja verfüttert. Wer dauerhaft bezahlbare Lebensmittel will, muss unabhängiger werden von immer teurer werdenden Importen. Das gelingt durch eine beschleunigte Reduzierung der Tierzahlen. Auch bei Düngemitteln ist die konventionelle Landwirtschaft abhängig von synthetischen Düngemitteln aus Russland. Diese Düngemittel tragen außerdem zur Klimakrise bei, weil sie ganz überwiegend mit Erdgas und anderen fossilen Energien erzeugt werden müssen.“

Der Verbrauch von Eiern – inklusive Eier in verarbeiteten Erzeugnissen – ist in Deutschland laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erstmals seit Jahren wieder rückläufig. Während 2020 der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 242 Eiern pro Person lag, sank er 2021 auf 238 Eier. Dies könnte laut BLE auch an dem Anstieg veganer Alternativprodukte liegen.

Der Import von Schaleneiern und Eiprodukten sank 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent zurück, allerdings stieg der Export von Eierprodukten um knapp 19%. 

Forschende der Universität Bern haben über einen Zeitraum von zehn Monaten 150 Legehennen in der Schweiz regelmässig geröntgt, um die körperlichen Folgen ihrer Eierproduktion zu analysieren. Dabei stellten sie fest, dass 97 % der Tiere ein gebrochenes Brustbein aufwiesen. Im Durchschnitt hatte jedes Huhn drei Knochenbrüche – bei einzelnen Tieren waren es sogar elf. Laut der Forschenden ist einer der Gründe die enorm hohe Eierproduktion der Hennen, die zu Lasten der Knochengesundheit geht. Für die Bildung der großen Menge an Eierschalen wird so viel Kalzium aus den Knochen der Hennen gelöst, dass dies nicht mehr durch die Fütterung kompensiert werden kann. Möglich ist laut dem Bericht auch, dass manche Tiere zu früh mit dem Eierlegen beginnen, wenn ihre Knochen noch zu wenig entwickelt sind. Mit der Folge, dass nur ein heftiger Flügelschlag oder ein Zusammenprallen mit der Sitzstange schon das Brustbein knacken lässt.

Eine neue Studie, durchgeführt von der VU Universität Amsterdam und Kieskompas im Auftrag von ProVeg Niederlande, ergab, dass 42 % der Befragten der Meinung sind, dass Tiere ein Recht darauf haben, nicht für Nahrung getötet zu werden. Andererseits glaubten immer noch 26 %, dass es in Ordnung ist, Fleisch zu essen, weil Tiere dem Menschen unterlegen sind. Mehr als ein Viertel der Befragten hofft sogar, dass wir eines Tages überhaupt keine Tiere mehr als Nahrungsmittel verwenden werden und jede fünfte Person ist für ein Verbot von Schlachthöfen.

Pablo Moleman, Manager für Lebensmittelindustrie & Food Service bei ProVeg Niederlande, sagte zu den Ergebnissen der Studie: „In den Niederlanden scheinen wir viel veganer zu sein, als man denken könnte – vielleicht noch nicht in unseren Essgewohnheiten, aber sicherlich in unseren tieferen Überzeugungen über die Nutzung von Tieren. Fast die Hälfte der niederländischen Bevölkerung ist der Meinung, dass man Tiere nicht als Nahrungsmittel verwenden sollte – der Grundgedanke des Veganismus – und diese Meinung ist offenbar viel weiter verbreitet als das eine Prozent der Bevölkerung, das sich als Veganer bezeichnet, vermuten lässt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veganer nicht notwendigerweise radikalere Ansichten haben als andere Menschen, sondern dass sie einfach mehr Konsequenzen damit verbinden.“

Für die Studie befragte Kieskompas 8.575 Niederländer und Niederländerinnen zu ihrer Meinung über die Verwendung von Tieren für Lebensmittel und die Zukunft des Fleischkonsums. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die niederländische Bevölkerung und nach Geschlecht, Alter, Bildungsstand, ethnischer Zugehörigkeit und politischer Präferenz gewichtet.

Die neue niederländische Regierung hat Ende vergangenen Jahres einen 25-Milliarden-Euro-Plan vorgestellt, mit dem sie den Bestand an sogenannten Nutztieren um ein Drittel reduzieren will. Der auf 13-Jahre angelegte Ausstiegsplan sieht vor, Viehhalter für die Verlagerung oder den Ausstieg aus der Branche zu entschädigen und beim Übergang zu einer extensiveren Landwirtschaft zu helfen. Das Irish Farmers Journal geht allerdings davon aus, dass es als freiwilliges Programm beginnen wird.

Wie das Statistische Bundesamt Destatis mitteilte, ist die Anzahl der Schweine, die 2021 in Deutschland gehalten wurden (23,6 Millionen) die niedrigste seit dem Jahr 1996. Da die Zahl der schweinehaltenden Betriebe ebenfalls abnahm, erhöhte sich allerdings der durchschnittliche Schweinebestand je Betrieb. Die Statistiken über den Fleischkonsum pro Kopf sowie die Importzahlen aus dem letzten Jahr sind zwar noch nicht veröffentlicht, aber laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch im Jahr 2020 mit 57,3 Kilogramm so niedrig wie noch nie seit Berechnung des Verzehrs im Jahr 1989. Des Weiteren sanken laut BLE die Fleischimporte 2020 im Vergleich zu 2019. Knapp die Hälfte des verzehrten Fleisches ist Schweinefleisch.